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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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von Max Loevoenthal I. Sage „Es rausche wie der Libanon seine Frucht** Als in den Tagen der Sintflut die Wasser immer höher stiegen, Menschen und Tiere, außer denen in der Arche Noah, hinweggerafft wurden, beschloß der Allmächtige, auch Bäume und Pflanzen zu vernichten und erst nachdem die Wasser sich verlaufen, ihre Keime in der frischen Erde wieder Wurzeln schlagen zu lassen. Die Halme des Getreides, die Blumen des Feldes, die Moose der Wälder, Gräser und Kräuter der Wiesen wurden schnell hinweggespült, und auch die Sträucher schwammen rasch entwurzelt in den Fluten. Von den Obstbäumen fegte der Sturm Blätter und Früchte herunter und knickte ihre beraubten Kronen. Die Trauerweide, an soviel Wasser doch nicht gewöhnt, ließ ihre Zweige hängen und wurde schließlich wie die Birke, die ihr Laub immer tiefer senkte, fortgetrieben. Linde, Ahorn, Pappel, Nüster, Erle und viele anderen Bäume versackten im Schlamme. Die Palme bog sich wie ein Rohr und kämpfte verzweifelt gegen die tobenden Wellen, bis auch sie unterging. Die großen Buchen- und Eichenwälder versanken im Wasser, und auch die Kiefern, und Tannengehölze konnten sich auf dem unterspülten Boden nicht mehr halten. Die Fichten klammerten sich verzweifelt an Felsblöcke, bis sie samt diesen fortgeschwemmt wurden. Die Lärchen auf den Gebirgen glaubten noch immer nicht, daß das Wasser bis zu ihnen hinauffluten könnte. Doch auch sie mußten sich am Ende ihrem Schicksal ergeben. Zuletzt trotzten nur noch die Familien der Zedern auf den hohen Bergen den Wassermassen. Als aber die Sintflut nicht Nachlassen wollte, erlahmte eine Zedernfamilie nach der anderen: die im Atlasgebirge, die im Taurus, die auf Cypern und auf vielen anderen Bergketten. Entmutigt ließen auch sie ihre Häupter sinken und verschwanden wie alle anderen Bäume im Strudel der tobenden Elemente. Nur die Zedern auf dem Libanon hielten unentwegt im Vertrauen auf Gott ihre Kronen hoch, so sehr auch die Wasser steigen mochten. Ja, als schon die meisten Gebirge der Welt überschwemmt waren, glaubten sie noch immer an die Güte und Allmacht Gottes und hoben den Stürmen trotzend ihre Aeste wie betende Arme immer höher empor. Zuletzt ragten nur noch die Spitzen der obersten Zweige, die den heiligen Namen bildeten, aus dem unendlichen Meere heraus. Und wie am Anfang der Schöpfungsgeschichte der Geist Gottes über die Fläche der Wasser schwebte, so strahlte jetzt am 40. Tage der Sintflut der Name des Ewigen im magischen Glanze über dem Gebirge des Libanon. Da sprach der Allmächtige zu den Zedern dieses Waldes: „Weil ihr auf mich vertrautet, als alle anderen Bäume schon verzagten, und weil ihr meinen Namen getragen habt über dieses unendliche Meer, so sollt ihr nicht sterben. Ich werde euch einen Geist einflößen, der eure Kräfte nicht schwinden läßt und euch ewige Jugendfrische verleihen soll: auch nicht das kleinste meiner Wesen soll euch je ein Leid zufügen. Heilig sollt ihr mir sein, und aus eurem Holze soll einst der weiseste aller Menschen mein Heiligtum erbauen. Wenn Menschen aber die mit eurem Holze geweihten Hallen entheiligen, so will ich im Feuer euren Geist zu mir emporsteigen lassen." Da rauschten in den versunkenen Gipfeln der Berge die stolzen Wipfel der geheiligten Zedern des Libanon. Und es schlossen sich die Schleusen des Himmeltz. Als sich die Wasser verlaufen hatten und die Erde wieder sichtbar ward, begannen Blumen, Kräuter, Sträucher und Bäume sich wieder neu zu formen. Die Zedern des Libanon aber standen stark und ungebeugt wie am dritten Schöpfungstage auf ihren von Gott angewiesenen Höhen und rauschten beseelt vom Geiste ihres Schöpfers majestätisch über allen Bäumen der Welt. Wie Wächter eines verlorenen Paradieses schauen noch immer wie vor Jahrtausenden „Libanons Zedern, die Er gepflanzt" aus uns hernieder. 