Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 14 (24.10.1947)
- Date
- 1947-10-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Sefte Z~ — 24. Oktober |S47 JÜDISCHES GEMEINDE BL ATT FÜR DIE BRITISCHE ZONE Nr. 14 — 2. Jahrgang (Fortsetzung von Seite 1). Das Schicksal der Juden in, Lägern und Städten, sei unteilbar, und die Zukunft der Juden sei mit der zionistischen Lösung eng '-verknüpft. Aber Zionismus bedeute ‘keineswegs' eine Verneinung der Diaspora, vielmehr die Erneuerung echten und schöpferischen jüdischen Lebens v überall .in der Welt, auch in. Deutschland, wo sich selbst achtende und geachtete jüdische Gemeinden existieren sollten. Jüdisches Leben in Palästina werde jüdische Existenz überall in der Welt bereichern.’Die USA., würden alles tun, um die Palästina-Beschlüsse der UNO verwirklichen zu helfen: „Gott soll uns würdig in unser, Land bringen“. W o 11 h e i m überbrachte zunächst die Grüße der gequälten 4500 Brüder von der „Exodus“ und ihres Führers Mördechai Roß mann. Der Redner, ging sodann auf die Ausführungen Von Bürgermeister Dr. Friedensburg ein, indem er erklärte, daß die Vergangenheit -liehtvergessen werden könne ,daß Berlin erheblichen Anteil am Antisemitismus gehabt habe und daß wir Läuterung und Sühne von den anderen zuerst erwarteten, von ihnen, die die jüdische Katastrophe herbeigeführt hätten. Auf /len Massengräbern unserer Ermordeten, könne keine jüdische Existenz äufgebaut werden, und man müsse uns das Recht auf unser eigenes Land zugestehen. Die Umwelt Die eigentliche Arbeitstagung begann am Nachmittag des 19. Oktober mit Referaten über die gegenwärtige. Situation'der Juden in Deutschland. * k ' - D r. Münzer, Berlin, ging, von der Abnormalifät des «Lebens der jüdischen 'Ueberlebenden'aus, indem' er betonte, daß eigentlich für sie, nach ihrem Kampf gegen den. Faschismus, die' Gleichstellung mit den Soldaten der alliierten Armeen, gefordert werden müsse. Unsere derzeitige unbefriedigende Behandlung, auch hinsichtlich der Auswanderur^gsVorbereitung - sei ein Prestigeverlust *ür die 'Veit. Die Bekämpfung des Antisemitsmus allgemein und der Kollektivbeleidigung im besonderen sei eine vordringliche Aufgabe, namentlich angesichts der Tatsache, daß viele Juden in Deutschland Verbleiben -müßten. Norbert Wollheim verglich die, gegenwärtige. unsichere, Existenz der Juden in Deutschland mit ihrer wirtschaftlich und politisch ' gesicherten Position vor 1933 und erklärte: „Wir treiben jetzt jüdische und. weder deutsche noch Weltpolitik. ‘ Hinsichtlich unserer Gemeindearbeit kühnen wir niSht da fort fahren, wo wir 1943 aufhören mußten.“ Die Probleme der; Juden in Lägern und der in Städten Seien gleichartig und wertgleich. Das Leben von politisch und * wirtschaftlich entwurzelten Juden in Deutschland sei auf längere Sichtunmöglich, da, genau \ gesehen, sich in unserer deutschen Umwelt wenig geändert habö: noch gab es keine-1 Läuterung der Herzen! Die; zahlreichen judenfeindlichen Vorgänge und Erscheinungen ■ der letzten Monate seien sprechende Beweise für die Gestaltung der Dinge; „Wir können diese schwere Zeit nur durch-' stehen iri täglicher '"ernster Pflichterfüllung, durch Verinnerlichung unseres jüdischen Lebens und unserer jüdischen Arbeit, immer in der Hoffnung, daß sich uns die Tore der Welt und insbesondere Palästinas Öffnen.