Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 20 (31.1.1948)
- Date
- 1948-01-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 — 31. Januar 1848 JÜDISCHES ÖEMEINDEBLATT FÜR: DIE BRITISCHE ZONE — Nr., m Gedanken darüber gemacht, wieso das jüdische Meine Idee mag beute noch utopisch ersehe!-' Juden, Juden! Deutsche, die gestern die Welt Volk, „schwer von Wissen und Leid“ . (Wienen. ' a; erobern wollten und morgen hoth einmal über chert) in aller Zierstreuung dennoch Nation Ich meine aber, daß keine von den Urkräften die Welt herfallen würden, gäbe man ihnen geblieben ist? Ich erkenpe die Schwierigkeit des Untertangens durchaus und we\3, wie nahezu unmöglich es erscheinen mag, ein solch altes, in den Seelen von zahlreichen Generationen verwurzeltes Leiden heilen zif wollen, ich meine aber, einmal muß die Therapie beginnen, nachdem die Diagnose gestelltist. Langsam würden die Kreise sich erweitern, würde die Zahl der Freündewachsen, und über Jahr und Tag würde es möglich sein, den bei aller organischen inneren Verbindung Haß und Hebe ins Wesenlose verfliegen kann. Denn Geist ist Kraft, die irgendwann lin d irgendwo einraMzm Tat,, z^ Erscheinung wird. Der Geist-des Hasses ist wirksam genug geworden unter uns. Er ist zu besiegen durch die liebe; sie vermag ihn abzulenken ins Chaos, dem er entstammt und wohin er bestimmt ist. - - Wenn es Menschen unternehmen wollten, in heiliger Ergriffenheit von den humanitären und tief religiösen Zielen einer Vereinigung, wie die deutsch-jüdische Gesellschaft es,wäre, hur das Spielzeug dafür in die' Hände! Deutscbe, die gestern sagten sie. hätten von den Greueln in den Konzentrationslagern nichts gewußt, und die heute, wo sie sie wissen, sagen, 'Sie wollen.gar nichts davon wissen! Deutsch e, die ihre moralische ■ Unzurechnungsfähigkeit täglich tausendmal unter beweis stellen;, wenn, sie sagen: „Was uns heute angetan wird, ist viel schlimmer als das was die Nazis taten!“ Deutsche, die erst eine Welt unglücklich machen und die Reaktionsfähigkeit dieser Welt als Haß diffamieren wollen! Deut sc he, noch immer losen Zusammenhang der einzölihre Idee wie ein ständiges Gebet in sich-zu die grst sechs Millionen jüdischer Menschen nen Arbeitskreise in einer „Deutsch-jüdischen' / verankern und aus Ihr zu wirken, so würden umbrachten und heute nichts tun, um an den Gesellschaft“ zu befestigen Dann wären ul a* die VoÄussetzungen zur Herausgabe einer eigenen Zeitschrift gegeben, welche über ihre Bedeutung' _ als Ausdrutksmittel der deutsch-jüdischen Gesellschaft hinaus ein Organ, der alle Völker umspannenden Toleranz und Führerin Humanitas und Caritas würde. , ■ . ' Zielstrebigkeit 'die Menschheit Sie müßte und könnte es werden, wenn hinter würde für das große Anliegen.' > .. Idee und Werk reine Herzen Stehen.' Dieser Ruf würde Gottes Ohr erreichen. Wer von uns. in diesen Tagen die deutsche Rresse aufmerksam gelesen hat, stieß Hier tnd da auf eine Meldung, deren Inhalt als symptomatisch für die moralische Haltung des. heutigen Deutschlands gegenüber den Untaten der sie etwas wie eine Beschwörung allgf widerwenigen Ueberlebenden wiedergützumachen! strebenden chaotischen Kräfte aus sich, her- D e ui sehe, die, fremde Not kalt läßt und die ausprojiziereri.; > ., nur über ihre eigene selbstverschuldete Not Dadurch müßten nach magischem Grundger jammern können! Deutsche, die heute wiesetz die edlen Kräfte eine fundamentale und der unsere Friedhöfe schänden oder die diese wiederum expansionsgewaltige. Zusammehbal- Schändungen ruhig mitansehen! Deutsche, die, zur wahren , lung und Steigerung^erfahren,welche in ihrer . von sich aus auch nicht die' 'Andeutung einer. ...reif machen Geste gemacht haben, die Von Reue, Schuldgefühl und Selbsterkenntnis gezeugt hätte! „Vergeßt und hört auf zu hassen.!