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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Opernaufführung in Köln Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe wartete man in Köln z u m e r st e n m a l mit einer Oper aus, mit „8a Serva Padrona“ von Pergolese, jenem Kabinettstück feinsten Humors, das nicht nur der italienischen Opera Buffa für die Folgezeit als Vorbild dient, sondern auch für die Entstehung der komischen Oper in Frankreich von historischer Bedeutung ist. Unter der sicheren Stabführung von Kurt Heinemann wurde dieses „Intermezzo" ein feinziseliertes, beschwingtes Gebilde. Dank der geschickten Dialog-Neufassung durch Gerhard Walter - Rosenbaum, der auch mit stilkundiger Hand dem Spiel, zur flotten Abwicklung verhalf — die aus primitiven Mitteln geschmackvoll zusammengestellten Bühnenbilder, Dekorationen und Kostüme entwarf Egon Markus, und für die Anfertigung der Kleidung zeichnete Herta Krako —, war die Aufführung abgerundet und eindrucksvoll. Dr. Leo Barczynski ist ein Darsteller, über jede Kritik erhaben. Sein fülliger Baß, seine Musikalität, seine Bühnenroutine ließen einen idealen Umberto erstehen. Ihm zur Seite Lucie M a n k i ew i tz als Serpina, keck, grazil mit sympathischem, schlankem Sopran. Den stummen Diener mimte mit unwiderstehlicher Komik der nie versagende Julius Rutkowsky. Schon in dem den Abend einleitenden Violinkonzert A-moll von I. S. Bach (Solistin war die begabte, von Satz zu Satz in ihre Aufgabe hineinwachsende Geigerin Ilse Sch e fler) leistete das winzige Kammer orche st er Hervorragendes; man darf seinem Dirigenten Kurt Heinemann nur wünschen, daß er mehr Gelegenheit haben möge, seine Fähigkeiten auch an der Spitze größerer Klangkörper zu zeigen. Noch ein Wort über die Jüdische Chorvereinig u n g, die, ihren unermüdlichen Leiter Heinemann am Pult, die Liebesliederwalzer von Brahms sang, eine beachtenswerte Darstellung, die man allerdings lieber bei anderer Gelegenheit in günstigerer Programmfolge gehört hätte. Als feinfühlige Begleiter betätigten sich Ilse Saß und Willi L ö w e n st e i n zu vier Händen. Ein hochwertiger Abend, den das Publikum durch herzliche Beifallsbezeugungen zu schätzen wußte. — yo _ Konzerte und Vorträge Das Haus Weil in Berlin stellt wieder einen Werdenden heraus: Der Geiger Jürgen Ronis besitzt gute technische Grundlagen, die sich namentlich im Laufwerk bewähren. Für den künstlerischen Ernst sprach das Prograinm: Sonaten von Händel, Bach, Brahms. Ronis müßte nun noch nach bewußterer Disposition, stärkerer Kontrolle der Tempi bei den alten Meistern streben, der Brahms war kontrastreicher, elementarer zu gestalten. Ein sehr einfühlsamer, versierter, aber farblos spielender Begleiter war Heinz Fenster; die leidenschaftliche Sinfonik in vielen Stellen der letzten Brahms-Sonate wurde nicht entfernt ausgeschöpft. Zwischen dem Instrumentalen sang Walter Olitzki. Man freute sich, ihn und den ganzen Zyklus der Beethovenschen Gellert-Lieder zu hören, mögen auch die stärksten Ausdrucksbereiche des beliebten Künstlers woanders liegen. Kurt R a h m e r, eigentlich ein buffonesker Charakterbaß mit edlen Stimmitteln, findet gleichwohl den Weg zu der lastenden Schwere einiger Schubert» und Wolf-Lieder. Sein Humor, aus Ernst erwachsend und sich trocken gebend, bewährt sich dann in Mozarts Registerarie, aus der er durch ein Mehr an heimlicher, andeutender Spötterei ein Kabinett- und Paradestückchen hätte formen können. Alfred Wittenberg spielte als Haüptstück Mozarts berühmtestes Violinkonzert. Wie unendlich oft muß Meister Wittenberg