Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-07-20 · 8 (20.7.1947) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
8 (20.7.1947)
Date
1947-07-20
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9498581-9498587-9504378--398-9498438
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2., Jahrgang — Nr. 8 JÜDISCHES G1MEINDEBLÄTT FÜR PIE BRITISCHE ZONE 20, Juli 1947 — gelte II Nicht Neo-Antisemitismus, sondern alter Judenhass Die Jüdische Bevölkerung Deutschlands wird in der letzten, Zeit Von einem Gefühl der Unruhe beherrscht, das seine Ursache'in dem verstärkten Antisemitismus '. hat. , Die Tatsache, daß auf der Tagesordnung der Weltpolitik die Frage, eines, einheitlichen großen Deutschlands behandelt wird, verstärkt noch die Sorge der 150 000' Seelen zahlenden jüdischen Gemeinschaft in Deijjtschland. ' ■ ' Die jüdische Presse in Deutschland nannte die neue, Welle des. Antisemitismus * in Deutschland „Neo-Antisemitismus“ - und behandelt-'diese , Erscheinung vom reih jüdischen! Stand-, punkt pus, ohne die chronische geistige’ Krise, die sich in dem infizierten deutschen Organismus abspielt, dabei, zu, beachten,. Ich' möchte alle die Freunde, die die alte deutsche Krankheit „Neo-Antisemitismus“ nennen, einmal f rägen, ob sie das AbsJerben des alten Antisemitismus in Deutschland tatsächlich gesenen ha-; ben,. wie groß die Pause zwischen dem „alten“ und clem „neuen“ Antisemitismus' war- und seit wann eigentlich die Aera des, „fteoantisemitis* mus“ dauert. Keiner der Juden,. die seit dem ersten. Tage nach der Befreiung in Deutschland leben, hat . eine Unterbrechung dieser deutschen Krankheit wahrgenommen! Gewiß, . unter dem strengen - Auge der Be-, satzufj^smacht kam — vielleicht — der Antiserhitismas in Deutschland äußerlich vom Zeit »zu Zeit nicht stark zum Ausdruck, Aber jeder von uns wußte im Laufe der letzten zwei Jahre, daß im Inneren des deutschen Organismus dieser giftige Bazillus weiter bequem lebt und .sich, verbreitet. Schon in den ersten Monaten nach der Befreiung erhielten Leiter jüdischer Zentren Drohbriefe von den Deutschen, antisemitische Plakate erschienen hie und . da, der tragische. Fäll ,von -Stuttgart-ist. noch jedem gut im Gedächtnis, Schändungen von jüdischen Friedhöfen sind. noch jetzt 'an der Tagesordnung und ' die scharfen Räube'rblicke begleiten uns seit dem er ten Tage (der Befreiung. Wir können Hunderte?-«i. Tatsachen aufzählen, die Volkes kam es zu keinem Umbruch und daher kohnten wir keine Reue sehen oder hören —- es. zieht sich vielmehr weiter die alte germanische Kgtte von Reaktion, Chauvinismus und ■Gewalt.. )-1 ■ Jetzt geht die Macht in Deutschland teilweise* auf die Deutschen selbst'über.- Die alten bösen Geister .kriechen, aus* den Löchern heraus, und deshalb fühlen wir den verstärkten Antisemitismus, .der nur eine Begleiterscheinung der alten gesellschaftlichen. Reaktion ist, :'dieses' Komplexes, der im deutschen Organismus tief verwachsen ist und der ..im Laufe von' zwei Generationen nicht hur uns Juden, sondern die ganze Welt nicht zur Ruhfe kommen läßt. Der Antisemitismus ist nur das Signal, das uns zeigt, -v/ie weit schon die Wirkungskreise des blutdürstigen deutschen Gottes, 'der über die Herzen und Gehirne .der Deutschen herrscht,. reichen. Und wenn wir die Menschheit vor einer neuen Katastrophe bewahren wollen, muß das deutsche Problem breiter und tiefer behandelt werden, nicht nur vom jüdischen, sondern vom allgemein-menschlichen .Standpunkt. '■ \'. ■. Das Gift des deutschen Geistes, der Germanis- Vrhus und Chauvinismus, rüstete sich in den letzten Generationen gegen viele. Volker, besser gesagt, gegen die ganze., Welt. Was Germanismus bedeutet, bekamen im letzten Kriege auch die Polen, Tschechen, Jugoslawen und '.andere Nachbarn zu spüren. Welche Gefahr es für die Welt gewesen wäre, wenn Deutschland gesiegt hätte, ist