“ ' Soziale Arbeit Der zweite Verhandlungstag begann . mit der Behandlung von Fragen der sozialen Betreuung. Im Einvernehmen mit #den anderen für diesen Punkt der Tagesordnung vorgesehenen Rednern sprachals einziger Referent Julius Meyer (Berlin). Er forderte in «rster Linie die einheitliche offizielle Betreuung aller Juden in Deutschland. Noch seien alle Juden als bedürftig änzusehen; und besondere Aufmerksamkeit sei .den Alten, den vielen Kranken, den- Jugendlichen und den Frauen zu widmen. In diesem Zusammenhang erging ein eindringlicher Appell an die ausländischen Hilfsorganisationen, weiterhin ihr bestes zu tun. « . Rabbiner Dr. Munk machte einige bemerkenswerte Ausführungen zur Frage der For-- mung und inneren Zusammensetzung unserer Gemeinschaft — so lange Juden in. Deutschland leben werden. Nicht viel sei im Ausland überwiedererständenes' jüdisches Leben in Deutschland bekannnt, jedenfalls nichts über die Zusammenfassung von histitutionen und die Vereinheitlichung der Gemeinden, in denen Parteiprobleme keine Rolle mehr spielen und die Unterscheidung zwischen' deutschen und Juden anderer Herkunft völlig verschwunden sei. Die wichtige Frage der Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde wurde im Anschluß an die Resolutionen von Frankfurt- Main (Juni 1947) und Harzburg (Juli 19'47) weiter eingehend und möglichst großzügig be-, handelt werden, wobei jeder Fall aufgrund der individuellen Bedingungen und persönlichen Verhältnisse ge&rüft werde.. - Josef ßosensaf t, deV Präsident des Zentralkomitees der befreiter. Juden in der britischen Zone, wies in einer .kurzen Begrüssungsansprache auf die Notwendigkeit engen Zusammen stc-herfs aller Juden hin, angesichts ' eines Ereignisses wie' der „Exodus“-Trägödie. Generaldebatte In der Aussprache über die politischen und. sozialen Probleme trat als wesentlicher, ‘vorher nicht 'berührter Gesichtspunkt das unzureichende Maß an . kultureller Betreuung zu, Tage. (Dr. Liebstein, Fechenbach-Chemnitz, Wolff-Darmtadt). Nach kurzen Diskussionsrbeiträgeri von Busch (Berlin), LöwenkopL (Dresden), Dreifuß (Düsseldorf) und- Katz (Erfurt), entwickelte Senatsdirektor' Dr. Ludwig Löffler (Hamburg) Gedanken zur Frgtge der Kontinuität der Gemeinden auf längere Sieht, die er voraüssieht und bejaht,' und der -unterschiedslosen Zusammenfassung von Juden verschiedener Herkunft in den Gemeinden^ .! , ’ ‘ ](ä* Wiedergutmachung: Die Juristen kommen zu Wort „2 Jahre nach Kriegsschluß — und man ist noch nicht über das Stadium der Erörterung, der vielfältigen Erörterung der. Wiedergut- .machungsfrage hinausgekommen“, so kennzeichnete Dr. Kurt Alexander, der Generalsekretär des „Council of Jews from Germany“ (London),' die Situation. Im einzelnen schilderte er die Entwick^ungs Stadien dieser für alle Juden wichtigen Frage im Ausland, insbesondere England, wo sie von der „Association of Jewish Refugees in Gt, Britain“ mitten im Kriege und später vom „Council“ ernsthaft in Angriff genommen wurde — vor allem im Interesse der in Deutschland verbliebenen Juden, Als wesentliche Teilprobleme stellte- Dr. A1 exander heraus: Regelung auf Zonenbasis oder aufgrund eines "4- Mächteabkommens’; ein einziger umfassender 'Gesetzeskomplex oder Teilstadien; Schaffung der Nachfolgerorganisation für die Verwaltung erblosen* uribeanspruchten