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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-10-24 · 14 (24.10.1947) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
14 (24.10.1947)
Date
1947-10-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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* '% Jahrgang — '-Nr. 14 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DIE BRITISCHE ZONE 24. Oktober 1947 — Seite 3 Zwei neue Siedlungen f Am 28. August .wurden zwei neue Siedlungen i auf KKL-Boden - gegründetdie eine' steht im 1 ^Heyzen des Scharon, im Emek Chefer, diel andere irh Süden, am Eingang zum Negev. | „Haogen“ itii Emek Chefer 1 Im Wadi Kabani nördlich von Kfaf Munch I und’ Beth Halövy, kam ^etzt ein alter Kibbuz § des Kibbuz ' Arzi des^ Haschömer Hazair. § Haogen (Der Anker), auf dem Boden des | Keren Kayemeth zum Ansiedeln. Der Kibbuz g ■war einige Jahre in einem «üebergahgslager in 1 Kfar Saba. Er wurde 1939 gegründet; die | Chawerim sind meist Flüchtlinge , aus der | Tschechoslowakei, TransyJvanien; und einiges von ihnen wurden damals, bei ihrgr Ankunft § ln Haifa nach Mauritius deportiert. Der - Kib-*§ •büz zählt 150 Chawerim und 50 Kinder. Etwa | 30 Chawerim des Kibbuz - warten noch in § einem Lager auf. Zypern. . Während der Zeit | im Durchgangslager in Kfar Saba baute der |- Kibbuz einen wichtigen" Industriezweig aus: i alle Gummiprodukte — womit er auch äkti-| ven Anteil an der Kriegsproduktion nahm-. | 20 Chawerim dienten beim Militär und kamen § älle wohlbehalten wieder zurück. Sie hatten 1 auch eine. gut Kfar Saba. Haogen wird im Emek Chefer ~ nach dem Beispiel des nahen Kfar' Munch — Landwirtschaft und Industrie betreiben. Der zur Verfügrag stehende Boden reicht für die geplante gemischte Wirtschaft mit KuhstaU, Futterbau, Obstzucht, etc. aus. Es ist zum Teil schwerer und leichter Boden. Die Wohn- und v Wirtschaftsgebäude'werden auf einem .Hügel stehen. Von dort sieht man südlich Beth Halevy . und nördlich Maschmar Hascharen, Maabaroth und andere. Von den 700 Dunam, die der Keren Kayemeth zur Verfügung stellte, ist der größte Teil schon drainiert, den übrigen -Teil wird der Kibbuz entwässern. ' . Im Süden: KWuzah Cheruth (Sich-Ak*ba) Zwischen Nir Am und Doroth, östlich von der Straße nach Gaza liegt der Keren Kaye- , meth-Boden der Kwuzath Cheruth; die Was- . serleitung führt dort vorbei und er ist auch am Elektrizitätsnetz angeschlossen. Während der größere Teil des Bodens gleich bearbeitet werden kann, muß ein kleinerer noch vorbereitet und kann erst in etwa zwei Jahren be-j baut werden. Die Aussichten für Landwirt- UNSERE BILDER ZEIGEN: DIE NEUE SIEDLUNG IN SCHCHUNATH ARJEHT BEI RAA^ANAH entwickelte Landwirtschaft in -iiHiiiiijiiiiimiiiitiifiiWiiiiii(iiiiiiit)iiiftniMiiiiiiiMiiimiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiuniiiiiHifiiiiiiiiiniiiiifiiitiiiiitiiiitiiiiiiii[iiitii:iiiuiiiifiimiiiMiin!iii:ii;omii-r-uimiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiitiiiiiniiiiiuiiiini Haschittah nicht so zäh gekämpft, wäre HiiniiiniiiiimumiiimHiiiiinnimiHiiiniminiiiimnnimnmmmmmmmiMHmlitMHinuiiumh' | sen, das auch in Südafrika viel Kopfzerbrechen | gemacht hatte, ohne aber zu einer Lösung zu 1 'führen. | Auch im Getreidebäu führten schließlich die 1 vereinten Anstrengungen der Siedler 'und der I Wissenschaftler zu einem Ergebnis. Es würde | ein-sechsjähriger Turnus des Anbaiis .durch-? | geführt: Man wechselte innerhalb dieser Zeit |— von zwei einjährigen Ruhepausen untergebrochen --- Getfeidp ’mi^ Hülsenfrüchten ab; - 1 diese sind sehr stickstoffhaltig und werden 1 nach der Blüte.eingegraben. VSo bilden, sie | einen natürlichen Dünger, der diesem Bodep,! auf dem Jahrhunderte. lang exzessiver Raüb- •| bau betrieben wurde, die so notwendige Stär- “ kung zuführt. Auch hier traten erstaunliche 1 Resultate auf: die Felder, die in Dürrejahren, | vor der Verwendung des ..lebenden“ Düngers, | überhaupt keinen Erträg gegeben hatten, ga-! ben nun in regenarmen Jahren 100 bis 1.20 Kill io pro Dunam (in normalen Jahren beträgt die! Ernte an die 200 Kilo.) | Heute ist Beth Haschittah eine blühende Sied- | lung mit einer Landwirtschaft, die nicht;| schlechter ist als die anderer Bezirke, der! Jesreel-Ebene. Hätten die Siedler von Beth es VON M. Y. BEN<GAVRIEL Eine von Lag^rfnsass«*»» auf Zypern hergestellte ' Keren Kayt nu‘il>Se.J: 'me-TbiicVse Schaft sind sehr gut,1 denn die Wasserleitung hat hier einen besonders großen. Druck; den tnan für die weiter südlich 'gelegenen Plätze' nicht ausnützen 'kann. Die Bodenfläche iät nicht sehr groß, aber zusammenhängend und däs ist ein großer Vorteil. Auch die Qualität Mes Bodens ist vielversprechend. Kwuzath Cheruth vom Chewer Hakwuzoth, zählt heute 30 Chawerim meist „Zabres“ und einige'von der Jugendalijah. Sie ist eine sehr junge Gemeinschaft, die in Kwuzath Hascharon unä in Geva auf Hachscharah war. Es ist eine ^roße Ausnahme, daß eine solche Gruppe direkt von v der Hachscharah 'zur Ansiedlüng kommt, ohne jedes Zwischenstadium. Kwuzath Hasch aron wird sich sicherlich noch ^erweitern und neu hinzukommende' Nachbar Siedlungen werden ihr eine Stütze sein. In der Mitte des Gebiets: auf einem Hügel begann man sofort mit dem Bau der Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Von da aus . überblickt uian die ganze Umgegend und den Lauf der Wasserleitung von ihrem. Ausgang in Nir-Am Ws Ruchamah. Keren- Hajessod stellte das Ansiedlungsbudget, an dem. sich der Keren Kayemeth mit . 37,5 Prozent beteiligte. . - ' In der Kolonisationsgeschichte aller Völker gab 'es Episoden, die das angefangene Werk in Frage stellten und nicht selten zur völligen Aufgabe des Experimentes führten. Einer der sonderbarsten derartiger Fälle ist Beth Haschittah; es ist ein Kollektiv mit 800 Seelen, im Emek Jesreel, 700 Meter 'unter leih Meeresspiegel gelegen. - Jenes östliche Gebiet dieser Ebene nennt man gewöhnlich „halbdürre“ Landschaft. Der Boden ist schwer und' salzig, in, manchen Jahren fällt nicnt mehr als: 120 mm Regen, und Wasserzu irrigationszwecken gäb es erst nach langem Suchen. Aber dieses Wasser enthält nicht weniger als 400 'bis .500 Milligramm-- Chlor pro Atter. Die 'Sachverständigen schüttelten die Köpfe, und; erklärten, daß hier1 auf alle Fälle keine Obstbäume gepflanzt werden könnten und sicherlich auch kein Wein. Und was Gemüse beträfe, nun, auch dies sei fraglich. , ^Was aber kann ein landwirtschaftlicher- Be- * trieb tun, Wenn seine Hauptzweige aussichtslos-zu sein scheinen und sogar Getreidebau wenig Hoffnung bietet, da er nur Ernte gibt in den seltenen Jahren, wenn genügend Regem fällt? ' Er muß sich üben, die Warnungen, der Fachleute hinwegsetzen und den Kampf gegen ,die Natur aufnehmen. So täten es auch die Leute von Beth Haschittah. Sie pflanzten Obstbäume, legten einen Weinberg än und säten Gerüüse und Futtei’pflaP'- zen für ihr Vieh." . - Bald zeigte sich, daß die Fachleute recht gehabt hatten: Gemüse und Futterpflanzen starben ab, das heißt, die' Wurzeln im Boden blieben gesund, aber alles, was über dem- Boden erschien, daßheißt, Stiel und Pflanze vertrockneten schnell, da sich das Salz auf der Ober-, ‘fläche des-Bodens.konzentrierte und kristallisierte. Der Weinberg aber ' entwickelte sich außerordentlich gut und Bet Haschittah begann sich großen