Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 21 (19.2.1948)
- Date
- 1948-02-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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- Aleppo 1× ep/1047811
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TI Jafirgaßg'^ j#r. SSt JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DIE BRITISCHE ZONE 19, Februar 1948 —. Seite $ PALÄSTINA' Der Präsident der Sephardischen Gemeinde von Jerusalem9 Elie E1 i a s h e r, befindet sich augenblicklich auf dem W -ge von London nach New York, um die Vereinten Nationen von der drohenden Gefahr zu unterrichten, in der sich die Juden in den; arabischen Ländern befinden, Elie Eliasher erklärte, daß sich die schweren Ausschreitungen gegen Juden, die kürzlich in Aden, Bahrein* Peshawar, Iran, Aleppo und Beirut stättfanden, in Zukunft in noch größerem -Maße in den Moslem-Ländern wiederholen könnten. Der Präsident reist ins Aufträge der Jerusalemer Sephardischen Gemeinde, die als die älteste aller sephardischen und orientalischen jüdischen Gemeinden angesehen' wird. (JTA.) ' , Dr. Chaim W e i z m a n n erklärte kürzlich, in New York daßv die jüdische Bevölkerung Palästinas bei Beendigung des 'britischen. Mandats Verfolgungen ausgesetzt sei, falls nicht angemessene Verteidigungs Vorbereitungen getroffen werden. Er sei aber überzeugt, daß der jüdische Staat, wenn er einmal errichtet ist, die Wege .zu einer »'»armenischen Zusammenarbeit mit den Arabern finden wird. (DENA.) Sa Die britische Mandatsregierang gab die Auf-, lösung der vor 23'Jahren gebildeten Irans jordanischen Gjrenzstreitkräfte bekannt, (DENA.) Angesichts der erneuten. heftigen Kämpfe Jerusalem führten verschiedene Generalkonsuln Besprechungen mit dem britischen Hohen. Kommissar für Palästina, Sir Allen Gunningham, um von ihm die Respektierung der Immunität der Konsulatsvertreter durch die palästinensischen Juden und Araber zu erwirken. (DENA.) Am 29. Februar wird eine, über eine Woche dauernde, Mizrachi-Weltkonferenz in Tel-Aviv beginnen Die Einwande'rungsabteiiung der Palästinensischen Regierung hat die britischen Konsulate von 30 europäischen und amerikanischen Ländern beauftragt, Visas an die Delegierten auszugeben. (DENA.) «. Der Palästina-Ausschuß der UN beschloß, eine Arbeitsgruppe nach Palästina zu entsenden. Dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt, obwohl England gefordert hatte, daß der Aussdljiß sich nicht eher als zwei Wochen vor Ablauf des britischen Mandats über Palästina in das Heilige Land begibt. (DENA/XNS) * D^r britische Kolonialminister Creech-' J'd.nes g&b im Unterhaus bekannt, daß seit Kriegsende 57 Schiffe mit illegalen Ein Wanderernan- Bord versucht hätten, aa den. Küsten Palästinas zü landen. Hiervon seien 40 von britischen Marineeinheiten aufgebracht worden. (UP) , ' <83 , ■ Der Entwurf für das Statutder'freien Stadt Jerusalem, das dem Treuhänderrat der Verein- > Wn Nationen vorgelegt werden soll, wurde kürzlich veröffentlicht. . Nach dem Entwurf soll. Jerusalem vollkommen entmilitarisiert werden und ein arabischer oder jüdischer Gouverneur wird seine Anordnungen vom Treuhänderrat empfangen und diesem verantwortlich sein. - * ENGLAND \ Xn .einer außerordentlich scharf gehaltenen Note hat' England bei der bulgarischen Regierung über die zunehmende Zahl der illegalen Auswandererschiffe aus E ilgarien protestiert.