11. Wissenschaft Für die gottesgläubige Menschheit, besonders aber für uns Juden, dürfte die Libanon- oder syrische Zeder der bekannteste, für viele andere aber ein recht unbekannter Baum sein. Jedes Kind, das von König Salomon gehört hat, weiß schon, daß er den Tempel der Juden aus Zedernholz bauen ließ. Aber damit ist es auch meist mit der Schulweisheit aus. Schlagen wir in Schulbüchern nach, so finden wir über die Zedern nur wenige Sätze; viele wissen nicht einmal, daß es sich bei ihnen um Nadelbäume handelt, die mit den Lärchen verwandt sind, aber im Gegensatz zu ihnen auch im Winter Nadeln behalten. Die Zedern sind auf den Höhen des Atlas bis zum Himalaja heimisch und von ihren vielen Arten hat keine so viele gute brauchbare Eigenschaften wie gerade die Zeder des Libanon. Sie besitzt ein helles. Die Lotterie Erzählung von Micha Josef bin Gorion ( Berdyczewski) Der Jüngling Meschullam-Jakob wurde nach dem Namen seiner Mutter „der Sohn Saras" genannt. Die Mutter war Witwe und ernährte ihren Sohn, der noch als Kind seinen Vater verloren hatte. Der Sohn Saras war ein hübscher, hochgewachsener Junge, nicht ungebildet und ein Stück Rechenmeister, aber er liebte es, müßig zu sein und nicht zu arbeiten. Er verbrachte die meiste Zeit im Hause des Rabbiners, wo er, wie man so sagt, dem Studium oblag, ohne sich im übrigen viel anzustrengen. Er war, wiewohl er die nötige Anzahl der Jahre schon hatte, noch unvermählt und trieb daher keinen Handel und kein Geschäft, was in Israel Sache der verheirateten Männer ist. Beim Rabbiner war er wie zu Hause; er aß dort öfter zu Mittag, und wenn der Rabbi eine Reise machen mußte, so begleitete ihn der Sohn Saras und machte für ihn Gänge und Besorgungen. Eines Tages nun war im Hause der Mutter die Knappheit schlimmer denn je, und das Pessachfest nahte heran. Meschullam-Jakob sah ein, daß er diesmal seiner Mutter helfen und zum Unterhalt beisteuern mußte. Er überlegte hin und her, was er unternehmen könnte, überlegte und dachte nach — und kam auf einen Einfall. Er kaufte in einem Laden auf Borg für einen Rubel feine Tabakblätter in eine Schachtel eingepackt — es war Tabak, wie ihn nur reiche Gutsbesitzer und nicht arme Juden rauchen — und gab im Bethaus bekannt, daß jeder das Päckchen erlangen könnender bei ihm für eine Kopeke ein Los kaufte und die rechte Nummer zöge. Da flogen dem Sohn Saras die Kopeken nur so zu; er gab aber jedem einen Zettel mit einer Zahl darauf und hatte mit Eins angefangen. Die Neuigkeit verbreitete sich in der Stadt, und alle suchten ein Los zu bekommen. Im Anfang hatte Meschullam-Jakob vorgehabt, nur vierhundert Lose auszugeben. Dann aber rechnete er sich aus, daß fünfhundert mehr seien als vierhundert, und schrieb noch hundert Zettel dazu. Viele von den Kunden kamen und bedrängten ihn, daß er nun mit der Ziehung beginnen möchte; manche kauften mehrere Lose, um die Sache zu beschleunigen, und als gegen Schluß noch fünfundzwanzig Nummern übrig waren, fand sich ein freigebiger Mann, der alle fünfundzwanzig Lose kaufte. Es war ein großes Ereignis. Nun gab es keine Ausreden, um den Ziehungstermin hinauszuschieben, und so wurde in der Stadt verkündet, daß am Dienstag der kommenden Woche, um vier Uhr nachmittags, im Bethaus die Verlosung stattfinden werde. Der hohe Tag kam heran, das ganze junge Volk strömte ins Bethaus. Vier Mann stiegen auf die Kanzel und blieben zu beiden Seiten des Tisches stehen, von dem aus man die Tora zu verlesen pflegte; zwei Knaben, beide dreizehnjährig, standen vor dem Tisch. Nun wurden rechts und links