schon der ganzen. Welt .bekannt. Der Antisemitismus war und ist für die Deutschen ein Mittel zur Welteroberurtg, zum Besiegen Und Vergewaltigen der ganzen Welt.. ■ ’ ’■ . ’ Aus imperialistischen Gründen vergaßen die Sieger nach dem ^ersten Weltkriege sehr schnell die Taten der Deutschen und deshalb kam nochi in unserer Generation die zweite grqßd .Weltkatastrophe. Heute wiederholen sich die gleichen Fehler, man will wieder schnell, die Vernichtungspläne ‘des< Germanismus ver-J chen. Der deutsche Geheralstab mit Hihqenbürg und Ludendorff än der Spitze verlangt von der deutschen Kaiserregierung schnellste Friedens Verhandlungen. Eri will den vollständigen ' Zusammenbruch der - Armee und den Einmarsch der Alliierten in Berlin verhindern. Deutschland kapituliert. * Aber sofort nach der Kapitulation und dem, Friedens vertrag beginnt .die militärische - Clique — die ihre Schuld verdecken und ihre Machtposition retten will ~ mit Verleumdungen- und Provokationen, um andere für die nationale Katastrophe verantwortlich zu machen, an der nür sie allein schuld sind. Die reaktionären, , Kräfte Deutschlands fälschen historische Tatsachen. So wird z. B. das Gerücht verbreitet, ® daß Deutschland den Krieg nur wegen des Verrates der inneren Front verlor, daß die große deutsche Armee unbesiegbar und von keiner Macfit der Welt zu sJhlagen war. Sie propagierten den Gedanken, daß die demokratische!!! und sozialistischen Kräfte die Verantwortung für die Niederlage tragen, da sie der preußischen Armee feinen Dolchstoß frt den Rücken versetzten und daher. die letzte Armee kapitulieren mußte. Mit diqser verbrecherischen und ^lügnerischen Propaganda stellten sich . die chauvinistischen Kräfte das Ziel, alle reaktionären Kräfte in Deutschland zu organisieren und den eingebildeten preußischen Hochmut in leere deutsche Frechheit zu stärken. Im Dienste dieser bösen Ziele zeichneten sich nicht nur die. Offiziersklasse, sondern fast die ganze deutsche Intelligenz aus .” vom Professor und Dozent der Universität bis zum einfachen Volksschullehreh, das gesamte Beamtentum und. alle führenden Schichten dos gesellschaftlichen Lebens, die immer wieder die Vergangenheit. auf leben! lassen wollten und gleichen Geistes waren, wie viele Generatibhen früher! die wilden Teutonen und Germanen.! *• Auf solchen Wegen und mit solchen Mitteln wollte die deutsche Elite die zerbrochenen deutschen Nationalgefühle und -Würde heilen. Die Masse der Deutschen glaubte und ließen sich von dieser Elite führen^ .weil diese reaktionären Ideen ihnen nahe und ihrer Mentalität angepaßt .waren . . . * "v T E X TILWAR E N DÜSSELDORF —KÖNIGS ALLEE 60 ,Ji ■’& FERNRUF 15860 beweisen, daß in den breiten und tiefen Schichten der deutschen Bevölkerung' der Antisemitismus auch nicht kurze Zeit auf hörte und. darüber hinaus keiner von uns die mindeste Spur eines Bedauerns für’ die an uns begangenen Verbrechen wahrnehmen. konnte. Wir können auch während dieser, ganzen Zeit nicht feststellen, daß seitens der jetzigen an-' geblich geistigen Elite Deutschland etwa, unternommen wurde, um diesen giftigen Bazillus zu bekämpfe)! oder gar den deutschen Organismus davon zu befreien. Im Gegenteil, jede kleinste.' unverantwortliche Tat eines Juden wird von den Deutschen breit kommentiert und als Beweis der Berechtigung der nazistischen . Maßnahmen gegen die Juden benützt. Die antisemitische Pest arbeitet weiter .in Deutschland, aber in unterirdischen Kanälen, sie lebt unter einem gewissen Druck, springt aber auch auf . die Oberfläche, ihr Gift: in Deutschland und auch weit über seine Grenzen ausbreitend. < Ich halte es für meine Pflicht, einen Auszug aus einem Brief eines deutschen Volksschullehrers' ari mich zu veröffentlichen; - ( &■ ' %' „Ich lese die lateinisierte jüdische Presse in, Deutschland speziell die „Landsberger jüdische Zeitung“ und wundere mich, , warum Eure Artikelschreiber den . alten Antisemitismus in Deutschland' „Neoantisemitismus“ nennen. So schmerzhaft es für mich - als Deutschen ist, muß ich Ihnen aber trotzdem sagen, daß der Antisemitismus; in Deutschland nie aufgehört hat und daß wir Deutschen, auch vom zweiten großen.Zusammen-; : bruch-nichts gelernt haben. Es graust mir; vof dem großen Sumpf, und den brutalen Geschöpfen,, die mich, umgeben.