dieses Werk in seiner langen Laufbahn gespielt haben! Man spürt die Routine dessen, der keine Probleme mehr sieht. Der Pianistin Natalie Litt au er ist der vielfach geglückte Wille zu einfühlsamer Begleitung nachzusagen, die Aufgaben konnten aber, namentlich im Mozart-Konzert, technisch nicht überlegen bewältigt werden. ' Ein Kompositionsabend von Gerhard Goldschlag bei Weil wurde von Dr. Kurt Singer eingeleitet, der Goldschlag mit Recht den Romantikern zuordnete, die immer das Widerspiel zu Rationalismus und Sachlichkeit waren. Unter der langen Reihe der Lieder selbst war keines, das nicht in seiner Art gut gearbeitet war und dem Text sinnvoll nachging, aber auch kein einziges, das, musikalisch gesehen, eigenes Profil hatte und die Konvention durchbrach. Man täte Goldschlag mit einem Zweifel an der Ehrlichkeit seines Empfindens unrecht, aber in der Realisierung seines Fühlens, in der Schöpfung der Klänge kommt er strichweise über eine bloße Kopie berühmter Vorbilder (Schubert, Schumann, der ganz junge Wolf und vor allem sehr viel Brahms) nicht hinaus. Die Lieder sind sorgsam gesetzt, wobei allerdings ein Zuviel an gleichförmiger, billiger Vorhaltsbildung im Klaviersatz und das Zusteuern auf manche reichlich abgegriffene Akkorde nicht gerade originell wirkt. Der größte Vorzug dieser Musik ist ihre melodische Eingänglichkeit, die dem Sänger immer dankbare Aufgaben stellt. In Susanne L o e w e nst e i n und Wilhelm G u t t m a n n hatten sich dem Komponisten, der selbst am Klavier begleitete, hervorragende Interpreten zur Verfügung gestellt. Das „Kollektiv jüdischer Bühnensänger" brachte Mozarts „Figaro" in einer Konzertaufführung mit Klavierbegleitung, was jedenfalls einer Wiedergabe mit unzulänglichen szenischen und orchestralen Mitteln vorzuziehen ist, wenn auch das ganz auf Situationskomik gestellte Stück hier nicht als „Handlung" verständlich sein konnte. Zur Diskussion standen Stimmen, Stimmkultur und Gestaltungsgabe bisher wenig Bekannter. Unter ihnen ist mit Lob Werner Simon zu nennen, der einen saftigen, runden Baß sein eigen nennt, und Else S e U g m a n n, die sich seit ihren letzten Konzertversuchen verbessert hat. Alle übrigen Leistungen können nur mit einem stark einschränkenden „Aber" genannt werden. Fritz S a l o m o n s k i s Stimme und Darstellung ist das Weiche und auch das komisch Blasierte (Geisha) eher zugänglich als die herrische Geste des Grafen, die er nicht überzeugend herausarbeiten kann. Die Naivität Susannens darf nicht in eine so süßlich-neckische Pose übertragen werden, wie das> Erna Stapf tat. Mariquita Vogelsdorff sang reichlich affektiert und unrein. Wilhelm Meyersohn wird auf den Brettern ein gut spielender Figaro sein, man merkt das an seinen andeutenden Gebärden, an dem Ausdruck der Stimme, bte leider nur zu wenig klangliche Fülle und Volumen für diese Bombenrolle hat. Bei Ilse S i l b e r st e i n steht einer hübschen Höhe die belegt klingende und wenig tragfähige Mittellage gegenüber. Hier könnte strenge Ärbeit einen Sinn haben. Es wirkten noch Edgar L i ß n e r (ein sympathischer Tenor), Martin L o e w y, Wally Tuchler. Herbert L i l i e n t h a l hat das Ganze einstudiert und leitete es, am Klavier spielend, mit kräftigem Zupacken, wobei naturgemäß manche Feinheit dieses mozartlichsten Stückes vergröbert werden mußte; aber Lilienthal hat gründliche Arbeit geleistet, die einen glatten'Ablauf sicherstellte. L. A. Die Vereinigung jüdischer Frauen Groß-Berlins veranstaltete einen heiteren Prosa-Abend, der seine Bestimmung erfüllte: man schmunzelte, lächelte, lachte über „Lux" von