zwei Mützen auf den Tisch gelegt; in die eine wurden fünfhundert Zettel mit Zahlen, von eins bis fünfhundert beschrieben, getan, in die andere vierhundertneunundneunzig weiße Zettel und noch einer, auf dem in zierlicher Schrift das liebe Wörtchen stand: Gewonnen! — Die Zettel wurden in beiden Mützen gut durcheinander geschüttelt. Auf den Stufen vor der Kanzel und auf den Bänken standen die Knaben. Jeder hielt krampfhaft sein Los in der Hand und sagte leise seine Nummer vor sich her. Der Küster schlug mit einem Holztäfelchen auf den Tisch und gebot Schweigen. Alles verstummte in feierlicher Erwartung. Ein noch nie gekanntes, nie dagewesenes Schauspiel! Nun zog der Knabe, der links stand, einen Zettel aus der Mütze und gab ihn den zwei Männern, die links standen. Dasselbe tat der Knabe zur rechten Seite. Die zwei Zeugen von der einen Seite riesen: „Nummer 23!" Die von der andern antworteten: „Leer!" Und so wurde ein Los nach dem andern gezogen, und immer erscholl die Antwort: „Leer!" Die Spannung wurde größer und größer. Manche glaubten, die Zahl 300 müsse die glückliche Zahl sein, aber auch die war eine Niete. Dann wurde dasselbe von der Zahl 400 erwartet: aber auch die sollte es nicht sein. Und auch die letzte Zahl, die Zahl 500, erwies sich als leer. Eine Beklemmung legte sich auf die Herzen der jungen Spieler. Also auch die höchste Zahl barg nicht den Gewinn? Aber unentwegt wurden weiter Zahlen ausgerufen. Die Augen derer, die noch nicht verloren hatten, leuchteten wieder auf; manche Stirn war feucht von harzarmes, unverwüstliches Kernholz, ist sehr geradfaserig und leicht spaltbar. Im Gegensatz dazu ist z. B. die Himalaja-Zeder (auch Gottesbaum genannt) sehr harzreich und hat gelbbraunes oder dunkles Kernholz. Beide Zedernarten haben dieselben pyramidalen Kronen mit abspreizenden Aesten, aber während bei dieser am Ende die Zweige herabhängen, ist dies bei jener nicht der Fall. Man spricht im allgemeinen nur von der Libanon-Zeder, als sei diese Bezeichnung der Sammelbegriff aller dieser Bäume. Das Holz der wirkliehen Zeder des Libanon aber gehört heute zu den größten Seltenheiten und kommt kaum mehr in den Handel. Hölzer anderer Zedernarten, besonders die vom norwestlichen Himalaja sind noch heute in Indien ein wichtiges Material für Bauten und Brücken. Auch die Rennboote der beiden Universitäten Oxford und Cambridge sollen aus diesem Holz gebaut sein. Man findet natürlich einen so geschätzten Baum wie die Libanon-Zeder kultiviert in vielen Ländern, etwa in England, in Frankreich und in günstigen Lagen Westdeutschlands. Diese Exemplare haben aber keinen dichten Kern und sind nicht dauerhaft. Mag man sie auch als Libanon-Zeder, als Eeckrus libani oder Csckrug tibanitioa (auch libanotica) oder sonstwie bezeichnen, so sind sie doch keine echten Zedern des Libanon, von denen unsere Bibel spricht, und die man am treffendsten mit den hebräischen Worten 'PK arse l'wonaun bezeichnet. Im Altertum benutzten Aegypten und Mesopotamien für größere Bauten ausschließlich Zedernbalken, da die in diesen Ländern vorkommenden Bäume (Akazie, Sykomore, Dattelpalme und andere) hierfür ungeeignet waren. Alle Inschriften berichten, daß sich schon um 2000 vor unserer Zeitrechnung ein altbabylonischer Priesterkönig Zedernbalken für feine Tempelbedachung von der Mittelmeerküste holen ließ. Zum Bau großer Flußfahrzeuge wurde in ältesten Zelten mit Vorliebe das Holz der syrischen Zeder benutzt. Snofru, der Erbauer der ältesten Pyramide (um 2900 vor unserer Zeitrechnung), besaß bereits Schiffe aus Zedernholz von >50 Metern Länge; schon sein Vorgänger sandte eine Flotte von 40 Schissen nach der phönizischen Küste, um vom Libanon Holz für die Bauten in Memphis zu holen. Um 1400 brachten die Aegypter aus dem