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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1948-03-24 · 23/24 (24.3.1948) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
23/24 (24.3.1948)
Date
1948-03-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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■’S. Jahrgang. •«. Nr.' %V%& JÜ-BIBCHE9 ©IME.IMDI'31-AfTf US'ölt B1ITISCIS 24. März 1348 — geäfft £ au Chagall wurde iMrzlich in Paris .und, wird T.em Blau tmd ganz seltsamen, beinah sakralem Jetzt in London durch'eine umfassende Aus-» Rot Daß es einen Künstler wie Chagall, der- Stellung seiner Werke geehrt. D, Red. ,dann 1918 in Witebsk eine Kunstakademie w jj’<* „j„u , gründete ünd leitete: der seit 1919 für das Denen,v dievor .dem - ^'.Moskauer Jüdische ' Künstlertheater Dekora- Mslerei interessierten, --m«*! ® 'honen-und Kostüifie schuf,' 1923 -wieder nach vorstellen. Ihiien. hmterhfeß er eineu sear bepariS-drängte, ist klar. .Hier wehte die Luft, sbnderdn Eindruck. Sie \ _ -4-b. sich. freuen,•• er bedürfte und in der er von -einer Reihe von größeren Preisen abgesehen, bis 1940 . wirkte. Seitdem lebte erin Amerika, wo er Chagall wurde ’ 1889 iiu-Witebsk geboren und, die Bilder zu bezaubernden Balletts1’; machte ' macnte' seine ersten Gehversii.che auf der Aka- und unter dem Eindruck des Krieges eine Nun ist er aus Amerika' wieder zurückgekehrt, durch Ricarda Huchs Buch über die Geschwium unter den Himmeln von Paris und der ster Scholl und durch eine eigene Darstellung Cote d‘Azur den ewig sich entfaltenden Wundes .Kreimer., greises ergänzen, dem der Farbe nachzuspüren und den Gestal- "" * ten Leben und Gegenwart zu verleihen, die als Der erste Band eiper 16-bändigen Hebräi- ’ Bilder der Vergangenheit iri ihm auftauchen sehen Enzyklöpaedie wird in Kürze im Ver»7 und von denen-seihe See^e sich nährt. Denn lag Massada in Tel. Aviv erscheinen. Das Chagall ist ein Dichter unter den Malern. Seineue Werk, dessen redaktionelle Arbeiten .von ne Bilder'aber sind frei von aller Literatur., Professor Chaiim Weizmanri geleitet werden» Neben ihrer hohen mährischen Qualität legen wird hach dem Muster der Britischen 1 Enzysie Zeugnis ab von einem unbesiegbaren kindklopaedie angelegt und 'Soll zehntausend Arliehen Glauben, den man ebensogut, Menschlichkeit heißen könnte. Walthari Dietz (Paris). -Bier an ihn erinnert zu werden. Deneny die ihn nicht kennen, möchte ich dies sagen* demie des damaligen' St. Petersburg. 3910 erscheint er ln Paris,, wo er im Salon d'Äutomne aüsstellie und, im Kreise der Apolinäii’e, Ceti-- '.drars, Max Jakob, Canudo und all' derer zu finden wö.r, bei denen die moderne Kunst und der Kubismus ihren Anfang nahmen. Hatte er anfänglich noch eine "ditstere Palette, in' jier gebrochene graubraune und schwärzliche Tone vorherrschten (in der 'Bildnisse wie „Die Braut mit schwarzen^-Handschuhen“ ■entstanden oder, der realistische „Rabbiner“), so wandelt sich das zusehends.' Es geht über die ziem- Inge Scholl! und Otto Aicher hatte« auf __ _ Grund, -.dokumentarischen -Materials einen' Reihe1 von Gemälden schuf, in denen er sich