Manfred Kyber, „Die Haselnußtorte" u. o.. Else Roman wußte als bewährte .Sprecherin durch ihr Verständnis für alle Stufungen seinen Humors die Geister des Frohsinns zu wecken, ihre Tochter Jngeborg Roman geistreiche Satire in derselben leichtspielerischen Art zu vermitteln, ohne der Versuchung zu Possenhafter Uebertreibung zu erliegen. Ein Beitrag von Frieda M e h l e r fand als Erinnerung an den 65. Geburtstag der Dichterin Sonderapplaus der dankbaren Hörerschaft. A. S. Der Kulturbund für Ostwestfalen und angrenzende Gebiete (Sitz Herford) veranstaltete in Bielefeld, Detmold, Hamm, Herford, Minden, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Paderborn und Rheda Konzerte mit Boris und Joseph Schwarz. Das Programm brachte u. a. Werke von Beethoven, Chopin und Korngold. Der leidenschaftlich satte Ton des Sohnes vereinte sich mit dem kraftvoll formenden Musizieren des Vaters zu einem selten musikalischen Erlebnis. Als Höhepunkt muß die Wiedergabe der Chopinschen Sonate L-moll (mit dem Trauermarsch) durch den Vater und der Kreutzersonate von Beethoven durch Vater und Sohn besonders hervorgehoben werden. Die Künstler ernteten überall stürmischen Beifall. „Heitere Melodien" betitelte sich eine Veranstaltung des Hannoverschen Kulturbundes, die vom gesamten Schwarzwaldorchester, Berlin, unter Leitung von Erich Schwarzwald bestritten wurde. Als Solistin sprang für eine erkrankte Kollegin Rita Atlasz, Berlin, ein. Mit ihrem strahlenden, gutgeschulten Koloratursopran ersang sie sich einen außergewöhnlichen Erfolg. Das Orchester spielte Ouvertüren, Walzer und Potpourris aus der bekanntesten Operettenliteratur. 0. 8. Im Jüdischen Kulturbund Königsberg Pr. sang und spielte Willy Rosen einen kleinen Auszug aus seinen früheren Schlagern. Daß -er es fertig bekam, das Publikum zum Mitsingen der Refrains seiner neuen Lieder zu bringen, das will schon etwas bedeuten. Willy M a s ch k e hatte die Stimmung für Rosen durch seine unaufdringliche und witzige Conference glänzend vorbereitet, Sally Gutkind begleitete so taktvoll am Flügel und Hedi H a a s e war eine so famos charakterisierende Chansonette, daß das Auditorium lachend, ja beinahe ausgelassen mitging und dankbar diese Stunden der Entspannung genoß. I. Ick. Mit vorbildlicher Diskretion und unübertrefflicher Sicherheit der Pointierung brachte in Frankfurt a. M. Willy Prager alte und neue Arbeiten; alles Belege gepflegter Unterhaltungskunst, für die jetzt nur noch selten Begabungen nachwachsen. Den Nummern von Camilla Spira» E i s n e r merkt man die Flaute ihres Genres an. Aus der Menge belangloser Liedchen rettete sich auf die Insel des sicheren Erfolges: das „Weiße Rössl", das ihren Namen begründet hat. Den „akademischen" Teil bestritten der ausgezeichnete Geiger Hans Bassermann mit virtuoser Kleinkunst bekannter Herkunft und Sätzen aus Konzerten von Max Bruch und Richard Strauß, außerdem die Altistin Magda Spiegel, die den großen Kreis ihrer Anhänger durch Arien wirksam an ihre Glanzzeit als Mitglied der Frankfurter Oper erinnerte. An einem Kammermusikabend des Kulturbundes Rhein-Main stellte sich der Bratscher des Streichquartetts, Richard Karp, in der biedermeierisch gemächlichen Musik der Sonate für Viola und Klavier von Dittersdorf eine lohnende Aufgabe. In Mozarts Klavierquartett G-moll und dem Forellenquintett von Schubert vereinigten sich mit dem Solisten noch die bewährten Kräfte des Orchesters, Anni Steiger, Ary Sch u y e r , Ernst B ö h m - und der kultivierte Hamburger- Pianist ' Bernhard A b r a m o w i t s ch zu harmonisch abgestimmter Ensemblekunst. A. H — e. An zwei gutbesuchten Abenden bot der „Liederkränz" ^Jüdischer Kulturbund) Mannheim Kleinkunst. Auftakt war ein „Bunter Teil", den die sanglich routinierte Edith Eisenheim er und der materialreiche Hans A s s e n h e i m, beide aus Frankfurt a. M., bestritten. Dem Sänger hätte man etwas mehr Schlichtheit, der Künstlerin ein wenig mehr Nuance des Vortrags gewünscht. Von Annemarie Fuß, Mannheim, sah man Tänze persönlicher Prägung. Max K o n i n s k i. Berlin, las mit besonders starker Wirkung kleine ostjüdische Geschichten. Er hatte auch die „Oestlichen Bilderbogen" nach der Inszenierung von Nikolai Eljaschoff einstndiert, deren markanteste darstellerische Typen man ihm dankte. Prächtig Franz Oppenheimer, der verdienstvolle Leiter des Abends. Zum nachhaltigen Erfolg trugen auch Max F i r n b e r g, Frankfurt a. M., am Flügel und der Gestalter des Bühnenbildes, Erich Marx, Mannheim, das ihre bei. 8o. Die Pembaurschülerin Elsbeth W a r b u r g und der Baritonist Willi Aronson musizierten im Kulturbund ihrer Heimatstadt Nvrdhausen. Aronson zeigte in Werken von Haydn, Beethoven, Schubert und hebräischen Liedern von Engel gutes Stimmaterial. Die Pianistin, die sich auch als Begleiterin des Sängers mit Erfolg betätigte, spielte Solostücke von Mendelssohn, Beethoven und Liszt und erntete wie der Sänger außerordentlich starken Beifall. P. F. Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland erfährt, daß Generalmusikdirektor Josef R o s e n st o ck für zwei Jahre an das New Symphonie Orchestra in Tokio, das erste Orchester Japans, als ständiger Dirigent berufen worden ist. Zu Gunsten des Mittagstisches der Künstlerhilfe, der voir einem Dainenkomitee unter Leitung von Frau Helene London unterhalten wird und der täglich etwa 50 zurzeit beschäftigungslose Künstler beköstigt, findet am 6. Juni, 20.30 Uhr, in der Privaten Waldschule Kaliski, Dahlem, Im Dol 6, ein heiterer Abend statt. Neben Mar Ehrlich wirken mit: Cläre Arnstein, Rut Sklarz, Thea Stuckenschmidt. Friß Taschauer. Am Flügel: Werner B a e r. Nach der Veranstaltung gemütliches Beisammensein. Karten zum Preise von 3 RM bei: Künstlerhilfe, Kantstraße 158 (Bismarck 6023), Frau Helene London, Joachimsthaler Straße 7/8 (Bismarck 6101), Private Waldschule Kaliski, Dahlem, Im Dol 6 (Schmargendorf 0967). Der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde Deutschlands teilt mit: Die blauen Reichsverbandsausweiskarten (K-Karten) haben eine Gültigkeitsdauer vom 1. Oktober-1935 bis zum 30. September 1936. Der Preis für diese Karten betrug 1 RM. Da für neuhinzutretende Erwerber die Gültigkeitsdauer nur vier Monate beträgt, werden'die P-Karten ab 1. Juni für 0,50 RM ausgegeben. Am 30. September läuft die Gültigkeit ab. Ab 1. Oktober werden neue Karten für ein Jahr zum Preise von 1 RM ausgegeben. Im September können Neuerwerber wählen, ob sie noch die alte blaue Karte für 0,50 RM oder schon die neue Karte für 1 RM erwerben wollen, deren Gültigkeitsdauer in diesem Falle um einen Monat vorverlegt wird. „Meine Schwester und ich" in der Kleinkunstbühne des Jüdischen Kulturbundes, B e r l i n. Am 2. Juni (Wiederholung: 3. Juni) findet im Cafe Leon (Dachgarten) die Premiere dieses musikalischen Spiels von Ralph Benatzky als Gastspiel des Hamburger Jüdischen Kulturbundes (Regie: Hans B u x b a u m) statt. In den Hauptrollen: Max Ehrlich, Liselotte Cohn (Rosen), Edith H e r ßl i k, .Fritz Melchior u. a. An zwei Flügeln: Kurt Behrens und Dr. Richard Hirsch. Die Reichsausstellung jüdischer Künstler im Jüdischen Museum Berlin ist nur noch kurze Zeit zu besichtigen. Im Interesse der Künstler wäre zu wünschen, daß der Besuch weiter rege ist. Am Pfingstsonntag und -montag ist das Museum geöffnet. Theater, Musik, Film Franz Molnärs dramatische Legende „Das Wunder in den Bergen", über die in der letzten Nummer.der C.