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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-04 · 23 (4.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
23 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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.s. Palästina-Umschau der C.-V.-Zeitung *>“ Konsolidierungsaufgaben in Palästina Von unserem L.-B.- Sonderberichterstatter Konsolidierung wird die ‘ Parole auf allen Gebieten des jüdischen Lebens in Palästina für die nächsten Jahre heissen, Konsolidierung der sozusagen aussenpolitischen Verbindungen nach der hoffentlich in absehbarer Zeit zu erwartenden Beendigung der Unruhen und der Herstellung normaler Beziehungen zwischen Juden, Arabern und Engländern, Konsolidierung der kulturellen und religiösen Spannungen, wo überall neben dem revolutionären Neuen die traditionell-konservativen Kräfte die Stärkungerfahren haben, Konsolidierung der jetzt freilich etwas zurückgestellten innenpolitischen Spannungen der jüdischen Gruppen untereinander mit ihren oft das Gemeinwohl ausser acht lassenden Divergenzen und schliesslich Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse aus einer überhitzten und übersteigerten Periode der Gründerjahre. Diese einheitliche Richtung zeigt, dass die einzelnen Bezirke der menschlichen Betätigung nicht getrennt werden können und eng miteinander verbunden sind; auch die Wirtschaft ist schliesslich nichts anderes als eine Erscheinungsform des kulturellen Lebens, wenn auch eine, die rationaler erfasst und betrachtet und mit Zahlen gemessen werden kann. Konsolidierung in der Wirtschaft bedeutet Ausmerzen unheilbar kranker Stellen, Stärkung schwacher und brüchiger und Vergrösserung kräftiger und widerstandsfähiger. Die junge palästinensische Aufbauwirtschaft ist heute noch nicht und auch sicher auf lange Zeiträume hinaus noch nicht in der Lage, auf sich selbst zu stehen. Dem Charakter des Landes als einer öffentlichrechtlich gesicherten Zufluchtsstätte für Juden aus der Welt würde eine wirtschaftliche Abgeschlossenheit und Selbständigkeit auch nicht' entsprechen. So bleibt das Land — und im engeren Sinn der jüdische Sektor — abhängig von der Einwanderung von Menschen und Kapital. Am gesündesten wäre eine feste Relation zwischen beiden, also vielleicht, soweit Ziffern dieser Art stimmen können' je Einwanderer ein Kapitalzustrom von 300 LP, entsprechend mehr oder weniger, je nachdem die Kaufkraft sich ändert. Diese Beziehung ist aber unmöglich, denn die Gesetze, nach denen sich der Kapital- und Menschenstrom regelt, sind verschieden. Die meisten Menschen, darunter die für den Aufbau wertvollsten, die Chaluzim, kommen dann, wenn die Einwanderungsbehörde ihnen den Weg frei gibt, eine Begrenzung ist vorläufig nicht abzusehen. Die Einwanderung der vielen „Familienangehörigen“ ist wirtschaftlich durch die Not der Juden in den europäischen Ländern, besonders Polen bestimmt. Nur die sogenannten „Kapitalisten“, aber auch nur ein Teil von ihnen, sind abhängig von den wirtschaftlichen Chancen und der politischen Sicherheit, die sie im Land erwarten. Die Zahl derer allerdings, die unabhängig von wirtschaftlichen Erfolgsaussichten mit Kapital, den Weg ins Land antreten, ist heute vielleicht kleiner als früher, da die praktisch entschiedenen Zionisten schon eingewandert sind. Der Zustrom des Kapitals, auch des freien, nicht an einen Einwanderer gebundenen, von Anlegern aus der ganzen Welt ist dagegen vorwiegend auf die Chancen eingestellt, da das Regulativ der Zinssätze heute seine Bedeutung verloren hat. Er ist weiter abhängig von der Entwicklung der Freizügigkeit des Geldes, die durch Devisenbewirtschaftung der beiden wichtigsten Einwanderungsländer, Polen