Film 'über1 die Widerstandsbewegung der auf seine Weise mit der Katastrophe ausein- Münchener Studenten im Jahre 1943 vorbeandersetzte. Sie .sind in der. Form Strenger, rgitet. Das Expose wurde jetzt Carl Zuckauch härter und estauchen, in ihnen, Gelbs m ay e h übergeben, der. in den nächsten auf, die‘man .bei ihm nicht' kannte und eigent- Monaten das /Drehbuch ausarbeiten_wi.ro. lieh auch -nicht erwartete, Zuckmayer will das vorhandene Material ' - . . v - ■ .' in Am JO. März veranstaltete das Kulturdezerlich, hellen' grünen, gelben und hellroten Far-' nat Düsseldorf eine Vorführung des 'amen ben seiner expressionistischen Zeit, zu jenen Manisch-jüdischen * Films ’ „Eine jiddische Tönen über, die/immer menr seine-eigenem Mamme</ ajs Darbietung innerhalb des jü-: werden. Dieses zumal; weran.sie aus linear noch fischen Kulturlebens in Deutschland ist die ganz leicht sbgegrenzten -FormgebiMen zurei- Vorführung, dieses und ’• gleichartiger. Filme srbsymphbmeti. übergehen, otie ganz- - er-;, außerördehtlich .zu begrüßen. Der Film als 'füllt sind Von.einer 'gar ^nicht; angstigenoen, §0icüer ist aber technisch nicht geeignet, eizunimmt. Wir sehen In diesem Film auf der einen Seite das alte jüdische Paar, zusammengeschmiedet durch .55 Jahre Ehe, durch Religion, durch die Ehrfurcht vor alten jüdischen Sitten .und Gebräuchen. Auf der anderen Seite steht die junge Generation,' der 15- bis' '20-jährige Enkel, /assimiliert,'*, nur noch durch ein amerikanisiertes Jiddisch mit Judentum verbunden, zwischen diesen sonderen beglüdcenden?.Traumatmosphäre, in rssra Vergleich mit dem, was wir in.der modem ... . Qj£ii6n. 6s / voti lOüicn,, PfGicten, Wuhnen!, Gei“* dcirnGn nirniiu.txsit §G\vÖb.iit sind« .st&ndzt!'* ■ beiden Polen. stehen,- die Kinder deir beiden, gen, Eselri,- Schweinen, Wägelchen, Harlekinen, halten reizenden .Bräuten / mit: weißen — träumerischen Paaren, .'kleinen Holzhäusern, Wanduhren mit Armen, Later- -mit Beinen, Mädchen mit Vögelköpfen, tankenden Männern auf Dächern, schwebenden und Kometsehweife nachsichzielienden Müsen; und Frauep wimmelt.- Da - gibt es keine zweidimensional b Fläche mehr, keinen drei- Schleier«,' Das. Problem, das dieser Film behandelt, ist russischenzv,’eifeilos sehr tiefgehend, aber die Form der Darstellung ähnelt zu ‘stark dem „süßlich-gefühlvollen der Filme, der 20er Jahre, um dem Geschmack eines modernen -Publikums gerecht zu werden. Beides, Sentimentalität und Alten, unentschlossen, . zerrissen von einer, nervösen Unsicherheit, , nach, welcher Seite sie sich kehren sollen. Gewiß, in dem Film „Eine jiddische Mamme“ wenden sie sich anscheinend nach der materiell günstigeren Seite, was dem Ganzen einen etwas unschönen Beigeschmack verleiht. . Bedauerlicherdimensionalen - .illusionisfischeh Raum, da gibt es ,Qüte ist zu kraß, dargestellt, um der Wirk nur den nicht minder -wirklichen Raum seiner Blasiertheit,“ sind zu stark unterstrichen, und weise bleibt'' aber die Frage, ob das Judender Unterschied zwischen Schiechtheit und *um der, Alten nicht doch hoch einen seelischen Einfluß auf die .moderne Jugend hat, künstlerischen (und menschlichen) Gesichte und Gestalten. Und hier erweist sich, daß die „Logik“ dieser..Welt nicht zwangsläufig mit der des Alltags.