Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 23 (4.6.1936)
- Date
- 1936-06-04
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Auswanderer! Wie transferieren Sie Ihr Vermögen? 1. Beratung über die Einwanderungsstaaten aus etg. Landeskenntnis (Europa und Uebersee) 2. Bestmöglicher und schneller Vermögenstransfer 3. Immobilien-Tausch bei Auswanderungen. Dr. jur. G. E. Rosendahl Devisenberater (Volljurist u. Vollkaufmann) Frankfurt a, Main, Liebigstraße 50 Sprechstunde nach telef. Anmeldg. I Tel 77128 Arbeiterzertifikate doppelt soviel jüdische Arbeiter eingetrofsen sind, ist tatsächlich eine relative Verringerung der Arbeitslosigkeit eingetreten. Die wirtschaftlichen Aussichten deuten auf eine Wieder-., aussaugung der. Arbeitslosen, in nächster Zukunft hin und der etwa übrigbleibende Rest wird sicherlich innerhalb der Grenze einer vernünftigen Reserve bleiben. Die Jewish Agency hat die Notwendigkeit einer solchen Reserve im Interesse eines normalen Lohnniveaus und stabiler Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt seit jeher betont; die in letzter Zeit eingetretene Normalisierung der Löhne bekräftigt ihre Behauptung. Die für die nächste Einwanderungsperiode durchgeführte Erhebung des Arbeitsbedarfs ergab die Aussicht auf dauernde wirtschaftliche Expansion, was nach Ansicht der Jewish Agency die Zuteilung einer wesentlichen Zahl von Zertifikaten auf Grund der normalen Vermehrung der Arbeitsplätze und der besonderen Zuwendungen des Central Council for German Jewry für die Unterbringung jüdischer Einwanderer aus Deutschland erfordert. Dr. Weizmann legt sodann ernste Verwahrung gegen jede auf Einschränkung der jüdischen Einwanderung abzielende Politik ein, begründet' nochmals ausführlich die ablehnende Stellungnahme der Jewish Agency zum Plan der Einsetzung eines aus Juden und Arabern bestehenden Legislative Council und wendet sich mit Entschiedenheit gegen das geplante Gesetz zur Einschränkung des freien Bodenverkaufs, das er als unvereinbar mit dem Mandat und seinen authentischen Interpretationen bezeichnet. An Stelle dieser negativen Maßnahmen empfiehlt Weizmann eine p o s it i v e . La ndent Wicklungspolitik", die Freigabe von Staatsländereien für jüdische Siedlung und die Beteiligung der Regierung an der Erschließung des Hule-Gebietes. In zwei weiteren Abschnitten des Begleitschreibens werden die Lage und die Bedürfnisse von Industrie und Handel in Palästina behandelt. Es wird der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß durch eine Neugestaltung der Zölle dem Dumping entgegengewirkt werde und daß eine autoritative Interpretation zum Prinzip der Offenen Tür erfolge. Nachdem schließlich die Forderung nach erhöhten StaStsbeihilfen für Erziehungs- und Gesundheitswesen und nach stärkerer Heranziehung der Juden zu öffentlichen Arbeiten und Diensten erhoben wird, findet auch die aktuelle Frage der Verlegung von Regierungsämtern nach Tel-Aviv ihre Behandlung. ■ Der letzte Abschnitt des Schreibens befaßt sich mit den letzten Ereignissen in Palästina, soweit sie in dem vom 30. April datierten Schriftstück schon Berücksichtigung finden können. Es heißt zum Schluß : Während diese Zeilen geschrieben werden, hält der arabische Streik noch an und das Land befindet sich weiter in einem Zustand der Spannung. Es ist dies nicht das erstemal, daß versucht wird, vurch Anwendung von Gewalt die Mandatarmacht, zu