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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-05-14 · 3 (14.5.1947) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
3 (14.5.1947)
Date
1947-05-14
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 — 2. Jahrgang JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DIfi BRITISCHE ZONE 28. Mai 1947 Sen der so tragisch ausgerotteten jüdischen Generation den Geist und die Atmosphäre'von Jahne' und die Umgebung des ganzen, sauberen, jüdischen Heimes. . , ' Dr. Stein lehrte. die Studenten die tief versteckten Geheimnisse der jüdischen Philosophie und bewies; .wieviel reicher und heller sie im Vergleich mit der hellenistischen leuchtet. Jeder seiner Vorträge wirkte auf die Hörer wie ein lebendiges, grünes Stück. Boden in einer unendlichen Wüste auf einen verirrten Wüstenwanderer wirkt „Und immer sprach er von „Kidusch-Haschem“ . und „Kidusch- Haam“, mit Beispielen aus der' jüdischen Vergangenheit, Er stärkte seine Schjiiler, trieb sie mit der Kraft seines Wissens zur Ausdauer, - zun. Durchhalten, an, zu dein Moment also, der tatsächlich. \ nach einigen . Monaten wie die 'Sintflut auf die umzingelten Juden einstürzte. Und gesprochen hat er immer^ still, leise, als ob er fürchtete, daß die Pläne des jüdischen Aufstandes indie Hände des Feindes gelangen möchten. Aber Seine "Worte waren Ham- * merschläge. Als infolge der großen ^Juljaktion der, Unterricht unterbrochen wurde, äa ging er nur unter seine Schüler und. seine Schüler kamen nur zu ihm,'zum geistigen Marschall des jüdischem Widerstandes, dem es aber, nicht vergönnt-' war, die Niederlage des Feindes zu erleben. Jeden, zweiten Abend kam zu seinen Vorträgen im „Pädagogium“ der kleine, . graue Professor Meir Balaban. Die Deutschen befahlen ihm eine „neue“ Geschichte' der Juden in Polen zu schreiben, zu diesem Zweck'- erhielt er auch einen Ausweis, der ihn berechtigte, das Ghetto zu verlassen urtd die Universitäts-Bibliothek an der „Krakauer Vorstadt“,wo er früher . Vor- < lesungen gehalten hatte und Wo ein reiches. Material zu dieser Arbeit vorhanden war, äufzusuchen. Mit der Straßenbahn fuhr er nicht, denn es war den. Juden verboten — und gehen mußte er auf der Fahrbahn, zwischen den Bürgersteigen, wo nur Pferde ihre Last schleppen durften. Und da sahen eben die Polen den alten jüdischen Gelehrten mit der weißen jüdenbinde am Arm Schnell die Kröiewskastraße -und „Krakauer Vorstadt“ vorbeilaufen und — drehten ihre Köpfe um . . . Von Zeit zu Zeit, wenn kein Gendarm sichtbar wär, begrüßte ihn ein Behufskollege oder Schüler und lief schnell davon. Müde ■ erschien er immer im „Pädagogium“. Er kam in den Saal, setzte sich und ruhte 5 Minuten. Dies wurde hei ihm zur Kegel. Und dann begann er' mit seinem Vortrag. In diesen Tagen hatte er immer ein Thema für seine Schüler: Die Entstehung und Entwicklung des ‘Ghettos in. der jüdischen'Geschichte. Er war bestrebt, mit seinen Vorträgen seine. Schüler davon zu überzeugen, daß das'. Ghetto nicht das schlimmste sei, daß, die Juden . in früheren Zeiten oftmals den Fürsten öder Adeligen gebeten hätten, sie in etft^Judenviertel einzüordnen, daß man nur stark und fest sein müsse und die Geschichte' dann : selber die Ghettomauern vernichten wüyde, Dies bewies Professor Balaban mit geschichtlichen Tatsachen und Daten und .da , Strömte aus seinem Munde die jüdische Vergangenheit,, die den Schülern die bittere Gegenwart erleichterte und” erträglich machte. Während der