übereinstimmen mußsondert! daß sieh: hier, ■ wie im Traum, vielerlei regelrecht überschneidet ' und gegenseitig: durchdringt;— diese . Begriffe nicht nur übertragen, sondern wortwörtlich genommen. In der Malerei eine Kunst der Nachahmung der Natur Achen zu wollen, mag für eine bestimmte Malerei einmal zugetroffen haben, womit aber die Die Handlung-, des Films ist an sich nebensächlich. Ein altes jüdisches Elternpaar befindet sich iri Not. Ihre - Kinder helfen ihnen nur,- soweit sich-keine erheblichen Schwierigkeiten für sie (die Kinder) daraus ergeben. unbeantwortet Umsomehr wäre es zu - hoffen, daß Uns noch recht oft Gelegenheit/gegeben würde, solche jüdischen Filme zu sehen. Welche Probleme Sie auch auf decken, und -welche technischen Mängel sie auch haben, so ist doch ihr Wert Sowie der-Wohlstand der'-Elterri aber zurück- -als. Beitrag zumjüdischen Kulturleben begekehrt ist, sind die Kinder ihrerseits bereit, deren Hilfe in Anspruch zu nehmen, die die Eltern ihnen stets rückhaltlos bieten. . ' x- Dies alles' ist aber nur eine- -Umrahmung.- sonders zu schätzen. H.J.T. Allgemeingültigkeit dieses .Satzes■ noch, keines-, Per Kern des Problems fliegt in .der. Auf- ■wegs’ fentsteht, so bequem es vielleicht auch deckung der Gefahr, der Assimilation, die wäre. Ciiagalls Kirnst hätte jedenfalls nie dieunter der jüngeren Generation immer mehr sem,Ehrgeiz,:-aüdi nicht "zu der Zeit, als er der ~r*—7 .. , „ angeblich, realeren Welt der äußeren,Diioge und Tatsachen aiisclieinend Rechte" eiruräumte, " 1915 heiratete Chagall die Frau, die in seinem Leben eine große Rolle spielen sollte, die seine'Muse wurde und die auf. all seinen Bildern in irgendeiner Form auftauchf, der viele Bilder ausschließlich gewidmet sind tmd von -der man glauben möchte,_ ihr, allein gälten all diese Lobpreisungen und dieser Jubel in hachtduhk- -Wir weisen 'noch, därauf hin, daß - -der Film „Eine jiddische Mumme“ in Vielen das wiederspiegeit, was auch David Bernstein in . seinem Artikel, dessen Uebersetzung wir auf Seite 6 dieser Ausgabe bringen, darstelit. v Die Redaktion« tikel und dreitausend Karten enthaltet^ (ijENA) . - - * ' , * Einen sRuf als ordentlichen Professor für Soziologie am die - Universität, Leipzig erhielt Professor, Hans Mayer, Frankfurt/M. (DENA). . ■ . i. . NEUE BÜCHER , Ko-nr.ad Algermissen: „Nietzsche und das' Dritte Reich“ (Verl. Josef Giesel^ Celle)« S e w e r y h a S z m a g 1 e w s k ä: „Smoke over Birkenau“ (Verlag Henry Holt, New York). .Erlebnisse jm Todeslager von Birkenau, nadj , Jahren (1942, 1943, 1944, 1945) eingeteilt. Au« , dem, Polnischen ins Englische übersetzt von Jadwiga Rynasi. ' ■„ I- Ridiard Katz: „Seltsame Fahrten in Brasilien“ (Eugen Rentsch-Verlag, Züridi).. Der , 1880 geborene jüdische Schriftsteller ist 'voif allem' durch seine Reiseschildenmgen be- ' kannt, . . / . ■ Ruth ..KotLmaiih: ,,Meine. Freunde aus Davids Geschlecht“ (Cbronos-Verlag, Berlin)^ Alfred Neu mann: jyEs waren ihi*er S6dis“ (Verlag Karl Habel, Berlin). Lion Feuchtwang'er:. „Der falsche Ne-? ro“ (Aufbau-Verlag, Berlin). Anna Seghers: „Die Rettung^ (Aufbau-* Verlag, Berlin). 