und Deutschland, erschwert ist; im Falle Deutschland ist der Zuzug nach dem Haavara- Abkommen also abhängig von der Aufnahmefähigkeit Palästinas für deutsche Waren — ein schwieriger Zirkelschluss, da die Aufnahmefähigkeit für deutsche Waren abhängt von der Aufnahmefähigkeit für Waren überhaupt und diese von der Einfuhr von Kapital; kommt also aus Ländern mit keiner oder geringer Devisenbewirtschaftung Kapital nach Palästina, steigt die Abnahme deutscher Waren, die ja immer nur einen gewissen Prozentsatz der Einfuhr ausmachen werden, umgekehrt wird sie wahrscheinlich fallen. Der Zustrom von Kapital hat natürlich auf die Einwanderung von Arbeitskräften einen fördernden Einfluss, denn die Nachfrage nach ihnen wird steigen, wenn die Wirtschaft von den zufliessenden Geldern und von neuer Initiative einen Antrieb erfährt. Sich verstärkender Zufluss zuerst ohne entsprechende Menscheneinwanderung hat die letzte Konjunkturperiode in ihrer ersten Zeit massgebend bestimmt. So weit man vöraussehen kann, wird jetzt zunächst das Verhältnis anders sein, der Zug der Menschen nach Palästina stärker als der des Kapitals. Es wäre falsch, sich hierüber Illusionen zu machen, denn die Anlagemöglichkeiten sind \ stark erschöpft und bieten dem privaten Kapital wenig Anreiz, die Devisenschwierigkeiten sind nach der Einführung der Bewirtschaftung in Polen noch gestiegen, das politische Risiko ist grösser geworden. In erster Linie wird es also künftig darauf ankommen, Gelder öffentlicher Organisationen in stärkerem Umfang heranzuziehen und die vorhandenen Rücklagen zu verwenden. Eine derartige Politik läuft parallel mit dem wichtigsten Erfordernis des Aufbau®, dem ländlichen Sektor wieder im Rahmen der Gesamtentwicklung grössere Bedeutung zu verschaffen. Es darf nicht verkannt werden, dass die Einwanderung von Kapitalisten, Unternehmern und auch Spekulanten es in den letzten Jahren erst ermöglicht hat, auch die Einwanderung von Arbeitern und Bauern zu steigern und ihnen Absatz- und Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Rein wirtschaftlich gesehen und das Ideologische ausser acht gelassen, ist es der Vorteil der Besiedlung eines rein jüdischen Landes, dass ein Einwanderer den nächsten nach sich zieht, dass das importierte Kapital nicht nur einer Familie dient, sondern immer wieder die Grundlage für die Ansiedlung neuer Menschen bildet, was alles in anderen Ländern nicht der Fall wäre. Wenn so die Unterbringung in Palästina im Einzelfall viel feurer ist als anderswo, kommt der Ausgleich von der grösseren Intensivwirkung der Kosten. Vermutlich wird die Unterbringung von Neueinwanderern und von Rückwanderern aus den Städten auf dem Land auch billiger werden, je mehr Menschen angesiedelt sind. Denn wenn auch der Bodenpreis steigt und die Urbarmachung im einzelnen teurer wird, weil zuerst natürlich die am leichtesten zu bewässernden und verkehrsgünstigsten Gebiete in Angriff genommen wurden, so sind jetzt weniger Erfahrungen zu bezahlen und die Generalkosten niedriger, Strassen sind gelegt, Maschinen angeschafft, man weis® eher, was eingespart werden kann und was unumgänglich nötig ist. Die Qualität der Einwandernden in bezug auf ihre Arbeitsfähigkeit wird zum mindesten nicht schlechter werden, da auch für die Ausbildung Erfahrungen gesammelt worden sind. Absatzmöglichkeiten bieten die Städte für die Erzeugung der Landwirtschaft vorläufig wohl genug, im ganzen werden sich aber sowohl die gemeinwirtschaftlich betriebenen wie die privaten Landwirtschaften stark auf Autarkie einstellen müssen, die ihnen wenigstens die benötigten Nahrungsmittel liefert. Ueber die Rentabilität haben wir früher schon geschrieben, es scheint uns nicht, dass diese gross sein kann