“ —? Laßt uns diese Unmoral; diesen biedennärmisch ge- •tarnten Talmi-Versöhnungskult .unerschütterlich parieren! * Norbert Wollheira, das große Vorbild gerade der jungen jüdischen Menschen, erklärte im Sommer 47 auf dem zweiten Kongreß der befreiten Juden in der britischen, Zone, , daß uns nicht Rache leitet, sondern Wille zur Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit schließt, die Sühne für begangenes Unrecht ein! Und um diese Sühne will sich Deutschland genau wie nach 1918 herumdrücken! verges Vo» Ralph Giordano Die Behauptung, wir hassen jeden Deutsch e n ist eine widerwärtige antisemitische Zwecklüge! Wir hassen das Böse und wir .wissen, daß es sehr tief im deutschen Volke steckt. Port, wo es Sich durch Personen - inkarallerjüngsten. deutschen Vergangenheit gelten niert zeigt, hassen wir diese Personen. Wenn Die überwältigende Mehrzahl der Deutschen, kann; ich meine die Mitteilung, daß der Thea ter-Xnfendant Lothar Mtithel, auf gegen lim wegen seiner politischen Vergangenheit gerichtete Angriffe, geäußert 'hat: es müsse doch nun endlich einmal vergessen und des Ha s s e s 'ein Ende gemacht werden , , . Die Person Müthels spielt' gar keine Rolle, denn so geht heute die Rede in ganz Deutschland, Diese — gelinde' ausgedrückt —• Unverschämtheit ist an die Adresse anderer gerichtet, die um ein nazireines öffentliches Leben in Deutschland kämpfen — also auch an unsere. Wir sollen vergessen . Und weil aus leicht begreiflichen Gründen nie dabei gesagt wird,, was wir denn eigentlich vergessen sollen, möchten wir an dieser Stftfle einmal fragen: sollen wir vergessen die jahrelangen Quälereien von seiten des deutschen Staates und derer,, die sich unsere Nachbarn nannten? — vergessen die Tritte schwerer Stiefel in unsere Rücken, unsere Gesichter? — vergessen das Klirren unserer Fensterscheiben, wenn Mauersteine sie zertrümmerten? — vergessen die 'furchtbaren Schreie, wenn sie -einen von uns aufs Brett schnallten, weil sein geschwächter: Körper eine auch für einen starken Menschen unerfüllbare Arb? ftsnorih nicht erriecht hatte,' und; unter ihm1 das aufgeschichtete-Ströh ähzündeten? vergessen, daß Deutschen nie Tränen kamen, wenn der Unglückliche in wahnsinnigen, fürchterlichen Schmerzen wie Vieh brüllte, wenn er um Mitleid, um Erbarmen flehte, winselte? ' — " vergessen die diese Personen Deutsehe sind, so hassen wir sie nicht, weil, sie Deutsche sind wie. sö Viele Deutsche Juden hassen, weil, sie Juden sind! — sondern weif sie die Inkarnation des Bösen sind. derep neues Haßmotiv ihre selbstverschuldete Not, ihr selbstverschuldeter Hunger ist — oxe Früchte des a 1 tve n deutschen Hasses also! — weiß nichts'von dieser Gerechtigkeit. Und wir sind nicht naiv genug, um zu glauben, daß die Menschen und Völker, die das Böse n i ch t deutschen Generationen in absehbarer Zeit zu hassen, haben keine gegnerische Ppsi- " ‘ - - - tion zum Bösen und sind deshalb zum Kompromiß mit dein Bösen bereit. Das hat uns das Deutsche Volk bewiesen! Wer sind denn die, die heute zu uns sagen* wir sollten mit dem Hassen aufhören? Deutsche, die heute mehr denn je hassen! —: Engländer, Russen, Amerikaner^ Polen, Frandieser Gerechtigkeit finden. Laßt aber auch uns mit aller