ersten großen „Aktion“ der Deutschen wurde er festgenommen und zum „Umschlagplatz“ zur Deportierung gebracht, aber. er konnte durch Ing. Lichtenbaüm, den ersten Ghettoältesten nach dem Selbstmord von Tscherniakow, gerettet werden. Und doch ging er in die Ewigkeit, viele im Ghetto zqm Druck vorbereiteten Werke mit sich nehmend. Die Kriegsereignisse zerschlugen auch das bekannte Schüler-Trio aus Tarnow: Stefan J a rat s-c h; Karl R ä d e k und Dr. I c c h a k S c hi p per. Jaratsch, der Meister der polnischen Bühne und mutige Sozialdemokrat, faulte in Auschwitz; Karl Radek wirkte in Rußland und Dr. Schipper , wurde ' im Ghetto -eingesperrt. Aber sein Geist, seine wissenschaftliche Tätigkeit,! seine Intensität auf dem Gebiete der Geschichtsforschungblieben bis ' zum letzten Atemzuge frei. Auch er dozierte im „Pädagogium“. ' . Alle hatten ihn gern, diesen eisenfesten. Dr. Schipper, der mit seinen Worten alle Schüler erquickte. Seine Vorträge waren immer am bestenbesucht und sogar Professoren kamen, um ihn zu hören. In einer-Vortragsreihe bei. Es scheint mir ein bemerkenswertes Symptom der'gesunden Gesellschaftsordnung . zu sein, daß Menschen, - die man, in irgendeiner Beziehung auf einen-'gemeinsamen/ Nenner bringen kann, sieh zu \ Gemeinschaften zusammenschließen. Die Juden, die durch den Nationalsozialismus aus dem Sattel gehoben-, wurden sind seit zwei Jahren bestrebt, ihre. Ansprüche in die , soziale und politische Weltordnung einzuschaltert. Politische Parteien, große Körperschaften administrativen Charakters, "ist es durch unermüdliche Arbeit gelungen, autoritär t Stellung einzunehmen. ^Der Auftakt zur sozialen; Rehabilitierung ist damit gegeben, jetzt rist die Zeit gekommen, in der "sich die vorerst nur mit groben Zügen , festumrissene Gestalt des überlebenden. Judentums differenzieren muß, wie esihrer geistigen Potenz entspricht. Als Anfang dieser ’ Entwicklung kann die1 Tagung jüdischer Juristen in der britischen Zone angesehen werden. Der zweite Schritt wurde durch die Gründung -der „Union of Jewish Students in the British Occupied Zorie“ getan., 1 . ' , Auf Anregung einiger jüdischer Studenten der technischen Hochschule in Hannover fand vom 1. bis 3. Mai eine Tagung aller jüdischen Studenten der , britischen Zone statt. . Dank der großzügigen Unterstützung . der Organisationen „Joint“, „Hias“ und des jüdischen Komitee Hannover ' gelang es den Organisatoren mit .einer würdigen Eröffnungfeier in den Fürstehzimmern der Stadt Hannover am Donnerstagabertd zu beginnen,. Die eigentlichen Verhandlungen fanden in den Räumen der Jewish, Agency in Bergen-Belsen statt. .Grundsätzliche Probleme, der jüdischen In der brifischen Zone, Studenten ih Deutschland wurden besprochen. Die Art', wie-die Teilnehmer ihr Recht und ihren Willen zum Studiumbetonten und die Entschlossenheit, an der Idee der geistigen Arbeit festzuhalten, die durch die Berichte über 'das. Elend, in welchem ein jüdischer Student in d,er britischen Zone sein Dasein :zu fristen hat, durchschimmerte, nötigte den Beobachtern und Gönnern Worte der Bewunderung und - Hochachtung ab., Map kann wohl sagen, daß es nicht die formelle Gründung des'Verbandes, . der sich das Central-Committee Von Bergen-Belsen - als Dachorganisation wählte,' war,- daß den Ertrag dieses Tages darstellte, sondern das spontan entstandene. Gefühl der Freundschaft, daß alle Teilnehmer verbunden hat. In fast familiärem Ton wurde der Arbeitsplan des für das Sommersemester 1.947 ■gewählten