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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-18 · 25 (18.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Nr. 25*4. Beiblatt 18. Juni 1936 Ein Jahr Joseph-Lehmann-Schule Es ist kurz vor zehn, als ich das Haus in der Joachimsthaler Straße, in dem die Joseph- Lehmann-Schule liegt, betrete. Gerade setzt schrilles Klingeln ein, und wenige Sekunden später stürmen die ersten Jungen und Mädel aus den Hof, der das Vorderhaus vom hinteren Teil des Gebäudes trennt. Der Leiter der Anstalt, Dr, Fritz W a ch s n e r, steht, im weißen Kittel, umringt von einer Schar von Kindern, die ihn mit Fragen bestürmen, in der einen Ecke des Hofes. Ich bitte ihn, mir einiges über seine Schule zu erzählen. Er führt mich in sein neues Amtszimmer im vorderen Teil des Gebäudes, in dem auch mehrere andere Räume, vor allem neue Klassenzimmer, soeben eingerichtet wurden. Denn schon nach einem Jahr, erklärt mir Tr. Wachsner, hat es sich als notwendig erwiesen, die Räume wesentlich zu erweitern. „Mit wieviel Schülern haben Sie begonnen?" frage ich ihn. „Genau mit lOO. Im Laufe des Jahres stieg dann die Schülerzahl auf 196, und jetzt, zu Beginn des zweiten Jahres unserer Tätigkeit, haben wir 275 Schüler." „Und woher kommen die Kinder, die jetzt bei Ihnen unterrichtet werden? Die wenigsten sind doch wohl Anfänger?" „Ja, im ganzen nur 4,8 Prozent. Fast -die Hälfte kommt aus allgemeinen Volksschulen, knapp ein Viertel aus allgemeiner; Höheren- oder Mittelschulen und etwa die gleiche Zahl aus anderen jüdischen Schulen." Auf meine Frage, weshalb in einem so hohen Maße eine scheinbar unnötige Umschulung von anderen jüdischen Schulen vorgenommen wurde, erfahre ich, was diese Schule grundsätzlich von anderen jüdischen Volksschulen unterscheidet, und was überhaupt der Anlaß war, sie vor einem Jahr zu gründen. Die Joseph-Lehmann-Schule ist eine R i ch - t u n g s s ch u l e. Sie wurde von Mitgliedern der Berliner Jüdischen Resormgemeinde ins Leben gerufen, um den Kindern der ihr nahestehenden Kreise eine bewußt religiösliberale Erziehung zu vermitteln. Diese Anschauung bildet die Basis, von der aus 'sich die pädagogischen Prinzipien entwickelten, die der Joseph-Lehmann-Schule ihre besondere Prägung geben. „Unterscheidet sich denn der Lehrplan von dem der öffentlichen Volksschulen?" „In manchen Punkten gewiß", erklärt mir Dr. Wachsner. „Unser Hauptbestreben geht dahin, die Schüler auf P r a k t i s ch e Gebiete hinzulenken. Wir wollen nicht nur Kenntnisse, sondern vor allem auch Fertigkeiten vermitteln. So sind im Lehrplan als Pflichtfächer Werk- bzw. Buchbinderunterricht für die Jungen und Hauswirtschaftsunterricht für die Mädel vorgesehen. Wir haben sogar eine eigene Lehrküche — im Winter wurde hier von unfern Mädels das Essen gekocht, das wir den Hilfsbedürftigen im Rahmen der Winterhilfsspeisungen jeden Sonntag in unseren Räumen verabfolgten." „Und wie steht es mit der körperlichen Ausbildung der Kinder?" „Bei den kleineren werden drei, bei den größeren vier bis fünf Stunden Leibesübungen pro Woche erteilt. Dazu kommt das Spielturnen auf dem Grunewaldsportplatz der Gemeinde und, wie wir hoffen, von diesem Sommer ab, die Praktische Bearbeitung eines bei Zehlendorf gelegenen Schulgartens, den uns ein Gönner der Anstalt zur Verfügung stellen will." Dr. Wachsner sprach dann über die religiöse Erziehung der Kinder. „Im allgemeinen", erklärt er