“. Das schreibt ein deutscher Lehrer, . der bestimmt die Verhältnisse in Deutschland ' und die Denkart seiner Mitbürger kennt. Im Laufe; der letzten zwölf Jahre Hitler-Aera Wurde der •Antisemitismus'zu den „10 Gebotep: des neuen Deutschlands.“ Bach! dem Zusammenbruch , des dritten. Reiches haben die Deutschen ihre Gebotetafeln — wp die gleichen Worte standen, wie in der Bibel, nur statt des Verbotes „Du sollst-nicht“ ein G e bot — keinesfalls zerbrochen* „sondern in; üh- ' beschädigtem .Zustande in . den Katakomben Deutschlands verwahrt. Kßider dqr Deutschen hat in den verflossenen zwei Jahren Initiative aufgebracht oder Mut gehabt, den Herzen der Deutschen die alten. Worte Gottes, nahezübrin-. gen. Die Glocken der deutschen, Kirchen und Klöster klingen ihren 'altert*Kfang. Deütsche beten zu Gott' mit derselben. Gleichgültigkeit, wie in den Zeiten, da man in den Krematorien Millionen Unschuldige1 ' verbrannte. Die Geistlichen predigen in demselben bekannten Stil, ohne die gewaltigen Sünden, die das’deutsche Volk auf und in sich trägt, zu erwähnen. In dem Fühlen ■ und Denken des deutschen gessen, man spricht'schon über einen' Frie-{ Es würde den Rahmen eines Zeitungsartikels dettsverträg ’ mit Deutschland, wenn die' Wurzeln des . bösep chauvinistischen, teutonischen Geistes noch nicht ausgebrannt sind und noch tief in den Seelfen der Deutschen stecken. , Aber wir, die in den Jahren der. Weltvernichtung die Millionen deutscher Massenmörder ohne friedliche Maske sahen, die das Tierische und Brutale fühlten, müssen die Welt warnen und auf die großen Nester, der Urtmenschlichkeit, die noch tief, versteckt in Deutschland sind, hinwfeisen. Wir müssen das deutsche Problem in seiner ganzen Breite, und Tiefe auseinandersetzen, weil wir Deutschland generationenlang beobachteten. Wir kennen die Deutschen am besten, wir haben alles gesehen, Deutschland,, seine Menschen und ihre Behändland während des ersten Weltkrieges, in den Zeiten der Weimarer Republik, in den Nazizeiten und; auch jetzt nach» dem Zusammenbruch des dritten Reiches. Um sich die Gefahr,’die der Menschheit droht,, wenn das Deutschlandproblem wiederum nicht gründlich und . vernünftig behandelt und gelöst wird, . klarer und verständlicher zu.machen, erscheint es „notwendig, unsere Aufmerksamkeit zwei wichtigen;, charakteristischen Momenten im Staatsle^en Deutschlands in unserer Zeit zu widmen und sich damit vertraut, zu machen, wie das deutsene* gesellschaftliche Leben nach dem ersten und zweiten Zusam-, mfenbruch reagierte*, wie die verantwortlichen Führer in schweren'Tagen, handelten! Das wird uns' die Möglichkeit geben, 'einen tieferen psychologischen Einblick in die Struktur des berühmten „deutschen Geistes“ zu haben und wird ein Licht auf die Beziehungen des zivilisierten und angeblich kulturellen deutschen Volkes zu unseren menschlichen, ethischen Gründlehren werfe-?. * November 1918. Deutschland ist verhungert und wirtschaftlich vollständig ruiniert. An den , Frönten steigt die große Uebermacht der alliierten Kräfte von Tag zu Tag. Nach einem vierjährigen Krieg , an zwei Fronten sind die deutschen» Armeen müde und erschöpft,, An, der; Westfront operieren die Alliierten mit neuen, technisch mqdern bewaffneten Millionen-Armeen, die ununterbrochen von Amerika nach Europa strömen. Die Verbündeten Deutschlands verlassen einer, nach dem anderen diesen Bund, schließen separate Frieden. Die deutsche Front im Westen