und jüdischen Kommunalvermögens; Wiedergutmachungsgerichtsbarkeit, Dr. M. Nußbaum- (Jewish Agency) klärte zunächst den Begriff „Wiedergutmachung“, der die Rückerstattung feststellbaren Vermögens, die Entschädigung, z. B,. in Fällen geschädigter Gesundheit qderverlorenen Berufes Und die Reparation an das jüdische Volk ^als Gesamtheit, .umfaßt, um dann auf die verschiedenen -Gesetze und Gesetzesentwürfe, insbesondere den amerikanischen . (der jetzt in seiner 12. Fassung" vorliegt), näher' 'einzugehen.'. Dabei spielte die Erörterung des Stichtages, von dem-an« Anfechtungsansprüche geltend, gemacht werden können, und die Erfassung und Verwaltung . erblosen Eigentums eine, besondere Rolle, Es sei. so sagte Dr. Nu ßbaum, unerträglich, daß man uns unser Reeht vorenthalte; statt dessen würden die Juden in Deutschland, gegen die die Nazis Krieg geführt-, hätten, auf dem Wege der 'Steuerpflicht und Steuerleistung praktisch zur Reparationszahlung herangezogen. An der lebhaften/ vielfach ins Detail gehenden Aussprache beteiligten sich Pr. Fritz Gr uns - ' f e 1 d (Leipzig), Walter Kappel (Eisenach), Dr: L i e b s t e i n, Heinz 'Galin s k i (Berlin), Dr. Löffler u. a. \ ~ * Ausklang - " Am dritten Verhandlungstage,. dem 2L Oktober, tagten die verschiedenen Kommissionen (Wiedergutmachung; soziale: Betreuung; politische Lage;. Aufnahme in die jüdische Ge-, meinde), die «Resolutionen ausarbeiteten. (Diese lägen bei Redaktiönsschluß noch nicht vor und können daher erst in der nächsten Ausgabe des „Gemeindeblattes“ in vollem Ümfarige oder auszugsweise bekanntgegeberi werden. — D. Red.) Die Tagung der „Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Gemeinden in Deutschland“ hat erneut die Notwendigkeit des Erfahrungs- und Meinungsaustausches zwischen den Gemeinden, aller Zonen einschließlich Berlins erwiesen und kann als ein Erfolg verbucht und als .ein Meilenstein auf dem Wege des engeren Zusammenschlusses der Gemeinden und überhaupt der Juden in Deutschland betrachtet werden. ■ i egl. der befreiten' Judenin der britisches* Zone am 12. und 13. Oktober Sitzung der Exekutive Zum zweiten Male nach ihrer. Konstituierung trat die Exekutive am 12. Oktober in dem neuen' jüdischen Altersheim in Bremen zusammen. Josef Rosensaft führte den Vorsitz. Es «wurden zunächst die laufenden Geschäfte besprochen und. dann erstatteten Ro*sensaft und Norbert ty'ollheim Bericht über die Ereignisse der letzten Wochen. In diesem Bericht nahmen die Landung unserer .4500'Menschen der ^Exodus“ und die sich daran anschließenden Ereignisse.; einen besonderen Platz ein. Beide Referenten schilderten sehr eindrucksvoll all1 das. was geschehen ist und kamen dann auf die Notwendigkeit ,zu sprechen, die sich aus diesen Geschehnissen «•gaben. Die Läger Pöppendorf. und' Am Stau sind jetzt frei von militärischer Bewachung. Unsere Menschen bleiben, bei der in den letzq ten 3 , Monaten immer wieder abgegebenen Erklärung, daß sie freiwillig nirgends anders hingehen als nach Erez., Das bedeutet, daß mit der Möglichkeit gerechnet werden muß/ daß sie in diesen unzulänglichen Lägern npi auch im Winter bleiben werden und da-: zu ist.. die Beschaffung von . allen möglichen Dingen dringend erforderlich.. Die Lebensmittelzuteilung ist . unzulänglich, die Bekleidung aller Menschen -auch deshalb sehr schlecht, weil sie sogut wie ihr gärizes Gepäck. bei der Fahrt, die sie hinter sich haben, verloren. Es-ist also, notwendig, daß Hilfe und Opfer gebracht werden. Die Exekutive kam darin überein,, dem. am nächsten Tag tagenden Rat - vorzuschlägen, darin einzuwilligen, daß alle Juden der britischen Zone auf einen Teil der Joint-Zuteilung zu Gunsten . unserer „Exodus‘‘-Menschen verzichten.