Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 8 (20.7.1947)
- Date
- 1947-07-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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VSeite 2 — 20. Ju!i 1947 JUDIS CH E S GE MEINDE BL ATT F Ü B DIE B RITIS C HE Z O N E 2. Jahrgang Nrv8 zum: Die auf dem ersten Kongreß, -der befreiten Juden der britischen, Zone im September 1945 gewählte Exekutive'bestimmte aus. ihrer Glitte Josef Rosensaft, Frau Dr. Hadessah Bimko *und' Herbert Wöllheim Zu ihrem Präsidium. Zum Generalsekretärwurde . David Läufer gewählt, ' j ' 9 * ■ ■ . . Im Jahre 1946 wurde in-Bremen der „Rat der Jüdischen Gemeinden . der britisc|ien Zone“ gegründet. Das Zentralkomite arbeitete von nun an sehr eng zusammen mit dem Rat der jüdischen-Gemeinden. - ' - . , ■ . , Norbert Wöllheim, als: Vorsitzender des Rates, führte mit; Josef Rosensaft alle' .'notwendigen Verhandlungen: mit den großen jüdischen AUsiandsorganisationen, mit den Regierungen/ der Alliierten und, soweit erforderlich,' mit den deutschen Behörden.,Es kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß diese Sprecher der beiden jüdischen Organisationen in der britischen .Zone eine Arbeit geleistet haben, die ihnen flicht vergessen werden darf. 'Sie vertratenmit; -aller Scharfe und Sachlichkeit das auf dem ersten Kongreß festgelegte Programm des Zentralkomites,. das auch das Programm de& Rates geworden war, , . >. 1. den von dem Vernichtungswillen des Hit- - lerregimes ' verschonten ■ jüdischen Menschen die .Freiheit-zu sichern, und dies konnte nur bedeuten, ihnen, die Auswan- derung nach Palästina oder in die Länder, in die sie. zu gehen wünschen, zu ermöglichen; / . •' .. '' v' t. eine Verbesserung und Sicherung des Le- A . bensstandards, da ihnen die.. Möglichkeit des Auswanderns nicht geboten, werden kann, zu verschaffen.- ... . Die Sprecher " des Zentralkomites und des Rates,waren durch die Verhandlungen mit den deutschen Behörden vor ein * besonderes Problem gestellt. ' Die Haltung der deutschen Behörden entsprach keineswegs den gehegten Erwartungen. Wenn auch fqstgestellt werden muß, daß die Spitzenfunktionäre stets Entgegenkommen gezeigt haben und in der äußeren Form, höflich und manchmal fördernd gewesen sind, so muß doch gesägt werden', -daß die niedrigen Amtsstellen, scheinbar als . Folge des Versagens der D.enazifizierungspolitik eine Uninteressiertheit, die bis zu. einem, gewissen Grade 'in. Feindseligkeit /ausgeartet ist, an den Tag legte. . ' ' \ Man muß zu der Feststellung kommen, . daß ein Unterschied zwischen der Zeit vor 1945 -und heute nicht besteht, Es ist, anzunehmen, daß dieser Zustand anhalten wird, einmal, weil nicht genügend Beamte mit: wahrhaft demokratischer 'Einstellung vorhanden sind, zum anderen, weil'durch große Fehler der zuständigen -Behörden bei , der Reinigung des Verwaltungsapparates und im sonstigen politischen Leben das Aufkommen der Reaktionäre nur gefördert hat. Die Folge dieser Erfahrung ist,-daß die befreiten Juden der . britischen Zone bis zum heutigen Tage das .Gefühl der Unsicherheit nicht, losgeworden sind; ihr Kampf um die Wiedererrichtung .einer materiellen Existenz für die Zeit ihres Verbleibens in Deutschland ist nach , wie vor belastet von der . Enttäuschung' hinsichtlich aller Wiedergutmachungsregelungen. Ueber platonische Versprechungen und wertlose Zusagen hinaus ist es zu einer wirklich praktischen Regelung aüf diesem Gebiet nicht gekommen. Es blieb den Sprechern unserer Organisationen Vorbehalten, immer urid immer wieder die WeltöffentliChkpi? .dafcaüf, hinzuweisen, daß es uns nicht möglich ist, in diesem Land, mit dem wir nur durch schreckliche Erinnerungen verbunden sind, zu