ist durchbroüb'ersteigen, zu schildern, wie schwer dev Kampf der Weimarer Republik mit den Reak» tionären war. und Welche verbrecherischen Mittel " die , letzteren an wandten, ■ ‘ wie z. B- Mord, Lügen, Heuchelei und Korruption, um die Republik zu untergraben und zu vernichten .. ' Wenh man die Prozesse der „großen Männer“ Deutschlands beobachtet und analysiert,1 dieser Schriftsteller, Kühstlef, Musiker, .Professoren und Staatsmänner wie* .alle vor den Spruchkammern wie aus einem Munde erklären, garte 4 frei von der großen Sünde zu. sein,* dann graust es einem und 'vor den Augen "öffnet sich; fin tiefer Abgrund. Wenn wir hörffn; wife gleichgültig, sie über ihre Verbrechen und das . Meer von vergossenem Blute sprechen, wenn wir, sehen, wie Tatsachen über Raub, Mord und Verbrechen verdeckt und gefälscht werden, wie alle* Mittel gut sind, um’ sich nur äußerlich von der schweren Schuld zu befreien, die auf jedem Einzelnen lastet, * dann wird uns klar, welch schweres und verwickeltes Probleme Deutschland darstellt. Langsam und leise', durch verschiedene Entstellungen und Protektionen begürfstjgt, kommen alle bösen Geister wieder in das gesellschaftliche Leben Deutschlands und verbreitendort das Gift, das sie in sich tragen ... Und damit erklären sich.,wieder einmal pie deutschen Einstellungen zu der Welt und das nochmalige. Spielen der Rolle des Mißhandelten zu der Jetztzeit, trotzdem einzig und allein Deutschland an der Verarmung und Vernichtung Europas schuldig ist. , ’, - Auch in den Beziehungen der Siegerstaaten zu Deutschland wiederholen sich die gleichen Fehler. - Wegen einer neben Vermessung der Weltmächte und Politiktreiberei wird - in Deutschland der „Tisch nicht sauber gemacht“, Schimmel und Verfaultheit nicht mit einem eisernen Besen ausgefegt. In der Entwicklung des jetzigen Deutschlands sehen wir dieselben bösen Zeichen, die?um Untergang der Wei- , marer Republik führten, . t> . Wenn die Sieger mit einer festen urid gerechten Hand „dieses Gespenst aus dem Herzen Europas nicht vertreiben, wird früher oder später Europa und die ganze Welt eine * neue Katastrophe erleben, viel größer und gefährlicher als die des*Jahres 1939. (Jüdische Zeitung). 10 Einer unserer Le^er, A, Steilberg,er aus Karlsruhe übersendet uns einen Artikel, der am 26. Dezember 1937 in der „Jüdischen Rundschau“ (Berlin) erschienen ist. Wir bringen diesen Artikel-’vollinhaltlich. ■ * ■ ' - D. Red. * ■ . t „Dramatische Szene m Genf <« . ob das Jüdische Volk die Eignung zur ‘ •* Staatsbildung besitzt. Im August d; J. wurden in der Mandatskommission in Genf, ’ worüber die „Jüdische Rundschau“ ausführlich berichtete,, die mit .d;em Peel-Bericht zusammenhängenden Fragen .eingehend erörtert. Es dürftevon Interesse, sein, einige, Stellen, aus deri. Verhandlungen (entnommen einer. Veröffentlichung ’ des Zioni-' stischen Zentralorgans. „Haolam“) wiederzu- ' geben, lieber die oft auch in jüdischen Kreisen diskutierte. Fragte, ob das jüdische Volk zur Staatsbildung reif ist, sagte der englische Kolonialsekretär Ormsby-Gore folgendes: : ' „Uns Engländern haben ’die Juden - den Disraeli gegeben, ynd welchen Wert, dieser Mann für;die gesamte’ Weltentwicklung gehabt hat,' ist Ihnen allen bekannt. Die Juden haben uns das . Gepräge für Staatsmänner in Indien geliefert und wir alle in England sind voll des Dankes für den Segen, den wir von den -Juden durch ihre Begabung für die Staatsführung gehabt haben. Nicht, einen Moment bin ich m dieser Sache im Zweifel und darum erkläre ich - es in voller Bestimmtheit: Der Judenstäat wird eines von den neuen Weltwundern sein und diese alle noch üßerragen. . Er wird beispielgebend seih/ durch die vitalen Kräfte, welche . ihm innewohnend ‘ Im Zusammenhang dämit tauchte''eine zweite „Frage auf./Ob die Judemm Erez Israel etwas Von Strategie verstehen werden, nachdem sie doch nirgendwo