mir, „steht unser gesamter Unterricht unter religiösem Einfluß, in dem Sinne nämlich, daß bei allen Gelegenheiten den Kindern die ethischen Grundsätze des. Judentums eingeprägt werden. Der Religionsunterricht wird von Rabbinern der Reformgemeinde erteilt, und in regelmäßigen Abständen — im Winter alle vierzehn Tage — finden Andachten statt, in deren Mittelpunkt die Ansprache eines Lehrers steht." Während wir einen Gang durch die Anstalt antreten, sagt mir Dr. Wachsner, daß von der Joseph - Lehmann - Schule ganz besonderer Wert daraus gelegt wird, zwischen Schule und Elternhaus als den beiden Hauptträgern der Erziehung einen lebendigen Kontakt herzustellen und äufrechtzuerhalten. Dazu dienen die Elternabende, die sehr stark besuchten Sprechstunden des Leiters und der einzelnen Lehrer, dazu dient aber auch eine kleine und doch wichtige, von Dr. Wachsner selbst erfundene Einrichtung: eine Art Ordnungsheft, das — meist durch die Post befördert — ständig zwischen Lehrer und Eltern hin und her pendelt, und in dem von beiden Seiten fortlaufend Mitteilungen eingetragen werden, die sich auf den betreffenden Schüler beziehen. Gewissermaßen eine Form schriftlicher „Sprech"stunde. Inzwischen bin ich mit Dr. Wachsner in die Turnhalle der Anstalt getreten, auf die er — und mit ihm seine Lehrer und Schüler — mit Recht stolz ist. Sie ist besonders geräumig, mit neuesten Sportgeräten ausgestattet, gleich daneben liegen die allen Erfordernissen moderner Hygiene entsprechenden Duschräume. In manchen Klassen wohnen wir für ein Paar Minuten dem Unterricht bei. Die breitfenftrigen, hellgestrichenen Klassenzimmer sind überall mit bunten Zeichnungen, die die Schüler selbst anfertigten, geschmückt. Bei den Achtjährigen wird gerade eine Rechenarbeit geschrieben. Da gehen wir gleich wieder hinaus, — nur nicht stören bei einer so wichtigen Sache! Im Deutschunterricht der ersten Klasse, dem wir eine Weile zuhören, wird über Gottfried Kellers Erzählung „Spiegel, Das Kätzchen" gesprochen. Bei aller Bedeutung, die an der Joseph-Lehmann-Schule der Einführung in Praktische Kenntnisse zugemessen wird, soll die Uebermittlung ererbten allgemeinen Kulturgutes nicht vernachlässigt werden. Noch einen raschen Blick werfen wir in eine Klasse, in der gerade liturgische Gesänge eingeübt werden,;n die Aula und in das Zimmer des Schularztes, eines Mitgliedes der Reformm m- W Die Kleinsten und die Grössten »sä Fot. Kikoler (1), Abraham (1) , ' * . jp»S, gemeinde, das hier ehrenamtlich tätig ist. Da ner' habn; sich inzwischen Väter und Mütter einläutet es schon wieder, eine Stunde ist um, wiegefunden, die zur Sprechstunde gekommen sind, der stürmen die Kinder die Treppen hinunter um mit ihm Fragen und Nöte zu bereden, zum Hof, vor dem Sprechzimmer von Dr. Wachsg. Julius Zielenziger Dieser Tage wurde Stadtrat a, D, Julius Zielenziger.80 Jahre alt. Seine Vaterstadt, seine Gemeinde, sein Judentum und , seine Familie, — diese vier Worte, bezeichnen den Kreis, in dem er gelebt und für den er gewirkt hat. Von dem Erfolg, von dem seine Wirksamkeit gekrönt wurde, zeugt nicht nur die Beliebtheit und das Ansehen, dessen er sich überall zu erfreuen hat, sondern auch die Ehrenämter, die er bekleidete und zum Teil auch heute noch bekleidet. Wie.er jahrelang als Stadtrat dem Magistrat seiner Vaterstadt Fr ivatauf nähme angehörte, so ist er feit vierzig Jahren Mitglied des Gemeindevorstandes, dessen Vorsitz er seit einigen