bleiben urid daß alles getan werden rftüß.te, um uns die Tore Palästinas, zu öffnen. . . ■ . > . Wenn aüf diesem Gebiet auch keirie 100'prozentigen Erfolge erzielt werden konnten, so kann doch: mit Genugtuung festgestellt werden, daß es den Verantwortlichen des Zehtralkomitös und des Rates der jüdischen, Gemeinden gelungen ist, i;n freundschaftlicher. Zusammenarbeit - mit den jüdischen Hilfsorganisationen in den letzten Monaten einer Reihe von Transporten nach Palästina - und hach anderen Ländern durclizufiihren.. Es besteht zwar kein Zweifel, daß' alles daran gesetzt werden muß, um die bisherigen Quoten erheblich zu erhöhen. Die Situation der irr Deutschland lebenden Juden kann-heute so gesehen werden:'für den größten Teil unserer jüdischen' Menschen gilt Deutschland, als Transitland. Esspielt dabei keine Rolle, ob es sich um in Deutschland Geborene, um Zugewandert'e oder, durch die verbrecherische Politik' Hit’ers hierher vey-, schleppte Menschen handelt. Das,’ was deut- . sehe Menschen am jüdischen Volk verbrochen haben, ist unvergeßlich, und' daß sich täglich hei uns steigende. Mißtrauen gegen die neiie; Entwicklung in diesem Land ist das Grundelement. unserer Auffassung, Deutschland weder als Heimat nochT als Land endgültiger Niederlassung betrachten zu können.’ - Josef; Rosensaft und Norbert Wöllheim sind nicht müde geworden, immer und immer wieder klar zu machen, ejaß man. unseren Menschen nicht zumuten.,kann Und darf) daß. sie Tanger Berichten, wir noch an anderer Stelle dieses Blattes. ' . Dtmny Elsofer: in dem Land bleiben, dessen Boden getränkt ist von dern Blut ihrer Brüder -und Schwestern* - *. / ‘ Aus der Tätigkeit des Zentralkomites und des Rates. der Jüdischen Gemeinden sind . besonders erwähnenswert: . ' 1. Auf Vorschlag von Frau Dr. Hadassah ' Bimko, .der Leiterin der Gesundheitsabteilung beim Zentralkomite und im Zusammenwirken mit dem Joint'und der Familie Warbürg konnte in Hamburg-Blankenese ein-Kinderheim geschaffen werden, das hunderten jüdischer Kinder Frieden uhd Erholung geboten hat. . < 2. Durch die -Initiative des Zentralkomites und der Vorstände der jüdischen Gemeinr den und Komites wurden fast - überall die jüdischen Friedhöfe wieder in Ordnung gebracht und Betstuberi oder Synagogen eröffnet* Die geleistete kulturelle Arbeit kann, wenn man alle Schwierigkeiten, die sich ihr ent-, gegengestellt .haben, berücksichtigt, als vorbildlich bezeichnet werden. Darüber 3. In enger Zusammenarbeit und mit besonderer Unterstützung der Jewish Relief . Unit und des American Joint . wurde in . Bad Harzburg ein . jüdisches Erholungsheim errichtet, das > schon vielen hunderten jüdischer -Menschen Erholung, gegeben. hat. Nach den uns vorliegenden Berichten liegen im Augenblick ,1800 weitere ärztliche Atteste für Erholungssuchende . vor, . 4. Dazu kommen die wielen Auslandsreisen , unserer. Vertreter; über die wir in unserer;; Zeitung -laufend 'berichtet haben. Es kommen hinzu die schweren Verhandlungen, , die geführt ‘werden mußten,' um den Lebensstandard unserer jüdischen Menschen wenigstens auf ein würdigeres Niveau zu bringen. -Es kommen hinzu die vielen organisatorischen Arbeiten, * die Ueber Windung aller Schwierigkeiten, die sich unseren '-führenden' Männern pntgegengestellt -.haben. ’ . 7 Allegin allem kann und muß gesagt werden, daß die Leistungen der von uns gewählten Menschen hervorragend , waren, und - selbst der. schärfste Kritiker wird zugeben müssen, daß wir ihnen, tiefsten Dank schulden. Die Abgabe eines Zentral-Komites -ist die soziale und politische Betreuung. , Wir, das Zentralkomite der befreiten Judenin dejr britischen- Zone hätten zwei Aufgaben: 1. Politische und soziale' Betreuung, . 