Kraft um die deutsche Jugend kämpfen! Die Erinnerung* an die pe|den, aller unschuldig vom Hitlerregime ermordeten Menschen, der Gedanke an unsere- Leiden in der Vergangenheit und lu der .Gegenwart sind uns sittliche Verpflichtung, der .Innere Motor. zosen und Juderf, Juden, Juden! Deutsche, und die Garantie dafür» altes zu tun, um eine die gestern gehaßt haben: Franzosen, Polen; Wiederholung der Katastrophe zu verhindern. Amerikaner, Russen, Engländer und' Juden, Deshalb dürfen wir nirM vergessen — nie! . . * (EIN BRIEF) Liebe Rreundei; > > Ich weiß wirklich nicht, was ich Euch zuerst dasjahrelang ln Furcht und Angst geklopft schreiben soll. Ich erlebe, so viel, daß.es mir hatte, fühlte plötzlich die tiefe Liebe zu der unmöglich ist, Euch der Reihe; ■ nach , altes Erde,; in der unser Mutter 'Rachei.begraben; ^schriftlich wiederzugeberi. ... Langsam .mehrten sich die Lichter des Hafens Schon die Abfahrt von Bocholt machte * auf vöü Haifa und der Berg Karmel zeigte sich mich einen sehr Sterken Eindruck. Der Geöaninseiner ganzen Schönheit. Mitder „Hatikke, das Land, das die ^Jueße der Vernichtung unserer Brüder und Schwestern gewesen ist; endlich nach so vielen Jahren der Emiedri« wah“ näherten wir uns dem Lande unserer Hoffnung. — Im Hafen bestieg der Vorste'nei der Jewish Agency in Begleitung . jüdischer Drohungen, uns selbst daneben zu binden, gung und Leiden verlassen zu können, machte und englischer Polizei unser Schiff, um -.die rttAMM ViTlt* rtanrtmmrtAM m« TT!..».. J > /»m« T'\nm M v*naMi4Ä<M, «tHw wenn wir, die gezwungen Zusehenden, nicht mehr zuäehea konnten? — vergessen, wie Menschen die. Beine vom lebenden Körper aogesägt wurden? — den Anblick vergessen, wie die bewegungslosen Körper im elektrisch geladenen Stecheldraht hingen, weil der Tod durch den- Strom erträglicher schien als ein endloses Zu-Tode-jgequält-werden? —* vergessen die Hinrichtungen und den Hunger? — vergessen, daß, dort in den Lägern Menschen wie du und id| zu Kannibalen, zu Aasgeiern wurden? — vergessen die Titulierungen „Jydenschwein“ oder „Judensau“? — vergessen, wie Eltern, Schwestern, * Brüder in die Gaskammern und 'Verbrennungsöfen getrieben, wurden? — vergessen, daß ,die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes' diesen Mdrd geduldet hat und ihn durch den militärischen Sieg des Nazismus verewigen wollte? - Das alles und noch viel mehr sollen wir heute vergessen? Warum? Wenn wir vergessen würden, dann hätten wir jeden von uns zitfem- Tiefe Freude erfüllte jeden Auswanderer, als sich der Zug in Bewegung setzte. 'Mit der „Hatikwah“ verließen' wir das Land, da? Uns immer an: die tragischen Erlebnisse in Deutschland erinnern würde In Metz erwarteten uns viele jüdische Jugendliche, die für eine gute Verpflegung gesorgt' hatten. Sie zeigten tiefes Mitempfinden und Fanpali täten zu erledigen. Dann wurden wir von. einem jüdischen Arzt untersucht und' je* der von uns bewunderte die Ordnung und die gute Organisation. Am Kai . erwarteten mich meine Angehörigen. Es ist mir wirklich nicht möglich, die rühmenden Momente der Begegnung" und der Freude zu beschreiben Mit Autobussen fuhren wir über die gepflegten Straßen voh Haifa. Der großes Interesse, und, das bestätigte mir wie- Himmfel war bläu, und die Sonne schien hier* der, daß die Juden in aller Welt eng miteinwie am heißesten Tage in Europa. Haifa ist ander verbunden sind. Viele der französischen eine sehr, schöne, moderne Stadt mit herrlienen Juden bereiten sich auch vor, in nächster Zu-, Gebäuden . und großen eleganten Geschäften, kunit den gleichen Weg zu gehen wie wir. lern Es’gibt nicht einen Gegenstand, den man habe manche» gefragt, wie die Aussichten: hier nicht frei kaufen körinte. - seien, um Zertifikate zu bekommen. "Ein jun- Ich fuhr direkt nach Telr4.viv','wo, meine Verges Mädchen antwortete - mix: ,;Wir werden nicht warten, bis inan mm. nach Palästina schickt, wir werden alleine gehen!