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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1948-03-24 · 23/24 (24.3.1948) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
23/24 (24.3.1948)
Date
1948-03-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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V Jahrgang —. Nr. .23/24' lÜÖISC'lES GEM'EINRE BLATT -FÜR DIE BR1 TI SCHE ZO NE 24. März ,1948 — Seite 3 I!; ■/ PALÄSTINA V Die Zusammensetzung feiner provisorischen Regierung für Palästina ist den Vereinten Nationeil übermittelt worden, erklärte ein Sprecher der Jewish Agency. Die provisorische Regierung umfaßt 32 Mitglieder, von denen 12 der Jewish Agency und 14 dem Vaad Leümi engehören. Die übrigen. Mitglieder gehören Gruppen an, die nicht in der Jewish Agency vertreten sind. Die provisorische Regierung setzt sich aus folgenden Parteien zu-' sammen: Arbeiterpartei (Vors. David Ben Gurion) 10 , Masrasi (Orthodox) 5 . Zionisten 5 Vereinigte Arbeiterpartei ' .3 Gemeinschaft der Juden aus dem Orient .1 WIZÖ (Zionistische Frauenorganisation) ,1 Extreme Rechtspartei 2 Ajudath Israel (Ultra religiös) 2 Sephardi (Organisation für Juden hus Spaniep und den Mittelmeerländern) 1 Kommunisten - , ., l Alyah (neue Kolonisationspartei) v 1 '(DENA) '<£g Laut INS haben sich die Haganait, Trgun Zwai Leumi und Sterngruppe zu einer' gemeinsamen Streitmacht für den vorgeschlagenen Staat zusammengeschlosseil Die drei Organisationen sollen sich ebenfalls über die . Bildung einer vorläufigen Regierung geeinigt haben (DENA) . , ' In einer ' streng bewachten Ortschaft des Berglandes von Samaria sind die letzten Pläne zum Kampf gegen die Juden vom Oberkommandierenden der Arabischen Befreiungsarmee, Fawzi Bey Kawukji, äusgearbeitet worden. Ein Mitglied des Generalstabes erklärte, die Juden hätten einen großen Fehler begangen, ,indem sie nicht schon früher einen Angriff gegen die Araber . gestartet hätten. Jetzt sei es zu spät, da die Araber über genügend ausgebildete Soldaten und genug automatische Waffen und Artillerie verfügten. (DENA) , Der folgende, von .Professor Martin B ub er,' Dr. J. L. Magn.p'ß und Dr. Werner Senator, Anfang Februar, Unterzeichnete Aufruf gegen Fanatismus und Völkerhaß. - hat in' der hebräischen Presse nur geringen Widerhall gefunden. ' .Akte von Barbarei haben sich mit erschrekkender Schnelligkeit im ganzen Lande verbreitet Altei Frauen' und Kinder wurden nicht verschont Noch vor wenigen Wochen konnte die Tel-Aviver Stadtverwaltung erklären, daß jeder friedliche Araber sich ohne Furcht in den Straßen der Stadt bewegen könne. Heilte ist jeder Jude, der es wagt, .durch ein arabisches Viertel zu gehen' und jedei; Araber, die, sich in eine jüdische Ge-- gend wagt in Todesgefahr. Glücklicherweise gibt es Fälle, in denen Araber ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, Juden zu retten, und Juden, die ihr Leben riskiert haben, Araber zu retten. Aber es mehren sich die Fälle, in denen völlig' unschuldige Männer, Frauen und Kinder, vor den Augen der Passanten und auch in Anwesenheit' der Sicherheits-- kröfte ermordet werden ... Bis zu diesem Augenblick haben weder arabische , noch jüdische Institutionen , diese feigen Handlungen verurteilt Eine Kriegspsychose /breitet sich im Lande aus. Jeder Fremde wird verdächtigt, ein Feind, Verbrecher oder Mörder zu sein. Diese Geistesverfassung der Masse hat eine solche Wirkung, daßjeder, der ein Fremder' teu\ sein scheint,, sich in Lebensgefahr befindet. Wir wenden