2. Die Leitung der Zonen-Org-anisatiori einschließlich des Lagers Bergen-Beisen, das ganz besondere Leistungen forderte. Um den Umfang der Arbeit in diesem Lager , erfassen zii können, i$t es notwendig, darauf hinzuweisen, daß außer der umfangreichen i Soziälbetreuung wie z. B. Schulen, Ambulanzen,- Fachschulen, Werkstätten, Kinder- •'und Säuglingsheime üSw. Besonderen Wert gelegt wurde auf die pölitische Seite, Besonders erwähnenswert Sind die 30 Kibbuzhäuser in Belsen, die Bibliotheken und Abendkurse wie' auch die gemeinsame-Aktion. Belsens als Stoß-' kraft in der britischen Zone. - Nach der bekannten Deklaration Beyins führten Vir iihe .Solidaritätsaktion zusammen mit dem 'kämpfenden Jischüw aus. Das sind nun Teile aus der Bilanzder geleisteten Arbeit des Zentralkomites der befreiten Juden in der britischen'Zone. Es ist. Ehrenpflicht, anzuerkennen, daß ein Häupttteil der verwaltungstechnischen Arbeit von S a m'ue 1 Weint raub geleistet wurde, der seine schwere Aufgabe mit vollem Herzen und großer Hingabe erfüllt hat.. Großer Dank gebührt unseren Freunden, den Leitern und Mitarbeitern des Am e r i c ah Joint. Wir denken besondersan den Chefarzt des, Joint, Dr. Spanier, dessen . aufopfernde Tätigkeit wir nie vergessen werden. 'Die meisten unserer Erfolge auf den /verschiedensten Gebieten verdanken wir.-deri Leiter^*, des Join t und dr Je w Ish Relie f Un i t. Der politische Rüchhalt, der uns von der J ü- (d i sch e n B r i g a d e gegeben worden , war, wurde fortgesetzt von den Helfern der J e - wish Agency for Palestine jnter der bewundernswerten Leitung von Dr. Kurt Lewin. Er und seine Heifer führten ihre Arbeit mit großer Innerlichkeit und mit der Energie 'des Jischnews aus. HIAS und ORT haben in der kurzen Zeit unserer Zusammenarbeit unsere. Anerkennung erworben. .. . - * ■" , Dank auch Erich allen, die Ihr geholfen habt, Euch, Mitgliedern des * Zentralkomites, des örtlichen Komites, den LeiterrV der/ jüdischen Gemeinden und .Komites der britischen Zone. . Nochmals Dank unseren ausländischen Freunden: Dr. Kurt Lewin, Di r e k t o r Sam Dailob, Egon 'Fin.k,, Direktor Simon Bloomberg, Dr. E. Q. Lowe nt h al, Sara Eckstein, Vi,da Kaufmann, David Kain i t z k y. Mit diesem Da®k beenden wir die uns an vertraute Arbeit und wünschen döri beim Zweiten , Kongreß zu wählenden Organen viel Erfolg in ' ihrer künftigen Arbeit in der Hoffnung auf baldige Beendigung des Galat und eines Wiedersehens in unserer Heimat in nächster Zukunft. Josef Rosensaft 1. Vorsitzender' des Zentralkomites der'befreiten Juden in der britischen Zone. Eine Ausstellung in Belsen »Jll Anläßlich des -2. Kongresses der befreiten Juden in der britischen Zone wird eine Ausstellung unter dem Namen: „Unser Weg iri die Freiheit“ eröffnet. . Soweit es uns möglich, war, die Vorbereitungen t Ai dieser Ausstellung zu beobachten, können* wir sagen, daß sie ein voller Erfolg sein wird. Sie wird den Beweis für die kulturelle Arbeit, die in der britischen Zona seit der Befreiung geleistet worden, ist, erbringen. Erinnerungen an die Zeit der *3Nazis werden wachgerufen, und die Wejge, die nach Palästina^führen, werden gezeigt. - Nach den uns »«gegangenen Mitteilungen bleibt‘diese Ausstellung bis zum 30. Juli geöffnet. Wir können unseren?