Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 8 (20.7.1947)
- Date
- 1947-07-20
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Hamburg Das Israelitische Krankenhaus in Hamburg- St. Pauli, Eckernförderstr. 4 ist auf Grund der Salomon-Betty. Heine-Stiftung erbaut und am 7. 9. 1843 von Salomon Heine eingeweiht worden. Von den Einwohnern Von Hamburg St. Pauli wurde es stets „Unser Krankenhaus? genannt und wegen seiner vorbildlichen Lei- ■ stüng gern von der gesamten Bevölkerung in Anspruch genommen. Das Krankenhaus wur-' de auf Grund der Stiftungsurkuride auf paritätischer Basis geführt. Der Ruf des I, K. ging weit über Hamburgs Grenzen hinaus, denn, sowohl die Aerzte als auch das Pflegepersonal, das aus der Schule des I. K.1 hervorgegangen ist, wurde in allen Weltteilen gern als Mitarbeiter gesehen und bevorzügt aufgenommen. Die Anlagen des- I. K. Eckernförderstraße gingen, bedauerlicherweise für die Allgemeinheit, insbesondere für die jüdische Allgemeinheit in den Jahren 1939 und 1943 verlorerf, und zwar mußte im Jahre 1939 unter' dem Nazi- Regime ein Verkauf an den'Staat stattfinden, da die Jüdische Gemeinde in Hamburg bzw. die Salomon-Betty Heine-Stiftung nicht mehr in der Lage waren, das Krankenhaus zu halten. Im Jahre 1943 wurden die meisten Bauten des Krankenhauses durch Bombentreffer zerstört, so daß auch aus diesen Gründen die Fortführung des L K. in der Eckernförderstraße vorläufig nicht in Frage kommt. Nachdem, wie eben erwähnt, das I. K. im Jahre 1939 aus der Eckernförderstraße Ausziehen musste, hat es nach* einigen provisorischen Unterkünften schließlich im Jahre 1941 seine jetzige Unterkunft in der Schäfürkampsallee 29, dem früheren Alters- und Pflegeheim der Jüdischen, Gemeinde gefunden. Während der Jahre des Naziregimes hat das I. K. unter, den schwersten Bedingungen in Hamburg seine Existenz zu halten gewußt. Sämtlichen , Mitarbeitern, den Aerzten und' denjenigen Personen* die in der Krankenpflege^ vorgebildet waren, muß für ihre unermüdliche, selbstlose Arbeit bei Tag und Nacht Anerkennung ausgesprochen werden, umsomehr, als bei den von Staats wegen äußerst beschränkten Mitteln, die dem I. K. zur Verfügung ständen, die Arbeit zum Teil ehrenamtlich geleistet wurde’. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Aerzte freiwillig den Dienst der Nachtwache durchgeführt haben, da bei dem kleinen Pflegepersonal hierfür Schwestern nicht zur Verfügung standen. Nach der Besetzung am 3. Mai 1945 hat es die Jüdische Gemeinde in Hamburg als eine »P 'Vornehmsten Pflichten angesehen, das "f inihre Obhut zu nehmen. Seitens der Igstadt Hamburg wurde : durch. das Bürgermeisteramt' für das I. K. ein Kuratorium bestellt, dem außer Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde auch Herren der Gesundheitsverwaltung der Hansestadt angehören. Erfreulicherweise konnte das Krankenhaus seine Bettenzahl, die in,.den Jahren .1945—46 38 betrug,, inzwischen auf 50 Betten erhöhen und wird dadurch,, daß die Jüdische Gemeinde in ihrem bald zur Eröffnung kommenden Altersheim in der Sedanstraße Räume für Pflegepersonal zur Verfügung stellt, voraussichtlich auf 55 Betten erhöhen können. Die Belegung des Krankenhauses erfolgt wieder, Wie dies in der Stiftungsurkunde vorgesehen ist, auf paritätischer Basis, doch bedarf es keiner besonderen Erwähnung, daß unsere jüdischen