uns an die Bewohner Jerusalems. Wir wenden uns besonders ad unsere jüdischen'Brüder mit der Bitte: Entweiht nicht unseren Namen und unsere Ehre Wenn auch wirden Weg des Röbels und der abgehetzten Masse gehen, werden wir nichts' erreichen, sondern nur die Lage verschlim- - meip, deh Haß vergrößern;ünd ' Repressalien und Gegenrepressalien ' hervorrufen Ohne Unterschied und ohne Erbarmen. Wir appellieren an -die öffentliche Meinung und an die jüdische Führung, jedes nur erdenkliche Mittel anzuwenden, um diese verwerflichen Angriffe des unkontrollierten Mobs zu verhindern. Wir fordern, daß dem »Mischmar Haam‘ unmißverständliche Anweisungen gegeben werden, damit et weiß, wie er seine schwierige Aufgabe, unter allen Bedingungen und um jeden Preis Ordnung und Sicherheit in den jüdischen Gegenden aufrechtzuerhalteh, erfüllen kann. Wir verlangen, daß der Gesamtheit klare und strenge Instruktionen erteilt werden, die alle Angriffe verbieten und die für in jüdischen Gegenden vollbrachte Gewalttaten schwere Strafen festsetzen. Jeder verdächtige Fall' darf nur vor die Leitung des .Mischmar Haara“ gebracht werden, di® . mit Verantwortung und Vernunft zu entscheiden hat " Mögen die bedauernswerten Vorfälle uns als Warnung dienen, uns nicht von dem Mob beherrschen zu lassen, um nicht niit unseren.eige- # neu Händen die. moralischen Grundlagen unseres Lebens und unserer Zukunft zu zerstören" ö 1 *■ . Der Rundfunksender der „Haganah“ gab arp 4. März bekahht, der britische Frontkämpferbund -: habe in einer schriftlichen Erklärung zugegeben, daß er für die Explosion in der Ben Yehuda-Straße von Jerusalem am 22. Februar, I bei der .mehr als 50 Juden ums Leben kamen, verantwortlich sei. Der Bund ist eine der faschistischen Gruppen in Großbritannien, die sich im Januar der'Einheitsbewegung Mosleys anschloß. <DENA) , ENGLAND - ’ Ein Dutzend britischer Gewerkschaften und örtlicher Ausschüsse der Labour Party forderten am 8/ Marz gesetzliche Maßnahmen gegen den Antisemitismus. In 12 von den 397 Entschließungen, die von Mitgliedsorga-, nisätionen in der am 17.1 Mai beginnenden .Jahreskonferenz d<jr Labour Party zur-Debatte gestellt werden sollen, wird, mit Beunruhigung das Wiederaufleben der unter mannigfachen Tarnungen zum Vorschein kommenden faschistischen Aktivität vermerkt und vprgeschlagen, daß der , Innenminister zur Auflösung aller Organisationen, die für rassische Diskriminierung eintreten, ermächtigt werden soll. . Einer der Anlässe . für 'diese Resolutionen dürfte die kürzlich von dem früherenbritischen Faschistenführer, Sir Oswald,Mosley, vollzogene Gründung^ der' „Unionsbewegung“ sein (AP.) * Das britische Kolonialministerium beschäftigt sich z. Zt. mit der Frage einer eventuellen Ueberführung vdn 30000 jüdischen Flüchtlingen von den britischen Internierungslagern auf - Cypern' nach Palästina. Außenminis ier Elevin soll erklärt haben daß die Ueberfühbritisehen Regierung aus, um die Erlaubnis zur Einsetzung einer jüdischen’ Miliz vor dem Ende des Mandats am 15. Mai zu erlangen. (DENA) Großbritannien hat der Palästinakommission Her Vereinten Nationen, endgültig und .unwiderruflich mitgeteilt, daß es die Bildung und Ausrüstung von Milizen auf palästinensischen Boden vor Beendigung des britischen Mandats am 15. Mai nicht gestatten werde. Ebenso wurde die Erlaubnis zu 'Vorbereitungsarbeiten zur Aufstellung solcher Milizen und die Errichtung von Waffenlagern zurückgewiesen. (DENA) ■■■*■'■ Am 2. März erklärte der britische Kolonialminister Arthur Creech