7 1 Alfred-Döblinr „Das Land ohne Tod? (Paul Keppler-Verlag, Baden-Baden), * „Tausend Worte ~ Englisch1- ' (Verlag Drucke haus Tempfölhof, Berlin). ■ Victor Gollancz: -„Unser bedrohtes Er« - be“ - (Atlantis-Verlag, Züridi). Ueber di€ Verhältnisse im Nadikriegsdeutschland. . In das Programm des Berliner „Aufbau-Ver/ lags“, für das Jahr 1948 ist. u. a. -ein Ge« diebtband „Stacheldraht“ von’Rudolph Le: onhard aufgehommeri wordeh. ' Emi 1 Ludwig: „Bolivari4 (Verlag W/ H, Allen, London). Eine Biographie. , P ud Qlf K ay s er: ^Spinoza“ (Verlag Philo/ - sophiqal Library,' New York). Eine Lebens/ beschreibung des großen jüdischen Philo'i sophen (1632—167T). i KojfumandH »;©®s©li9ehjsf* Tosiscbefck-ko nt o: HANN OVER JÜ69 «r* u’ ry rn yVRN Ruf; - arttmtum, Sksmn DrähtiLöhrhank,Hannover •; ursg sämtlicher-bankmässigen^Oeschäfte PO ST FA GH 353 Reidbsfeaftkgiro: 27/47 In jenem Jahr"war das Puriihfest. sehr spät, erst nach Mitte März» dennodi v/ar die Kraft des herrschenden, strengen Winters, noch nicht gebroclien. In den letzten drei Tagen schneite es unaufhörlich,, und der Sdmee machte die Wege unkenntlich, füllte, die1 Gräben, deckte die Zäune, begrub die Büsche, so daß in der eirvsamen Gegend, in der das. Anwesen des Rabbi Mosche-Ahron lag, sich selbst die Ortskundigen hidit aus dem Hause trauten, 'aus Furcht, sie könnten sich verirren. Abgesehen davon, daßdie diditen Sdineeflocken die Sicht» nahmen, ließ sie-ein starker .Wind durcheinander wirbeln, richtete Wälle auf, trug sie wieder ab und machte, so jede Orientierung, wenn auch nicht unmöglich, so doch sehr schwer. Am Morgen -vor dem Feste, am „Fasttag-' Esther“, saß Mifel, Mosche-Ahrons Frau, in der großen Stube und richtete die Purimge- ’ schenke, die1 ihr Mann, wie es Brauch v/ar, in WiÜukle verteilen soll te. wenn er zürn Gottesdienst dahin kam. - Fleisch, Butter, Käse, ' Eier und anderes mehr kamen in Körbe oder Kartons, denn Mosche'-Ahron galt als wohlhabend, .und die Gaben durften nicht karg äujfallen. ■ Gegen ihre Art waren dies Mal ihre Bewegungen langsam; dabei solloch ihr Mann, bald' aufbrechen. Ihr; Gesicht sah bekümmert und versorgt aus-in . dem weißlichen. -Licht, ' das durch die beiden Fenster einfiel -und von den/ sauber, gekalkten Wänden zurückgeworfen wurde. Der Gedanke, daß ihr Mann in solchem Schneegestöber den weifen Weg nach Widukle fahren würde, "ängstigte sie; sie wußte aber auch, daß ihn nichts von der Reise i abhalten könnte. '■ Aber' noch ein -andrer Kummer beschwerte ihr, Herz: ihr jüngster Sohn Chajim, der seit einem Jahr, in der russischen' Armee gegen die Deutschen kämpfte, sbllte sich auf dem Heimweg befinden, weil er, wie die andern-aus feem Dorfe, in den Wirren der ausgebrochenen Revolution seihe Truppe verlassen hatte. £>eine Kameraden waren schon wiedepgekommen, ihr Chaj im dagegen noch nicht. Sie wagte es nicht: auszudenken, . wasihm in dieser Welt voll Mord und Totschlag, voll Eis und Schnee passieren könnte. - - Mosche-Ahron war in den Stall