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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Kurze Nachrichten autos und wurde von den Wegelagerern zuerst angegriffen. Es gelang den Autos, weiterzufahren und das nächste Militärkommando zu verständigen, das motorisierte Abteilungen auf den Schauplatz entsandte. Es kam zu einem Feuergefecht zwischen den Arabern und den Soldaten. Von den Arabern konnte keiner ergriffen werden. Die beiden verwundeten Juden wurden in das Hadassa-Krankenhaus gebracht. In den Privatautos, die dem Autobus folgten, befanden sich führende jüdische Persönlichkeiten, unter ihnen der Leiter des .Finanzdepartments der Jewish Agency, Elieser Kaplan, das Mitglied des Waad Leumi, Dr. A. Katzepelson, und die Herren Dobkin und Barlass von der Jewish Agency. Ruthenberg bei Wauchope Der Leiter der Jordankraftwerke, Ing. Pinchaa Ruthenberg, hat in einer zweistündigen Unterredung. mit dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope Sicherheitsfragen erörterte Die arabische Tageszeitung „Felestin“, das Organ des früheren Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, ist am 21. Mai für vier Tage verboten worden. Das Oberste arabische Komitee hat eine Abordnung nach Amman entsandt, üm Emir Abdullah von Transjordanien zu bitten, Zugunsten der Araber Palästinas zu intervenieren. Das palästinensische Oberrabbinat hat Bittgebete in allen Synagogen Palästinas angeordnet. Nachdem bisher trotz angestrengter Nachforschungen die Schuldigen an dem Feuerüberfall ihi Jerusalemer Edison-Kino nicht hatten ermittelt werden können, wurden am Donnerstag im Nashasbihi-Viertel in Jerusalem in einem Auto zwei Personen verhaftet, die verdächtig sind, den Feuerüberfall, bei dem drei Juden erschossen wurden, verübt zu haben. Fünf Augenzeugen des Ueberfalls bezeichneten ohne Zögern den Wagen, als den der Mörder. Der Präsident des arabischen Streikkomitees, Rechtsanwalt Hassan Sidky Dajani, hat die Verteidigung der beiden Verhafteten übernommen. Es wurde jedoch die Anklage wegen Mordes nicht erhöben. Die Häftlinge wurden nur wegen Waffenbesitzes zu je sieben Tagen Arrest verurteilt. Zur Verstärkung der palästinensischen Besatzung ist das erste Bataillon der Seaforth Highlanders aus ^Kairo nach Palästina abgegangen. Ausser dem ersten Bataillon des Loyal Lancershire Regiments und dem zweiten Bataillon der Queen’s Own Öameron Highlanders befindet sich in Palästina seit kurzem auch das erste Bataillon der Königl. Schottischen Füseliere. Ausserdem gibt es in Palästina eine Kompanie des Royal Army Service Corps, zwei Abteilungen Panzerwagen, eine Kompanie des Königl. Tank-Korps, eine Abteilung des Königl. Heeressanitätskorps und ein Geschwader der Luftstreitkräfte. Wiederum, wie in den vergangenen Wochen, wurden für Freitag, den Ruhetag der Araber, besonders schwere Unruhen befürchtet. Von den Behörden wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen. In. Tel-Aviv wurde die . gesamte Prolizei mobilisiert, mit Maschinengewehren ausgerüstet und in Alarmbereitschaft gehalten. Bombenflugzeuge kreisten in geringer Höhe über Jaffa. Aus Aegypten War eine Abteilung berittener Artillerie eingetroffen. Die Patrouillen an der Grenze von Jaffa und Tel-Aviv würden verstärkt. In Jaffa hüteten 800 mit Stahlhelmen ausgerüstete Soldaten die Ordnung. Die mit zahlreichen Maschinengewehrabteilungen versehenen Truppen waren in der Nähe der Moscheen aufgestellt. Durch diese umfangreichen Vorbereitungen eingeschüchtert,, gingen nach Beendigung des arabischen Gottesdienstes die nach Tausenden zählenden Teilnehmer ruhig auseinander. Am Nachmittag waren die Strassen völlig