Jones Während, einer Palästinadebattfe vor /dem Sicherheitsrat in New York, daß Großbritannien sich nicht" dem von 'Amerika vorgeschlagenen Ausschuß der „Großeh Fünf“ anschließen werde, der die Bedrohung des Friedens - in Palästina weiter untersuchen soll. Jones Betonte erneut, man -solle sich keine Hoffnung machen, daß England seine Truppen länger als bis zum 15. August in Palästina halten - werde. ’ , V •' UL i Prozesse um'die.KrisfaUnachf ' ' / _/ ' ■ 'X Im Prozeß .gegen die Synagogenbrandstiftet von Bremerhaven wurden 27 Angeklagte zu Zuchthaus* -und Gefängnisstrafen * bis zu sechs'Jahren und vier Mona.ten verurteilt. Weitere 11 Angeklagte wurden freigespfochen. Die Verurteilten, unteri denen sich der ehemalige SA-Sturmbannführer und Örtsgruppenleiter Albert M e r t i n befindet, hatten am 9. November 1938 in Bremerhaven jüdische Einwohner mißhandelt, deren Wohnungen und Geschäfte .zerstört und die Synagoge in’Brand gesteckt. (DENA) * . \ ■ ' , - ■ In einem Prozeß f gegen die Urheber der Judenaktionen in Langenfeld (bei Düsseldorf) im November 1938 wurden sechs Angeklagte freigesprochen,; während Vater und Sohn Möxs je neun Mom te Gefängnis’ erhielten, * :‘' Das Baraberger Landgericht verurteilte in zweiter Instanz den 60jährigen ehemaligeil Polizeirat; Heinrich Vates, den 71jährigen Franz Völker und ' den 57 jährigen Alois Neuber^er zu Zuchthausstrafen von drei dreieinhalb und vier Jahren.. Die Angeklagten wurden schuldig befunden, am 10. November 1938 an Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung^Würzburgs .teilgenommen Unc' dabei den Weinhändler Ernst Lebermann .derart mißhandelt zu haben, daß er am nächsten Tage starb. Das in erster Instanz - von der Würzburger Strafkammer gefällte Urteil war von der Militärregierung aufgehoben worden, da es durch, ein falsches Sachverständigengutachten vom Jahre 1938 beeinflußt worden war. (DENA) * . Die Strafkammer des Landesgerichts -Ravensburg .verurteilte die beiden Hauptschuldigen. ,an den Aktionen gegen die’ Synagogen in Oberschwaben, S.A.-Brigädeführer Hagemeier und Obersturmbannführer Unselt zu viereinhalb Jahren Zuchthaus bezw. zehn Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wird den Angeklagte!! . abgerechnet. (DENA)v "t - i' Das Gebäude der Jewish Agency in Jerusalem dessen linlcer Flügel bei einer Explosion am 11. März beschädigt wurde •« -rang noch vor der Zurückziehung der britischen Truppen'aus Palästina im August, beabsichtigt sei. (DENA) _ - ' DEUTSCHLAND Für die erste Gruppe von Juden aus der US- Zone Deutschlands, die nach Palästina auswandern wollen, sollen Personen ausgewählt werden, die jung, arbeite- und verteidigungsfähig sind. Die erste- Gruppe wird Deutschland im Mai, unmittelbar nach der Räumung Palästinas durch die britischen Truppen verlassen.; Bis Ende Oktober 1949 sollen schätzungsweise 60000 bis 70900 Juden aus der. amerikani- 4 sehen Zone Deutschlands auswandern. (DENA) ' Das Zentral-Komitee der befreiten Juden in der amerikanischen Zone Deutschlands sandte, ein Telegramm an den Sicherheitsrat, in dem es hieß: j,Die Juden in den p. R.-Lagerh sind1 tief betrübt und enttäuscht durch die Verzögerungen in der Entscheidung des Palästinaplanes. Jeder Tag im , Lager bedeutet neue Sehmerzen und neue Sorgen. Wir ap-' ' pellieren ah Euch, unsere schnelle Entlassung zp. ermöglidhen. Ueberlaßt uns nicht der Ver- , zweiflung.