“ Auch die Juden in Frankreich haben eingesehen, daß die einzige und beste Lösung für unsere Zukunft Erez-Israel ist, verdient, daß diese millionenfache Anhäufung Wir kamen nach Marseille — und dort begrüßvon Blut, zerschlagenen Knochen, zerschossenem Fleisch, lebendig begrabenen, verbrannten, vergasten Kindern, Frauen' und Männern noch einmal über das Volk der Juden käme-! Wir dürfen nicht vergessen, weil das Böse, das unsere Manschen gemordet, auch heute ten uns Vertreter der - Jewish Agency. Die Ordnung/ war. einfach wunderbar. Gruppenweise wurden wir mit Autos in die für uns vorbereiteten Hotels gefahren. Iph habe meinen Aufenthalt in Marseille ausgenutzt, um verschiedene Museen, Theater und große Bib* wandten wohnen.'; Ueber eine sehr gute Autostraße führte ■ uns 'dar Weg an Kolonien und Städtchen vorbei.. Eine solch*, wunderschöne Gegend kannte ich bisher nur von Bildern. Wir kamen auch an arabischen Dörfern vorbei. Allerdings sah man jetzt keine Neubauten. fitehr» sondern kleine Lehmhütten» ohne Fenster. Vor der Türe saßen schmutzstarrende Araber mit ihren Frauen. Die meisten waren barfuß. Man glaubte sich in uralte Zeiten versetzt. Bei uns hat man solche Typen atarfn Kinos gesehen. Natürlich gibt es aueh fortschrittliche Araber, aber verhältnismäßig wejüdivon den übrigen Arabern als Verleumder betrachtet. v ' ■ Wir kamen freitags abend? in Tel Aviv an und schon jetzt merkte man die Vorbereitungen für .den-Sabbath. Die Einwohner der Stadt waren elegant .gekleidet, die Geschäfte geschlossen, die Kaffeehäuser voll von Besuchern, die städtischen Autobusfahrer fuhren ihre. Wägen in die Garagen. Der Sabbath ist ein Feiertag für alle Schichten der Bevölkerung. Am Frei- Juden ein stolzer Bürger unseres schönen tag nachmittag wird die Arbeit beendet Alles jüdischen" Landes werde- ' grüßt hier mit „Schalom“. Aviv» das nach Tage und Nächte «fuhren wir auf dem ruhigem^ der neuesten Technik gebaut wurde, ist die len, sich noch einmal, noch, furchtbarer zu beweisen. , . •Wann immer, wo und von Wem gesagt wird: „Vergeßt und hört auf zuhassen!“ — da laßt uns nachstoßen, da laßt uns die Frage stehen: was habt ihr damals' getan als man uns umbrachte und als ihr es wußtet, daß man uns umbrachte? Was; tut Ihr heute, um Gleiches zu verhindernd Ja! — laßt uns da .nachfassen, laßt uns bohren, laßt uns keine Ruhe geben, bis die weißen Gesichter ohne Antwort vor . uns stehen, weil sie keine Antwort mehr wissen, die keine Lüge wäre, — bis_ ihnen die schamlöse Arroganz, die infame Niederträch- Wasser' des Mittelmeers, und darm ..erblickten Stadt, wo dSr B$den, die Häuser, die Autos "Jede Gruppe sollte mit einem Schiff fahren. Ich fuhr mit dem griechischen Schiff „Eigen- Staar“. Die Passagiere setzten sich aus unseren Auswanderern, palästinensischen, englischen und amerikanischen. Juden zusammen. Die ■ palästinensischen Juden lehrten uns hebräische. Lieder und weckten uns mit ihrem Mut und ihrer Lustigkeit aus unserem langjährigen Galuthschlaf. Sie erklärten uns, daß es die höchste Zeit sei, daß aus einem Gaiutbunseres tigkeit die bewußte Ignoranz ihres „Vergeßt und hört auf - zu hassen!