Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 22 (29.2.1948)
- Date
- 1948-02-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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IÜI)I:S;CHE SGE.MEIND EBL ATT -'F ÜK DIE :-BElT|8t3 B& ZO NE W. Februar 1948 - PALÄSTINA 'Auf den britischen Oberbefehlshaber in Jerusalem, Gen. Map Mi.llan, wurde, nach Mitteilung der 'britischen Mandats Verwaltung ein Anschlag verübt» der jedoch mißglückte. Gen.' Mac Millian; fuhr mit seinem Wagen auf der Fahrt von Jaffa nach Jerusalem’ auf eine elektrisch gezündete Mine, die das Aüto völlig ■ zerstörte. Mae Millan blieb unverletzt. Pie-britische Regierung wird der Verhängung des Standrechts , in Palästina 'zusümixien, falls die örtlichen Militärbehörden es für wünv sehenswert halten sollten. Dieses erklärte der ynterstaatssekretär im Kolonialministerium Rees-Williams am Montag' im' Unterhaus auf eine Anfrage Anthonoy Edens. (Reuter/DPD.) Pie britischen Militärbehörden in Palästina erklärten in einer Proklamation, daß die britische Armee bereit sei, ^stärkste Wäffen“ zur Unterdrückung der Kämpfe .Wischen. Juden und Arabern .einzusetzen. (Reuter/DPD.) •. T Eine der größten Explosionen seit Beginn der Unruhen in Palästina ereignete sich am 22. Februar In Jerusalem. An der Kreuzung Ben Yehuda- und Hillel Hacoheh-Straße wurden zwei Häuser vollkommen zerstört und mehrere Gebäude , in der Nachbarschaft schwer beschädigt. Die Zahl der Opfer wird bisher auf . über 60 Tote und 200. Verwundete geschätzt.. Laut Augenzeugenberichten soll die Explosion’ erfolgt sein, nachdem drei Lastwagen in Bev gleitung eines Polizei-Panzerwagens an die Kreuzung gefahren wurden. Eine Investigation Zur Fahndung der Urheber dieser Explosion wurde seitens der Zivil- und Militärautoritäten, sowie auch von der Jewish Agency eingeleitet. (JTAJ ■i * In New York wurde der Entwurf eines Statuts für die internationale Verwaltung der Stadt Jerusalem veröffentlicht, er soll r dem Treuhänderrat der UN vorgelegt werden. Das 29 Seiten umfassende Dokument enthält folgende Punkte: Die Vereinten Nationen garantieren die territoriale Unabhängigkeit der Stadt Jerusalem* das gesamte Stadtgebiet wind demilitarisiert, auch halbmilitärische Formationen sind nicht gestattet, ein Gouverneur wird für drei Jahre ernannt, seine Amtszeit kann, wenn notwendig, verlängert werden. Kein Bürger der Stadt Jerusalem Sowie des arabischen oder jüdischen Staates in Palästina kann Gouverneur werden. Die exekutiven Vollmachten des Gouverneurs sind uneingeschränkt und nur den Anweisungen des Treuhänderrates unterworfen; die gesetzgebende Körperschaft soll aus einer einzigen Kammer bestehen, die von den Einwohnern .Jerusalems, die mehr als 25 Jahre alt sind, gewählt wird. Personen, die für den arabischen oder jüdischen Staat optiert haben, sind nicht wahlberechtigt; die gesetzgebende„ Körperschaft wird auf vier Jahre gewählt; die Stadt soll eine eigene unabhängige Justizverwaltung besitzen, Der Treuhänder *at wird einen Obersten Gerichtshof einsetzeu, der aus drei bis fünf Mitgliedern bestehen soll; alle Bürger des arabischen und des jüdischen Staates haben ebenso wie ausländische Pilger und Besucher freien Zutritt zur Stadt. Die Einwanderung ist vom Gouverneur gemäß den Anweisungen des Treuhänderrates zu kontrollieren; Arabisch und Hebräisch gelten als offizielle Sprachen, Englisch und Französisch werden als zusätzliche Arbeitssprachen anerkannt; die Stadt Jerusalem^ wird als Teil der palästinen- . sischen Wirtschäftsunion betrachtet, soll jedoch eine eigene Bank besitzen und berechtigt sein, .eine eigene Finanzpolitik zu treiben, (DPD/Reuter.) / FRANKREICH / Dr. Isaie