von ihnen eroberten Syrien eine ganze Ladung ausgesuchtes Holz für die heilige Barke ihres Gottes Amon nach Theben, und 200 Jahre später ließ Ramses III. aus ungeheuren syrischen Zedernbalken auf seinen eigenen Werften Schiffe von mehr als 60 Meter Länge bauen. In friedlichen Zeiten fuhren seine großen seetüchtigen Fahrzeuge bis nach Cypern. um einheimische Erzeugnisse gegen Zedernbalken umzutauschen. Der Grieche Theophrast erzählt, daß auf den Gebirgen Syriens gewaltige hohe und dicke Zedern wachsen, die von drei Männern nicht umspannt werden können. Der ältere Plinius berichtet, daß aus dem Holz eines solchen Baumes Demetrius ein Schiff mit elf' Reihen Ruderbänken übereinander bauen ließ. Zur Zeit des Königs Hiram von Tyrus (1001 bis 967), des Bundesgenossen der Könige David und Salomon, war der ganze Libanon noch mit ausgedehnten Zedernwäldern bedeckt, mit deren Fällen nach der Erzählung der Bibel zehntausende phönizischer Zimmerleute und jüdischer Fronmannschaften jahrelang beschäftigt waren. Die Stämme kamen ans Meer und wurden zu Flößen verbunden an den Werkplatz gebracht, wo sie zu Schweiß; manche Lippen flüsterten ein Gebet: „Mein Gott, mein Gott, laß mich doch gewinnen!" — Und Plötzlich hörte man rufen: „177!" Und auf der anderen Seite ertönte das Wort, an das man bald nicht mehr glaubte: „Gewonnen! Gewonnen!" Aber wer war der Gewinner? Welcher war der Glückliche? Alle sahen sich wieder ihre Zettel an, obwohl jeder seine Zahl auswendig wußte. Und nun war am Lotterietisch das Werk vollendet; das Ziehen und Ausrufen hörte auf. Alsbald wagten sich die kleineren Knaben hinaufzusteigen und die Papierfetzen zu sammeln. Und ein achtzehnjähriger, schüchterner Jüngling, Jonathan, der Sohn Rebekkas, stand an der Seite und hielt seinen Zettel ganz zerknüllt in der Faust. Ein andrer schlug ihm auf die Schulter und sprach: „Was hast du in der Hand, Narr?" Der Angeredete öffnete die Faust, und der andere nahm den Zettel, faltete ihn auseinander, und siehe da. es stand daraus die Zahl 177! Er rief: „Schaut her, schaut her! Dieser hier ist's, der gewonnen hat, Jonathan!" und legte ihm den Zettel wieder in die Hand. Man umringte den Glücklichen von allen Seiten, entriß ihm den Zettel und trug ihn zu denen, die auf der Kanzel waren. Und der, der das Kästchen Tabak bewahrte, rief laut: „Komm her, Jonathan, njmms in Empfang!" Der Jüngling trat voller Scham herzu und ließ sich das gewonnene Gut geben. Von allen Seiten erschollen Stimmen: „Gratu-> liere! Glück auf!" Aber auch Neid mischte sich in die Ausrufe. Ein flinker Knabe rannte stracks zu der Mutter des Jonathan und verkündete lhr die frohe Botschaft. Und bald verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Jonathan war der Gesprächsheld und in aller Munde. Als er nach Hause kam, wurde er wie ein Bräutigam empfangen. Er saß bei Tische obenan. Nachbarn und Nachbarinnen drängten sich um ihn, und alle Herzen waren ihm zugetan; auch rochen alle an dem duftigen Kästchen. Das Haus, wo er wohnte, war jetzt der Nabel der Stadt. Und nun will ich noch ein Geheimnis ausplaudern, das eigentlich den Kern der Geschichte ausmacht. Jonathan . nämlich, dieser schüchterne und unschuldsvolle Jüngling, hatte schon vor einiger Zeit seine Augen zu einem Mädchen erhoben, das in der Nachbarschaft wohnte. Sie war hübsch und war immer ' reinlich gekleidet, und 1" DIE MARKE FÜR STARKE Mieder ' Corselettes — Büstenhalter > Balken, Bohlen und Brettern verarbeitet wurden. Vielleicht wäre es bequemer und vorteilhafter gewesen, auch von den um tausend Meter niederen Höhen des Taurus oder der Insel Cypern Zedernbäume zu holen, aber Salomon ließ durch von ihm bestimmte Aufseher darüber wachen, daß nur Libanon-Zeder für seine Bauten gefällt wurden. Während alle anderen