“ (JTA.) ’är . ■ •tfr' . ' 1 Die Delegiertenkonferenz ehemaliger politischer Gefangener forderte auf einer. Arbeitstagung der WN in. Hamburg, daß ein Paragraph in das Strafgesetzbuch auf genommen, werdensoll, der den .Antisemitismus, zu Verbrechen erklärt und seine Bestrafung vorsieht. (DENA) , / ’ it \ Das Berliner Stadtparlament nahm ein Gesetz übei; die Ehen rassisch „und" politisch verfolgter Personen an. Personen, denen es aus rassischen öder politischen Gründen nicht möglich , war, während der Nazizeit eine Ehe zu schließen,, wird auf Antrag die Rechtswir- ■ kung einer - gesetzlichen Ehe zuerkannt. werden. (DENA) \ . ‘ * . / 39 jüdische D. Ps. legten in der /Zonenberufsschule in; Neustadt/Schleswig-Holstein . ihre Gesellenprüfung als Tischler, Mechaniker und Schneider ab. Vertreter der PCIRO und der .Militärregierung wohnten als: Besucher der Prüfung bei.; Die ORT-Schule in Neustadt ist eine der ersten Berufsschulen der britischen Zone, in der versfchleppte Personen em . Handwerk erlernen konneg (DENA)) ■ / r USA. '■ Dr. Silver erklärte am 5. März vor dem Welt- .sicherheitsrat in New York, wennder Rat in. der Palästinafrage versage, werde im Heiligen Land aus „Erwägungen des nackten Selbsterhaltungstriebes“ heraus auf eigene jüdische Initiative hin ein jüdischer Staat errichtet werden, Dr.. > Silver sprach sich erneut für eine sofortige Intervention bei der Von den Mitgliedern des Sicherheitsrates, äußer Großbritannien, wurden folgende Punkte für .die Tagesordnung der nächsten Palästinadebatte der Vereinten Nationen in Erwägung gezogen: Entscheidung, ob die Läge in Palästinä den Frieden bedrohe, BiMung einer provisorischen Regierung, Aufstellung, einer Miliz, Möglichkeit internationaler Strei t - kräfte, Beilegung des arabisch-jüdischen Streites,- Teilnahme der Juden und Araber an den Palästina-Besprechungen. (DENA). VVN und Wiedergutmachung Juristen der VVN aus verschiedenen Zonen besprachen kürzlich in Düsseldorf Fra* gen der Wiedergutmachung. Sie stimmten darin überein, daß eine baldige Regelung der Wiedergutmachung dringend notwendig sei*. Im Interesse der Rechtssicherheit und“ der Wahrung der R e c h t s e i n h e i t sei ein# Angleichung der in den einzelnen Zonen zi» erlassenden Vorschriften zu erstreben. Von mindestens ebenso großer Bedeutung wie die Rückerstattung sei die Entschädigung dtt Opfer des, Nationalsozialismus. -Besonders dringlich erschienen sidie Versorgung de* durch die Verfolgung in ihrer Erwerbsfähig« keit Geminderten oder ihres Ernährers Be» raubten, die Entschädigungen für politische Haft üind die Sicherung einer Lehensgrund« läge für diejenigen, die durch die Verfolgung „ihre wirtschaftliche Existenz verloren haben“* Für Hie Entschädigungsansprüche sollten 1» erster Linie diejenigen haftbar sein,1 di» den Schaden verursacht, hätten. (Südena.) Das von Hitlerauf gestellte Programm der „Gerinahisierung“ Europas war Gegenstand der Beweisaufnahme im Prozeß gegen die W i 1 h e 1 ra s t r a ßre. Der Ankläger zählte die Verbrechen auf, die bei der Verwirklichung die^s Programms begangen worden und an denen alle 21 angeklagten Reichsminister,- Staatssekretäre und Wirtschaftler beteiligt gewesen seien. Als' Hauptanklagepunkte wurden angeführt: ~ Deportation der Zivilbevölkerung . der besetzten Länder, Beschlagnahme ausländischen Eigentums, Verfolgung aus rassischen, religiösen unj politischen Gründen (Von uns gesperrt. D. Red), Zwang zur Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft mit gleichzeitiger Wehrpflicht, Zwängsumsiedlungen und Kinderraub. (DPD.) Der frühere Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS, Theodor