- In der Note wird behauptet, daß es sich' nur ■um einen Fehler, „beabsichtigt oder nicht", gehandelt haben kann. ft Aus einer weiteren Meldung geht hervor, daß Großbritannien die Aufmerksamkeit der ame® rikaniseben Regierung aul die Tatsache gelenkt hat, daß ein Teil der 15 000 jüdischen Einwanderer nach Palästina,/,die sich auf den kürzlich von britischen Flotteneinheiten aufgebrachten Einwanderungsschiffen befanden, Kommunisten waren. Aus den Papieren, dje bei den! Immigranten gefunden wurden, gehe h,e|wor9 daß eine Anzahl der Kommunistischen Partei angehören. Die Mitglieder * der Organisation „Jewish Fellowship" haben auf ihrer dritten Jahresversammlung , in London eine Erklärung abgegeben, in der sie die Zugehörigkeit der englischen Juden zu Großbritannien bezeugen und jede. Verbindung zu irgendeinem anderen Staat ablennen. m der Erklärung wird weiter gesägt, daß Palästina „kein geeignetes Heim für Immigranten, besonders für Frauen und Kinder sei, die sich noch von dem in Europa erlittenem Leid erholen müßten". Unter- Hinweis darauf, daß Palästina allein das jüdische Problem nicht lösen könne, appelliert die Vereinigung an die Vereinten Nationen, sich für die Aufnahme , europäischer Juden in allen Ländern einzusetzen, in denen sie „in Sicherheit und Freiheit und durch , ihre Arbeit und Loyalität am Leben der Nationen teilnehmen können". (JTA.) & Robert K r o n f e 1 d , seit vielen Jahren einer der bekanntesten Segelflieger der Welt, Stürzte bei einem Prüfungsflüg. für die Firma Genera] Aircraft am 12. F .bruar in der Grafschaft Hampshire ab und büßte sein junges Leben ein. Der 1903 in Wien geborene jüdische Pilot siedelte 1934 nach England über, wurde 1939 britischer Staatsbürger und für besondere Dienste um die Vervollkommnung der Technik des motorlosen Fliegens während des zweitens Weltkrieges mit dem- „Air Fprce des Aermelkanals Im Segelflugzeug Im Juni 1931, die^ erste dieser Art, hatte ihm einen von der Londoner konservativen Tageszeitung „Daily Mail“ ausgesetzten Preis von 1000 Pfund Sterling eingebracht' Mit ihm ist einer der. aktivsteh und langjährigsten Vorkämpfer des Segel- und motorlosen Flugwesens aus dem Leben geschieden. Lo. FRANKREICH x Der Vizepräsident der HI AS. Hugo Rogers, erklärte auf " einer Pressekonferenz in Paris, daß Fankreich die Bestim nungen gegen die Einreise von [Emigranten nach Frankreich, die Sich auf der Durchreise, nach , anderen Ländern befinden, aufgehoben habe. Die Bestimmungen waren bis vorigen Monat in Kraft gewesen. Hugo Rogers wies darauf hin, "daß Frankreich handele, während andere Länder nur ihrem Wunsch, deh D.Ps. zu helfen, Ausdruck geben würden. Er .fügte hinzu, daß es den jüdischen Hilfsorganisationen in Frankreich noch sehr schwer £a;le, ^genügend Lebensmittel für die jüdischen Flüchtlinge ln Frankeich faerfo.eizuschaffen. - (JTA.) Unter der Leitung des Präsidenten, Richter Leon M e i s s wird das Repi äsentativkomitee des französischen Judentums an der Tagung des Jüdischen Weltkongresses, die am 17. Mai in Montreux (Schweiz) eröffnet, wird, teilnehmen. Da das Komitee nicht Mitglied des Weltkongresses ist, wird -es kein Wahlrecht haben, wird aber an der Arbeit aller Kommissionen teilnehmen. (JTA.) DEUTSCHLAND . Eine Delegation des Umted Jewish Appeal, dl© vergangene Woche von Amerika kommend, ln Deutschland eintraf, hat das Foehrenwaid-Lager bei München besucht. Die Mitglieder der Delegation verbrachten eine I4acht in dem Lager und nahmen ihre Mahlzeiten mit den D. Ps. ein. Nachdem die Delegation an der Enthüllung eines Gedenksteines zu Ehren der von den Nazis gemordeten Juden teilgenommen hatte, begab sie sich nach Lechfeld bei Landsfoerg zur Inspektion des dortigen Lagers. ln der Nacht zum L Februar wurden einem jüdischen Restaurant in .München und ln eibem danebervüegenden Fleischerladen sämtliche Fensterscheiben mit Steinen » eingeworfen. Staatskommissar Dr. Ph. Auerbach teilte mit, daß es sich offensichtlich um eine antisemitische Demonstration handele, da nichts gestohlen worden sei. (DENA.) Der - »euemamnte Kommandeur der' „Arafei» sehen Armee zur*Befreiung 'Palästinas“, IImail Safwat Pascha, soll, einer