- Die Frage des Vorschlages der Palästina-Sonderkömmissiqn der UNO wurde von den Referenten auch reeht ausführlich behandelt. Es wurde der Hoffnung Ausdrück gegeben, daß, wenn- .gleich' auch keiner der Vorschläge unseren Intensionen entspricht, die UNO-Völlversammlung zu einem für» uns günstigen Resultat kommen wird. In dieser Sitzung der Exekutive wurden dann noch eine Reihe, weiterer Fragen, behandelt. Die Ratssitzung Carl Katz, "der Vorsitzende des Rates, eröffnete die Sitzung' und gab zunächst Josef, Rosensaft das/Woyt zur: Berichterstattung über die Tätigkeit der Exekutive seit dem zweiten Kongreß. Dieser begann-damit,' zunächst einmal das Ergebnis der. seinerzeitigen konstituierenden Sitzung bekanntzugeben und gab dann die Erklärung ab. daß die beabsichtigte frühere Einberufung des Rates; einmal deshalb hinausgezögert worden sei, weil man sich mit der Frage der UNO-Sonderkommission zu beschäftigen. gehabt hätte' und dann aber auch durch die Angelegenheit, die die ganze Welt beschäftigt habe: 1 die, Sache unserer „Exodüs“-Menschen, "Josef Rosensaft sprach daftn über die Vorgeschichte der „Exodus“, die Ereignisse in Hamburg, die Pressekonferenzen, die dann erfolgte Zwangsausschrffung und zuletzt über seine Eindrücke, die er in den beiden Lagern Pöppendorf urid Am Stau gewonnen hat. Er fand recht schöne Worte für den Mut und; den Kampfeswille* unserer Menschen und' ermahnte, alle An-- wegenden,- sich an diesen Manschen, die sieh in den verflossenen Monaten auf hoher See zu .Kämpfern geformt hatten, ein Beispiel zu nehmen. Der Referent kam dann wieder auf die Frage der“ Anerkennung des Zentral-Komitees zu sprechen und schilderte den Kampf, der seit 26 Monaten für diese Anerkennung geführt 5 worden ist. Er erklärte, daß die Weiterführung dieses Kampfes eine Einigkeit aller jüdischen, Menschen in , der .. britischen Zone voraussetze. '; Zum Schluß seiner Ausführungen machte .Josef Rosensaftnoch davon Mitteilung, daß Dr. B a r o u vom Jewish World-Gongress, London und; Marc J arblumvon ', der Jewish Agency for Palestirle bei' der Zwangsausschif- ■ furig in Hamburg anwesend waren und sich , zusammen' mit den Vertretern der / jüdischen Hilfsorganisationen sehr verdient gemacht haben. Norbert- Wollheim gab dann eine Ergänzung zu den Ausführungen seines. Vorredners! Auch er kam zunächst auf die „Exodus“ zu sprechen. Er erklärte, daß durch die zwangs-, weise Ausschiffung unserer Menschen auf deutschem Boden die öffentliche Meinung der Welt apfgerüttelt wurde und daß das ihren Niederschlag findet in der Frage, ob es einen jüdischen Staat geben wird oder,, nicht: „Der heldenhafte Kampf, den die 4500 für uns und für die Zukunft" des .jüdischen Volkes geführt haben, wird' in die jüdische Geschichte eingehen“, rief Wo 1 lh eim unter, Applaus, der Anwesenden aus. „Es ist unsere Aufgabe“, so sagte er weiter, „uns mit diesen Men- . sehen zu solidarisieren. Diese Menschen gehen« den