Vorstandes besprochen und fesjtgelegt. . Der Sonnabend wurde in-Bad Harzburg, im, Erholungsheim der Jewish Relief Unit verbracht, wo einige Studenten den Gästen des Heimes Vorträge * übermoderne Kultur und Kunstprobleme hielten und reichen Beifall ernteten. ' ,, ■ .. Es war für die ‘ Teilnehmer ein beglückendes Gefühl zueinander gefunden zu haben. Junge Menschen, die aus. der Einsamkeit ihrer Universitätsstädte kamen, vor einigen Tagen noch nichts voneinander gewußt haben, sind in weinigen Stunden ©zu einer Gemeinschaft geworden, die entschlossen ist, auf Gedeih und Verderb zusammenzuhalten. Jeder“ Händedruck zum v Abschied - War ein Versprechen, alles za tun, um so. rasch wie möglich und so oft wie möglich, wieder zusammen zu kommen. handelte Dr. Schipper das Thema: Die Quellen der jüdischen Sprichworte. Es ist unbeschreiblich, wieviel- Humor und Heiterkeit er in di§ traurigen Gemüter seiner Zuhörer brachte, die seine Worte genießen konnten und oft nach der Stunden ihn umringten und baten, noch weiter zu erzählen ... ) Und «dann, in den nichtoffiziellen Minuten, deckte er seine Geheimnisse über seine Arbeit an einigen geschichtlichen Werken. auf. Sechsunddreißig Tage vor der großen; Judenaktion hielt ereinen Vortragüber das Thema: „Wir wollen lachen, wer weiß denn, ob die Welt noch 36 Tage bestehen bleibt?“Er rief in seinem Vortrag .zur Ausdauer und zum Lernen auf. , - ■ Einige Zeit spater sah ihn der Verfasser dieser Zeilen in Maidanek, im' Lager 3. Er, mit dem rot-gelben Zionstern an den zerrissenen und schmutzigen Kleidern und sein Schüler von gestern, als Pole, begegneten sich und dürften sich trotzdem nicht begrüßen. - Schon damals waf Dr. Schipper einem Skelett ähnlich, däs am Rande des Grabes steht. Zum Schluß arbeitete er beiiti Kartoffelschälen. Sein Kapo fand einmal bei ihm einige rohe Kartoffeln,, die er „stahl“, verprügelte ihn sodann' sehr stark und schickte ihn zu schwerer Arbeit. Und nun begann sein Leben - bergab zu. gehen. Die „Lager-Prominenz“ stieß ihn überall ab, schlug und marterte ihn, weil et, der große jüdische Gelehrte, sich den mörderischen Bedingungen im Konzentrationslager nicht anpassen konnte.. Später wurde er infolge dieser Behandlung geisteskrank. Er . lief um die Mülleimer herum und sammelte Essernreste. Man lachte über ihn, verhaute ihn^bis aufs Blut und schließlich wurde erins Revier -eingeliefert,1 wo er nach einigen' Tagen verschied und sein Körper knackte im .Höllenfeuer des Krematoriums. So starb Dr. Icchak Schipper, der große Jude urtd Zionist, der gigantische Geschichtsforscher und Wissenscnaftler. Der von den Vorkriegszeiten bekannte Leiter des Staatlichen jüdischen Lehrerseminars ari der Genschastraße, Dr. Tauber las nun.auch im ' Ghetto vor Schülern urtd Studenten , im „Fädagogiuih“. Dieser anspruchsvolle . Pädagoge, der krummbeinige jüdische Hefaistos, ■der aus dem „Tenach“ eine wundervolle Waffe. Nach einer Pressenotiz soll sich demnächst Richard . Wagners. Schwiegertochter, Frau Winifred Wagner, vor der. Spruchkammer wegen ihrer Tätigkeit zugunsten - der Nationalsozialistischen Partei , verantworten. ' Interessant isjh daher, daß ihre eigene Tochter, Friedelind Wagner, vor kurzem ein Ruch unter dem Titel „Nacht über Bayreuth“ .veröffentlicht hat, das u. ä. die engen Beziehungen ihrer Mutter zu Adolf Hitler schildert. Von Beginn an, als nuh sehr wenige Menschen den künftigen Diktator Deutschlands und seine Bestrebungen ernst nahmen, förderte ihn und seine