Reutermeldung zufolge, dem Politischen Ausschuß der Arabischen Liga einen Plan zur Errichtung einer zweiten Front in Palästina vorgelegt haben. Die erste Phase der Offensive gegen, die jüdischen Niederlassungen in ' Palästina soll ‘ bereits in den nächsten Wochen beginnen (DENA). Der republikanische Abgeordnete H. M, Ma» son erklärte vor dem Repräsentantenhaus, er Habe erfahren, daß, die amerikanische Regierung die Entsendung von Truppen in Stärke /von '40 000 Mann nach Palästina erwäge, um dort Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. (DENA.) 0 ■ * Eine . amerikanische Nahosfc-Hilfsorganigatibn, die ■ fünf Millionen Dollar zur Unterstützung -Es ist 'in irgendeinem Kibbuz, -einer der besten Siedlungen des Kibbuz. Meuchad. Das gesellschaftliche; Leben der Chawerim und der Olim läuft nebeneinander, fast ohne sich zu berühren. »Die Chawerim sprechen untereinander. hebräisch. Die Olim haben hebräischen Sprachunterricht und lernen hebräisch wie eine fremde Sprache, aber sie sprechen noch, jiddisch,, rumänisch und deutsch. — auch diejenigen, die schon ein Jahr hier sind. Sie blgj» ben abgesondert und dadurch auch geistig von den alten, Chawerim getrennt, am Kibbuz uninteressiert. Wahrscheinlich könnte ein einziger Abend in der Wodie, an dem einflußreiche Chawerim in einfacher Sprache.mil den Neuen von Kibbuz-Problemen reden und sich ihnen menschlich nähern, dies ändern. '■ Man spricht viel von dem Mißlingen aller Bemühungen um die Einführung’der jetzt kommenden Olim in den Kibbuz Man erklärt es — verständnisvoll oder tadelnd — mit dem durch Läger und Verfolgungen entstandenen neuen Menschentyp. Ist nicht die Schuld' bei den alten Chawerim zu sücnen, die* nicht mehr die Kraft, die Gedanken ur\d die Güte aufbringen, die nötig) wird, Fremde bei sich aufzunehmen? Die Kibbuzim tun viel für die Alijah. Sie schicken Schlichim als Lehrer und Organisatoren in. die Läger Europas. Sie bringen hier im Lande nicht unerheblicne wirtschaftliche Opfer, wenn sie Olim auf neu-, men. Aber die Masse der Charwim ist* müde und hartgeworden. Es gibt,einen zweiten Grand für das Wögstreben der Neuen. Es ist das- Gefühl völliger Unfreiheit Alles, was daneben aufgeführt wird, Abscheu vor äer Massenküche, Erinnerung an das Leben ira Konzentrationslager, '< . der palästinensischen Araber in den USA sammeln will, wurde in New York gegründet. Das Geld soll für Arzneim riel, Krankenwagen, Lebensmittel und Bekleidung ausgegeben werden. (DENA.) ft Eine „phantastische und hinterhältige Unwahrheit" nennt der. politische Leiter der jewish Agency for Palestine. Moshe S h e r t o st, die aus amtlichen britischen Quellen stammende Erklärung,- daß die beiden jüdisches» Auswanderersqhiffe, die Ende letzten Jahres von einem Schwarzmeerhafen aus nach Palästina fuhren, kommunistische Agenten an Bord gehabt hätten. Di© britische Regierung versuche, erklärte Shertok, die amerikanische öffentliche Meinung gegen die Schaffung eines jüdischen Staates aufzuwiegeln, indem sie vorhandene Antipathien gegen die Kommunisten ausnütze. Die 15 000 Passagiere dor beiden Schiffe seien von Angehörigen der Jewish Agency vor.der Ausreise aus Rumänien genauestens überprüft worden. (DENA.) Falls der Sicherheitsrat der Vereinten Na-1 tionen nicht sofortige Schlitte zur Lösung der Sircherheitsfage in Palästina unternimmt, wird es der Palästinakommission wahrscheinlich unmöglich sein, ihre Aufgabe zu erfüllen. Die Mitglieder der Kommission dürfen nicht früher als 14 Tage vor Beendigung des Britischen Mandats am 15. Mai nach Palästina kommen, und sie dürfen ihre Arbeit zur Organisation jüdischer und arabischer Militias nicht vor Beendigung des Mandats beginnen, obwohl sie vom selben Datum ab für die öffentliche Ordnung und die Verteidigung de» Landes