Weg, der begangen werden, muß, sie nahmen und nehmen , alle Opfer . auf sich, sie lehnten das großzügige Angebot Frankreichs ab, trotzdem sie dadurch von den vorher empfangenen 2800 auf 1500 Kalorien herabgesetzt wurden. Ihre Antwort auf alles /st eine einheitliche: freiwillig gehen wir nur in unser- Land, nach Erez. . ' . -Trotz des fürchterlichen Zustandes, in dem . sich die beiden Läger befinden, -wurden in diesen schon Kinderheime, Kibbuz', eine Schule und Ambulanzen gegründet. ,Exodus -194-7' ist ein Begriff, ein Fanal; und .vir, 'die wir' solidarisch 'sind mit diesen Menschen, müssen einen Beweis dieser ' Solidarität liefern.. Das vollen wir dadurch, daß wir von uns aus auf einen Teil von dem verzichten, was uns zusteht, auf einen Teil der Joint-Zuteilung." . In der Palästina-Frage, die nn ’ Augenblick Gegenstand von Verhandlungen der UNO-Vollversammlung ist, können wir von gewissen .. Erfolgen sprechen, die durch d,en •Bericht der verantwortlichen Mächte geschaffen , worden sind. Auch dieser Referent gab der Hoffnung •Ausdruck,daß die zur Realisierung des jüdischen Staates ' notwendige Zweidrittel-Mehrheit ddr UNO zustande kommt. Es ist zu hoffen, daß der Standpunkt der jüd. Palästina-Agentur, in den kommenden 2 Jahren 150 000 Zer- ' tifikate für Palästina auszugeben, sich durch-' setzen wird. „Der Drohung der Araber mit, Krieg“, so fuhr der Referent fort, „steht die Erklärung der Jewish Agency for . Palestine gegenüber, unseren Standpunkt bis zum letzten Blutstropfen Zh vertreten.“ Wir erleben' inr. Augenblick einen Nervenkrieg, der durch. die Meldungen von Truppenzusammenziehungen. gestärkt wird, der seinem Höhepunkt nahe ist; aber wir wissen, daß der Jishuw stark genug ist.. Die Erklärung der amerikanischen Delegation stimmt überein mit der Erklärung aller Großmächte.. Norbert Wollheim kam dann, ' auf die Schändurigen jüdischer Friedhöfe in den letzten Monaten zu sprechen underklärte, daß Sie beschämend, sind. Er erklärte, daß die Exekutive im Begriff steht,, in dieser Frage ein scharfes. Memorandum an Lord Pakenham zu richten. Er bittet alle Ratsmitglieder, dem Zentral-Kdmitee sofort Mitteilung zugehen zu lassen über bisher bekannt gewordene. Friedhofsschäridüngen und antisemitischen Ausschreitungen und in Zukunft alle-diese Dinge sofort sowohl an die Gemein deabteil ung des- Zentral-Komitees in Lübeck, als auch an das Zentral-Komitee in Bergen-Belsen zu melden. Der Referent sprach dann dem Chefrabbiner 'der britischen Zone, Dr. Helfgott, den herzlichsten Dank der Exekutive aus für seine aufopfernde Tätigkeit in der Zeit nach dem zweiten Kongreß. Dr. Helfgott hat in dieser Zeit eine ganze- Reihe von Gemeinden besucht und hat keine Mühe gescheut, -um Trauüngen ■und Barmitzwahs vorzunehmen. * In der ,Frage! der Statuten erklärte Wollheim, dqß infolge der peberbeschäftigung in den letzten Wochen der Entwurf noch nicht vorlägereif sei. Er schlug vor, daß Dr„. van Dam zusammenmit ihm und dem Mitglied der. Revisionskommission, Z a jf, die Ausarbeitung nun schnellstens durchführt, um sie dem Präsidium und der Exekutive Vorzulegen. Sodann werden sie den Mitgliedern des- Rates« zür Aeußerung übermittelt werden. y Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde die Frage des Wirtschaftsamtes behandelt. Die Leiter dieses Wirtschaftsamtes, ' Carl Katz und Samuel Weintraub erklärten/daß sie rrijt ihrer Arbeit noch nicht beginnen konnten infolge der Inanspruchnahme durch die Ereignisse der letzten Wochen. Das Wirtschaftsämt wird aber in nächster Zeit zusammen- -. treten, um mit der Arbeit.