gegangen, um »ach dem Rechten zu sehen. Diese Arbeiten oblagen sonst dem Knechte Michalke; dieser aber lag mit einem, gebrochenen Bein in der Kammer, und Mosche-Ahron mußte sich selber um das Vieh kümmern.. Jetzt /hörte sie ihn kommen röörte, Wie er den' Sdmee von den .Stiefeln, von seinem Mantel "abklopfte; nun, trat er In die Stube: ein großer, breitschultriger. Marin in den Fünfzigern mit gütigem Gesicht, da:? von einem langen Vollbart .umrahmt war, . - . -/ -r „So, ich-habe schon angespannt, bist Du.fertig, Mire-1?“ . ( - „Ja, gleidi —r'aber . . .“ , , . „Was-,aber? was fehlt, noch?“ : Es dauerte ein Weilchen' bis sie antwortete: - „Ich bitte Dido, Mosche-Ahron, bleib zu Hause! Sieh’, wie es schneit, sieh die Verwehungen! Man kann die Hand ‘ nicht vor Augensehen.“ „Am Purimfest soll ich ohne ' gemeinsamen Gottesdienst sein, ■ hiebt die' Geschichte Esther aus d6r Pergamentrolle lesen hören? Da» kannst Du doch nicht .von mir verlangen. Seit vierzig Jahren fahre ich jedes Mal dahin. Wie würden sie'sich dort ..ängstigen! Was. würde der alte Rabbi sagen, wenn, er irych nicht in der Synagoge sieht?“ . . -. ■ „Sie' werden vernünftiggenug' sein,, um sich zu sagen, daß Du bei solchem .Wetter nicht die . zehn Kilometer fahren konntest.“ . , „Das werden sie sich nidix sagen. Sie wissen alle, daß. Mosche-Ahron iu mer noch bei jedem Wetter gekommen ist, und dieses'Jahj* soll ich daheim bleiben? Was soll mir auch passieren? Ich kenne die Gegend wie meine Hand, ich finde mich schon zurecht,, Auf - - ,denf Braunen kann man sich auch verlassen.“ > •„Du. läßt Dich nicht von Deinem Vorhaben sbbring-en? Dann 'fahre ich mit“- \ •' ’ ' - * _ k ' 1 Sie . stand auf, -strich energisch ijhre Schürze glatt 'und wollte in die' Nebenkammer gehen. „Ich finde es unvernünftig, Mirel > ./•“ - ,JSÜcht.. so ühvemünftigwie Dein Unterfangen,, es bleibt dabei: wenn Du gehst, komme ich mit, ich lasse Dich nicht/allein bei' .solchem Wetter fahren.“1. . Mosche-Ahron. kannte seine Frau und wußte, daß eine Widerrede nichts nützen würde, , und er. fügte sich. „Dann wollen wir. den großen, Schlitten nehmen, damit Du Dich gilt einpacken und bequem sitzen: kannst. Ich will auch ein zweites Pferd Vorspannen. 'Mache Di di mir schnell fertig! Wir wollen, bpld fort“ '; . , Wiedgr ging er hinaus. und nadh eittef knap-, pen halben Stunde "fuhren sie ab. Sie, waren gut eingehüllt und zugedeckt mit Decken-und Pelzen; Jedes Pferd hatte eine hellklingende Glocke. „Man soll uns hören,“ sagte Mosche- Ahron.; * j / , " * ■ ■ : Es -war gut, daß sie sofrüh auf gebrochen waren; denn trotz der beiden starken Pferde ■bewegte sich der Schlitten nur langsam fort, und erst nach einer Stunde gelangten sie in das Dorf, das nur-zwei Kilometer von ihrem. Hause entfernt war. " Mosche-Ahron war etwas beunruhigt wegen des langsamen Tempos, Mirel aber meinte, daß sie bis z-um Nachmittag die restlichen acht Kilometer bewältigt haben würden. Die Dorfstraße könnten sie im Trab zurücklegen. Am Dorfende trat ein Mann aus -einem Kaus und stellte sich mitten in den Wog- Es war der: Schmied der Gegend. "... Er erkannte Mosche-Ahron sogleich, begrüßte ihn und fragte, ob der eingemummte Mitreisende seine Frau Mirelke sei. ’ / - „Gott ,hate sie „hefgeschickt,“ rief , er aus, als Mosche-Ahron die Frage bejahte,' „ich wollte schon zu ihr gehen, um sie zu holen.. Meine Schwiegertöchter, erwartet ihi Kind. Seit Mitternacht windet sie sich vor Schmerzen. Gott schickt Dich, Mirelke.