Scb wartz, der,französische Großtabbiher, ist mit dem Offizierskreüz der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Während der Besetzungszeit (1940—1944) verhielt: er sich besonders mutig und machte von dem ihm angebotenen Visum, das ihn in die Schweiz hätte retten können, keinen Gebrauch, um die Bemühungen um die Rettung von Juden fortzusetzen; er entging der Verhaftung durch'die Gestapo. Das: französische Judentum betrachtet die Ehrung als wohlverdient. sofort bei den Geschäftsstellen der WN zu melden. Ihnen soll die Löhndifferenz ausgezahlt werden. Die Dauer der Zwangsarbeit, die Betriebe und die Ansprüche müssen angegeben werden. (DENA.) . ‘' '• Vertreter der brtischen Militärregierung in Be r lila empfingen die drei Vorsitzenden der WN,-Walter Bartel, Heinz Galinski und Jeanette W o 1 f f. Im Verlauf der Unterredung, die auf Ersuchen der WN-Vorsitzenden stattfand, erläuterten sie Zwecke und Ziele ihrer Organisation und hoben deren Ueberparteilichkeit hervor. (DPD.) Nochmals „Jud Suß‘V— Der Film wurde am 9. Februar in Stuttgart zurvInformation des Öeffentliehen Klägers und der Berufungskammer vorgeführt, vor der etwa Mitte März die Berufungsverhandlung gegen Wernei4' Kraus, stattfinden soll. ' . , ■ ÖSTERREICH v Tausend, junge Juden werden demnächst in Wien füir die Haganah ausgebildet werden. Weitere zwanzigtausend junge jüdische Flüchtlinge warten noch auf ihre Ausbildung. Die '.Kurse dauern sechs bis acht .Wochen, umfasspn Partisanentaktik Leibesübungen, Theorie undder Gebrauch; aller modernen Waffen. Nach Beendigung der Kurse werden die Teilnehmer in .'Palästina .eingesetzt .werden. (DENA) ‘ : v CYLLkN Im britischen Unterhaus teilte der Unterstaatssekretär im Kolonialministerium auf Befragen miL daß sich am 11. Februar in den Lägern auf der Insel Cypern insgesamt 29 006 Juden aufhielten und daß gegenwärtig Verhandlungen-'mit dem UNO-Aus.schuß schweben mit dem Ziel, die Juden in Cypern vor der Zurückziehung der britischen Truppen aus Palästina freizusetzen. L USA. Regierungsbeamte schätzen, daß die Haganah imstande sein, wird, sich ca. ein Jahr lang gegen Angriffe der Araber zu verteidigen, solange es sich nicht um eine Großoffensive der regulären Streitkräfte der Araberstaaten handelt. Zu gleicher , Zeit geben die Beamtenzu, daß eihe internationale Streitkraft erforderlich ist, um einen Krieg zwischen Arabern und Juden zu verhindern, nachdem' die Engländer vom 15. Mai ab nicht mehr für Ruhe und Ordnung verantwortlich sein werden. (JTÄ.) - * , Dr. Maurice S. Perlzweig, Vorsitzepder der politischen Kommission des Jüdischen Weltkongresses, hat auf einer Sitzung des Organisationskomitees der Vereinten' Nationen die Gründung _ einer Untersuchungskcmmission. beantragt, die feststellen soll, in welcher Form, und in welchem Maße jüdische Gemeinden in den. Moslem-Ländern durch arabische Gewaltakte gelitten haben, und was getan wird, um einer Verfolgung der Juden in jenen Ländern vorzubeugen. TJTÄ.) In einem Memorandum an den Sicherheitsrat erklärt die Jewish Agency, , daß die Juden, in Palästina bisher ■ nur durch, ihre eigenen "Kräfte vor der; Ausrottung gerettet wurden. Ohne die Bemühungen der'Haganah'wäre die Welt schön längst Zeuge einer Niedennetzelüng von Juden durch die Araber in Palästina gewesen. (JTA.j Eleanor 'Roosevelt, die Gattin des verstorbenen Präsidenten der Vereinigten Staaten, forderte im Rahmen des 250 Millionen Dollar-Feld" zuges für palästinensische' Juden, die Aufhebung des Waffenausfuhrverbots von USA, um jdie Einfuhr von Waffen nach Palästina zu ermöglichen. Nur so könne der Entscheid der UNO aufröcht erhalten werden. (DENA,) Ein Vertreter des Arabischen tfbhen