Wisch wurde vom Spruchgericht in Hamburg-Bergedorf freigesprochep, da ihm die Kenatms der Judenverfolgtfhg', der 'Zwangsgermanisierung, ' des Zwangsarbeiterprogramms und anderer Verbrechen nicht nachgewiesen werden konnte. (DPD.) Staatskommissär Dr.' A. u-e r.b a c h protestierte beim Sonderministerium München gegen das von einer Fürther Spruchkammer jm Wiederr auf nähme verfahi'en - über den ehemaligen „S türme r“ -Verleger Dr. May-Wilmy gefällte f Urteil. Der. Betreffende war in> die Gruppe der Aktivisten oingestuff, zu zwei Jahren Sonderarbeit und zu fünfzig Prozent‘Vermögenseinzug verurteilt worden. Das Vermögen ' beträgt, laut Meldebogen *2 850 000 Mark, Df. Auerbach stellte fest, daß durch den von. May-Wilmy herausgegebenen „Stürmer“ . Hunderttaukencle wegen ihres Glaubens diskriminiert,, als Menschen, zweiter Klasse, angesehen ünd jn die Konzentrationslager gebracht worden seien. (DENA)- 1 Kürzlich wurde vor der Strafkammer in Essen gegen Heinrich Brinkmann, Essen, wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit verhandelt Brinkmann, hatte in den Jahren 1933 und 1934 für die Säuberung der Viehmärkte von jüdischen Händlern in brutalster Weise gesorgt, indem er solche u. a .aücft' schwer mißhandelte,' Der Staatsanwalt ,be- ’ ‘ i ' - antfagte unverständlicherweise nur fünf Monate und zwei Wodien Gefängnis, was bei den Beobachtern des Prozesses allgemeines Erstaunen hervofrief. Sogar das Gericht er- achtete dieses Strafmaß als eine nicht ausreichende Sühne für die Delikte Brinkmanns und verurteilte Brinkmann wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit und schwerer Körpefverletzüng zu zehn Monaten Gefängnis, (J. G.) * ' Einem Bericht der Kölner ^Volksstimme“ zu« folge gelang es, den ehemaligen Kommandanten der „Kleinen Festung“ Theresienstadt, Richard- Men de und sein® Frau, die als Kommandähtin des Frauenlagers tätig war, in Siegburg festzustellen. Sie gaben, sich als politisch verfolgte Juden aus und^betrieben* seit 1945 einen Großhandel/ Im Herbst 1945 tauchte in Siegburg unter dem Namen. Lewinson ein Mann auf, der sich als Jude und politisch Verfölgfer bezeichnete und bei allen amtlichen Stellen auf Grund seiner Papiere alle möglichen Vorteile genöß. Er . eröffriete einen Großhandel in; Baustoffen und Lebensmitteln. Ein zufälliges Zusammentreffen mit einem Bekannten brachte jetzt zutage, daß der angebliche Jude dn Wirklichkeit Richard Mende heißt Und iA der „Kleinen Festung“, einem KZin' der Nähe , von" Theresienstadt. Lagerkonmmandant war, Seine Frau war Kommandin im Frauenfeger. Drei überlebende weibliche Gefangene' dieses Lagers aus Siegburg und Köln sagten jetzt über das verbrecherische Treiben dieses Ehepaares aus. So würde;zünv Beispiel der ganze Transport, mit dem die Zeuginnen im Lager ankarmen, soweit er aus männlichen Gefangenen bestand — 53 an der Zahl —* unter akti» ver Beteiligung von Mende bereits in den ersten Tagen umgebracht. Frau Mende ihrer« seits verhinderte, daß Schwerkranke von Aerz« teh behandelt oder laufend vorkommende Todesfälle ärztlich festgestellt wurden. Durch ein® ausländische Gefangene ließ sie an kranke und unliebsam gewordene Häftlinge Medikamente verabreichen, die-to 'sehr vielen Fällen den Tod der Betroffenen herbeiführten. Als die Siegburger Polizei zupackeü wollte, war das Nest leer, Mende wurde aber inzwischen in Buer in Westfalen wegen Betrugs verhaftet Und in das Siegburger Gefängnis übergeführt, Ul m ' .-h V

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