-zu beginnen, . Die, Frage der Revisionskommission ' Wurde eingehend behandelt und‘ es wurden die Kompetenzen dieser Kommission festgdlegt. Dabei wurde die Frgge der Autonomie der Gemeinden erwähnt. Nachdem auch Dr. van Dam zu dieser Frage das Wort ergriffen, und ipi einzelnen dargelegt hatte,- daß es selbstve^- . standlich Aufgabe dep Revisionskommission sei, auch die Komitees 'und Gemeinden, zu kontrollieren, war dieser Punkt der Tages--. Ordnung erledigt. . . .; B l o ch' schlug eine« Sympathieresolutiohr'-;irar unsere Menschen in Pöppendorf und Am *' Stau vor, die einstimmig Annahme fand. Der. Chefrabbiner der britischen Zone, pr. H e 1 f - gott, erstattete nun. Bericht.über seine sehr umfangreiche Tätigkeit und 'erklärte u. a , »daß; ( er viel mehr Gemeinden hättd besuchen können,- wenn ihm ein Wagen zur Verfügung stehen würde. Im einzelnen ersah man aber aus diesem Bericht, daß Dr. Helfgott .eine außerordentlich große und gute Arbeit ge- Itsfolge der Papier* u. Stromksiappheit sind wir leider nickt in der Lage, eine Gewähr für das pünktliche Erscheinen tanserer Zeitnng/zix, übernehmen. leistet hat. Er kam sqdann auf die im zweiten Kongreß beschlossene Rabbinatsresolution zu sprechen und bat*den Rat, sich genau so wie die Exekutive am Tag vorher das getän , hat, auf den Boden dieser, Resolution zu stellen. Er bat darum, dal^ das- Wort „Empfehlung“ nicht mißverstanden.^werden dürfe. Man hat das Wort „starke Empfehlung“ gewählt in der Voraussetzung undselbstverständlichen Ahnahme/daß jede Gemeinde und-jedes Komiteediese- Resolution zur Durchführung bringe. Dr. H elf gott kam darin auf die Frage der' Mischehen zu sprechen und gab eine Reihe von Beweisen dafür, daß ihm Immer wieder Uebertrittsanträge zugehen, ~ ' Er betonte, daß gerade er und das Rabbinat in keiner Weise verkennen, daß. wir den nichtjüdischeri Eheteilen, die in den verflossenen schweren Jahren treu zu ihren Partnern gehalten haben, Dank schulden, und er betonte,, daß besonders ep es sei, der jeden Antrag, daß diese-Menschen mit. in die Betreuung eingeschlossen werden, auf's wärmste unterstützen wird. ' ' . Im Anschluß an das Referat Dr. Helfgotts schloß' sich eine lange und: .lebhafte Diskussion ’ an, die sich bis in die späten -Abendstunden, hineinzog. Die gegen 12 Uhr nachts erfolgte Abstimmung ergab eine Mehrheit für''die Annahme des Antrags. Er lautete: Der Rat des Zentral-Komitees der befreiten Juden in der britischen Zohe stellt sich aufden Boden der Rabbinatsresolution, die am 22. Juli vöri dem zweiten Kongreß anfenommen, worden ist. Die weiter vorgesehenen Punkte der Tagesordnung wurdpn infolge der späten IStunde. der Exekutive' zur Weiterbearbeitung. . übergeben. v K. M. SCHUHHAUS , - Das ferfjbgeschöa für gute Schuhe Dü sseidort Schaäows.fraße 7Q-85 /Femsprechei £2093 ' VOKM. TH. H. NKGRO . V GENEKALVERTRIEB: CON 11NFNTAJ. — FR ANCOTYP G&izv pmaftfynxen—rfnibet)öx — Qfieparat uveti^ DÜSSELDORF, KÖNIGS ALLEE 41. TELEFON 11202 VOM FACHMANN FRANZ J. KÜCHLER DÜSSELDORF e Himmelgeisler Straße 100 - Femsprechansdiluß: 18803 und 138,47