Jahren inne hat; die Teilnehmer der Tagungen des Preußischen Landesverbandes werden sich noch gern daran erinitern, mit welcher Würde er wiederholt diese Tagungen als Alterspräsident geleistet hat. Von ungewöhnlicher geistiger und körpersicher Frische, nimmt er noch heute regsten Anteil an allen Fragen, die das Wohl und Wehe seiner Gemeinde wie das gesamte Judentum in Deutschland betreffen. Wir wünschen dem hochverdienten Jubilar an der Seite seiner gleichgesinnten Gattin noch viele Jahre rüstigen Schaffens in körperlicher und geistiger Frische. 8ch. Jahrzeitfeierstunde für die Baronin v. Rothschild. Am Tage, an dem gerade ein Jahr feit dem Tode der Baronin Adelheid v. Rothschild, der hochherzigen Stifterin der jüdischen Lungenheilstätte^ in Nvrdrach im Schwarzwald, vergangen war, trafen sich dort der Verwaltungsrat und eine kleine Zahl geladener Gäste, darunter der Vorsitzende des Oberrates der Badischen Israeliten, zu einer Gedenkstunde verbunden mit der Weihe einer Erinnerungstafel an die Stifterin. Rechtsanwalt Hugo M a r x (Karlsruhe), Oberrat K a s s e w i tz (Freiburg) und L-tadtrabbiner Tr. Lauer (Mannheim) würdigten die Verdienste der Baronin v. Rotschild. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Für die notleidenden jüdischen Aerzte Berlins fand ein Kammermusikabend mit Trios und Liedern statt. Der Pianist Joseph Schwarz bestach durch die Vielfalt seiner äußerst kultivierten Anschlagskunst, durch die bravouröse Leichtigkeit, die rubatoreichen Akzente seines Spiels, die schwere Pathetik, die sich in dem romantischen Tschaikowsky voll ausleben konnte. Sein Sohn Boris Schwarz hat die Gabe, alle gefühlsmäßige Inbrunst mit überlegener, vor allem auch überlegender Kraft zu geben, und in dieser Vereinigung von beseeltem Ausdruck mit klarster Disposition darf Wan schon den Einfluß eines modernen Ausführungsstils sehen. Der Cellist Godfried Zeelander wie immer eine Zierde des Kammcrmusikensembles. Es ist schwer den Schumann-Zyklus „Frauen-Liebe und -Leben" zu gestalten: er gibt im einzelnen reine Stimmungsbilder, die aber im ganzen eine „Handlung", also etwas Reales entwickeln, Leidenschaft, die nur nach innen gekehrt ist, Wechsel der Affekte, die doch nur ein einziges Porträt einheitlich umreißen. Susanne L o e w e n st e i n suchte das mit wacher Intelligenz darzustellen, mit einer dramatischen, wenn auch schlichten Geste, die daran erinnerte, daß diese Künstlerin auf der Bühne ihr Unmittelbarstes, weil Ursprünglichstes gibt. Die Schönheit der Stimme hatte reiche Gelegenheit zur Entfaltung. Dr. med. Hans Cohn begleitete durchdacht, er ging mit bestimmten Vorstellungen und persönlicher Auffassung an das Werk heran; das merkte man an vielen Einzelzügen. Es spricht für ihn, daß er trotzdem die Elastizität bewahrte, sich einem Zusammenwirken einzuordnen. Dr. Anneliese Landau machte in einem Vortrag im Berliner Kulturbund mit sehr zahlreichen Hörern einen Spaziergang in das Reich von Johann Strauß, wobei sie zugleich das Historische des Vor-, Neben- und Nachher gab. Sicher ist es schwer, einen so großen Stoff an einem Abend, der für eine summarische Darstellung zu lang, für eine detaillierende zu kurz ist, aus Zubreiten, und sicher hat die beliebte Rednerin auch schon persönlicher und mit mehr Esprit gesprochen, aber natürlich wurde das Geschichtliche wieder mit jenem netten Ausdruck gebracht, der belehrt, indem er unterhält, und dabei gelangen bei der