verantwortlich sind. Sie sehen sich daher einem Fehler in dem UNO-Entscheid gegenüber. . ' CHILE / ... Durch eine Bombenexplosion wurde das Gebäude des Israelitischen Klubs in Santiago, in dem eine Synagoge und eine Bibliothek untergebracht sind, beschädigt. Der angerichtete Schaden beträgt ungefähr 3000 Pfund Sterling. Eine Untersuchung wurde vom Chilenischen Innenministerium und von ,der Jüdischen Gemeinde eingeleitet (JTA.) ' gegen die Menschlichkeit 21 ehemalige Angehörige der Wachmann« Schaft des Konzentrationslagers Auschwit% die vom Obersten polnischen Gerichtshof zum Tode verurteilt worden waren, wurden durch den Strang hingerichtet (DENA) Gegen 20 Angehörige der ehemaligen Breme? SA-Standarte 411, die ap der Ermordung von drei jüdischen Einwohnern in der Nacht zum 10. November 1938 beteiligt gewesen sein sollen, wurde vor dem Bremer Schwurgericht der Prozeß eröffnet. Die Angeklagten befinden sich seit 1945 in Untersuchungshaft (DENA,)' ~ . ' ■ # '.'v. Die Strafkammer des Landgerichts Nür b'erg--Fürth verurteilte die früheren Staatsanwälte Dr. Hans Spethmann und Hans Beakert wegen einfachen Land- und Hausfriedensbruches zu je vier Monaten Gefängnis. In der ersten Verhandlung im November 1947 waren beide Angeklagten freigesprochen worden, jedoch konnte ihnen bewiesen werden,, daß sie 1938 am Judenpogrom beteiligt waren. (DENA) ft _ Wegen antisemitischer Ausschreitungen verurteilte die 'Zehnte Große Strafkammer des Landgerichtes Berlin den 52jährigen Alfred Klapproth zu andertha'b Jahren Gefängnis. Der Angeklagte, der seit 1932 der NSDAP angehörte und kurz vor dem Kriege Hauptstellenleiter bei dem Personalamt der Partei %var, gehörte zu den dreißig SA-Leuten,, die 1938 auf dem Markt in Spandau eine „spontane“ antisemitische Demonstration Inszenierten, die Stände der jüdischen Händler um warfen und die Besitzer verprügelten. (DPD.) ■ •» 1 jud ISA Das Verwaltungsgericht für den britischen Sektor Berlins betonte in einer Entscheidung, man könne noch n^ht mit Sicherheit Voraussagen, ob in Deutschland und In ande- . ren . Ländern antisemitische Regungen wirklich unmöglich gemacht worden seien. . Deshalb liege' der vom Gesetz für Namensindehmge®' geforderte „wichtige Grunch bei Trägern jüdischer Namen, die einen anderen anzunehmen wünschtenvor. Dem stehe, die Tatsache, daß. sich die Leiter der Berliner jüdischen Gemeinde grundsätzlich gegen jede,'Aenderung jüdischer Namen' ausgesprochen hätten, nicht entgegen.. ln einem demokratischen Staat müsse fs jüdischen Bürget freistehen, .selbst zu entscheiden, ober das, was ihn äußerlich von Nicht Juden unterscheide, beseitigen wolle. Weder der Kontrollrat noch die Kommandatur hätten Namensänderung verboten. Der Polizeipräsident könne und dürf". daher auf Antrag und nach seinem Ermessen Familiennamen ändern. Das Gericht könne ihn allerdings nicht dazu zwingen, es könne nur jeweils prüfen, ob eine Ermessensüberschreitung oder , ein Willkürakt vorliege. (ADN) . , Die ist der britischen Zone tätige» jüdischen Rechtsanwälte Bielefeld: R.-A. Daltrop, Detmolderstraße 14, Dortmund-Hördes R.-A. Dr. Koppel, Virchow-;. .Straße 14, ' Düsseldorf: R.-Ä. Dr. Engel, Sonnbomstr. SS, x R.-A. Dr. Weinberg Kasernenstraße S7fo„> Hamburg: R.-A. Dr. Samson, Ferdinändstr. 75,1 Hannover: R.-A. Dr. Barkowitz, Erwinstr.. j M.~G!adfoachs R.-Ä. Ftirst, Bismarckstraße .7$,' Oldenburg: R.-A. Loewenstein, Langestr.. 4®, 'j Wüppertal-B.:^ R.-A. Dr. Wahl, ,Hünenfeldeg'-, ■ straße 55, WhppertahE.: R.