menschenleer. Sabotageakte Auch in Jerusalem fanden nach den Gottesdiensten keinerlei Kundgebungen statt. Ausserhalb der grossen Städte jedoch wurden die Gewalt- und Sabotageakte fortgesetzt. In Sichren Jakob wurden 110 Dunam Felder in Brand gesteckt, auch bei Haifa wurden Regierungswälder zum Teil angezündet. Auf der Strecke Ramie— Bajit Wegan wurde ein Autobus beschossen, verletzt wurde niemand. Eine Lebensmittelkarawane würde auf dem Wege nach Haifa von einer bewaffneten arabischen Bande angegriffen. Es kam zu einem Kugelwechsel mit der den Transport begleitenden Polizeieskorte. Die Araber entkamen. Aus Nordpalästina wurden vielfach Sprengstoffanschläge, Brandstiftungen und Beschädigungen der Telephonleitungen gemeldet. Im Laufe der Nacht wurden auf dem Gelände der Levante-Messe in Tel-Aviv drei Bomben und eine Bombe in der Jehuda-Halevi-Strasse geworfen. Schaden entstand nicht. Die Telephonleitung Jerusalem—Haifa wurde durchschnitten. Auch einige Zweiglinien wurden gestört. Der Autobusverkehr zwischen Jerusalem und Tel-Aviv wurde zunächst eingestellt,* später jedoch wieder aufgenommen, wobei jeder Autobus mit zwei Fahrern besetzt war für den Fall, dass einer verletzt werden sollte. Auch nach Nablus (Sichern), wo man Unruhen nach dem Gottesdienst befürchtete, waren Tanks geschickt worden. Die militärischen Befehlsstellen hatten allgemein angeordnet, beim geringsten Versuch von Ausschreitungen von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. In einem Comrmmique hat die Regierung bekanntgegeben, dass neue Truppen, unter ihnen eine Abteilung der Eisenbahntruppe, aus Aegypten eingetroffen sind. Das englische Kriegsschiff, das am Mittwoch den Hafen von Jaffa verfassen hatte, ist am Freitag morgen zurückgekehrt. Zeitung« verböte Die hebräische Tageszeitung „Doar Hajom“ ist wegen eines Artikels ihres Hauptschriftleiters Pessacb Ginsburg,, in dem an der. Laxheit den Regierung Kritik geübt wird, für fünf Tage verbotenworden. Die Zeitung wird unter anderem Namen erscheinen* Die Zeitung „A Difaa“ ist wieder erschienen. Dagegen hat die Regierung die „El Liwaa“, das Organ des Grossmufti, eingestellt. Auch diefür den 23. Mai einberufene Konferenz der arabischen Bürgermeister ist verboten worden. In Nablus ist am 22. Mai der Ausnahmezustand verkündet worden. Die Bestimmungen des Aus- Das Gesetz, 'das die Entwicklung des Aussenhandels den Schwankungen der Konjunktur und der wirtschaftlichen „Stimmung“ im Abstand von rund einem Vierteljahr folgt, scheint sich auch in Palästina durchzusetzen. Im Februar d. J. lag, zum erstenmal seit langer Zeit, Aus- und Einfuhr unter den entsprechenden Vorjahrsziffern, freilich noch immer erheblich höher als im Februar 1934. Der gesamte Warenimpört betrug 1,13, (i. V. 1,35) Millionen LP. Den stärksten Rückgang erfuhr die Fertigwareneinfuhr, die zu einem grossen Teil Verarbeitung in der palästinensischen Industrie enthält; sie verminderte sich um 25 Prozent auf 0,61 Millionen. Offensichtlich handelt es sich um die Auswirkungen der Septemberkrise auf die Einkauf&dispositionen des Importhandels und auf die Planungen der Industrie- und Bauwirtschaft. Die Warenausfuhr sank von 0,79 auf 0,72 Millionen, eine Folge der geringeren Orangen-Verschiffungen. V Fortsetzung der Alijah ist auch die Vorbedingung für die Verwirklichung der weiteren Pläne, die als Konsequenz der neuesten Erfahrungen hier entwickelt worden sind und die sich auf dem Gebiete des Wohnungsbaus sowie des Wegebaus bewegen. Das Flüchtlingselend, das gerade an den Grenzen von Jaffa und Tel-Aviv so deutlich zutage getreten ist, soll durch neue Wohnsiedlungen beseitigt