Gegenüberstellung Offenbuch—Strauß gute Formulierungen. Tre musikalisch Mitwirkenden enttäuschten etwas. Ruth Lehnberg wirkt auf der Bühne weit besser als auf dem Podium, und Gustav S t a b i n s k i konnte, offenbar auch durch Indisposition behindert, den rechten Ton und Operettenton an diesem Abend nicht geben. Vorzüglich war dagegen der Begleiter Werner Seelig-Baß, und daß das Publikum gerade nach seiner leichtesten Nummer ihm Beifall zollte, gehörte zu den heiteren Vorkommnissen der Veranstaltung. L. A. In einem Vortragsabend des Berliner Kulturbundes unternahm Dr. Oskar G u t t m a n n den Versuch, einen zusammcnsassenden Blick über die Entwicklung der synagogalen Musik zu geben. Eine Fülle anregenden Materials wurde in knappen Streifzügen, die an Hand einiger Schallplatten bei analogen Betrachtungen des islamitischen Orients, des Hellenismus und des Gregorianischen Chorals verweilten, vorgebracht, vereinigt in der Fragestellung: was war, was ist, was kann sein? Unter Berücksichtigung der Forschungsergebnisse, besonders Jdelsohns, bemühte sich jedoch Dr. Guttmann nicht so sehr um wissenschaftliche Darstellung als darum, den lebendigen Zusammenhang der Musik mit dem Kultus auszuzcigen, der erst durch Salvmon Maimou völlig zerstört worden ist. Nach einer Charakterisierung der durch die weltliche Musik der Umwelt bestimmten Veränderungen und einer scharfen Verurteilung Lewandowskis und Sulzers kam Dr. Guttmann zum Hinweis auf die heutigen Versuche, die syuagogale Musik traditionsbewußt zu erneuern; eine stärkere Aktivierung der Gemeinde und etwa ein Rückgreisen auf homophonen Satz stellte er als Anhaltspunkte für neues Schassen heraus, das als unumgänglich notwendig stets wieder betont werden müsse. Lai. In intimem Kreise wurde ein Schüler von Else Cohn-Prausnitz, Max Raphael, vorgestellt. Dieser Bariton bringt mit: ein Material, groß im Sinne eines markigen, kraftvollen Tons, die Fähigkeit, eine längere Vortragssolge mühelos darzubieten, die Bereitwilligkeit, das Gesungene intensiv zu geben, wobei vorerst die in den Affekten einfach angelegte Arie besser gelingt als das subtile Lied. Raphael hat erhalten: die gute Schulung, die seine Stimmittel zum Vorschein brachte, sie technisch absolut einwandfrei placierten, also die Basis für alles künstlerische Entwickeln schuf. Zu crarberten ist noch: neben letzter Sicherheit der Intonation die Fähigkeit, das gelegentlich Ungefüge im Klang zu verfeinern und dadurch reichere Nuancen im Vortrag zu geoen. Am Flügel, der mit typisch kapellmeisterlicher Verve spielende Willi Cohn (Collin). I.. A. Else Dublon, von Veranstaltungen des Kulturbundes und der Künstlerhilse als originelle Tanz- und Vortragskünstlerin in bester Erinnerung, benutzte ihren vorübergehenden Aufenthalt in Berlin dazu, Vertretern der jüdischen Pres'e von ihrer Auslandstournee als Mitglied einer Tanzgruppe und von ihren heranreifenden neuen Plänen zu erzählen. Von der. Schilderung ihrer Reise vor allein durch die Vereinigten Staaten hätten wir vielleicht in . einer Richtung mehr erwartet: nämlich ob , und wieweit Eindrücke von tanzkünstlerischer Leistling und Originalität für ihre Absichten von Bedeiltulig sind. Was Else Dublon als erstrebenswertes Ziel vorschwebt, ist die Gründung einer eigenen, etwa zehiiköpsigen, sorgfältig ausgewählten jüdischen Tanzgruppe, die namentlich im Auslände bewegtes, wie sie es nennt: „getanztes" Theater vorführen will. Das