- Freüpden in der. britischen Zone den Besuch dieser Ausstellung wärmstens empfehlen. Beim' Zentralkomite haben, wir angeregt, daß die Ausstellung noch auf den Monat August. ausgedehnt wird, damit in dieser Zeit der gesamten jüdischen Jugend durch die Gestaltung eines Jugendtages die Möglichkeit gegeben werden kanni die Ausstellung zu besuchen. MAX LIEßERMANN '^Fetrie des Gedenkens Am 20. Juli wäre Max Liebermann 100 Jahre alt geworden. * Die Werke des Meisters sind für alle, Zeiten-, in der Geschichte der Kunst y.erarikert: Arbeitsbilder, Landschaften, Portraits, Zeichnungen und, graphische Arbeiten zeugen von sou-. veränem Können, ehrlichstem Handwerk, gepaart mit geistvollster Durchdringung der Materie. Eine seiner ersten Schöpfungen, „Gänserupferin“, wurde bereits von der Nationalgalerie jn. Berlin angekauft. Charakteristisch für sein Wesönwar sein soziales Empfinden; er. suchte das arbeitende Volk von den Stätten seines Wirkens aüf: „Die Schusterwerkstatt“, „Die Flachsscheuer“, „Der Weber“, „Rübenernte“, „Netzflickerinnen“, ' „Beim Kartoffelklauben“, „Klöpplerinnen“, „Die Bleiche“, .„Lotsenstube.“ sind einige Zeugen dieser Einstellung. Liebermanns Bildnisse, fast .200 an der Zahl, sind ein bunter Spiegel des geistigen Lebens seiner Zeit. Die kleine Wendeltreppe, zu dem Dachatelier am Brandenburger'Tor in , Berlin sind bedeutende Männer emporgeklom-. men. Liebermänn vertif tte, sich in das Wesen ijnd dep Charakter seines Modells, er malte seipe Seele.. Mit.- gleicher Meisterschaft stellte er Kinder dar, ebenso Tiere. Die 'holländische _ Landschaft hatte, ihn besonders, vange-' zogen «mit ihrem flimmernden Lichtschimmer, weiten Meeresufern und anheimelnden Iri-;- terieiirs.. Seine große Liebe gehörte aber .immer wieder seinem heimatlichen, märkischen Boden. , \ - Durch "Liebermanns ganzes Schaffen geht die Absicht, alles Geschaute optisch zu durchdringen und so darzu^tellen, wie er es sieht oderfür richtig hält. ..Zwei Menschengenerationen hindurch galt er als der unbestrittene Führer der . deutschen' Künstlerschaft. Seine Stellungnahme zu allen Fragen der Kunst, seine |eistreichen 'Bonmots': in unverfälschtem Berliner Jargpn trafen immer dpn Kern. Die höchsten Ehren, die ein Land an einen Künstler zu vergeben hat, Wurden ihm zu Teil: der Professortitel wurde ihm verliehen, 1912 ernannte ihn'die Universität Berlin ziim Dr. phil. h. c., _ er wurde Tn den Senat der Preußischen Akademie der Künste berufen, die ihn Jahrzehntelang immer wieder zu ihrem Präsidenten Wählte, und seine Vaterstadt Berlin ernannte ihn-zum Ehrenbürger. Liebermänn war ein guter Jude. Jedwedem Antisemitismus gegenüber trotzte er, voller Stolz auf seine Abstammung. Seine menschliche Haltung verlangte gleiches Recht/ iyr Alle-. Die Machthaber des „tausendjährigen Reiches“ schickten, auch ihm;' dem geistigen, Führer zweier. Generationen von Künstlern, dem großen Maler von. europäischem Format, jenen albernen Wisch ins Haus, der ihm „jede künstlerische Tätigkeit, untersagte“ und das . Ausstellern seiner Arbeiten verbot. . Dieser Schlag gegen die Kunst wird in der Geschichte der Menschheit als Schandmal bestehen bleiben. . Albert Reimann, Leeds. wir Äiis dem Geschäftsleben politisch Geschädigter Dem Kaufmann. Willy Wolf, früher Inhaber der Großhandlung Wolf & Co., .war es vergönnt, aus, einem K. Z. nach Deutschland .zurückzukehren. -f > Er unternahm .fpofort dienötigen ,• - Schritte, seine, ’. durch ■ die Nazisi, zerstörte Existenz wiederauizubauen; erhielt 4 einen schönen Son- - derausweis . und eine - noch sdiönere, empfehlende Bescheinigung. der Handelskammer, Weniger schön war schon d’e« beschränkte Han-' delserlaubnis, welche nicht mehr alle Branchen umfaßte, Über die sich Hie,-frühere .