Glaubensgenossen und deren Angehörige bevorzugt aufgenommen werden. In einigen Fällen hat das Krankenhaus auch bereits jüdische Patienten aus der weiteren Umgebung, insbesondere aus dem Lager Bergen-, Belsen, aufgenommen. / . Die Gesamt-Einrichtung. des Krankenhauses, das an sich zwar beschränkte Räumlichkeiten hat, darf 'wohl als vorbildlich und neuzeitlich angesprochen werden. Insbesondere hat das Krankenhaus über die Nazi-Zeit seine Röntgen-Einrichtung und seinen allen Ansprüchen genügenden Operationssaal durchhalten können. Dank der Mithilfe, der Jüdischen Gemeinde. und der GesundHeitsverwaltung ist es dem I. K. möglich, auch in personeller Hinsicht in jeder Weise allen an das Krankenhaus, gestellten Ansprüchen zu entsprechen. Wenn über I. K berichtet Wird, so kann nicht abgeschlossen werden,-ohne allen denen, die nach alter jüdischer Tradition in jahrzehntelanger Arbeit mitgeholfen haben; das zu schaffen, was den Mut gab, das I. K. jetzt auch weiter bestehen zu lassen, von ganzen Herzen für ihre Mitwirkung zu danken. Das Israelitische Krankenhaus gedenkt derer, .die nicht mehr unter uns weilen, insbesondere deicr, .die den Märtyrertod gefunden haben. Denjenigen Kreisen, die vom Auslande her heute noch warmen Apteil an den Belangen des I. K. nehmen, sei herzlichst gedankt., fers aes KZ.-AtfSschusses wärWfilcM ’nW Ehrung der Freiheitshelden aus den düsteren Jahren des Naziregimes, sondern auch-eine Mahnung an die Lebenden, stets „bereit“ zu sein. ■ i Chawer Goldberg aus Lübeck sprach den „El Mole Rachmin“ und , „Käddisch“. Nach dem Singen der „Hatikwah“ wurde die Trauerstunde beendet. . * Jm Anschluß/an die Trauerfeier fand im Hotel „Kaiserhof“ eine Zusammenkunft der Juden des ,Kreisen Eckernförde, sowie der Vertreter jüdischer Gemeinschaften des Landet Schleswig-Holstein Urid der übrigen britischen Zone statt. Vertreter der-Behörden und poli-' tischen Parteien waren eingeladen. Norbert Wollheim forderte uns Juden auf, den Mut picht zu verlieren und den Freiheitskampf kompromißlos fortzuführeh, bis wir-als Gleichberechtigte unter allen Völkern der Erde in unserer Heimat Erez Israel leben werden. Die am 22. 6. 47 und am 5. 7. 47 abgehalt'enen Versammlungen des „Maccabi“ wählten wie folgt: 1 , : 1. Vorsitzender und Schriftführer: Karl Lichtenstein, Köln, Amsterdamer Straße 193, 12. Vorsitzender: Fritz Röhr, Kerpen ■ b. Köln, Hauptstraße 65, - ' Kassierer: Leo Ritter, Köln, Tieckstraße 10, Beiräte: Helmar Metzen, Marion Abraham, Arthur Nathan, Helmut Kohn. Der 1. Vorsitzende der Synagogengemeinde Köln, Moritz Goldschmidt, Köln-Klettenberg, Siebengebirgsallee 99, wurde, in Anbetracht seiner großen Verdienste, die er sich jederzeit zum Wohle des Maccabis, bis zum äußersten •einsetzend, erworben hat, zum Ehrenpräsidenten des S. C. Maccabi Köln einstimmig gewählt.;i ■■ Die Versammlungen beschlossen weiter: Zu .unserer am 3. September 1947 stattfindenden Schiffs-Tagestour ins „Blaue“ fahren sämtliche Mitglieder, deren Mitgliedskarte in Ordnung ist, frei mit, als Ehrengeäste werden geladen die Insassen des Alters-, und"Flüchtlingsheims Biankenheimerstraße 55,- sowie die Mitglieder des Vereins der jüd. Kriegs- und K. •.. Z,-Invaliden. Darüber hinaus können alle Gemeindemitglieder und deren Verwandten, soweit, Platz vorhanden, an der Fahrt teilnehmen. Für Musik und Unterhaltung ist gesorgt, äuch hat das Schiffein Restaurant an. Bord. Da der Dampfer zwei; Stunden nach der Abfahrt aus Köln in Bonn nochmals anlegt, haben die Nachzügler oder alle Glaubensgenossen aus Ö[em Siejkreis, Bonn und. Eifel Gelegenheit, an der Fahrt teilzunehmen. Alle, sind afis Gäste "Willkommen.’ Die genaue Abf ahrtszeit wird noch bekanntgegeben. Der Kartenvorverkauf hat begonnen, es können Karten an der Kasse gekauft, aber auch schriftlich bestellt werden. Alle Abschriften sind zu richten an Karl Lichtenstein, Köln-Riehl, Amsterdamer Straße ,193 oder Telefon 7841p. *' Alle jüdischen Künstler oder solche, die sich, dazu berufen fühlen, werden gebeten, Ihre Anschrift an obige Adresse zu geben, um an der Fahrt teilzunehmen und bei der Unterhaltung mitzüwirken. , In der 1. Versammlung hatten wir das Vergnüge®, den Chef-Rabbiner der britischen Zone, Dr.' Hel^gott; in unserer Motte begrüßen zu dürfen. Er richtete herzliche Worte an seine jugendlichen Zuhörer und nahm dann' die Gelegenheit wahr, mit den einzelnen ■ Mitgliedern zu sprechen und deren Meinung zu hören. Auch'Maccabi Moritz Goldschmidt richtete aus Anlaß dieser Generalversammlung herzliche Worte an uns, er mahnte uns zur Zusammenarbeit und Einigkeit im Sinne Maccabis. Beide Herren erhielten reichen Beifall. Zpm Schluß stiftete der S. C. Maccabi für einen Thöraschmuck. dem Kulturdezemat RM. 700.— Die Fahrt unserer Fußballmannschaft nach Berlin wurde auf den 13. 7. 1947 verlegt. Am 29. 6. 47 spielten wir gegen die starke Spielvereinigung von 1930 trotz Ersatz 1:1 unentschieden. Bravo! Bravo! der S. C. Maccabi, Karl Lichtenstein, 1. Vors. Bonn Eckernförde Zum zweiten Mal hielt am 5. Mai die Jüdische 'Gemeinschaft. Eckernförde eine Trauer- / sLunde am Grabe ddr verlorenen Schwestern und Brüder ab. Die Vertreter der Jüdischen. Gemeinden Schleswig-Holsteins, wie auch der' Präsident des Rates der Jüdischen* Gemeinden in der Britischen Zone Deutschlands,; Norbert .Wollheim, sowie Vertreter der Behörden und •politischen Parteien waren anwesend.- Nach dem „Iskur“ des Chawer. Chaim Ccidberg aus Kiel, . fandL die Niederlegnng üer Kränze am Grabe der 22 jüdischen: Opfer des Naziregimes1 statt. Die Ansprachen des-..'Präsidenten Norbert Wollheim sowie des Vertre- Am 15. Juli vollendete das Mitglied unserer Gemeinde Frau Mathilde Dardenne in geistiger und körperlicher, Frische ihr 80. Ler bensjahr. Sie verbringt ihren Lebensabend kn Bad Godesberg, nachdem sie drei Jahre im Konzentrationslager- Theresienstadt war. . / Am 16. Juli vollendete Frau Helene. Leib, welche '\ alte Düsseldorferin ist, in geistiger und körperlicher Frische das 84. Lebensjahr. Sie 'war ebenfalls -drei Jahre im Konzentrationslager Theresienstadt und ist,' abgesehen von kleineren Beschwerden, die das Alter mit sich bringt, sehr rüstig, Außerdem ' vollendete Frau Emmy,Wiening am 19. jlili das ,70. Lebensjahr. der erste Vorsitzende Richard Hirschfeld die Anwesenden begrüßt hatte legte er die Gründe dar, aus Reichen die Versammlung einberufen wurde. Er führte aus, daß es eine unbedingte Notwendigkeit sei,. unserer Jugend Gelegenheit zu geben, wenigstens einen Teil von dem nachzuholen, was sie in den vergangenen Jahren versäumt hat. Es soll jede Woche' für die Jugend und auch für die älteren Unterricht in der hebräischen Sprache erteilt werden. Unser Gemeindemitglied, Simon Blecher, Iserlohn, hat