Völker der vorsalomonischen Zeit Zedernholz für Balken, Schiffe und Götzenbilder benutzten, erkannte Salomon als erster in den breiten und hohen Bretterflächen auch ein ausgezeichnetes Material, um die riesigen Wände der Quadersteine von unten bis oben damit zu verkleiden. Und siehe! Die Bretter dieser über 2000 Jahre alten Zedern, die mit einem eigenartigen Oel durchtränkt wurden, blieben konstant, unbeweglich, majestätisch-erhaben durch Jahrhunderte. Nirgends ein Riß! Nirgends eine Fäulnis! Kein Wurm, keine Motte kam in die Nähe der wohlriechenden Hölzer. Die in Truhen und Schränken lagernden Priesterkleider, Seiden- und Wollgewebe, Teppiche, Vorhänge und Decken blieben vollständig unversehrt. Selbst die gefürchteten Termiten befallen das weiche Holz der Libanonzeder nicht. Während der beiden Tempelperioden von 374 und 686 Jahren sind nirgends schädliche Einflüsse an Balken und Täfelungen beobachtet worden. Salomon muß dies alles wohl gewußt haben. Wir wissen, daß beide Tempelbauten der Juden und auch das Haus ihrer Könige in Jerusalem durch Feuer vernichtet wurden. Aber auch die Prunkbauten anderer Herrscher, die nach salomonischem Vorbild, mit Zedernholz gebaut oder getäfelt waren, fielen ebenso wie ihre Schiffsbauten und ihre Götzenbilder dem Feuer zum Opfer. Selbst von den Sparren vieler Tempel aus hellenistischer und auch aus christlicher Zeit im Orient ist nichts erhalten geblieben. Von den wenigen stattlichen Exemplaren, die heute noch auf dem Libanon wachsen, heißt es in einem wissenschaftlichen Bericht: „Baum bis 40 Meter hoch, Umfang bis 6,90 Meter, starke Aeste und breite flache Krone, Zweige nicht überhängend, Alter fraglich. Bei diesen Bäumen dürfte es sich um die letzten vorsintflutlichen Arse l'wonaun handeln." - - - -! üi «WH I t "! Jonathan gewann sie lieb und dachte bei sich, daß es doch schön wäre, wenn er sie zur Frau bekommen könnte. Seine Mutter aber hatte die Augen einer Mutter, und auch ihr gefiel das Mädchen, und sie hätte sie gerne als Sohnesfrau gesehen. Zu ihrem Schmerz aber mußte sie die Wahrnehmung machen, daß das Mädchen den Blicken Jonathans keine Beachtung schenkte. Dennoch hoffte sie, daß sie ihren Sinn noch ändern und Jonathans Wert, der es doch so ehrlich meinte, erkennen würde. Nun war auch sie an dem Festtag erschienen. Sie kam an den Tisch und fragte: „Jonathan, ist es wahr, daß du dieses schöne Kästchen gewonnen hast?" Der Jüngling errötete, und auch das Mädchen wurde rot. Die Umstehenden sahen die beiden an und flüsterten untereinander: „Welch schönes Paar!" Die Mutter wehrte ab und sagte: „Sie sind doch noch Kinder." Und nach drei Tagen wurden sie miteinander verlobt. (Aus dem Hebräischen übersetzt von Rahel bin Gorion.) In Amerika ist ein Werk über Hermann Cohen erschienen, in der Haltung und Auffassung etwa Klatzkins in einem Bande gesammelter Essais über das Jüdische des Philosophen entsprechend, in der Darstellung aber breiter und eingehender: „UsUZion ok kteason. Hermann Eoben8 Festem ok UsUZious Philosophy“ von T. Weiß-Rosmarin, Bloch Pirblishing Co., New-Pork 1936. Verfasser ist eine Frau, eine aus Deutschland eingewanderte Jüdin, die Cohens Religionsphilosophie in klarem, kompaktem Englisch zunächst referiert, um schließlich auch Cohens „tragisches Verhältnis zum Deutschtum" zu erörtern. * Zwei neue Schocken-Bändchen: ErnanM bin Gorion hat die Tragödie des Herpdes aus den Schriften des Flavius Joesphus herausgeschält. In dieser Konzentration wirkt sie mit der Wucht antiken Geschehens. (Bd. 58: „Das Haus des Herodes".) — Werner Kraft bietet eine tendenzlose und darum menschlich besonders wirksame Auswahl aus Heines Lyrik, Prosa und Briefen. (Bd. 57: „Gedicht u n d Gedanke".)

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