-Firma'- des Rückkehrers erstreckte. Eine Wirtschaft-’, liehe. Notwendigkeit - bestand ja auch. .'nicht' . hierfürj da sämtlidb® in Frage kommenden Branchen durch Firmen vertreten wurden, welche, ohne daß sie es eigentlich wollten, in die' Partei hineingeraten waren. Sie boten ja auch den Vorteil, durch wohlsortierte Lagerhortung, im Lapfe der letzten tausend Jahre, konkurrenzfähiger zu sein. " , Der Gesetzgeber wollte aber, da ihm eine „Wiedergutmachung“ vor Augen schwebte, den ehemals politisch und rassisch Verfolgten < auf die Beine helfen und erließ 'die „ Verordnung betr. die Versorgung neugegründeter; Groß- und Einzelhandelsgeschäfte von aus politischen oder rassisehep Gründen geschädigten Personen mit bewirtschafteten Waren. " Vom 27. September 1946“. ' •-; Der Kaufmann Willy Wölf wartete zunächst geduldig auf die Ausführung obengenannter ‘wohlgemeinter Verordnung.und .als er sich in . Gpduld genügend geübt glaubte, erkundigte. er sichhöflichst, wie das so seime Art war,« . beim Wirtschaftsamt nach der Zuteilung.: /So erfuhr' er zu seiner Uebörraschung, daß; es in Wupperdingstäl, einer ' großen Stadt, scheinbar überhaupt keine Nazis gegeben hat;.. : dehn es konnte nicht, die' geringste Zuteilung -an ehemals Verfolgte gemacht .werden, worob eir seine Ueberraschung arr das Zentralamt weiterleitete. . . Das Zentralamt,- bestätigte unserem Freunde, seinen berechtigten Anspruch und erklärte - daß das Wirtschaftsamt die in- Frage kommenden Waren, züZuteilep hätte. , , ' ■ Als das Wirtschaftsamt 'von dieser Entscheidung Kenntnis . erhielt,' machte es sich zunächst einmal durch eine; Reihe von nicht druckfähigen' ''-Beschimpfungen ries; Zentral-' amtes Luft, und da dem Kaufmann Wolf. hiermit nichtallein gedient war,/ schrieb er an* dä^ Wirtschaftsrhinisteriurn. Der Herr. Minister nahm die Eingabe als Veranlassung, um .„endlich die .praktische Wendung der Verordnung vom 27. 9, 1946 zu ermöglichen.“ — Von dem endgültigen /; gebnis sollte der' Großhändler unverzütlidh'. Unterrichtet werden. . . . Auf diesen Bescheid wartet , der Kaüfmänn Wolf schon im dritten Monat. Er befindet sjch gewissermaßen „in guter /Hoffnung.“. . , , Willy Wolf,. der bevorrechtigte Großhändler, führt u. 'a. Haus- und, Küchengeräte, d. h. / theoretisch, 'praktisch hnt er keinen. Kochtopf auf Läger. Man darf behaupten: wenn er nicht bezugsbevorrechtigt wäre, also, politisdi nichw geschädigt worden wäre, besäße er Haus- und Küchengeräte auch praktisch, denn er könnte kompensieren. ' ' Er ging, auf alte Beziehungen vertrauend, zu einigen Fabriken, um Kochtöpfe und .andere' schöne Dinge einzükaüfen.- „Die können Sie haben,“ wurde'Ihm der Bescheid. „Sie brauchen uns nur, Ihre Bezugsscheine einzusenden.“ Bezugsscheine hat Herr Wo f nicht, die konnte man Tm Konzentrationslager 'nicht erhalten. Er beantragte also Anlauf scheine., Diese Wertpapiere . konnten jedoch nicht beschafft werden, denn, Anlauf scheine, gäbe es nicht mehr. ’ So das Wirtschaftsamti ' ,■/.. Der Kaufmann Wolf ist sich als - nüchterner Rechner darüber im Klaren, daß er nicht nur ,ein Opfer dres Faschismus,' sondern auch das Opfer eines mangelnden Wiedergutmachungswillens ist/ Es ist kein Trost für ihn, daß er sich bewuß.t ist, nidat : als Einzelfall ^.dazustehen,' und er hat^ mir seine Geschichte als : bescheideriste Form* einer Anklage zur Verfügung, gestellt'.. / T . ’ i "'»«"■'t - ' I" ■ Abon n em e nt; (incl. Porto- und Zusendung unter Kreuzband)*: , - Deutschland: 3 Monate RM. 3,30, 6 Monate RM. 6,50, 13 Monate RM. 12,80. U 'S 1 8> H f|* 3 Monate RM. 4,40, 6- Monate RM. 8,60, 12 MonateJRM. 17,— Uebervreisung nur auf Postscheckkonto: Essen - 680ß0. Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone Düsseldorf-Benrath ,7 Friedhofstraße 23 25. ’ Für Veröffentlichungen unter dieser Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung. JÜDISCHES GEMEINDEBLATT Füll DIE BRITISCHE ZONE KU'R - DRÖ GERIE UN D* FAR B EN HAUS STANDARD« GROSS «TANKSTELLE Düsseldorf, Garteostraße 137, Ruf; 18471. 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