werden. Zugleich will man in gefährdeten Gebieten straffer konzentrierte Massensiedlungen schaffen und die weniger widerstandsfähigen oder wirtschaftlich zu schwachen Bevölkerungsteile an andere Stellen innerhalb des jüdischen Gebietes verpflanzen, wo ihnen sozial und kulturell besser geholfen werden kann. Ausserdem werden die Verbindungschausseen zwischen reinjüdischen Siedlungsblocks, die jetzt teilweise durch kleine Strecken arabischen Gebietes nahmezustandes in Jerusalem wurden durch Vorverlegung der Polizenstunde von 7 Uhr auf 6-Uhr 30 Min. abends neuerlich verschärft. Zum erstenmal seit 1929 . haben infolge des; - Ausnahmezustandes die Juden am Freitagabend in Jerusalem dem Gottesdienst nicht beigewohnt. In den späteren Nachmittagsstunden kam es zu kleineren arabischen Kundgebungen, in Jaffa, Gaza und DsChennin. Sie wurden ohne Schwierigkeit aufgelöst. Polizeibaracken in Jaffa wurden mit Bomben angegriffen, wobei die Fensterscheiben zertrümmert wurden. Verletzt wurde niemand. In der Gegend, in der am Donnerstag der Ueberfall auf den jüdischen' Autobus verübt würde, sind mehrere arabische Dorfschulzen verhaftet worden. Die Eisenbahnlinie nach Aegypten war kurze Zeit blockiert, doch wurde der Verkehr sofort wiederhergestellt. Abends wurde eine Verordnung herausgegeben, durch die die Polizei ermächtigt wird, Personen, bei denen dies notwendig erscheint, aus einer Stadt in eine andere zu verbannen. Auch Hausarrest kann'polizeilich verhängt werden. Man nimmt an, dass diese Verordnung das Vorspiel zu strengeren Massnahmen gegen die Terrorkampagne der arabischen Führer ist. Im Unterhaus Als Niederschlag der Palästina Vorgänge im englischen Unterhaus ist diesmal eine Anfrage des Abgeordneten J. H. Leckie zu verzeichnen, die sich mit der durch die Annexion Abessiniens durch Italien verschobenen Mäehtekönstellation in Afrika und im Nahen Osten bezog, durch die möglichenfalls auch Palästina betroffen werden könnte. Der englische Ministerpräsident Baldwin antwortete, dass England die Verantwortung für die Verwaltung und den Schutz Palästinas in Uebereinstimmüng mit den Bestimmungen des Mandats trage und dieser Verantwortung in vollem Mass zu entsprechen gedenke. Zahlreiche andere Unterhaus-Anfragen förderten nicht grundsätzlich neue Gesichtspunkte zutage. Dagegen ist ein Artikel der offiziösen englischen Zeitschrift „Great Britain and the East“ bemerkenswert, in dem zunächst die Entsendung der Untersuchungskonimission begrüsst wird. Es heisst dann weiter: Im Unterhaus wurde bereits die Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass die Einsetzung dieser Kgl. Kommission die Ankündigung einer Aenderung des Mandats bedeuten könnte. Auf diese Befürchtungen gibt es nur eine Antwort: Das Palästinamandat steht fest, aber es gibt nicht nur einen einzigen für die Durchführung des Mandats; alles hängt von der Akzentuierung ab. Man kann sagen, dass die Erleichterung der Errichtung eines jüdischen Nationalheims sein wichtigstes Element sei, und zweifellos ist dies für den aussenstehenden Beobachter der Aspekt, der bisher am stärksten; zur Schau gestellt worden zu sein scheint. Man kann sagen, dass der Schutz der Rechte der eingeborenen Bevölkerung das wichtigste Element sei. Und man kann sagen, dass der Grundgedanke eines Mandats, das Hinaüfführen des betreffenden Landes auf die Ebene der Selbstverwaltung, über jede dieser beiden Klauseln und sie beide zusammen hinaus an erster Stelle stehen sollte. Ganz offensichtlich muss die englische Regierung, wenn sie nicht bereit ist, unbegrenzt durch Waffengewalt zu herrschen, sich jetzt darüber schlüssig werden, wo sie in Palästina