sich bereit erklärt, diesen Unterricht zu leiten. Josef He»rtz und Werner Jakob wurden damit beauftragt, die Verbindung mit dem Kulturdezernat in Düsseldorf * aufrächt zu erhalten, außerdem - wurden noch weitere Mitglieder bestimmt, die sich in besonderem Maße der Pflege von Literatur, jüdischem Wissen, Geselligkeit und Sport widmen sollen. R o z y n e unterstrich in seiner Rede ganz besonders dje Notwendigkeit, sich auf die Auswanderung , vorzubereiten, da für die Jugend in Deutschland doch nichts mehr zu. erhoffen sei. Er betonte vor allen Dingen, daß es zweckmäßig wäre, sich sofort für eine Auswanderung'nach Palästina zu melden, denn alle andreren Auswanderungen würden nur einen Umweg bedeuten. * Die interessanten Ausführungen des Redners fanden .. lebhafte Zustimmung, und es ist zu erwarten, daß diese Versammlung dem jüdischen Leben ip unserer Gemeinde einen großen Auftrieb geben wird. Es wurde noch beschlossen, im Monat August ein Sommerfest für die Jugend zu veranstalten. > ' '. ‘ ' giösen Abteilung des American Joint erbaut. Der Leiter des AJDC, Rabbi Shapiro, übergab die, Synagoge der Gemeinde Wolf ratshausen, und- Rabbiner Lejzerowskl aus München hielt die Weihepredigt. Die Festrede hielt Dr.' Auerbach. Beihi anschließenden Festessen sprach nochmals Dr. Auerbach, wobei er scharf’ gegen die letzten Erscheinüngen; des Judenhasses und gegen Diskriminierungen Stellung nahm.? •' I. Ingster. Pöcking Krefeld Ara 30. Juni versammelten sich die Gemeindemitglieder, um einen Vortrag'von Rabbiner Asher, Melbourne, zu hören. Der Vorsitzende, Fritz Leven, begrüßte Rey. Asher und sagte, daß die Gemeinde das erstemal hach dem Kriege Gelegenheit habe, einen Rabbiner zu hören. Rev. Asher förderte in seinem 'Vortrag die Gemeindemitglieder auf, das religöse Leben „ in der Gemeinde neu aufzunehmen. Es sei verständlich, daß nach so vielen Jahren Leid und Pein in Deutschland fast alle Juden nur den einen Wunsch haben, so schnell als irgend möglich dieses Land zu verlassen. Wir sehen aber, daß die Auswanderung nicht von heute auf morgen geht, weshalb wir hier vorläufig eih jüdisches Leben führen müssen, damit, wenn wir einmal ins Ausland kommen, wir uns in ein jüdisches Gemeindeleben einfügen können. Er bat, alles zu tun, um den Namen Judu; vhjrdig, zu; tragen,,-oJud§. i§t;Jriichi dpr,. den Hitler., gezwungen hat, einen gelben Stern mit der Aufschrift .„Jude“ zu tragen, sondern der, der dein, Glauben hat. ' ’’ Rev. Asher versprach im Namen der liberalen jüdischen Gemeinden im Ausland weitgehendste Hilfe, auf religiösem Gebiet. Nach dem Referat entwickelte. sich eine Diskussion, an der verschiedene Gemeindemitglieder teilnahmen. Das Kulturdezemat Düsseldorf war. durch Tyrkeltaub vertreten, der die Versammelten auf rief, parallel mit dem religiösen Wiederaufleben auch das des nationalen und kulturellen Lebens wieder aufzunehmen. Es wurde beschlossen, die Vorschläge von Tyrkeltaub bei der nächsten Versammlung auf die Tagesordnung zu setzen. München Hagen i. W. Die, jüdische Kultusgememde für Hagen und ‘Umgebung hatte für den . 