Zukunftsträumen hinzugeben. Vier Jahre ging alles gut, im fünften, aber traf etwas ein, was alle Hoffnungen mit einem Schlag vernichtete. Wohl war die Traubenernte außerordentlich gut; die Traubem groß und* zahl- ‘reieh,. aber sie waren weder süß noch sauer, sondern salzig, derart salzig, daß nicht. einmal die Füchse und die Schakale,;®die gerne nachts in die Weinberge einbrechen, sie auch nur berührten. Nun war das Unglück-in seiner vollen Stärke übe: die junge Siedlung . hereiügebrochen: die letzte. Hoffnung-war vernichtet und kein Fachmann der Welt konnte eiben Vorschlag machen, was man mit dpn salzigen Trauben anfangen könnte. Und da nun überdies die Stöcke nach dieser Ernte abzusterben begannen, als '■ hätten sie mit der Produktion eines noch nicht, dagewesenen Phaenomens .ihren Existenzzweck erreicht, blieb nichts anderes übrig, als sie auszureißen. - Trotzdem aber gaben die Leute von Beth Haschittah ihren Boden nicht auf. Sie wandten sich an die landwirtschaftliche Versuchs- . Station in Rechowoth um Hilfe. Dort befaßte man sich mit diesem merkwürdigen Problem und gab. folgende Ratschläge: man müsse1 beim . Gemüsebau die Art der Bewässerung ändern, nämlidk die 'ganze Fläche gleichmäßig u. gleichzeitig Jegenförmig von oben herab bewässern upd die Erde zwischen den Pflanzen mit Stroh bedecken,v um eine . schnelle Verdunstung zu verhüten, da durch diese Verdunstung sich das *Salz 'rings um den Stamm der Pflanze konzentriere, dort, wo er aus der Erde herauskommt und ihn sozusagen abschneide Ueberdies müsse ein gewisser Jahresturnus in der Bebauung eingeführt werden, wobei die Saat gewechselt werden müsse „Und für den Weinberg“, sagten die Weisen von Rechowoth, „wissen wir auch einen Rat. Vor ällem soll man möglichst große Flächen, ■gleichzeitig bewässern und' dem Boden Schwefel und Gips zuführen und schließlich müssen die Unterlagen, auf die die Stöcke gepfropft werden,! gegen die Sorten ausgewechselt werden, die Salz besser vertragen“. Man folgte dem Rat, wechselte immer und immer' wieder die Unterlagen, bis, man die richtigen fand: heute ist der Weinberg von Beth Haschittah einer der besten und ertragreichsten der Gegend. Durch diese Anstrengungen wurde’ also die Wissenschaft gezwungen, ein Problem zu Töheute ein verlassenes Andenken an ein verunglücktes Pionierexperiment und nicht ein lebendes Denkmal dafür, daß der Mensch sogar das „ewige Salz“ schließlich besiegen kann. Die Wissenschaft dankte den Leuten von Beth Haschittah, indem sie durch langwierige geologische Untersuchungen Schließlich für die Siedler das ersehnte süße Wasser fand. Neue Wohnungen für neue Olim VON KÄTHE BERG In Neveh Shaanan, einem Vorort von Jerusalem, ist ein - großes Bauprojekt im Werden. .Der Grundstein zu dieser neuen Siedlung wurde feierlich an dem Tage gelegt,, als ein .großer Teil de'r jüdischen Bevölkerung Jerusalems seine Wohnungen auf militärischem Befehl räumen. mußte. , v Schon lange vörher hatte der „Schikun“, eine Tochtergesellschaft der Histadruth. für Arbeiter-Wohnsiedlung, Plane ausgearbeitet, um für die zu erwartenden Einwanderer Häuser auf Keren Kayemeth-Boden zu hauen. An jenem Tag wurde der ' erste Schritt zur Verwirklichung getan,, ■; Vieje Monate sind vergangen und wip wollten wissen, wie. die Arbeit .vorwärts. gegangen ist. •Wenn man Rechavia verläßt, diese grüne Innenstadt Jerusalems. jJnd nur mit ein paar Schritten die bebaute Grenze überquert, 'ist man wie' in einer anderen Welt. — Eine noch unerschlossene Erde breitet sich» aus, die in spröder Kahlheit, sich vor den Blicken hügelt, durchzogen von einer blauschwarzen Asphaltstraße. Es sind nur 20 Minuten bis nach