und neben der Entlohnung der Arbeit auch eine Verzinsung der Anlagen in angemessener Höhe bringen kann, von Ausnahmen besonders bei Pardesspflanzungen abgesehen. Die Kapitalien für solche Neuansiedlungen und in vielen Fällen auch die Unterhaltung der bestehenden werden von den beiden nationalen Fonds aufgebracht werden müssen. Der Keren Hajessod hat seit seiner Gründung vor 14 Jahren rund 5,5 Millionen LP in Palästina ausgegeben, davon für die landwirtschaftliche Ansiedlung etwa ein Drittel, der Keren Kajemeth etwa 3,5 Millionen LP. Zu diesen 9 Millionen LP, die praktisch zur alten Pfundparität umgerechnet werden können,, also über 180 Millionen RM ausmachen, kommen die etwa 80 Millionen Goldfrance, welche für die Rothschildschen Pica- Siedlungen aufgewandt worden sind. Es ist nicht möglich, zu berechnen, wie teuer die Ansiedlungskosten je Siedler sind, denn die Komponenten laufen zu sehr durcheinander, die Aufnahmefähigkeit ist noch nicht überall genau festzustellen. Neue grosse Mittel sind für die Fortführung erforderlicher als je, denn der Ausbau dient heute auch der Ueberwindung einer wirtschaftlichen Stockung und der Normalisierung de« Proporzes von Stadt und Land. Die Konsolidierung und der weitere Ausbau der städtischen Wirtschaft, d. h. des Bauwesens und der Industrie, wird dagegen immer noch in erster Linie auf die private Unternehmertätigkeit abgestellt sein. Aufträge der Regierung, der Gemeinden, der Gewerkschaften und anderer öffentlicher Stellen sind bisher schon zum Ausgleich erteilt worden, sie werden jetzt zur Beseitigung der Schäden der Unruhen und zur Sicherung von dabei als gefährdet sichtbar gewordenen Punkten ausgedehnt werden! Von ihrem Ueberschuss von 6,6 Mill. LP hat die Regierung bisher wenig eingesetzt, die anderen öffentlichen Mittel sind nicht gross und die Kreditmöglichkeiten, wie sich an dem Scheitern einer Anleihe der Stadt Tel Aviv gezeigt hat, beschränkt. Es ist auch fraglich, ob heute schon grosser Einsatz von Arbeitsbeschaffungsaufträgen die notwendige Ankurbelung herbeiführen kann oder ob die Wirkung nicht verpufft und später mehr Effekt hätte. Den Schlüssel der Konjunktur stellt immer noch die Bauindustrie dar. Sie ist abhängig von der Einwanderung und von der Entwicklung der Grundstücks- und Mietpreise. Es wird eine schwierige Aufgabe sein, die Mieten zu senken, ohne die initiative zu neuen Bauten zu entmutigen. Die beste Möglichkeit hierzu wird in einer Senkung der Zinssätze liegen, die ihrerseits auf der Herstellung grösseren Vertrauens beruht, aber eigentlich eine Folge der Konsolidierung sein muss. Ob die oft zitierten 16 Mill. LP Bankguthaben, die sozusagen die Reserve der Privatwirtschaft darstellen, dazu beitragen, indem sie Daueranlage finden, ist schwer zu beurteilen. Wirtschaftliche und nicht wirtschaftliche Motive sind so miteinander verknüpft, dass man nicht weiss, welches überwiegt. Die grosse Flüssigkeit der Banken, in denen sich diese 16 Mill. zeigen, ist notwendig, weil gerade jetzt die Gefahr der Abwanderung von Kapital mit oder ohne Besitzer in den Bereich der Möglichkeit gerückt ist. Als eine grosse Gefahr für die Entwicklung des Landes hat man oft die Passivität der Handelsbilanz betrachtet. Sie war aber natürlich nichts anderes als die gewandelte Einfuhr von Kapital. Der Aufbaucharakter bestimmte bisher insbesondere den Import von Rohstoffen und von Kapitalgütern, die der Entwicklung der Industrie dienten. Die Passivität der Handelsbilanz wird also noch auf lange Jahre bestehen bleiben, solange Palästina Kapitaleinfuhr benötigt und erhält. Aber sie wird sich aus verschiedenen Gründen vermindern: wenn die einheimische Industrie einen gewissen Grad der Ausbildung erhalten hat und damit