“ zu Bewußtsein, kommt! Hassen wir'denn eigentlich? Ja — wir'hassen: die Hitler urid Himmler, die Kaltenbrunaer und Göring,' die Goebbels und Streicher, die Kramer und Greese, die von, Papeii una von Schröder .— die sieh in Deutschland schon wieder breit machen dürfen, die schon wieder aus dem Hinterhalt zischen, schon wieder wir die ..Küsten der, Inseln Sardinien, Sizilien und- Kreta. Nach vier Tagen ankerten wir in Ätifen. Wir hatten Gelegenheit, viele Sehenswürdigkeiten dieser alten griechischen Stadt zu bewütldera. Nun hätten wir nur, noch 48 Stunden Fahrt bis Haifa vor uns. Unsere Stimmung wurde von Stunde zu Stunde heiterer, von Minute zu Minute klopfte unser und die Fabriken jüdisch sind, wo jeder zufällige Begegnen ein Freund ist, der mit » ein. paär herzfiehen Worten, die Gajuthsorgen von. ürts nimmt Ich fuhr durch die Straßen und wußte .nicht, wohin Ich zuerst blicken sollte, auf die herrlichen Bauten, die Kinos, Theater oder Bibliotheken. Und ich fragte mich: \ ,Ist das ein Traum? Ist es möglich, daß wir Ju- Herz stärker. Eine magnetische Kraft zog'un» den solche Menschen und ein solches Land zum Strand. In def letzten Nacht schlief keiunterirdisch arbeiten, Bomben zur. Explosion ner von uns. Wir. näherten uns dem Land, bringen und die Atmosphäre in ihrem Sinneunserer heiligen Erde Ich werde nie den wohltemperiert halten. Ja — alle diese hassen Augenblick vergessen, als wir.. da? erste eleKwir, und jeder anständige Mensch haßt sie! trische Licht von Haifa entdeckten. Jedes Herz, besitzen?" Im Laufe von 25—30 Jahren entstanden aus wüstem, sandigen Boden ' wahre Luxusorte. .Ich bin erst ein paar Stunden im Lande und doch fühle ^ch mich 'hier schon heimisch und geborgen* „ Die USA, Palästina und der Mittler© Osten * , Von Jean Devau Die Ereignisse in Palästina rufen In den Vereinigten Staaten verschiedene Besorgnisse hervor. Man befürchtet -—.für den Augenblick rein theoretisch — daß die schweren Unruhen in diesem Gebiete in irgendeiner Form Rußland zugute kommen, wenn auch die Hauptrichtung der amerikanischen Diplomatie darauf abziete die Begegnung'der russischen und amerikanischen Absichten auf Europa zu beschränken» Aber wenn die politischen Kreise in Washington annehmen, daß die Lage; i'm Mittleren Osten schnell gefährlich werden könnte, .so nähren sie gleichzeitig nachdrücklich die Hoffnung, daß der, Aufstand der Araber wegen der Teilung Palästinas nicht zu einem eigentlichen „heiligen Krieg“ wird. Sie glauben, daß dieser Aufstand, nicht nur den Juden gilt, sondern auch der UNO Und letzten Endes* allem, was auf diesem Teil der Erde nicht dem Islam angehört. Die ' Vereinigten. Staaten wollen deshalb nur streng* im Rahmen und durch Vermittlung der UNO ’ handeln. Sollte beispielsweise das Gleichgewicht der Kräfte zugunsten der Araber gestört werden, denen bekanntlich zahlreiche Waffenangebote, und Freiwillige Zuströmen, so wäre es denkbar, daß Washington von der UNO die Aufhebung der Waffensperre für den Mittleren Osten. — ausschließlich zugunsten der Juden .— fordern würde. Die Gründe für die fast als selbstverständlich angesehene amerikanische Anschauung, der „heilige Krieg“ sei nur ein einfacher Partisanenkampf, also weit entfernt von einer Hochflut in der ganzen arabischen Welt, sind zahlreich: . v , 1. Die Juden, -so meint man in den Vereinigten Staaten* sind unbedingt fähig, allen Angriffen siegreich 'zu begegnen, da es sich um keine wirkliche Koalition handelt. 