veranlassen, die Politik der Förderung des' Jüdischen Nationalheims aufzugeben, und das jüdische Volk von der Fortsetzung seines Siedlungswerkes in Palästina abzuschrecken. Das jüdische Volk hat bei ähnlichen Gelegenheiten in der Vergangenheit gezeigt, daß Angriffe dieser Art seine Entschlossenheit, das Nationalheim in. Palästina wieder aufzubauen, nicht erschüttern können. Die Jewish Agency vertraut daraus, daß die Mandatarregierung sich ihrerseits durch keine Drohungen, Streiks oder Gewalttaten von der Durchführung ihrer Mandatsverpflichtungen abbringen lassen wird. Sie nimmt die Gelegenheit wahr, um an die Mandatarregierung den ernsten Appell zu richten, eine Politik aktiver und systematischer Ermutigung, jüdischer Siedlungs- und Erschließungsarbeit einzuleiten, damit die Struktur des Jüdischen Nationalheims innerhalb kürzester Frist immun'werde gegen jeden Angriff. Ich erlaube mir hinzuzufügen, daß eine solche Politik im Hinblick auf die wirtschaftliche Not und den politischen Druck, denen große Teile des jüdischen Volkes in der Diaspora zurzeit ausgesetzt'sind, dringend geboten und daß sie in vollem Maße gerechtfertigt ist durch den bemerkenswerten Fortschritt, dessen Palästina sich in den letzten Jahren dank den erhöhten jüdischen Anstrengungen als fähig erwiesen hat. Präsident der Jewish Agency for Palestine. Ch. Weizmann. Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes hat am 1. Juni in geheimer Sitzung mit der Prüfung des Berichtes der Mandatarmacht für Palästina begonnen. Ueber den Verlauf der Beratungen hat die Informationsabteilung des Völkerbundes ein Communique ausgegeben, in dem es u. a. heißt: Wenn auch die Finanzlage der Palästinaregierung keinen. unmittelbaren Anlaß zur Be- Ä.US der -Bewegung Bildungsarbeit des C.-V. in Oberschlesien Ein Aufruf zur Mitarbeit Die Bedeutung der Bildungsarbeit für die Festigung der Einzelpersönlichkeit und für die Erhaltung der Gemeinschaft haben wir Juden im Laufe unserer Geschichte immer wieder erfahren. Deshalb ist gerade in heutiger Zeit eine Beschäftigung mit den Geistesquellen unseres jüdischen Seins besonders notwendig. Die Leitung des Landesverbandes Oberschlesien des C.-V. hat daher eine Arbeitsgemeinschaft „U n s e r Judentum — erarbeitet aus seinen Qwe ll en" ins Leben gerufen. Alle oberschlesischen Mitglieder des C.-V. werden ausgerufen, an dieser Arbeitsgemeirtschaft mitzuwirken. Es ist an : einen Kurs gedacht, der in Abständen von drei Wochen in Gleiwitz, hauptsächlich für die Mitglieder in den Jndustriegemeinden, stattfindet. Am ersten Abend, am Dienstag, 16. Juni, soll das Thema „Quellender Iudentumskun d e" behandelt werden. Im Lause des Sommers soll ferner an einem hierfür auch landschaftlich geeigneten Ort eine Lerntagung stattfinden. Zum Herbst wird voraussichtlich die Arbeit aus weitere Kreise und auch andere Gemeinden ausgedehnt werden. Die Meldungen zur Teilnahme an dem Kurs „Unser Judentum — erarbeitet aus seinen Quellen", sind möglichst umgehend an D r. Jakobowitz in Beuthen (O.-S.), Virch o w st r a ß e 11, zu richten. Viele Anhänger des C.