die Einfuhr von Maschinen, aber auch von im Lande hergestellten Fertigwaren auf hört, wenn im Verlauf einer ruhigeren Entwicklung die Konsumnachfrage geringer wird und wenn die Ausfuhr weiter steigt. Diese hängt vor allem ab von der Zitruskultur, und es kann gar nicht oft genug auf die notwendige Erweiterung der Absatzmöglichkeiten dieser grossen „Exportindustrie“, die zugleich einer der wichtigsten Arbeitgeber ist, hingewiesen werden. Vielleicht haben die Unruhen jetzt die englische Regierung veranlasst, auch die ungünstige handelspolitische Situation des Mandatslandes, das. keine Gegenseitigkeitsverträge schliessen kann, zu prüfen. Die Industrie im eigentlichen Sinn bedarf einer Ausweitung des inneren Marktes, ein schwieriges Problem in einer Zeit der 'Umstellung, in der Kostensenkung und damit wohl auch Senkung des Reallohnes Erfordernisse der Stunde sind. Ein Posten der Zahlungsbilanz scheint uns noch sehr ausbaufähig und geeignet, manche Schwierigkeiten zu überwinden, der Fremdenverkehr mit seinen Einnahmen. Das Wirtschaftsbild Palästinas ähnelt in manchem der Schweiz, geringe Rohstoffvorkommen, die in der Industrie auf lange Sicht zur Qualitätserzeugung und hochgradigen Veredelung hinweisen und Pflege der Fremdenverkehrsindustrie. Die Leistungen auf diesem Gebiet sind, gemessen an den verwöhnten Ansprüchen der Besucher aus Wie in der vorigen Nummer der „C.-V.-Zeitung“ schon berichtet werden musste, brachte der Anfang der vorigen Woche eine erschreckende Verschärfung der Lage in Palästina. Die Nachrichten über arabische Terrorakte und Zusammenstöße zwischen Arabern und britischen Truppen überstürzten sich derart, dass auch die gesamte nichtjüdische Presse tagelang im Zeichen dieser Ereignisse stand. Auch am Abschluss der Berich’tswoche ist die Situation noch unverändert. Selbst das stellenweise kraftvollere Zupacken der Engländer hat bisher keine entscheidende Wendung herbeigeführt. Alle Berichte stimmen darin überein, dass die jüdische Bevölkerung in bewunderungswürdiger Weise der schweren Nervenprobe standhält. Und alle Hoffnungen vereinen sich in dem Wunsche, dass dieser unproduktiven Kraftanstrengung bald wieder eine Epoche aktiver Produktivität im Dienste des friedlichen Aufbaus folgen möge. Erneute Verhängung des Ausnahmezustandes Die fühlbare Verschlechterung der Gesamtlage führte am vergangenen Montag wiederum zu einem jüdischen Todesopfer. In den Morgenstunden wurde in Jerusalem in der Nähe der Hebräischen Universität der 36jährige Arbeiter Jacob Razili ermordet aufgefunden. Er wurde nachts in aller Stille bestattet. Am Dienstag wurde der Ausnahmezustand auf Gaza und Safed ausgedehnt. In beiden Orten wurde darauf die schwer erschütterte Ruhe wiederhergestellt. Aue Gaza und Jaffa wurden die Familien der englischen Beamten in Sicherheit gebracht. Eih zwischen Jaffa und Tel-Aviv gelegener grosser jüdischer Holzplatz wurde in Brand gesteckt. Andere Brände wurden aus Rechowot und Bajit Wegan gemeldet. Versuchte Sprengstoffanschläge in Tulkerem, Safed und Nazaret misslangen. Zu Schiessereien kam es bei Bet Alfa und an der Peripherie von Haifa. Die arabischen Banden haben sich bei Nablus, Tulkerem und Dschenin in die Berge zurück- Nordamerika und England, noch recht bescheiden, abgesehen von einigen wenigen ausgezeichnet geführten Hotels. Soll der Fremdenverkehr aber kapitalkräftige Besucher ins Land bringen, muss ein höheres Standing eingehalten werden. Die Propaganda muss ebenfalls ausgedehnt werden, sie wird sich aber lohnen und kann der Zahlungsbilanz auf die Dauer einen wichtigen Aktivposten zuführen, besonders in Zeiten günstiger konjunktureller Entwicklung in der Welt. Ob dagegen der vielfach empfohlene Weg eines Ausbaus der