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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-07-20 · 8 (20.7.1947) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
8 (20.7.1947)
Date
1947-07-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Norbert Wollheim Josef Roseusaft 1. Vorsitzender des Ra-es der jüdischen Ge* 1. Vorsitzender des Zentral komites der be/ meioden in der britischen Zone freiten Juden in der britischen Zone Aufriß der inneren Arbeit Gemeinden und Komites Bei dem am 25. September 1945 stattgefunaenen ersten Kongreß der. befreiten Juden in der Britischen Zone konnte» festgestellt werden, daß sich da und dojt einige unserer Menschen zu Gemeinden zusammengefunden hatten. - Im wesentlichen gab es . die sog. D. P.- Lager, in denen sich Komites bildeten, .um eine einheitliche Linie in der jüdischen Arbeit durchführen und organisatorisch wirken zu können. Heute -haben wir in der Britischen Zone 50 Gemeinden und 14 Komites.' In den verflos- ■' senen zwei Jahren haben diese jüdischen Organisatiqnen erfreuliche Arbeit geleistet. Sie - haben Schwierigkeiten überwunden, die un-, Überwindlich schienen. Sowohl . die Gemeinden als auch die Komites werden heute von demokratisch gewählten Vorsitzenden, denen eine Repräsentanz beigegebeh ist, geführt. Eine besondere Schwierigkeit war die des Fehlens: der seelsorgerischen Hilfe. Das Zentralkomite erhielt. Anfragen auf Anfragen, in denen der Bitte Ausdruck gegeben wurde, alles zu tun, um Kantoren und Rabbiner aus dem Ausland kommen zu* lassen. Trotz dieser Schwierigkeiten kann heute gesagt werden, daß die Genieinden und Komites von sich aus getan haben, was .im Bereich der Möglichkeiten stand. Die Erlebnisse, die alle Ueberlebenden hinter sich haben, die Entwicklung der Dinge in Deutschland, die Tatsache, daß vqn Seiten des deutschen Volkes öder großen Teilen desselben nicht nur; nichts getan wird, um einen Versuch der Rehabilitierung zu machen, sondern darüber hinaus immer wieder antisemitische Handlungen festzustellen sind, weiter die Tatsache, daß es offensichtlich ist, daß das deutsche Volk'zum übergroßen Teil aus , der verflossenen Zeit nichts gelernt hat, der andere Teil, d. h. der anständige Teil des deutschen Volkes nicht in der Lage ist, sich -durchzusetzen, haben auch diejenigen der befreiten Juden in Deutschland, die dem. nationalen Judentum bisher noch! ferngestanden haben, zu der großen Masse aernationalen Juden geführt. Es kann heute gesagt werden, daß alle Juden der Britischen. Zone” sich über den'Weg, der gegangen werden muß, vollkommen im klaren sind, der Weg, in einem einheitlich geführten Kampf die nationale Anerkennung. zu erreichen' und so zu dem Endziel, der Schaffung eines selbständigen Judenstaates in Palästina zu kommen. Diese mächtige Bewegung, dieses bewußte national-jüdische Denken und Handeln hat den willen zur. Auswanderung aus Deutschland nur noch mehr gefestigt. Die jüdischen Institutionen”, gehen von der Voraussetzung aus, daß es eine Reihe jüdischer Menschen in . der Britischen Zone gibt, * die aus familiären Gründen Deutschland nicht verlassen können oder wollen. Sie denken auch daran, daß ältere Lev,te, sich.mit dem Gedanken der Auswanderung nicht mehr befreunden können und sie deshalb gezwungen sind, ihr Leben hier in Deutschland zu beschließen.: Es wird überall' in der Britischen Zone dafür bereits die notwendige Vorsorge getroffen: es erstanden und ersteheA . Alters¬ und Erholungsheime, die mit viel Liebe und Unter Aufbringung großer Opfer fertiggestellt werden. / ' Die Gemeinden und Komites haben sich ihsofem; installiert, als sie für Betsäie gesorgt haben, sie haben auf Anregung des Zentralkomites unter Mitwirkung derMilitärregierung dafür Sorge getragen, daß die jüdischen Friedhöfe überall dort, wo es möglich war, wieder in Ordnung gebracht yvorden sind. In vielen Gemeinden wurden Gedenksteine und Mahnmale für v unsere sechs Millionen Toten errichtet. Die politische Entwicklung, besonders > in den Komites, nahm einen - besonders interessang Die Mitglieder des »Rates« Von.links nach rechts: Oben Harry Goldstein (Hamburg), - s ~ * .. - - * Unten: Norbert. Prager (Hannover), i.;§ ten, aber auch erfreulichen Verlauf? während nach der Befreiung alle Ueberlebenden ihre Aufgabe, darin gesehen haben,, einheitlich aufzutreten, wurde in letzter Zeit , damit begonnen, wieder zu politischen Gruppierungen zu greifen, die in enger