Bewegung Winifred Wagner mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Sie unterstützte ihn mit Geld und eroffnete ihm' wertvolle gesellschaftliche Verbindungen. ■ Ihr- Männ, Siegfried - Wagner,- der nach der Dar1- Stellung der Verfasserin des Werkes — seiner Tochter —. ein Antifaschist und Freige^t gewesen sein soll, gab sich nicht die .geringste Mühe, seine Frau von ihrer ,,Marotte -für den neuen'Messias“;, wie er . es nannte, abzubringen. Er belächelte das von dem Gefreiten in stundenlangen Monologen Vorgebrachte „nationalsozialistische Gedankengut“ und kor inte sich nicht vorste'llen, daß es von irgendeiner politischen Bedeutung werden könnte. Er wurdü zu früh durch Krankheit dahingeräift, um die Erfolge des GünsUings seiner Ehe1, au zu ei leben. Diesererschien oft als Gast' - in der Villa Wahnfried, wo er sich wie zu Hause fühlte und sich zwanglos gab. .. Friedelind Wagner lernte ihn daher mit allen seinen menschlichen 'Schwächen genau kennen, zumal sie oft bei ihm in München und Berliri zu Besuch weilte, Hier kam sie mit seinernächsten Umgebung in intime Berührung. So mit Frau Goebbels, die bei einem Diner heftig tadelte, daß sie sich-gegen die bei den Pogromen, begangenen Grausamkeiten auflehnte. „Mandarf mit diesen Mensehen kein Mitleid naben“, predigte di$ Gattin des Propoganüaministers und amüsierte sich köstlich über die bei Tisch — es wurde gerade das Eis serviert —■ von einem SS-Offizier , gemachte 'Meldung, daß alle Juden,, die mehr als 300 RM. Bargeld bei 'sich trugen, auf Nimmerwiedersehen in die Konzentrationslager gebracht wurden. Das Büch fesselt ferner außerordentlich durch die anregende 'Berichterstattung* über das bunte Leben , und Treiben in, Bayreuth , .während der Festspiele und. der langen mühevollen Proben zu diesen.1 Eine Lanze 'bricht Friedelind Wagner für den Dirigenten Wilhelm Furtwängler, dessen Tragik es war, wie sie ' hervorhebt, unter Hitler im Inlande als Gegner des Regimes zu gelten und im Auslande zu Unrecht als Naziverschrien zu sein. Ihre Schrift bjldet einen wertvollen Beitrag zu der Geschichte Bayreuths. Jeden Löser wird es mit Trauer erfüllen, daß auch diese Stätte der Musikkunst durch Schuld des Faschismusvom Winde verweht ist. Hugo Waldeck (Genf). für die. Jugend im Ghetto schmiedete. Das erbärmliche und schwere Ghettoleben magerte ihn stark ab, auch alte und stark gebrauchte Kleider hatte er an, aber immer sah man ihn mit einem „Tenaeh“-Buch in'der' Hand, welches ihm zum geistigen Begleiter ' auf dem schweren Gefängniswege wurde. Er hungerte, lernte urtd* litt und rnit dem „Geist des „Tenach“ und mit seiner Liebe zu den Studenten, und zum „Pädagogiüm“ kam er ums Leben. Und Dr. Moshe-Al t er, >der frühere Leiter des Rabbinerseminars „Taehkemoni“ in Warschau, der Vormittags als Verwalter einiger Grundstücke arbeitete und abends im „Pädagogium“ Vorlesungen hielt? Er war es, der-seine Schüler mit dem Geiste der Makkabäer beseelte und durch seine Vorträge, die mit Liebe zum Wort und zum Gewehr durchflochten . waren, die jugendlichen Studenten zu heroischen Ts-, ten anspornte. Und S o n n schein, der ausgezeichnete Talmudkenner im Frack und modernen Hut, der stille Mensch, das; starke Genie, der irn „Pädagogium“ die jahrhunderte alten Auseinandersetzungen zwischen -den Schulen Hilleis und Schamais auszugleichen versuchte? Auch' er war .ein treuer, mit Leib : und Seele ergebener Kaplan im pädagogischen Tempel des War-' schauer Ghettos. Seine Vorlesungen hielt