Programm, dessen Gestaltung Else Dublon durchiveg mit eigenen, z. T.. dem östlichen Milieu entlehnten Ideen und Motiven besorgt, wird rein jüdisch und dazu angetaii sein, jüdisches Leben und jüdische Leistung durch tanzkünstlerischc Darbietungen qualifiziert zum Ausdruck zu bringeu. Else Dublon dürfte die erste Tanzkünstlerin sein, die die Arbeit einer Tanzgruppe, deren Zusammensetzung keiuesivegs feststeht, in einen völlig jüdischen Gedankenrahmen einordnct. Es wäre erfreulich, wenn die bemerkenswerten Pläne dieser zierlichen, energischen Person Wirklichkeit würden. E. G. L. Zugunsten des Mittagstisches der Künstlerhilfe der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstaltete das Damenkomitee der Künstlerhilse einen gut besuchten „Heiteren Abend" in den Räumen der Privaten Waldschule Kaliski in Dahlem. Mitglieder der Kleinkunstbühne des Berliner Kulturbundes: Cläre A r n st e i n , Else Koch, Ruth Sklarz, Rudi Lehmann. Fritz T ach au er und vor allem der geniale Leiter der Kleinkunstbühne Max Ehrlich stellten von neuem ihre, kabarettistische Begabung unter Beweis. In zwei Stunden beschwingten Spiels gestalteten sie die Veranstaltung zu einem wirklich heitere n Abend, der zu einem Erfolg für s i e wurde und — wie wir wünschen — für das gute Werk, für das sie sich in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt hatten. H. B-n. Der Jüdische Kulturbund Chemnitz begann seine Veranstaltungen nach einer grundlegenden Einführung von Dr. Friedrich B r o d - nitz mit spauiolischen, hebräischen und jiddischen Liedern des W i n a w e r - Chores, umrahmt vom Orgelspiel Erwin Jospes. . In den folgenden Veranstaltungen brachten Edit Maerker und Wilhelm Guttmann, begleitet von Erna Klein, Arien und Lieder, das Kroyt- Quartett Kainmermusik. Alexander K i p n i s sang in der Synagoge, begleitet von Leo Täubin a n n. Wcltanschauungsdarlegungen war Rabbiner Dr. Max Nußbaums Vortrag „Wir Juden von heute, ein Volk wandelt sein Gesicht", zeitgenössischer jüdischer Dichtung ein Abend von Edith H e r r n st a d t - O e t t i n g e n gewidmet, heiterer Dichtung zwei Veranstaltungen mit Joseph Plaut, musikalischer Unterhaltung zwei Darbietungen des Schwarzwald- Quintetts mit Gesangseinlagcn voü Bella E rd o.es. Die Kinder erfreuten der Zauberkünstler Hans B e r g e r - B a l l a n und die „Märchentante" Gerda H a m m e r s ch l a g, die besonders jüdische Märchen zu wirksamem Vortrag brachte. Zu einem besonderen Erlebnis wurde die Schlußveranstaltnng, die mit der Vorstellung von Molitzres „Eingebildetem Kranken"' durch die Jüdische I u g e n d b ü h n e (Hinzelmann und Rosenbaum) Berlin, den Chemnitzer Judep die seit Jahren ersehnte Theatervorstellung brachte. Ans der Fülle der trotz ungünstigster äußerer Bedingungen durchweg hervorragenden Leistungen sei besonders der Argan " Fritz Ritters hervorgehoben, der bei stärkster und erfolgreichster Herausarbeitung der komischen Effekte, die volle Kraft der Moliöreschen Charaktergestaltung, sa, der heimlichen Tragik erkennen ließ. Ein Rückblick auf die Veranstaltungen des vergangenen Winters beweist, das; auch im K u t t u r b und Wiesbaden vortreffliche Arbeit geleistet wurde. Professor Dr. Franz Landsberger, Berlin, hielt einen Lichtbildervortrag über „Die Kunst von Mar Liebermann". Dr. Anneliese La »darr, Berlin, brachte „Ungetanzte Tänze", am Flügel von Wolfgang Rose, Berlin,

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