-V. fühlen sich heute aus inneren wie aus äußeren Gründen dazu bewogen, bisherige Ansichten und Formulierungen zu überprüfen und in dieser oder jener Frage nach neuen Antworten zu suchen. Diese Erscheinung ist nicht auf bestimmte Altersklassen beschränkt, sondern trifft auf die Nachdenklichen aller Lebensalter zu. In kleineren Orten wird es gerade die „Zwischengeneration" sein, die Altersklasse der Kriegsteilnehmer, der Dreißig- bis Fünfzigjährigen, die wieder nachzudenken beginnen. Ideologische Erörterungen sind heute wenig von Nutzen. Die alte Terminologie ist zu sehr mit den Ereignissen der letzten Jahre belastet, und die Gedanken selbst sind noch im sorgnis bietet, so sind doch die Auswirkungen des durch die ungeklärte europäische Situation entstandenen Rückschlags auf die einheimische Industrie noch immer zu merken. Die jüdische Einwanderung während der ersten fünf Monate, des lausenden Jahres war niedriger als in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1935. Was Transjordanien betrifft, so waren die Beziehungen zu den benachbarten Territorien von Syrien, Irak und Saudi-Arabien weiterhin freundschaftlich. . Obwohl die Erntelage in diesem Jahre infolge Regenmangels■ in .Transjordanien schlecht war, war die Finanzlage in diesem Territorium danO wesentlicher Verringerung der Ausgaben -und besserer Steuereingänge im Jahre 1935 zufriedenstellend. Bezüglich der Unruhen in Palästina sprach Mr. Trusted, der Generalstaatsanwalt der Palästina-Regierung, sein Bedauern darüber aus, daß sie noch nicht.nachgelassen haben. Die Wiederherstellung der Ordnung sei nach Ansicht der Regierung eine Ausgabe von allererster Wichtigkeit; die Regierung Sr. Majestät werde sich von ihrer Politik durch Aufruhr und Drohungen irgendwelcher Art nicht abbringen lassen. Die englischen und palästinensischen Abteilungen der Polizei, wurden verstärkt und die Militärgarnison wesentlich vermehrtum der gegenwärtigen Lage Herr zu werden. Es wurden auch gewisse einschränkende Maßnahmen in bezug aus die Bewegungsfreiheit der Agitatoren und Streiksührer getroffen. Generalstaatsanwalt Trusted schloß seine Erklärung mit dem Hinweis auf die Ankündigung des Staatssekretärs vom 18. Mai 1936, daß eine Untersuchung an Ort und Stelle durchgeführt und nach Wiederherstellung der Ordnung eine ckönigliche Kommission eingesetzt werden würde, die, ohne die Bestimmungen des Mandates in Frage zu stellen, die Ursachen der Unruhe und der angeblichen Beschwerden von Arabern oder Juden erforschen solle. . * Auf der am 31. Mai in London eröffneten Jahreskonferenz der Zionist Federation of Great Britain and Ireland hatte Dr. Chaim Weizmann Gelegenheit, in einer großen Rede seine in dem Begleitschreiben zu dem der Mandatskommission vorgelegten Memorandum enthaltenen Ausführungen durch eine Stellungnahme zu den neuesten Tagesereignissen in Palästina zu ergänzen. Weizmann gab zunächst wieder einmal ein feierliches Bekenntnis der friedlichen Gesinnung ab, die die Juden für die Araber hegen. Es sei das stärkste Bestreben der jüdischen Bevölkerung, mit den Arabern im Frieden zusammenzuarbeiten und von ihnen nicht als Eroberer oder Ausbeuter, sondern als Mitarbeiter betrachtet zu werden. Die wirtschaftliche Entwicklung habe zur Erfüllung dieses Wunsches beigetragen, "denn es könne objektiv sestgestellt werden, daß die Araber in wirtschaftlicher Beziehung von der jüdischen Einwanderng nur profitiert hätten. Die Zunahme der arabischen Bevölkerung in den letzten zwölf Jahren habe etwa 50 Prozent betragen. Trotz dieses unbestreitbaren Tatbestandes werde die leicht erregbare arabische Bevölkerung unter Mißbrauch religiöser Motive ausgereizt und zum Widerstand ausaestachelt. Bei diesem Widerstand aber handele