-A. Brück, Brillerstraße iS. ' im Dies Gefühl, ganz von Änderen abhängig zu Sein, würde aufhören, sobald ein Taschengeld ausgezahlt &Hrd. Es ist ein oft. besprochenes und in manchen Kibbuzim erfolgreich gelöstes Problem. Wenn eingewandt wird, daß solche Barzahlungen für arme* Kibbuzim zu belastend sind, so ist nachzupfüfen, ob sich die Unfreiheit nicht durch Schlappheit in der Arbeit rächt, und (schlimmer) durch die bekannte Tatsache, daß „geschickte Chawerim immer Geld “ haben“, eine Erscheinung, welche das Vertrauen der Chawerim zueinander zu untergraben droht Wir hören aus den Lägern in Cypera, daß sich dort die große Mehrheit der Maapilim in kibbuzartige Gruppen zusammenschloß, die ihr wirtschaftliches und kulturelles Leben gemeinsam regeln. Der Zusammenschluß erscheint den jungen Menschen der neuen Ali ja wünschenswert und selbstverständlich. Andererseits lehren, die Beobachtungen in Cypern, daß sie . unter nichts so sehr leiden, wie unter der Unfreiheit. Sehr viele von den Herüberfcömmenden werden zunächst in Kibbuzim gehen. Ob sie dort bleiben, hängt. von' der Art ab, wie sie dort aüfgenommen und versorgt werden: das beißt nicht nur von Essen und Wohnraum; Sie werden . weiter Entbehrungen ertragen, wenn sie sich als Chawerim fühlen, und wenn sie (nicht in der Arbeit; denn dort brauchen und erwarten sie eine feste Leitung) :m Leben Freiheit empfinden. Es scheint leichtfertig, Mißerfolge zu konstatieren und rasche Erklärungen zu geben — besonders, wenn es, wie hier, um eine Sache geht, die entscheidend wichtig für »die Einordnung der Olim und für den weiteren Aufbau des Landes ist . . (Aus dem „Mitteilungsblatt“ der 85Aiija Ghadaseha“,, Tel-Aviv), Juden und Araber ■Wieweit matt Palästina als arabisches Lanft bezeichnen soll, bleibe dahingestellt in den übrigen arabischen Staaten gibt es jedoch, mehr Juden als in Palästina, nämlich 700 000 bis, 800 000. Diese .zerstreuten Kolonisten kamen in diese Länder größtenteils schon bei der Zerstörung Jerusalems durch Titus (70 n. Chr.)» Im 16. Jahrhundert kamen andere hinzu, als üie Juden aus Spanien vertrieben wurden. Sie sprechen fast alle arabisch, _ uhd viele tragen, dieselbe Kleidung wie die Araber, aber sife haben ihre religiösen und traditionellen Gebräuche beibehalten.' Sie sind manchmal geduldet, manchmal verfolgt, immer als „Ungläubige" verachtet. Ihre Lage ist in den einzelnen Ländern sehr verschieden. Die 65 000 Juden in Aegypten nehmen eine wichtige Stellung in Handel und Gewerbe ein und werden gut behände 't. In Syrien und iro Irak gibt es keine offizielle Minderstellung der Juden, doch ist der hebräisch^ Unterricht beschränkt, und örtlich erfolgen andere Beschränkungen. In den früheren italienischem Kolonien Lybien und Tripolitahien sind die. Juden äußerlich’ assimiliert, aber gelegentlich^ kommen Ausbrüche gegen sie vor. Am schlech- , (festen ist ihre Lage im Yemen, man kann als© im ganzen sagen, je primitiver die Araber sind, um so schlechter werden die Juden behandelt. Im Yemen beshben Ausnanmebebestimmungen gegen die Juden, sie dürfen z» B. in den Städten nicht auf Pferden reiten, jüdische Zeugen gegen Mohammedaner werdennicht in den Gerichten zugelassen. Aber im allgemeinen haben sich die Araber im Laufe der Jahrhunderte den. Juden gegenüber gut verhalten. Man liest häufig, daß Feindseligkeiten zwischen Juden und Arabern erst ausbrachen, als die zionistische Bewegung in Palästina Fuß faßte. Tn Wirklichkeit kam der Gegensatz aus derselben Wurzel: bei Juden und bei Arabern erstand im 19. Jahrh ihdert eine nationalistische Bewegung unter dem Einfluß des wachsenden Nationalismus in Europa. Seit dem vorigen Kriege und besonders seit dem letzten sind die Gegensätze schärfer geworden, und der Plan der Teilung Palästinas hat bei den Arabern ein wahres Fieber erzeugt. Verschiedene arabische Politiker haben nun 1b den letzten Wochen erklärt, die Juden in ihren Ländern Würden Geiseln sein für das Verhalten der Juden in Palästina. Dies schafft eine Lage, an die man anscheinend in Lake Success nicht gedacht hat. 7 K. P. ' .