27. Juni ihre Mitglieder zu einer Versammlung eihbetufen, um die Betreuung d?r Jugend in reliliöser und kultureller Beziehung zu organisieren. / Auf Wunsch unserer .Gemeinde hatte sich Rozyne vom Kulturdezernat' bereit gefunden, einen Vortrag'zu halten außerdem konnten wir Ftl. Hertz von der HIAS Düsseldorf bei Uns begrüßen. Es waren ungefähr 60 Gemeindemitglieder unserem Rufe gefolgt. Nachdem Am 7. Juli tagte im Münchener - Schauspielhaus die „Agudath Harabanim“ der, Amerikanischen Zone. Zu der Konferenz waren zahlreiche Rabbiner von allen Städten und. Lagern' erschienen. Bei der feierlichen Eröffnung der Tagung waren anwesend:. Der Öberkommandierende der US-Streitkräfte in Europa, Gen. Lucius D.. Clay, Botschafter Murphy, Jewish , Adviser Rabbi Philipp Bernstein, Chpf der Bayerischen " Militärregierung Gen. Walter Müller, Kultusminister Prof. Hiindhammer undStaatskommissar Dr. Auerbach. Außerdem wären sehr viele Feldtabbiner? Vertreter der AJDC, der Zentralkomites und ariderer Ogahisationen anwesend. . - In seiner Begrüßungsansprache führte Gen. Clayu. a. aus, daß solange Juden in der amerikanisch besetzten Zone leben würden, werden sie den Schutz der Armee genießen können. Rabbi Bernstein, der in Kürze nach Ame- * rika zurückkehren wird, versicherte die Anwesenden, daß . er auch weiterhin für die Juden in Deutschland arbeiten Und wirken würde. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß' in der Lage der verschleppten. Juden in aller Kürze eine Wendung zum Bessern eintreten würde. . '' « . . . Staatskommissar Dr. Auerbach betonte di.e große Ehre,., die Gen. Clay , durch seinen, in den letzten Wochen schon zweiten, Besuch den Juden in Bayern erwiesen habe. Nachdem er auf. die große Bedeutung, dieser Tagung hingewiesen hat, wünschte er der Konferenz Erfolg in ihrer Arbeit. I. Ingster. Ara 6. Juli wurde in Wolf ratshausen in einer schlichten, aber sehr eindrucksvollen Feier die Synagoge eingeweiht. .Neben den Vertretern der Stadt- und Kreisverwaltung waren Vertreter ' aller Parteien,; . der KZ-Betreuungsstelle und Staatskoihmissar Dr. ’A ü e r - b.aeh als Ehrengäste erschienen. Die Mil.-Reg. war'-durch den Stadtkommandanten vertreten. Die Synagoge /wurde unter Mithilfe der reli¬ In der früheren Kiesgrube von Pöcking erhebt Sich ein Würdevolles, schlichtes Denkmal: Ein' Obelisk, der an seiner Spitze abgebrochen und dessen zackiges Gestein gen Himmel ragt. Unten befinden sich, die Inschriften in allen Sprachen, an den Seitenwänden sieht man die Namen von 200 Opfern1 aller Nationalitäten, aller Konfessionen. Davor ein Altar, zwischen den Kerzen das ewige Bild des Erlösers cler Menschheit. Auf der anderen Seite die Empore für die Geistlichen, der jüdischen Religion und zwischen den .Gräbern das Rednerpult, schwarz umflort.. Trauerweisen des Orchesters leiten die Feier ein, und als erster besteigt Rabbiner Mei s eis, der Vorsitzende des Jüdischen Komitees und gleichzeitig Vorsitzender des Denkmalausschusses, die Tribüne. Ihm ist es zu danken, daß dieses Denkmal zustande kam. Alle Redner der politisch und rassisch Verfolgten, der Landrat und Bürgermeister, zollen ähm Dank. Alsdann besteigt Ländrat von Griesbach das Rednerpult, urh in anerkennenden Worten der Denkmalsleitung zu danken und die anwesenden Ehrengäste zu /begrüßen'. Namens des Bayerischen Ministerpräsidenten betonte Staatssekretär Dr. Ank.ermüller die Bereitwilligkeit der Bayerischen Staatsregierung, für die Opfer des Faschismus alles zu tun, was die Anständspf licht unddie Pietät verlangen. Er unterstreicht die Tätigkeit^ die die Bayer. Staatsregierung durch das Stäatskom- : missariat für