es sich nicht nur um eine jüdische Frage, sondern um ein Problem,.das England, Europa und den Völkerbund stärkstens in Mitleidenschaft ziehe. Die Araber kämpfen in dem Bewußtsein, daß der von ihnen ausgeübte Streik und Terror die englische Regierung in Angst und Schrecken versetze und schon allein durch diesen Umstand schließlich Erfolg haben werde. Weizmann sprach sodann das Vertrauen zum High Commissioner aus und erklärte, daß die in jüngster Zeit von der Palästina-Regierung getroffenen Maßnahmen, nämlich die Bewilligung der Einwanderungsschedule und die Eröffnung der Anlegestelle in Tel-Aviv, von der jüdischen Bevölkerung tief gewürdigt werden. Die Entsendung einer königlichen Untersuchungskommission erklärte er als unnötig, da jeder Winkel und jede Möglichkeit des Landes bekannt sei. Es sei zu fürchten, daß von einer solchen Kommission nur neue Verwirrung ausgehen könne. Im Gegensatz zu einer neuen Untersuchung sei eine aktive Einwanderungspolitik zu fördern und eine Beteiligung der Juden am öffentlichen Dienst entsprechend ihrer zahlenmäßigen Stärke durchzuführen. Einschränkende Maßnahmen jedoch würden aus dem zugesagten Nationalheim eine Mausefalle machen. Zum Schluß sprach Dr. Weizmann vom Wesen und der Bedeutung des Atandats. Er äußerte sein unerschütterliches' Vertrauen darauf, daß England an seinem gegebenen Wort festhalte und alles Menschenmögliche tun werde, um ein Werk zu verteidigen, das eine Sache der Ehre und der Gerechtigkeit nicht nur für die Juden, sondern auch für die Engländer sei. Auf der zionistischen Jahreskonferenz sprachen außer Weizmann Paul Goodman, Rev. Perlzweig und das Mitglied des Council kor German Jewry, Simon Marks. Marks berichtete über die bisherigen Arbeiten des Council und über den Stand der von ihm finanzierten Auswanderungsvorbereitung. Grundsätzlich bedeutungsvoll waren seine Ausführungen, in denen er vom Verhältnis der Palästina-Wanderung und der Auswanderung in andere Länder sprach. Allen Mitgliedern des Council liege es fern, so führte Simon Marks aus, aus der gegenwärtigen Lage Parteikapital zu schlagen: Es solle Hilfe für die Auswanderung in jedes Land geboten werden, in dem die Möglichkeit der Existenz und eines Lebens in Freiheit und Würde besteht. Gewiß freuensich die Zionisten darüber, daß Palästina einen großen Teil der aus Deutschland auswandernden Juden ausnehmen könne. Aber sie weisen die Behauptung zurück, daß sie nur an der palästinensischen Seite ihrer Arbeit interessiert seien. 3193 jüdische Palästina-Einwanderer im April. Wie aus einer^ Veröffentlichung in der „Ossiciäl Gazette" herborgeht, sind ungeachtet der schweren Unruhen der letzten sechs Wochen im Monat April 1936 3193 Juden zu dauernder Niederlassung nach Palästina gekommen. Von ihnen gehörten 394 zu der Kategorie der Einwanderer mit einem Mindesteigenkapital von 1000. Pfund. Das Palästinaamt teilt mit: Wie wir von der Jewish Agency, Jerusalem, telegraphisch erfahren, sind für Deutschland auber den 1200 Zertifikaten, die auf Grund der Aktion des Council kor German Jewry erwirkt wurden, weitere 265 Zertifikate bewilligt worden. In dieser Zahl sind ebenso wie bei den früheren Zertifikatszuteilungen die Auswanderer aus Deutschland berücksichtigt, die sich bereits im Auslande befinden („Flüchtlingszertifikate"). Vor der Verkündung des Standrechts in Palästina Wie die Jüdische Telegraphenagentur erfährt, hat die