demokratischer. Zusammenarbeit besonders erfolgreiche Arbeit leisten. Diese politischen Aktivitäten führten automatisch dazu, daß die kulturelle Arbeit begonnen hat und wir können heute mit Freude feststellen, daß in allen größeren Komites, z. T. auch in Gemeinden der Britischen Zone, die kulturelle Arbeit gute Fouschritte macht. Alle Komites sind zusammengefaßt in* ihrer Dachorganisation, dem Zentralkomfte für die befreiten Juden in der Britischen Zone. Die Gemeinden hätten sich zusammengeschlossen zu dem Rat der Jüdisch m Gemeinden., Vor wenigen Monaten begann bereits die enge Zuzusammenarbeit zwischen dem Rat der Jüdischen Gemeinden und dem Zentralkomjte. Diese führte, nachdem Klarheit über - die Einheitliche 'politische Linie festgestellt Worden ist, logischgrweise dazu, daß .der Rat der Jüdischen Gemeinden .. und das Zentralkomite sich zu einer Organisation zusammenscnließen Werden. Diese Dachorganisation soll den Beweis dafür, liefern, daß. die befreiten Juden nur ein Ziel haben, da§ Ziel; zusammen mit der Judenheit der Welt zu arbeiten. Innerorganisatorisch wird ve’rständlicherweise durch Untergruppierungen den besonderen Interessen sowohl der Gemeinden als auch der Komites Rechnung getragen werden. Die Arbeit des Zentral-Komites ‘ist in folgende Dezernate eingeteilt: 1. Sekretariat, 2. Gespndheitsabteilung, i . 3. Rabbinat, ■ , 4. Kultur und Presse, 5; Juristische. Abteilung, 6. Suchdienst. , . Dazu kommt das Wirtschaftsamt, das seinen Sitz unter Leitung von Carl Katz in Bremen 'hat. . 1 ■ y ■ Abschließend kann gesagt, werden, daß die organisatorische Entwicklung der Gemeinden und Komites und ihre Zusammenfassung kn Rat der Jüdischen Gemeinden und dem Zentralkönftite unter den schwierigsten Verhältnissen, die bisher bestanden haben; eine erfreuliche war. Die sich bemerkbar gemachten Mängel werden zweifellos durch die jetzt durchzuführende Vereinheitlichung in der Dachorganisation in kurzer Zeit‘ behoben sein. \ iiiiiiiiiiiHiiiijiiiiniiiiiiiiiKiiiiiiiiiiiHiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiittiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiitiuiiiiiiiiniMHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiliiiiiimiiiiiimiiiimmiiiiiii Bad Harzburg, Herzog4-Julius-Straße 47 Braunschweig, Steinstraße 4 Celle, Im Kreise 25 Diepholz, Maschstraße 19 Flensburg, ,'Companiestraße 17 ' Gelsenkirchen, Schwindstraße 18 Hannover, Ohestraße 8 ' Kaunitz, Camp A 132/Wiedenbr. Kiel, Kronshagener Weg 88 Lübeck, Wakepitzstraße 34 - B Neustadt/H., D*. P. Camp Papenburg/Ems, Dewerweg 67 Winsen/L., Bahnhöfsträße 28 Bergen-Belsen, D. P. Camp Rat der jüdischen Gemeinden der britischen Zone Präsidium: norneri wcimaim - äi emsait Carl Kaiz Cfiiöfftße (Setaeinden: - Aachen, Wilhelmstraße 10 Amrum/Wittdün Bielefeld, 'Laerstraße 9 Bochum, Rombergstraße Bonn, Rochus weg 70 . ‘ . Bremen, Osterdeich 17 Bremerhaven * Delmenhorst, Casparri Barräcks Dortmund, Schwanen wall 27 Düsseldorf, Königsallee 27 Duisburg, Mainstraße 22 Emden, ■ ' .... Eckernförde, Gustav-Frenssenstraße 8 Essen, Waldsaum 147, Eutin/Host.,- Albert-Mahlstedt-Btraße 6 Friedrichstadt, Am Binnenhafen 17 Göttingen, Planckstraße 12 Goslar, Breite Straße 72 -Hagen, Uhlandstraße 5 Hamborn, Kaiser-Wilhelm-Straße 309 Hamburg 13, Rothenbaumchaussee 38 Hamm/Westf., Jägerallee 30 Hannover, Rumannstraße 26 A ' Herford, Borrestraße 10 Herne, Schäferstraße 14 . Hildesheim, Goethestraße 17 Itzehoe, Breite Straße 27 Köln: Köln-Ehrenfeld, Ottostraße 85 Krefeld, Bismarckstraße 118 Leer/Ostfr. Lüneburg,-Neue Sülze 9 Mindän/Weser, KÖhigstraße 7 Mülheim-Ruhr, Kampstraße 7 M.-Gladbach, Kaiserstraße 136 Münster/Westf., Prinz-Eugen-Straße 39 Neumünster, Werderstraße 25 Northeim, Wilhelmstraße 28 Oberhausen, Wörthstraße 5 Oldenburg, Cäciliehstraße 9 Osnabrück, Tumerstraße. 5 /. Paderborn, Winfiiedstraße 62 . Recklinghausen Rheydt, Königstraße 62 . _ Seesen/Harz, Jokobsonstraße 22 j Siegen/Westf., Wiesenstraße 37 Verden/Allel, Warburg/Westf., Kasselerstraße 7/14 Witten,, Bahnhofstraße 34 Wanne^Eickel Wuppertal, Laurentiusstraße 7. Nr. 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DIE BRITISCHE ZONE 20. Juli 1947 — Seite 5 i 1 ) u1 Dr.Helfgott Chefrabbiner der britischen Zone Samuel Weintraab »Bürgermeister« von Belsen Zentralkomitee der befreiten Juden der britischen Zone Präsidium mm moipm Generalsekretär: David Läufer öüdifcfye Komitees.

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