hinaus will. Wenn die Ziele des Mandates, wie immer es in der Theorie sein möge, in der Praxis unvereinbar sind, dann lasset uns dies kühn erklären. Gibt es eine praktische Methode, beide Wege zu verbinden, dann lasset sie uns unzweideutig befolgen. Auf alle Fälle lasset uns einen Plan entwickeln, der sich in Gang bringen lässt. Neue Unruhen Gegen Ende der Woche verschärfte sich die Lage immer mehr. Am Sonnabend kam es nach einem verhältnismässig ruhig verlaufenen Tage abends wieder zu blutigen Zusammenstössen führen, so umgeleitet werden, 'dass sie nur noch auf jüdischem Boden verlaufen. * Am 21. Mai nachmittags ist in Tel-Aviv eine Hafenbaugesellschaft mit einem Kapital von 150 000 Pfund gegründet worden. Die Aktien habe eine Nominale von 15 Pfund und sollenin Palästina selbst abgesetzt werden. Die Jaffaer’ Hafenarbeiter haben an den High Commissioner Sir Arthur W a uchope ein Ultimatum'gerichtet, in dem sie verlangen, dass das Löschen von Schiffsladungen an der Küste wortung übernehmen. Inzwischen geht das Ausladen des vor Tel-Aviv ankernden Dampfers ruhig weiter. Der Distriktskommissar für' den' Süddistrikt, R. E. H. C r o's b i e , hat der Stadtverwaltung von Tel-Aviv einen Besuch abgestattet und offiziell mitgeteilt, dass der High Commissioner die Verlegung der Regierungsämter von Jaffa nach Tel-Aviv genehmigt habe. * Telegramme aus Haifa besagen, dass trotz des Andauerns des Streikes in Palästina die Löschung und das Verladen auf italienischen Schiffen in gewohnter Weise reibungslos vor sich geht. Die Dampfer „Gerusalemme“, „Galilea“, „Egeo“ und „Vesta“ des Lloyd Triestino konnten in diesen Tagen ihre Passagiere an Land setzen und entsprechende Warenladungen löschen. Vor einigen Tagen lief , von Triest der vollkommen umgebaute Luxusdampfer „Marco Polo“ des Lloyd Triestino zu seiner ersten Fahrt nach Aegypten aus. Der „Marco Polo“ wird den ständigen Dienst der Luxus-Express-Linie Europa—Aegypten des Lloyd Triestino versehen und dabei regelmässig auch Haifa anlaufen. zwischen Polizei und Arabern. In den grösseren Städten sammelten sich nach den Abendgebeten in den Moscheen grosse Menschenmengen an, die versuchten, ungeachtet der Polizeistunde in den Strassen zu bleiben. Die Polizei musste energisch einschreiten. In Tulkarem sind spät abends bei einem Zusammenstoss ein Polizist , und zwei Araber verwundet worden'; auch in Akko wurden ein Polizist und mehrere Araber verletzt.; In Nablus, war auf Grund einer Intervention des Jerusalemer Grossmufti beim High Commissioner. die Polizeistunde aufgehoben worden. Die Polizei- und Militärpatrouillen sind am Sonnabend bedeutend verstärkt und vermehrt worden. Auf den Strassen wurden fast bei jedem Kilometer die Fahrzeuge angehalten und die für den Tag ausgegebenen besonderen Passierscheine geprüft. ' '; ■ Die Polizeistunde, die am Freitag in Jerusalem um eine halbe Stunde vorverlegt worden warf ist am Sonnabend wieder für 7 Uhr abends festgesetzt worden. Die Araber in Jerusalem, Jaffa und Nablus versuchten, die Bestimmungen des Ausnahmezustandes zu sabotieren, indem sie sich nach der Polizeistunde in grossen Mengen in den Strassen zeigten und die Polizei wiederholt zum Eingreifen zwangen. In Akko wurde die. Streichholzfabrik „Nur“ in Brand gesteckt.. Es wurden grosse Anstrengungen gemacht, um den Brand zu lokalisieren. In der Nacht, vom Freitag zum Sonnabend ist in der Nähe von Tel Mond ein arabischer Polizist erschossen worden. Der Mord wurde von arabischen Terroristen verübt, die von dem Polizisten bei dem Versuch eines Sabotageaktes überrascht worden waren. Das arabische „Nationalkomitee“' hat die Bevölkerung. von