Palästinaregierung bereits den Text für die Proklamierung des Standrechts (martial law) ausgearbeitet. Die Proklamation soll sofort veröffentlicht werden, wenn der Terror nicht nachläßt. Aus Aegypten ist ein weiteres Bataillon zur Verstärkung der palästinensischen Truppen eingetrossen. Truppen und Polizei stehen in Jaffa und Haifa in Alarmbereitschaft, Um bei etwaigen Kundgebungen und Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Geburtstag Mohammeds einzugreifen. Auf den Dächern der Häuser sind Maschinengewehre in Stellung gebracht. Autobusse der jüdischen Gesellschaft „Egged" besorgen auf der Strecke Jerusalem—Tel-Aviv den Transport von Truppen und Material unter Bedeckung englischer Maschinengewehrabteilungen. Kolonienminister Ormsby-Gore Der erste Kommissar für öffentliche Arbeiten, W. G. Ormsby-Gore, ist zum Nachfolger . von I. H. Thomas zum Minister für die Kolonien ernannt worden. Ormsby-Gore war bereits in den Jahren 1922 bis 1925 und 1927 bis 1929 Unterstaatssekretär im Colonial Office. Auf einem Bankett, das im November 1927 anläßlich der Zehnjahresfeier der Verkündung der Balfour-Deklaration stattfand, erklärte Ormsby-Gore, die Hauptaufgabe der Regierung bestehe darin, in dem Lande Frieden, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Politik der .Balfour-Deklaration sei - die Politik aller englischen Regierungen und-von allen Parteien akzeptiert. Füuro \(ui/ze alligatorI^P UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. Berlin, Tauentzienstrabe 16 Hamburg, Jungfernstieg 43 Kfiln a. Rh., Hohes trabe U5 Essen, Llmbeckstrabe 10 Essen, Am HauptbabnhoflO Bochum, KortumstraSe 67 Frankfurt a.M., Robmarkt IS Zentrale, Offenbacb a, M Wuppertal-Elberfeld, Herzogstrabe 36 Flusse. Es ist noch nicht an der Zeit, mit neuen Begriffen und neuen Wegen aufzuweisen, wie in einer gewandelten Umwelt Judentum gelebt werden kann, dessen Bekenner gewillt sind, es in die Zukunft weiterzutragen und dabei die.unentbehrliche Verbindung mit der Umwelt ausrechtzuerhalten. Es ist aber durchaus an der Zeit, sich mit den Materialien zu beschäftigen, die die Grundlagen solcher Ueberlegung bilden müssen, nämlich mit jenen Abschnitten . jüdischer Diasporageschichte, die von der geistigen und volklichen Auseinandersetzung zwischen hem Judentum und den Zeiten und Räumen, in denen es lebte, erfüllt sind. Aus solchen Ueberlegungen ist in der Ortsgruppe Oppeln O.-S. zum erstenmal im Vorjahre und im vergangenen Winter zum zweitenmal der folgende Weg beschritten worden: Zugleich mit der Ankündigung einer Arbeitsgemeinschaft über die „Geschichte der I u d e n i n Deutschland zur Luther-Zeit" unter der Leitung von cand. theol. Bernhard Wechsberg aus Breslau—Neiße, wurde eine kurze Bibliographie bekannt gegeben, die die Besucher instand setzte, mittels leicht zugänglicher Geschichtswerke (Graetz, Dubnow, Braun) einen Einblick in den Stoff zu nehmen. Die einzelnen Abende bestanden dann darin, den historischen Stofs gemeinsam mit den Hörern Zusammenzutragen und seitens des Vortragenden zu ergänzen und zusammenhängend darzustellen. Dabei wurde großer Wert daraus gelegt, Originaltexte (in deutscher Uebersetzung) vorzulesen und gemeinsam mit den Zuhörern zu deuten und zu besprechen, z. B. Abschnitte aus. Werken Philos bzw. aus Briefen Luthers, Melanchthons, Pfefferkorns und aus mittelalterlichen Judenordnungen. Der Schluß brachte wieder eine Zusammenfassung