Komitees erklärte, daß die Forderung eine internationale Stoeitkraft zu Durchführung des Teilungsbeschlusses in Palästina undurchführbar sei. Anstatt realistisch an die Probleme heranzugehen, diene der Palästirtaausschuß -lediglich eien Interessen der Haganah. (DENA.) / * tär - Die freiwillige Spende von 250 Millionen Dollar für Wohlfahrts- und Hilfszwecke. sind das Objekt, das auf einer Nationalkonferenz des United Jewish Appeal in Washington proklamiert wurde. Fünfzig Millionen Dollar sollen während -der nächsten'zehn Tage aufgebracht werden, um sie den dringenden Bedürfnissen der jüdischen Verteidigung in Palästina und der Unterstützung europäischer Juden zur Iprfügung zu stellen. (JTA.) 1 ' , ' . AUSTRALIEN In Melbaurne , starb, 92 Jahre alt, Sir IsaacJsäack, der jüdische Jurist und Staatsmann, der von 1931 bis 1936 britischer . Generalgouvemehr von Australien war ’— übrigens der erste Generalgouvemeur, aer in Australien geboren war. Seit 1882 als Parlamentarier tätig» wurde er 1905 Krönanwalt des australischen Staatenbundes; ’ er ‘hat viele öffentliche Aemfer bekleidet und war u. a. an der Beratung der australischen Verfassung beteiligt. "Sir Isaac, als Isaac Alfred IsaacsJgeboren, hät sich stets zu seinem Judentum bekannt, obwohl er, wie aus seinen Artikeln im „Hebpew Standard“, Sidney, hervorgeht, dem Zionismus nicht gerade freundlich gesinnt war. Die jüdischen Rechtsanwälte in der britischen Zone Im Anschluß an die'in unserer Nir. 21 vom 19. Februar veröffentlichten Liste über die jüdischen Rechtsanwälte in der britischen Zone erwähnen wir noch Rechtsanwalt Dr. Herbert Fardo, Hamburg, Mönckebergstraße 31 — 7 Haifa, 34 Mointalnroad. Nach fast dreimonatiger Verhandlung, in derla Verlauf 904 Beweisstücke durch die Anklage und mehr als 1000 Dokumente von der Verteidigung vorgelegt und. insgesamt 116 Zeugen vernommen wurden,, begann in Nürnberg die ärperikanische Anklagevertretung im Prozeß, gegen die Hauptverantwortlichen des Rasselind Siedlungs-Hauptamtes mit den Sdilußplädoyers. Den Angeklagten werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und die Zugehörigkeit zu verbrecherischen Organisationen vorgeworfen. Im einzelnen nannte die Anklage die „Entführung germanischer Kinder“, Abtreibungen bei „rassefremden“ Frauen, gewaltsame „Eindeutschung“, kulturelle „Abdrosselung fremder Völker“ und Beihilfe zur Ausrottung von Juden. „Viele * Prozesse sind in Nürnberg' verhandelt worden“, stellte die Anklagevertretung in ihren Plädoyers fest, „aber in‘keinem Verfahren sind die extremen Grausamkeiten, die von den Nationalsozialisten bei der Verwirklichung ihrer Weltherrschaftspläne angewandt wurden, so deutlich zum Ausdrück gekommen wie im ,Volkstumsprozeß1,“ — Im Schlußplädoyer der amerikanischen 'Anklagevertretung gegep , die Einsatzgruppenchefl stellte der Hauptankläger, General Taylor, fest, daß die Männer auf der Anklagebank die nationalsozialistischen Doktrinen mit Feuer und Schwert verbreitet hätten. Ihre Entschuldigungen 'auf höheren Befehl, gehandelten haben, seien Ausflüchte. Der Äntisemitis- ■m u s habe ’ in Hitlers Vernichtungsprogramm seinen Höhepunkt gefunden. Die Angeklagten hätten die ihnen von Hitler gestellten Aufgaben rücksichtslos erfüllt. In den ersten beiden Jahren des Krieges gegen Rußland habe mindestens eine Million Juden und andere Personen den. Tod gefunden. An diesen Aktionen seien in erster Linie .die 3000v Mitglieder dar vfer „Einsatzgruppen“ beteiligt gewesen, deren leitende Offiziere, .letzt auf dex* Anklagebank säßen. (DENA.) Im Prozeß gegen die Diplomaten dex- Wilhelmstraße berichtete die als Zeugin geladene ehemalige Leiterin der Wohnungsabteilung bei der Jüdischen Gemeinde Berlins, Dr. Martha Mosse über die Zustände im Konzentrationslager Theresien'stad't: von den 140000 Häftlingen seien 35 000 gestorben und 90 000 nach Auschwitz gekommen. Vor einem ange« ^kündigten ausländischen 'Besuch seien aus dem überfüllten Lager 26 000 Juden nach dem Osten abtransportiert worden. Vor den Hau* sern seien Blumen gepflanzt .worden. (DPD.)