2. Saudi-Arabien wird einer möglichen Entscheidung, die Oelabkommen mit den Vereinigten Staaten zu kündigen, nicht zustimmeti; es wird aber vor allem in keinem Falle die ihm zur Verfügung stehenden militärischen Hilfsmittel für den „heiligen Krieg“ hergebea, 3. Abdullah von Transjordamen könnte nach dreißig Jahren der Erwartung in der augenblicklichen Lage eine Möglichkeit wittern, seinen Plan eines „Größ-Syrien“ zu-verwirklichen, da die Araber Palästinas einen Bestandteil dieses Gebietes bilden würden, könn-. te diese Tatsache für die Zukunft die Möglichkeit eines Kompromisses zwischen ihm und den Juden bieten. 4.1 Transjordanien wird der irakischen Armee wahrscheinlich keinen Durchmarsch durch daa Land gestatten; bei dem Zustand der Verkehrswege in Syrien aber, wurde eine solche Truppenbewegung ein gewagtes Unternehmen aeinA : •:.*■■■ ris-h. -tfeo- 5; Aegypten .braucht seine Armee-; fui? liehe äußere Wirren, beispielsweise kommunistischen Ursprungs. Wenn es eine gemeinsame Grenze mit dem unabhängigen jüdischen Staat fürchtet, so würde es ebenso wenig begeistert sein über ein gegebenenfalls vergrößertem und verstärktes Königreich Trans Jordanien als Nachbarn. Außerdembenötigt Ae=* gypten Material, um seine eigen© Urproduktion steigern zu können, a Die Furcht vor einer Ausdehming Trans- Jordaniens auf ihre Kosten dürfte^ Syrien und den Libanon .zu Ueberlegungen zwingen. Wenn » Washington das geringe amerikanische Prestige in den ärabiscfa^ä;. Ländern bedauert und amerikanische Fachleute meinen, der Erfolg des MarshaUrPlahes hähge -mindestens zum Teil von den Möglichkeiten für die Oelländer des. Mittleren Ostens ab, so glauben die gleichen Kreise doch, daß kein arabische® Staat, daran interessiert sein kann, ein „Amerikanischesf Qelprotektorat“ gegen irgendeine Verbindung mit dem Sowjets zu tauschen. sie glauben auch, daß die Haltung Ibn Sauds, der; niemals die Oelabkommen mit den Vereinigten Staaten brechen wird, der Schlüssel für die Gesamtlag© sein könnte. Ein Ueberblick über die politischen und Cetprobleme ergibt also, daß die verantwortlichen amerikanischen Kreise im Augenblicknicht pessimistisch , sind, bezüglich der möglichen Ergebnisse'des »heiligen Krieges“. Sie fürchten nicht, daß Blut und Oel sich zu einem unheilvollen Sprengstoff mit dem Davidstem und der grünen Fahne des Propheten verbinden. („Nouvelles de France“). Ich. wolfte mich nicht mehr lange: In den .Straßen aufhaltenj weil idi endlich meinen lieben Vater sehen wollte, von dem ich ,14 Jahre getrennt war. Ich fand ihn in einem sehr güten Gesundheitszustand. Die Freude des Wiedersehens kann ich Euch nicht beschreiben- Eines nur. kann ich Eueh, sagen: „Es gibt in Palästina keine alten Leute. Alt und , jung arbeitet und lebt hier glücklich.“ Alle Manschen liier lieben ihr Land, wie man eine Mutter liebt. Man kann dieses Gefühl nicht in Worten aus» drücken man muß es selbst erlebt haben, um ganz zu versteheh, was Erez-Israel bedeutet. Ich halte bisher noch keine Gelegenheit, andere Orte in Palästina zu, besuchen, aber wie mir erzählt wurde, ist das-Leben in den Kibbuzzims sehr schön.' Ich werde Euch, das nächste, Mal ausführlich darüber schreiben. Viele unserer Menschen haben sich schon eirigeordnet; Und bekommen in ihren Berufen Arbeit. Die Praxis hat erwiesen, daß es, für einen Einwanderer leichter ist, wenn er einen. Beruf statt Geld hat ... Ich grüße Euth herzlichsf und sage Euch allen: „Kommt auf dem schnellsten Wege nach hier!“ . lehiträoth ' * ' Euer Chawer Chasktel Rozyne.