eine'' militärische Erziehung genossen haben und' ferner, ob die Juden sofort. imstande sein werden, ihre militärischen Aufgaben' richtig zu erfüllen. Auf diese Frage antwortete Ormsby-Gore indirekt. Als die Erörterung, der Unruhen des ' Jahres 1936 an die, Reihe kam, und als das Kapitel Tel Aviv und die, Sturmeszeichen am Vorabend der Unruhen infolge Ermordung von drei Juden auf der Landstraße besprochen. wurden, d. h. die sogenannte „Erhebung“ der jüdischen Jungmannschaft, um an der Stadt Jaffa ein Strafgericht zu. vollziehen, da hat Ormsby-Gore ausgeführt, und hat es wiederholt unterstrichen, daß dis gedächte „Erhebung“ nur durch das Dazwischentreten der zionistischen Führer •, damals verhindert' worden ist. Deren Standpunkt»war; sö: „Wir bekämpfen das, arabische Volk als' solches nicht. ’ Es.; entspricht nicht unserer Ehre als Nation, . einer terroristischen Bande auf seine Art und mit seinen Mitteln zu antworten*' Bei» uns besteht nicht die Bittender Blutrache.“ Hiermit' wollte Ormsby-Gore das kulturelle Niveau und den starken Sinn für. Diszipliii b®?.-: zeichnen, die im jüdischen’ Lageri krischend: gewesen sind. *In der Mandatskommission jst, nunmehr sichtlich die ' dramatische- Spannung gewachsen und der Delegierte .Japans, Sakenöbe, richtet jetzt anc den Minister die Frage; „Und was wäre geschehen, wenn . die zipnisti-. sehen’ Führer"diese^rhebung nient, verhindert hätten?“ „Dann wäre' die Stadt Jaffa 24 Stunden in den Häiiäem der Juden gewesen.“ Hier warf der holländische Vertreter Van. Asbeck ein: „Auch gegen/ (den Willen der englischen ,Streitkräfte?“ Worauf der Minister antwortete; „Jawohl, auch wenh die englischen Streitkräfte dagegen gewesenwären.“ . Das veranlaß te den Vertreter Norwegens zu der Frage: „Befinden sich denn in den Händen der Juden soviel Waffen?“ 'Der englische Staatssekretär gibt hierauf zur Antwort: „Bei . den Juden ist ihre Haltung nicht von ihrem - Waffenbesitz, Sondern von ihrem' Glauben diktiert. Dazu kommt ihr Heldensinn, ihre, Geisteskraft und ihr nationaler Verteidigungswille. Die sind alle zusammen noch, viel wichtiger, ^als Waffen.“ Ormsby-Gore hat seine Anschauung noch weiter dargelegt: ,,Sie dürfen nicht vergessen, v/as Palästina für die Juden zu bedeuten hat. Es ist eine von ihren Lebensadern,. und daran hängt ihre Fortexistenz, als ein Volk, trotzdem sie .heute unter andere Völker und Staaten zerstreut sind. Au^h darf Ihnen .nicht ver-* borgen sein^ was Juden, die nach Erez Israel zurückkehren, in das Land mitbringen. Zwei Punkte will ieh in den Vordergrund rücken. Der» Jude, 'der zurückkehrt, empfindet in der Tiefe seiner Seele, daß. er letztlich das erreicht hat, was er alle seine Lebenstage erstrebt hat.. Jetzt ist er schließlich doch noch errettet worden aus den tausendundein Plagen der Galuth. Wer .also diesen seinep Sicherheitshafen antasten wird, in welchen er nach einer Fahrt von vielen Geschlechtern auf eine1* . stürmischen See der jüdischen „Not gelangt ist* gegen den wappnet er sich mit einer .heldischen Gesinnung, die ihresgleichen nicht hat in irgendeinem Volke und bei irgendeiner Nation in der Welt. , .. - Ein Zweites; geleitet den Juden, der ins Land kommt: das ist sein Erfährungsgut, die Schulung, die er bei 'allen Völkern und in allen Ländern des, Erdrundes erlangt hat, das, will sagen, die schnell begreifende jüdische Klugheit Es' bedeutet noch ein anderes,. eine Strategie, die es weiß, wie man mit dem Feinde urhzugeheü hat Nicht die Waffe ist bei den Juden das., wichtigste Erfordernis. Ich, bin (Fortsetzung siehe nächste Seite) imsKoa Postscheckkonto: HANNOVER 11169 fcomrfianciit- Gesellschaft GeorgstraBs 27, II. Eig, HANNOVER Draht: Löhrbonk,Hannover Erledigung sämtlicher bankmässlgen Geschäfte Rüf: 217A5/4©, 24471 POST F A C H 353 Reichsbankgiro; 27/47

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.