-V.-Zeitung berichtet wurde, wird im Herbst am Theater in der Josefstadt in Wien — voraussichtlich mit Albert Bassermann in einer der Hauptrollen — zur deutschen Uraufführung gelangen. Im Schönbrunner Schloßtheater in Wie n veranstaltete das Reinhardt- Seminar eine Ausführung von Franz M o l n ä t § „Liliom"« Die Leitung hatte Dr. Ernst Lothar, v Fritzi Massary, die seit dem Tode ihres Gatten Max Pallenberg der Bühne ferngeblieben ist, wird im Herbst wieder vor das Publikum treten. Sie wird im Theater in der Josefstadt in Wi e n in der Komödie „Blaue Wolken" von Hans Jaray eine der beiden weiblichen Hauptrollen darstellen. * Am Theätre Gymnase in Paris ging Henry B e r n st e i n s Schauspiel „Das Herz" („Le coeur“) zum 225. Male in Szene. V Von den Stücken, die in dieser Spielzeit in B u d a p e st zur Aufführung gelangten, erzielte den größten Theatererfolg des Verslustspiel „Der stumme Ritter" von Jenö H e l t a i. * Die Gustav-Mahler - Gedenkfeiern in Wien erreichten mit der Ausführung von Mahlers 8. Sinfonie unter Leitung Bruno Walters ihren Höhepunkt. Beide Veranstaltungen, die unter dem Ehrenvorsitz des Bundeskanzlers Dr. v. Schuschnigg stattsanden, waren ausverkanft. Neben sieben Solisten wirkten mit: die Wiener Sinfoniker, der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, der Wiener Lehrer a-eapella-Chor, die Wiener Sängerknaben. Der Abend, dem der Bundeskanzler sowie der Unterrichtsminister Dr. Pernter persönlich beiwohnten, schloß mit begeisterten Kundgebungen für Bruno Walter und seine Künstler. V Im Warschauer Sender wird am 29. Mai, 20 Uhr, die 4. Sinfonie von Gustav Mahler unter Gregor Fitelberg gespielt. Das gleiche Werk bringt der Prager Rundfunk am 31. Mai, 17 Uhr 50 Minuten, unter der Leitung von Fritz Zweig. Der französische Gesandte in Wien, Gabriel Puaux, hat Bruno Walter in besonderer Würdigung der Vielseitigkeit seiner Dirigentenkunst, die Insignien zu dem ihm vom Präsidenten der französischen Republik verliehenen Kommandeurkreuz der Ehrenlegion überreicht. * In dem Konzert, das Bronislaw Huberm a n am 28. Mai im Großen Konzerthaussaal in Wien mit den Wiener Philharmonikern veranstaltet, wirkt als Dirigent Generalmusikdirektor Hans Wilhelm S t e i n b e r g/, der zukünftige Leiter der Opern- und Konzertaufführungen des Berliner Kulturbundes. # Moriz Rosenthal gab sieben Konzerte ln London unter dem Gesamttitel „Von Bach bis zum 20. Jahrhundert". Publikum und Presse feierten den Künstler. Wanda Landow ska, die bekannte Cembalistin, konzertierte in Paris mit Stücken von Couperin und Rameau. * Der Geiger Nathan M i l st e i n spielte in Chicago das Mendelssohn-Konzert. Er hatte einen eigenen Abend in Indianapolis, wo er besonders mit einer Solosonate von Bach tiefen Eindruck hinterließ. * Margarete Dessoff, Gründerin und Leiterin des Dessoff-Chors, N e w - P o r k, zieht sich von der Leitung mit einem Abschiedskonzert zurück, das neben Bach und Brahms ein Werk von K r e n e k „Der Herbst" und S a m i n s k y „Neufundland- Lied" bringt. * Josef Schuster wurde als erster Cellist an das New-Porker Philharmonische Orchester für die kommende Saison verpflichtet. Er spielte kürzlich im Weißen Hause. * Der Pianist Rudolf S e r k i n gab in G e n s einen Klavierabend mit Stücken aus Bach, Beet- Hoven und Mendelssohn. * In der International Opera