er' in. der hebräischen Sprache und wie ein Glockenklangertönte aus jenem Zimmer an der Chlodn^straße der ewige. Ruf nach Frieden und Gerechtigkeit, wo der treue Sonnschein seinen Studenten ein Kapitel des Talmud beizubringen versuchte.; Und Rakowski, der glänzende Bebräist, der ausgezeichnete Lehrer, Vorkriegsprofessor im Gymnasium „Chinuch“, und Professor Zentnerschwer, und . und-, . . und .r. . Wo nehme ich den Wortschatz her, um noch die vielen anderen Lehrer des „Pädagogiums“ zu nennen, ihre Verdienste und ihr tragisches Dahingehen, ihre himmlische Mission auf dem blutigen Erdstreifer^, der heißt — das Ghetto in Warschau? Es war mal ein/Warschauer Judentum und es ist nicht mehr; es .waren mal jüdische Gelehrte in Polen und wer kann wissen, -wo ihre Gebeine geblieben sind; es war mal ein Jabne im.Warschauer Ghetto, und aüch das „Pädagogium“ ging zugrunde. Aber verbleiben wird für «Generationen die mächtige. Flamme, die die.Weiten des modernen-Jabne; anzündeten und die, einer Feuersäule gleich, das jüdische Volk zu Selbständigkeit und zum Glück führen wird. . ■ . (Aus dem Jüdischen-übersetzt von H. Ingster.). Ludwig Renn, der kürzlich aus Mexiko zurückgekehrt ist, wird neben der Leitung des im Aufbau befindlichen kulturhistorischen Instituts einen Lehrstuhl an der Dresdener Technischen Hochschule übernehmen. In Amerika wurde das 25jährige Jubiläum der hebräischen Wochenschrift „Hadoar“ ' gefeiert. Die Zeitung wird jetzt von dem bekannten Kritiker und Schriftsteller Menacnem RibaloW. herausgegeben. DieÄbomtementsgebühren A/b o n n e m e n t: ' (incl. Porto- und Zusendung unter Kreuzband): Deutschland: 3 Monate RM. 3,30, 6 Monate RM. 6,50, 12 Monate RM. 12,80. Ausland: 3 Monate RM. 4,40, 6 Monate RM. 8,60, 12 Monate RM. 17,— * * Ueberweisung nur auf Postscheckkonto: Essen 68080. . Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone Düsseldorf-Benrath ' Friedhofstraße 23 25, KU 1 Tu RIEBEN Mannheim. (DENÄ.) Eröffnung der Mannheimer Franz Marc-Ausstellung. In Gegenwart der Witwe Franz. Marcs würde in der hiesigen Kunsthalle die Franz Marc-Ausstellung eröffnet, , die* vorher in München; zu sehen war.1 Frau Maria Marc gab der Presse gegenüber ihrer Freude Ausdruck, daß das von den Nazis verfemte Werk ihres Mannes jetzt in-(Deutschland wieder gezeigt werde. Es sei ■ihr und der -Berliner' Privätsammlung- Köhler unter großen Schwierigkeiten gelungen, wenigstens einen Teil der Gemälde vor dem Kunstterror des „Dritten Reiches“ und.- den Zerstörungen des Krieges zu bewahren. ..Beider seiihr-aber nichts über den Verbleib einiger. der markantesten Schöpfungen, wie des „Turms der blauen Pferde“ und des „Mandrill“, bekannt. Der- „Turm, der bläuen Pferde“ befand sich 'in der Nationalgalerie in Berlin, wurde-1937 beschlagnahrnt, und ist seitdem verschollen. Der „MandrilT‘ war im besitz der Hamburger Kunsthalle. , Die erste Hauptstadt des israelitischen Königreichs, Tirza, glauben französische Wissenschaftler entdeckt zu haben. In Nordpalästina hat man Spuren einer Stadt gefunden, und zwar in drei /übereinander . gelagerten Schichten, von denen die älteste auf 5000“ Jahre geschätzt wird. .' : 1 .' Berlin. (NZ.) Nina Tokumbet gestorben. Die Berliner Bühnenbildnerin . Nina ' Tokumbet, eine gebürtige Russin und Mitarbeiterin Erwin Pi'scators, die den größten Teil der -Nazizeit in Ankara verbrachte, ist in Berlin plötzlich gestorben. Die Künstlerin war nach der Rückkehr aus der Emigration von Karl- Heinz ‘ Martin vor kurzem an das Hebbel- Theater berufen - worden. . * Moskau. (Tass.) Neuer IIja Ehrenburg-Roman; Das literarisch^. Magazin „Novi Mir““ (Neue Welt) veröffentlicht“ Ilja Ehrenburgs R-oman „Sturm“, an dem der Autor nahezu zwei Jahfe geschrieben hat. Die Handlung spielt in der . UdSSR, in - Frankreich, -an der deutschrussischen Front und' in Deutschland zwischen. 