“, Mirel galt in der Umgegend als heilkundig und wurde oft zu Kranken und Wöchnerinnen geholt. . , .. ' - ' . ' . Die beiden Männer halfen ihr aus dem Schlitten, und sie trat ins Haus.' Nach zehn Minuten kam .sie wieder, gefolgt vom Schmied, Sie hatte.siih ihres Pelzes und ihres Tuches entledigt. „Ich muß Dich doch' allein, fahren lassen, Mosche-Ahron; Gott, will es nicht. Ich muß hier bleiben und-der armen Frau helfen. Sei .mir, . nur vorsichtig, hörst Du? Wann, kömmst Du Wieder?“ '■ . „• . , / „Morgen zu. der Purimmahlzeit, so' Gott will, Werde ich zurück sein, „nd zum Schmied gewandt, sagte er: „Du bringst doch Mirel nach Hause, wenn alles gut vorüber ist?“ - - / i „Gewiß dcxih. Moschke, Du kennst midi doduSÄ, In jenem Augenblick. Ließ-dag' Schneien etwas nach, und Mirel sah ihren Mann mit leichte-« rem Herzen abfahren. ^Moschke,“ sagte der Schmied, „Du fährst be§4 .ser rechts vom Wäldchen über das Feld, wenn) es auch etwas weiter ist? Die Verwehungen! sind üpri; nicht so hoch,“ Mosche-Ahron feuerte seäie Pferde an, denn es war schon spät Als er nach einigen Mi* nuten'hinter sich schaute, war im SchneeWtN bei nichts mehr vom Dorfe Zusehen. ' Die Glöcken.der beiden Pferde klangen zuerst hell, wurden aber bald schwächer* und .schließe lidi waren sie nicht mehr zu hören: der Schnee, war in ihre Höhle gedrungen und hielt die* Klöppel fest. Wie der Wind heulte! Wie die Flocken wirbelten und, tanzten! Doch der Schlitten bewegte sich stetig und sicher, wenn auch langsam. „Wir kommen hoch zur rechten Zeit“, dachte Mosche-Aliran. Dabei kam ihm der Spruch der Weisen in den Sinn; den er sich jetzt laut vorsagte: „pie,ausgesandt werden, ein Gottesgebot zu erfüllen, die nehmen keinen Schaden“. - Aber wo bleibt das Wäldchen??? bin ich denn noch nicht lange genug gefahren? — Mühsam schleppen sich die Pferde eine Zeitlang, dann bleiben, sie plötzlich stehen. Mosche- Ahron stutzt, steigt ab und sieht nach: ein hoher Schneewall sperrt den Weg. Ist’ das der richtige Weg?-. . „ Mosche-Ahron biegt nach links ab "und umfährt den SdmeewalL Er tut es nicht gern, aber was bleibt ihm übrig? Er fährt dann wieder nach rechts.— Tut er das' wirklich? Doch, ich bin in 'der alten Richtung. Aber wo bleibt-endlich das Wäldchen? — Dasselbe wiederholt sich: die Pferde bleiben stehen, jedes MaL umfährt -er das Hindernis, aber er verliert dabei die Richtung und merkt es nicht Mosche-Ahron wird unruhig; es kommt ihm vor, als-finge es an zu dämmern. Ha! Was ist das? — Die Pferde versinken bis zu den Leibern, tmd die Kufen des Schlittens sind im Schnee verschwunden. Mosche-A&ron. steigt ab, um nachzusehen, auch er versinkt bis zu den Knien. Er Versucht. den. Schlitten zu wenden, unmöglich,

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