des Besprochenen durch den Veranstaltungslerter. Der kleine, aber intensiv mitarbeitende Teilnehmerkreis legte sowohl für das Bedürfnis nach solchen Veranstaltungen wie für die Eignung ihres Leiters Zeugnis ab. Wenn, wie es. am kleinen Ort meist angebracht ist, solche Veranstaltungen der Gemerndeöfsentlichkeit geboten werden, werden sie auch werbende Kraft entfalten können. In unserer Gemeinde, die an jüdischem Leben nicht arm ist und deren Mitglieder gewöhnt sind, Ansprüche zu stellen, war die diesjährige Vortragsreihe des C.-D. wohl unbestritten der Höhepunkt der geistigen Darbietungen des Winters. Erich Hirsehberg (Oppeln).; Am 19. Mai konnte die Ortsgruppe 11km nach längerer Pause erstmals wieder eine Versammlung abhalten. Der überaus zahlreiche Besuch in dem schönen Saal des neu umgebauten Gemeindehauses bewies das allseitige Interesse, das dieser Veranstaltung entgegengebracht wurde. Dr. Rudolf H. Heimansohn, Mitarbeiter der Berliner Hauptgeschäftsstelle, erstattete einen mit großem Beifall aufgenommenen Ueberblick über die gesamte umfangreiche Arbeit des C.V. Nach längerer Pause veranstaltete die Ortsgruppe Göppingen am 20. Mai eine Mitgliederversammlung unter ihrem neuen Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Steiner. Dem bisherigen Leiter der Ortsgruppe, Max Ottenheim e r, und dem Kassierer Berthold Wertheimer wurde für ihre langjährige treue Tätigkeit im Namen des württembergischen Landesausschusses des C.-V. und der Ortsgruppe Göppingen herzlicher Dank ausgesprochen. Dr. Rudolf H. Heimansohn (Berlin) sprach anschließend über die Gesamtarbeit des C.-V. In seinen anschaulichen Ausführungen gab er ein mit vielen Einzelbeispielen belegtes Bild der zahlreichen Aufgaben, deren Lösung heute dem C.-V. obliegt. Die Judenemanzipation im deutschen Geschichtsunteirricht ' In „Vergangenheit und Gegenwart" (26. Jahrgang, Nr. 3), der maßgeblichen Zeitschrift für Geschichtsunterricht und politische Erziehung, veröffentlicht Oberstudiendirektor Walther H o h - mann in Köln einen „Beitrag zur Durchführung des Ministerialerlasses über Rassenkunde im Geschichtsunterricht", wobei er u. a. Richtlinien für die Behandlung der Judenemanzipation im Geschichtsunterricht der deutschen Schule gibt. „Die Juden", sagt Hohmann, „verstanden es, diese >,Menschheitsgedanken' (der französischen Revolution) zu ihrem Vorteil auszunutzen), indem sie ihre bürgerlich-rechtliche Gleichstellung als eine gerechte Forderung her ,Humanitäb und Toleranz hinstellten. Damit begann die verhängnisvolle Verbindung von Judentum und Deutschtum, die dahin führte, daß die Deutschen mehr und mehr über den weltbürgerlichen Ideen ihr Volkstum vergaßen. D,ie Juden konnten sich allmählich zum Herrn der deutschen Kultur machen. Der Ausgangspunkt dieser für di? deutsche Rässengeschichte außerordentlich wichtigen Entwicklung war das preußische Edikt vom Il.,März 1812, in dem Hardenberg den Juden gleiche'bürgerliche Rechte und Freiheiten verlieh. Es war ein unseliger Irrtum der Judenfreunde, zu glauben, daß die Juden durch diese Gleichstellung zu Deutschen werden und sich dem deutschen Volke assimilieren könnten. Man übersah, daß die undeutschen Eigenschaften der Juden auf ihren Erbanlagen beruhten, die durch keine.Taufe oder politische Gleichstellung geändert werden können." > ' F. F. KLAUBER-WÄSCHE IN AUEN FÜHRENDEN WÄSCHE-GESCHÄFTEN WÄSCHEFABRIK ROSA KLAUBER / MÜNCHEN