Neveh-Shaanän, aber die Sonne brennt und die Straße ist einsam, und man erfreut, sich an jedem - Eselchen, das man trifft. V Da ist auch schon Neveh-SKaanan, dachte ich, als vor mir ein großer Bauplatz1 auftaucht Aber es war eine arabische Ziegelei, die sien auf einem unbeschränkten Raum breitmachte. Nach orientalischer Sitte mußte ich niedersitzen, der Gastgeber versorgte mich mit seiner Familiengeschichte, mit Tee upd Zucker, aber leider mit keiner einzigen Auskunft. Dieser Ortsansässige wußte nicht, was sich in seiner nächsten Nähe tat. Aber seine Freundlichkeit war eine große Erfrischung und als er bedauernd sagte: „Nachts Bum Bum Jerusalem not-good“, konnte ich ihm nqr beistimmen: „Bum,Bum not good in Palästina!“ Ich ging >weiter; jetzt .-tauchten ei$ paar-Häuser vor mir auf, es roch nach Kuhstall — und eine alte jüdische Siedlung, die in ihrer, Entwicklung stecken geblieben war, lag vor mir. Ich fragte nach den neuen Häüsern. Da waren sie, verdeckt von. einein Hügel lagen sie' ih einer tiefen Talmulde. Ja, hier wuchs neues Leben, wie es für die Kraft und den Aufbauwillen der Juden charakteristisch ist. Systematische und geplante . Arbeit, - Nöue Häuser für Einwanderer! Konnte man anders als an die 4500 eben zurückgeschickten Flüchtlinge denken? Trotzdem . . . hier Wird für sie gebaut. 4 ' Hier arbeitet eine „Baufabrik“,, die auf 120 Dunam Keren Kayemeth-Boden 13 neue Häüser auf einmal erflehtet. Unzählige Arbeiter sind beschäftigt. Die, blaue Arbeitsbluse leuchtet zwischen dem Khaki., Maschinen, rattern, Härmper klopfen auf Holz und Stein. Ein buntes Bild jüdischen Fleißes. Ich erfuhr die Einzelheiten: Der Schikum, eine Kooperative, arbeitet mit seinem technischen Büyo die Pläne für die Siedlerhäuser aus. Die ersten, hier begonnenen, sind, durch die finanzielle Unterstützung der Sochnuth für Einwanderer' bestimmt. Die Pläne fürdie Weiteren Siedlungen sind so gut wie fertiggestellt. Der Architekt begleitet uns in die Häuser, die in ihrem schönen Steinmaterial night den Eindruck von Notwohnungen machen. Sie sehen aus, als hätte' sich hie" eine kleine Wohl- ’häbenheit zu freundlichem Wohnen vereinigt. Die HäuseV sindeinstöckig, Parterre und erster Stpck enthalten je ,4 Zimmer-Wohnun-. gen'mit Küche, Badezimmer, Toilette. Größe und Lage der Fenster, Lüftung, alle diese wichtigen Fragen sind nach modernster technischer Erfahrung gelöst worden, auch das gegiebelte Dach ist ein neuartiger Versuch zum Schutze gegen die Sonne. Jede dieser Wohnungen hat ihren eigenen Eingang, der direkt aus dem Gartqn heraufführt: Heute ist' er noch unbebaute Erde, mit einem bißchen .heiligen Wasser versehen, wird ei schnell seine Fruchtbarkeit zeigen, Als ich aus den , gutgeschnittenen J’epstern hinaus in das offene Land sah, mußte ich an jene denken, die hier wohnen werden. Welch* ein Aufatmen wird es sein nach all', den Jahren Lager und Zwang, Wenn man*'da draußen ist Vergißt man, daß wk- bis -4d*Grad 'im Schatten haben. Die Arbeiter sehen aus, wie sie einmal in Europa ausgesehen haben. Wenn 'man aber yäher hingeht,, findet man eine Welt verschiedener Typen. Orientalische und europäische' Juden, die sich heute schon in einer Sprache verständigen. Jemeniten fallen auf mit ihren zarten, aber , kräftigen Körpern und ihren schönen Gesichtern. Sie zeichnen sich beson-. ders als Steinhauer aus, eine Tradition, “die es in Europa nicht gab. Dann empfingen mich Soldaten, Ausweise wurden verlangt. Hier litt eine Bevölkerung für die, die kommen sollen. , ii I d.i fl! 11!i l 484801000000025353000002000101000201024802010000020000000023010000090901010201

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