1939 und 1943; Ausstellung von Aquarellen jüdischer Kinder London. (JTA.) Eine Ausstellung von Aquarellen jüdischer Kinder wurde von Mr. Herbert Read im „Palestine House“ in London am 21. Mai eröffnet. Der Vorsitzende,1 Sir Wyndham Deedes, gab Pressevertretern einen Rückblick über die Tätigkeit des „Palestine House“ seit seiner Gründungvor zwei Jahren, und sagte, daß, die .Institution die Absicht habe, die britische Oeffentlichkeit mit der Aufbau-Arbeit der Juden in Palästina bekannt zu. machen;, Weiter sind Industrie-,- fSrnnst- und Handwerks-Ausstellungen geplant. ‘ - "V NEUERSCHEINUNGEN Dr. Friedenthals neuer Roman Nach einer Pause von fast zehn Jahren ist in Berlin wieder der erste Roman eines jüdischen Autors erschienen. Es ist die deutsche Uebersetzung des .’ neuesten' Werkes von -Herbert Friedenthal „Gris.t to God‘s Mills“ (Wasser auf Gottes Mühlen), welchen „Der Weg“ in Fortsetzungen bringt. Das Buch wird im September im Verlag Godfrey an,d Stephen (London) herausgebracht werden. *.*,.*,, Roman von Anna Seghers Im Pariser- Verlag Bibliotheque Francaise erscheint rtier Roman „Transit“ von. Anna Seghers. ■ ■ Neue jüdische Zeitschriften in England Das jüdische, Leben in Großbritannien findet eine wesentliche Bereicherung durch die Herausgabe zweier neuer Monatszeitschriften von gutem Niveau. * * * „The Jewish Monthly“ (is. 6d.) erscheint in London als Organ der „Anglo-Jewish Association“. Zur ersten Nummer, die im April erschien, tragen weit über die Grenzen Englands hinaus . bekannte Persönlichkeiten des jüdischen’ öffentlichen Lebens bei: Dr. Robert Weltsch . (Jerusalem), der frühere Redakteur der Berlinqr „Jüdischen Rundschau", überschreibt seinen Artikel „After Weizmann's Defeat“ („Nach Weizmänns Niederlage“), Dr. Cecil Roth, der führende, englisch-jüdische Historiker und Dozent an der Universität Oxford, ^berichtet über die „A. J. Ä. and Änglo- Jewish Intellectual Life“ („Die Anglo-Jewish Association und englisch-jüdisch geistiges Leben“), und Leonard G. Möntefiore, der eine führende Rolle im englisch-jüdischen Hilfswerk spielt, beschäftigt sich mit den 700 jungen Juden, die mit Hilfe des „Central ■ British Fund for Jewish Relief and Rehabilita- tion“ aus Konzentrationslagern nach , England herübergerettet wurden. Andere Beiträge behandeln ü. a. „Anglo-Jewish Affairs“, „Jewish Education in Great Britain“ („Jüdische Erziehungsarbeit in England“) und die „Jews in- South Africa“. einem Anhang,, betitelt „Month by Month“ („Monatsübersicht“) wird zu wesentlichen Ereignissen im jüdischen Leben der Welt "Stellung genommen. ' , 1 * * Ä , Ein illustriertes jüdisches Monatsblatt erscheint neüerdings, unter dem Titel „New Li'fe“ (1 s.f und hat jüdische Vorgänge und jüdische Kultur in England undder Welt zum Gegenstand. Mitarbeiter Sind u., a'. JI. L- Austin, Professor H. Levy, Leo König, Arnold Zweig, J. Platts-Mills. Buchbesprechungen und Nachrichten aus dem Theater-, Film- und Musikleben wird , angemessener Raum gegeben. Die Zeitschrift erscheint im Verlag der „Senior Press Ltd.“, 37, Grays inn Road, London.

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