? D.P.-Probleme V DEUTSCHLAND Gerichtsentscheidungen, die in der Hitlerzeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen getroffen worden sind, können nach der Anordnung der Alliierten Kommandantur vom 18. Dezember 1947 aulgehoben werden. Der Generalstaatsanwalt beim} Landgericht Berlin, Dr. Loe rbrok s, hat verfügt, daß sie künftig - nur vom / politischen Dezernat * der Staatsanwaltschaft bei * dem Landgericht in Moabit bearbeitet werden:rollen. Dadurch, soll: gewährleistet werden, daß die Aufhebung diskriminierender nationalsozialistischer Urteile einheitlich gehandhabt wird. , . * - . Ein Gesetz, das den Personen, die unter dem Nationalsozialismus aus Gründen der Rasse, Beligiön, Nationalität, Weltanschauung oder politischen; Ansicht /besondere Schäden erlitten haben, einen Anspruch'auf Wiedergutmachung anerkennt, wurde vorn. Berliner Magistratin seiner Sitzung vom 25. Februar beschlossen. Das Gesetz wird den Stadtverordneten vorgelegt jwerden; es bedarf außerdem der Bestätigung durrfx. die Aliierte Kommandantur. Alle Personen/ die jaus "politischen, rassischen oifferreligiösen Gründen von deh Nationalsozialisten. als Z wang sarb eite r in die Betriebe verpflichtet wurden und, einen zu niedrigen -Löhn7 erhielten, werden gebeten, sieh Derrepublikanische * Kongreßabgeordnete Francis Cäse aus Süddakota stellte einen Zu- /satzantrag auf Einwanderung ' von 120 000 Flüchtlingen aus Deutschland, Oesterreich und Italien nach, den Vereinigten Staaten. Dieser Vorschlag stützt sich erstmals auf ein System der selektiven Einwanderung, cL h., er nimmt den Befuf des Einwanderers als Grundlage. Case führte dem Kongreß die Notwendigkeit der Einführung folgender Einwandererkate-. gorien vor Augen, die für die amerikanische Industrie von großem Nutzen sein wurden: 10 000 Angestellte für Krankenhäuser-, 12 000 Arbeiter für Gärtnereien lind; Zuckeiplantagen, 12 000 . Arbeiter für -Milchfarmen, 25 000 Zinimerleüte, Maurer and Mechaniker, 25 000 Hausangestellte^ 36 000 Landarbeiter für- Arbeiten auf. den. ' Farmen. - Nach dem Vorschlag Cases xnüßten die Angehörigen obiger Kategorien den Willen und die Fähigkeit -zur Ausübung Aeixxes dieser Berufe auf weisen. Sie erhalten dann ein Einreisevisum und die kostenlose Ueberfährt nach den Vereinigten Staaten. Mit dem Transport würd§ sich die Kriegsmarine und das Heer befassen. Den Vorzug sollen Bewerber erhalten, die Familienangehörige, wenn auch nur entfernte Verwandte in Amerika haben. Der .Vorschlag soll auf der nächsten. Kongreßsitzung geprüft werden, ' / ■■ ... x ' Aufgaben und Tätigkeit der „International Hefugee Organisation“ fIRÖ) werden nach wie vor in deren Vorbereitenden Ausschuß in Genf beraten. Die fünfte Sitzung wurde Anfang Februar abgeschlossen, - und die sechste ist für den Monat Mai anberaumt. Von den in der. Verfassung vorgesehenen 15 Mitgliedsstaaten haben bisher 13 d;e Verfassung ratifiziert, zuletzt Frankreich und: Belgien; die beiden noch fehlenden Staaten, hofft man, im Laufe der nächsten Monate zu gewinnen. William H. Tuck, der geschäftsführende1 Sekretär, brachte kürzlich zum Ausdruck, da'ß die' IRO bald .ihre weitreichenden Pläne zur Lösung des D.P.