rassisch, religiös und politisch Verfolgte auf diesem. Gebiete ausübt. Vertreter der Militärregierung, der UNRRA und des American Joint Distribution Committee begrüßten die Anwesenden. Die Enthüllung des Denkmals wurde durch den Staatäkommissar für rassisch, religiös und ‘politisch Verfolgte vollzogen. Nach der Enthüllung des Denkmals kam er in . längeren Ausführungen auf das Los der rassisch und politisch Verfolgten zu sprechen,; „Angesichts dieser 200 Toten, die hier der . kühle Rasöh deckt,“ rief der Staatskommissär, . „erklären wir' politisch urid rassisch' Verfolgten. ^4-.; ^vfr können keihe Räche und keinen verlangen Gerechtigkeit und ^|r verlangen eine1 Wiedergutmachung im wahrsten Sinne des Wortes; nicht in Mark und Pfennig allein, sondern durch die tatsächliche Reue* die diejenigen an den Tag legen sollen, an deren Händen das Blut unserer ermordeten Brüder und Schwestern klebt.“ - : Französische Zone Das Zentralkomite der befreiten Juden in der französischen Zone in Gemeinschaft mit dein Palästina-Amt, veranstaltete am. 20. und" 21. Juni eine Palästifta-Kuhdgebung in Konstanz. Zu diesem Zwecke weilte hier der Leiter des /Palästina-Departements , in der amerikanischen' Zone, Kurt Goldmann. Am Abend des 20. Juni sprach Kurt Goldmann bei einer Internen Besprechung über Ali jahf ragen und ähnliche Dinge . zu den Delegierten in der französischen . Zone. Robert Wieler, Leiter; des Palästina-Amts in der französischen Zörie; begrüßte Kurt Goldmann und betonte bei dieser Gelegenheit die ' besondere Notwendigkeit der Fragen der Alijah in der französischen. Zone. Es wurde nachher eine Älijahkommission gewählt, die in Konstanz ihren Sitz hab^i wird und alle diese Fragen regeln wird. Am Schluß seiner interessanten Berichte aus Erez Israel fand ein Essen statt, und ' gemütlich wurde nachher über alle diese für uns so Wichtigen Lebensfragen gesprochen. Am Samstag um 15 Uhr, fand dann im großen Saal der jüdischen Gemeinde die angekündigte Palästina-Kundgebung -statt Robert Wieler eröffnete die- Kundgebung, welche von allen Gemeinden stark besucht war und erteilte dann das Wort dem Redner Chawer Kurt Goldmann aus München. Chawer Goldmanh berichtete aus Palästina, von wo er vor kurzem zurückkehrte, sehr eingenhend. Er führte uns in seine mit Beifall unterbrochene Kundgebung quer durch das jüdische Leben Palästinas. Er Sprach offen über diegroßen Schwierigkeiten aller Art, im Lande und im besonderen über den großen Kampf unserer Brüder und Schwesten drüben für uns, um uns in unserer Heimat 'eine neue Lebensmöglichkeit zu 'schaffen. Es besteht für die Zukunft die Möglichkeit, wie der Redner, sagte, die französische Zone auch mit Zertifikaten zu versorgen. Diese Arbeit wird jetzt einge-i leitet und wird genau so unsere Zone, wie alle anderen Zonen; berücksichtigt werden. Aber bis zum Zeitpunkt einet Alijah und für die-weitere Zeit fordert^ der Redner' eine intensive zionistische Arbeit und im ganz besonderen die K. K. L.-Arbeit zu aktivieren'. In der. amerikanischen'- und britischen Zone, so sagte der Redner, sei bereits ein sehr starkes aktives Ansteigen der K. K. L.-Arbeit zu verzeichnen, was hier besonders notwendig ist und der Alijahkommissidh *ans Herz gelegt wird. Mit dem Gesang der Hatikwah endigtedie Palästina-Kundgebung, welche bei allen Anwesenden starken Eindruck1 hinterließ. Ho. i \ /