Season, die kürzlich im Lovent £larden in London begonnen hat, dirigierte Fritz Reiner, der frühere Generalmusikdirektor der Dresdener Staatsoper, Richad Wagners „Parsifal". * Der aus Breslau stammende junge Komponist Rudolf H o l z m a n n reichte zu dem von der Brüsseler Kunstgemeinschaft ausgeschriebenen Komponistenwettbewerb ein Septett ein, das zu den vier besten musikalischen Schöpfungen, für die sich das Preisgericht entschied, gehört und mit den anderen preisgekrönten Werken in Brüssel aufgesührt wurde. * Leo B l e ch ist vom König von Schweden zum Hofkapellmeister ernannt worden. Blech wirkt seit langen Jahren gastweise an der Stockholmer Oper. V Walter Herbert, Dirigent an der Wiener Volksoper, dirigiert in Tokio einige Konzerte des Tokioer Sinfonieorchesters. * Emanuel F e u e r m a n n gab im Nahmen einer Konzerttournee durch Japan einige Konzerte in Tokio. Die Zuhörer brachten dem Künstler herzliche Ovationen. . * In Chicago wird Weinbergers „S ch w a n d a" von der Universität ausgeführt. * In Mailand erschien ein neues Werk von Ernest Bloch im Druck, eine dreisätzige Klaviersonate, deren zweiter Satz ein Pastorale, deren dritter ein Marsch ist. Das Werk ist schwer, aber nicht unpianistisch gesetzt. ¥ Das Quintett für Klavier und Streicher von Ernest Bloch (das man in Berlin seinerzeit von Joseph Rosenstock und dem Frey-Quartett hörte), erlebt seine kanadische Uraufführung in Toronto. * In der bekannten Synagoge New Porks, dem Tempel Emanu-El, fand neulich ein Chorkonzert statt, das auch in der allgemeinen Presse ein Echo fand. Es kamen neuere Kompositionen unter Leitung des Chordirigenten, des als Komponisten vielgenannten Lazare S a m i n s k i. zur Aufführung, darunter Ernest B l o ch s Gottesdienstoratorium. Der Kapellmeister Richard Falk (früher an der Komischen Oper, Berlin) leitete in Pergoleses Geburtsort Jesi (bei Ancona) eine von ihm neubearbeitete komische Oper des Meisters, „II Maestro di Musica“ mit besonderem Erfolg. Bürgerschaft, Magistrat und die faschistischen Behörden nahmen teil. Falk wurde daraufhin zum Festdirigenten der Pergolese-Feier im September (200. Todestag) gewählt. Hier wird er eine der ernsten Opern Pergoleses, die „Olympiade", bearbeiten und dirigieren. * Aus Anlaß des zehnjährigen Dirigentenjubiläums I g n a tz A l p a r s fand in der Ofener Hauptsynagoge ein Festkonzert statt, am dem die Schwester des Jubilars, Gitta A l P a r (Gesang), Lilly Herz (Klavier), Gabriel Rejtö (Cello), Edith Fa r rächt (Klavier), Oskar B e r e g i (Rezitation) mitwirkten. * Am Theätre Gälte Lyrique in Paris erzielte die neue Operette „Der letzte Walzer" von Oscar Straus, Text von Brammer und Grün- Wald, einen außerordentlichen Erfolg. * Das Theätre Porte-Saint Martin in Paris eröffnete seine Opernsaison mit Verdis „Traviata". Lotte Schöne sang die Rolle der Bioletta. * In London bereitet Alexander K o r d a die Aufnahme zu einem großen kunsthistorischen Film vor, der das Leben und die Kunst Rembrandts behandelt. * Harry Bares spielt in einer Neufassung der „Golem", die zurzeit in der Tschechoslowakei läuft und in dem Film „Wenn ich Rothschild wäre", der jetzt in Wi en gezeigt wird, die Hauptrolle. * Die polnische „Grin"-Filmgesellschaft bereitet einen jüdischen Tonfilm vor, den Konrad Taß schreibt. Die Hauptrollen werden die amerikanischen Schauspieler Jizchatt Feld, Morris Kress in und H. Ja cobson spielen. * Jean Senoit Levy. der Regisseur der „M a t e r u e l l e", wird nach dem Roman von Vicki Baum „Helene Wilsuer" verfilmen.

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