palästinensischen Schiffahrt, die Anwendung des Tozereth Haarez-Gedankens für Fracht- und Personenverkehr, richtig ist, mag bezweifelt werden. Im kleineren Rahmen ist er vielleicht zu begrüssen, im grossen aber sind die Risiken doch sehr erheblich, die sich aus der Spitzenverteilung der Zitrusausfuhr auf wenige Monate ergeben, Subventionen sind nicht durchführbar und die Konkurrenz der grossen Reedereien des Auslands ist schwer durchzuhalten. Alle diese Entwicklungslinien sind in erster Linie abhängig von den Menschen, die sie durchführen. Die Entscheidung liegt bei ihnen und letztlich ist für den Aufbau des Landes, das aus einer Utopie eine Realität geworden ist, Wille und Energie die Triebfeder. Oekonomische Gründe stehen bei der Mehrzahl der Menschen, die in Palästina leben, erst an zweiter Stelle, selbst wenn sie als ebenso wichtig erkannt sind wie die ideellen, da sie Fehler und Irrwege vermeiden lassen. Die politischen Probleme, vor denen heute das jüdische Aufbauwerk in Palästina steht, haben auch das Gut geschaffen, dass die Bereitschaft zur Unterstützung dieses einzigartigen Werks grösser ist als je zuvor. Der innere Streit um die Richtung und Zielsetzung ist verschwunden, vielleicht wird er später andere erfreulichere Formen annehmen als bisher. Gewachsen ist die Erkenntnis, dass die grosse soziale Kraft, die im Judentum enthalten ist, die sich bisher da und dort und selten in einheitlicher Richtung geregt hat, so gelenkt werden muss, dass weder politische noch wirtschaftliche Schwierigkeiten die einmalige Chance des Palästina-Aufbaus in Gefahr bringen. gezogen; ihre Verwundeten haben sie mit sich fortgeführt. Der jüdische Vorarbeiter Elimaleh Berkowitsch wurde in der Nähe von Akko durch Messerstiche so schwer verletzt, dass er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Zu einem Zusammenstoß zwischen Arabern und Polizei kam es auch beim Berg Tabor, als Polizei Araber von jüdischen Feldern vertrieb. Die Polizei erlitt hierbei keine Verluste. Es ist jedoch anzunehmen, dass es auf arabischer Seite Verwundete, vielleicht auch Tote gab. Das Heim des arabischen Sportklubs in Nablus wurde geschlossen und von Militär besetzt. Ein einheimischer Polizist wurde in Kakun bei Tulkerem verwundet. Schüsse wurden auf die Polizei an verschiedenen Stellen in Galiläa sowie in der Umgebung von Nablus und Dschenin abgegeben. Erste Aufstellung einer jüdischen Selbstwehr Jüdische Kolonien in der Scharon-Ebene sind von bewaffneten Banden angegriffen worden. Militärische Verstärkungen gingen in das gefährdete Gebiet und schlugen die Angreifer rechtzeitig zurück. In der KolonieRaanana versuchten Araber, die Bewässerungsanlagen durch Unterbrechungen des Zuflusses stillzulegen. Es wurden auch Bomben in die Brunnen einzelner Besitzer geworfen. An der Grenze von Tel-Aviv und Jaffa sind neun Bomben geworfen worden. Dies führte zu einer Panik bei den Bewohnern der jüdischen Vororte. Das Newe-Schalom- Viertel wurde geräumt, die Einwohner sind nach Tel-Aviv verzogen. Am Dienstag sind über 11000 junge Bäume in Palästina ausgerodet und Felder überall im Emek in Brand gesteckt worden. Ueber arabische Dörfer im Beisangebiet wurden wegen der Brandstiftungen im Emek Kollektivstrafen verhängt. In verschiedenen Teilen des Landes, hauptsächlich in der Nähe von Chedera, sind Träger der Hochspannungsleitungen der Rutenberg-Elektrizitätswerke umgestürzt worden. Die telephonische Verbindung von Jerusalem sowohl nach Haifa wie nach Kairo wurde ge- CSF- **VXV}.«^X Kennzeichnung jüdischer Siedlungen für englische Flieger Englisches Militärzelt an einer wichtigen Bahnstrecke Fot. (2) Sonnenfeld Die Lage verschärft sich

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