-Problems in Gang setzer^ kann, das man in drei Jahren seinem Ende zuzufüiiren hofft Etwa 800 000 , bis 1000 000 D.Ps., die entweder zu repatriieren oder neuanzusiedeln sein werden, dürften vermutlich unter IRO- Fürsorge kommen. Nachdem jetzt mehr Angebote zur Aufnahme von Flüchtlingen seitens Kanadas, Australiens sowie südamerikanischer und europäischer Länder vorliegen, werden die von der IRÖ vorgesehenen Verschiffungsmaßnahmen vöraussidhtlich etwas rascher in äie Wirklichkeit umgesetzt werden können. Viel hängt jedoch noch v°n der Haltung der USA. ab, insbesondere von der Annahme' der sog. Stratton-Bill durch deh: amerikanischen Kongreß, jenes Gesetzes Vorschlages, der die Zulassung von 400 000 Flüchtlingen in einem Zeitraum von vier «Jahren, zum Gegenstand hat ln Amerika scheint vielfach die Auffassung zii herrschen, daß diese Vorlage noch in diesem Jahre;1 eine günstige Behandlung zu erwarten habe. - ögl. Rund eintausend Juden in bayerischen D;P.- Lagehd wurden von der amerikanischen. Militärregierung die Anei’kennung als D.Ps. abgesprcwheii, weil sie nach, dem 21. April 1947 in der amerikanischen Zone eintrafen» Diese heimatlosen Juden verlieren, damit das Recht axif I. R: O.-Unterstützung und auf Unterkunft j ln den Lägern. Küi-zlich euxgetroffene jüdische Flüchtlinge aus Rumänien und Ungarn werden gezwungen sein, innerhalb der deutschen, Wirtschaft zu ai-beiten, falls, die neuen Bestimmxyxgen bestehen bleiben. Die I. R. O hat sich bereit erklärt, auch diese Flüchtlinge zu betreuen, falls die Beamten der- Militärregierung zustimrrien. Der bayerische Justizminister, Dr. Josef Muellers, hat in einex; Erldäi’ung verlangt, daß" die deutsche. Rolizei die D.p.-Läger, betreten darf, um' dort evtl, notwendig werdende Verhaftungen vornehmen zu können.- JTÄ.)! 48 000 jüdische D.P.S. werden in diesem Jähreaus Bayern auäwandern. vvenn nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten, in der internationalen Entwiddüngeintreten. Dieses teilte der bayerische Staatskommissar Dr, Auerbach vor dem Ausschuß des Landtages l^iit. In Beantwortung einer von . einem Abgeordneten im britischen Unterhaus gestellten Anfrage teilte. Hector McNeil (Auswärtiges Amt) mit, daß sich, abgesehen von den;4233 „Exodus‘'-Flüchtlingen, 9030 jüdische D.Ps. in der britischen Zone Deutschlands .auflxalten und daß in den britischen Zonen Oesterreichs und- Italiens 973 ,bzw. 18199 jüdische’ D.Ps. leben, die unter die Fürsorge internationaler Organisationen oddf -der •MiHtärregierting ‘ fällen. ein neues ATA in der alten Streudose besser als ie zuvor f Ht «GESTEHT IN DIN PEfiSU- WSRKStt Leo Eaeck In Amerika Seit einigen Wochen befindet sich Rabbiner Dr. Leo Baeck (London), der einstige Vorsitzende der „Reidisvereinigung der Juden i» Deutschland“, der wie ein Wunder Theresienstadt überlebte, auf einer Vortragsreise durch die Vereinigten Staaten, wohin er durch die „Union of American Hebrew Congregations“ (Vereinigung amerikanischer jüdischer Gemeihden)- emgeladeri ist. Er wurde, wie an dieser Steile bereits kurz mitgeteilt (vgl. .Jüdisches Gemeindeblatt“, Nr. 19 vom 14. Januar), Anfang dieses Jahres vom Präsidenten Truraan empfangen. Inzwischen hat er in einer Reihe amei’ikanischer Städte vor großen Au« ditoxiengesprochen und wird in diesem Monat, im Mittelpunkt der feierlichen Einführung des neuen Präsidenten des „Hebrew Union College“ in Cincinnati stehen. Am 12. Februar hielt Dr. Baeck die religiöse Ansprache anläßlich der Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des amerikanischen Abgeordneten* hauses; damit ist zum ersten Mal einem nicht« amerikanischen Rabbiner diese hohe Ehre zuteil geworden," Leo Baeck, der der Präsident der „Weltvereiniguhg - für fortschrittliches Judentum“ ist, wird im Mai 75 Jahre alt. Lo,