neuem aufgefördert,, den Streik fortzuführen und auszudehnon, bis die bekannten Forderungen erfüllt sind. Das Streikkomitee bemüht sich, den Streik um jeden Preis auch - im llaifaer Häfen durchzusetzen, da der Dufchbrüch der Streikfront, in Haifasehr' drückend auf die Stimmung der arabischen Bevölkerung wirkt. Man will die Hafenarbeiter . in Häifä ' durch nicht weniger als f 3000 Streikposten (davon uLhalten, zur Arbeit Zu gehen,. Die. Regierung hat entsprechende Massnahmen getroffen, um jedeBtrevkagitation in Haifa zu verhindern. An verschiedenen Punkten des Landes sind über 1000 Bäume in jüdischen Pflanzungen ausgerodet worden. In Haifa wurde am Sonnabend abend ein Sprengkörper in ein Kino geworfen. Verletzt wurde niemand. Die Stadtgemeinden von Nablus und Hebron haben bekanntgegeben, dass sie sich dem arabischen Generalstreik angeschlossen haben. . Infolge dieser Vorkommnisse hat die Palästinaregierung eine Reihe weiterer Massnahmen zum Schutz der jüdischen .Bevölkerung in den Vorstädten vop Jerusalem, insbesondere in Bet Hakerein. getroffen. Die Bewachung isti zum Teil der Polizei, zum Teil einer Einwohnermiliz übertragen worden. Auf Anordnung 'des High Commissioner wird die Palästina-Polizei vom 1. Juni an um 500 Mann verstärkt. Sturm auf ein Gefängnis Auf Grund der am letzten Freitag erlassenen Verordnung über die Möglichkeit, der Verhängung von Hausarrest. und Zwangsverschickung auf administrativem Wege ist der Jerusalemer Vizebürgermeister Jacub Farradscb angewiesen worden, sein Haus nicht zu verlassen. An seiner Stelle hat der High Commissioner Sir' Arthur Wauchope den jüdischen Vizebürgermeister Rechtsanwalt Daniel Auster provisorisch zum amtsführenden Bürgermeister bestimmt. . Der Führer der arabischen nationalen Gewerkschaftsbewegung, Fakhri Bey Nashashibi, ist aus Jaffa, wo er in der letzten Zeit eine lebhafte Agitation entfaltet hatte, nach Jerusalem zu dreimonatigem Zwangsaufenthalt gebracht worden. Der Vorsitzende des Streikkomitees. Hassan Sidky Bey Dajani, wurde für ein Jahr nach Beijt Jibrin, sein Gehilfe Salakh Abdou nach Khan Junis zwangsverschickt. Saleh .Farradscb wurde nach Jericho gebracht; Sechs anderen arabischen Führern wurden Akko bzw. Nablus als Zwangsaufenthalt zugewiesen. Im Laufe des Sonntags ist: es infolge eines von einer grossen arabischen Menge , versuchten Angriffs auf das Gefängnis Nur el Schemesch bei Tulkarem zu einem blutigen Zusammenstoss zwischen Arabern und englischem Militär gekommen. Der Sturm auf das Gefängnis galt der Befreiung der dort uptergebrachten arabischen Sträflinge. Der Angriff wurde von ■Truppen abgewehrt, die aus Cbedera Verstärkung erhalten hatten. Die Araber wurden von ..Militärabteilungen: verfolgt. Int Gebirge, wo sich mehrere Gruppen der Demonstranten verborgen hatten, kam es immer wieder zu kleinen Feuergefechten mit den Rebellen. Nach den bisher; vörliegenden Berichten; ist ein. ehglisöher'-Soldat ' ih ditzseh Gef echten * gefallen.' Auf beiden Seiten gab es eine grössere Zahl von Verwundeten. In den Strassen von Jaffa wurde eine grössere arabische Demonstration veranstaltet. Die Teilnehmer an der Kundgebung wurden hach erbittertem Kampf durch Militär vertrieben. Während der Kämpfe war auch Geschützdonner zu hören. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt'.; ' ' Auf Befehl der Regierung sind bisher über zwanzig arabische Streikführer verhaftet worden. Die arabischen Terroristen versuchten, die Verbindungen zwischen den englischen Truppenteilen zu zerstören nud sie in Verwirrung zu bringen. In Nablus wurden von der „Schwarzen Hand“ Unterzeichnete Aufrufe in englischer Sprache verbreitet, in denen die Soldaten gewarnt werden, sich in den Strassen zu zeigen, „wenn ihnen ihr Leben lieb sei“ In Jerusalem wurden die Sicherungsmassnahmen für die Regierungsgebäude und das Wohnhaus des High Commissioner, Sir Arthur Wauchope, erheblich verstärkt. Die Regierung soll die vertrauliche Mitteilung erhalten haben, dass seitens der arabischen Terroristen Attentate Auf den High Commissioner und andere hohe Regierungsbeamte geplant seien. Die Telephonverbindung mit Emek Cbefer ist unterbrochen Wörden. An die palästinensiseh-transjordanische Grenze, insbesondere zur Allenby-Brücke über den Jordan und in die Gegend des Tote» Meeres, sind grössere Truppenabteilungen abgegangen. Es hat sich das Gerücht verbreitet, dass Araber aus Transjordanien Vorbereitungen treffen, um zur Verstärkung der Aufrührer nach Palästina zu kommen, Von arabischen Kähnen aus haben Terroristen zwei Bomben gegen den vor Tel-Aviv ankernden deutschen Dampfer „Richard Borchardt“ geworfen, dessen Ladung eben gelöscht werden sollte. Der. arabische Anschlag misslang. .-. Mitden Löschungsarbeiten wurde begonnen. » . Grosses Interesse erweckte ein Brief d e fl Bürgermeister s von J e r u s a 1 e m, dessen Eintritt in das Streikkomitee bei allen verständigungsfreundlichen Elementen tiefe Enttäuschung ausgelöst hat, an die Redaktion der jüdischen „Palestine Post“. Während die anderen arabischen Führer trotz der wiederholten Aufforderung des High Commissioners nicht von den Terrorakten ihrer Anhänger abgerückt sind, findet J")r. Khaldim, als erster der arabischen Führer, scharfe Worte der Verurteilung gegen Mord und Brandstiftung, verspricht beschleunigte Wiederaufnahme der munizipalen Aussenarbeiten mit jüdischer und arabischer Arbeit und verteidigt sich schliesslich gegen die Vorwürfe, dass er an illegalen Zusammenkünften teilgenommen und dass die Stadtverwaltung Jerusalem in letzter Zeit durch den „Konflikt“ zwischen ihren jüdischen und arabischen Mitgliedern arbeitsunfähig geworden sei. Man mag den praktischen Wert dieses Briefes einschätzen wie man will, als politisches Dokument hat er grosses Gewicht, denn die Tatsache, dass einer der prominenten arabischen Führer wenigstens eine solche Rechtfertigung für notwendig hielt, kann ihren Eindrguck nicht ganz verfehlen. » Sehr, geteilte Aufnahme findet die angekündigte K ö n i g 1 i c h e U n t e r s u c h u n gs k ommission. Während die einen, auf Grund der Erfahrungen von 1919, der Meinung sind, dass solche Ehquete-Ausschüsse doch nur dazu da seien, um sich anlügen zu lassen, glauben andere, dass vor dem Forum einer solchen neutralen Schiedsbehorde vielleicht sogar eine vernünftige Aussprache mit verständigungsbereiten Arabern angebahnt werden könne. Allerdings hat das Oberste arabische Komitee eine Erklärung veröffentlicht, in der die von dem. Kolonienminister angekündigte Entsendung einer Königlichen Kommission nach Palästina abgelehnt wird. Auf beiden Seiten hat es, wenn auch natürlich in jeweils ..entgegengesetztem Sinne, Eindruck gemacht, dass gerade jetzt die Regierung die neue Einwanderung s.quote für das Sommerhalbjahr 1936 bekannt gegeben hat und dass die Zahl der bewilligten Zertifikate (4500) sogar um 1250 höher ist als die Winterquote, die damals freilich besonders stark gedrosselt worden war. Aber die Regierung hat eben durch diese Veröffentlichung .dargetan, dass die kontinuierliche Fortsetzung der jüdischen Alijah weder tatsächlich noch juristisch zur Diskussion steht. Hebräische Universität Jerusalem Dr. A. Eig, der Leiter der Botanischen Abteilung der Universität, w,urde zu der im April stattfindenden „Internationalen pflanzengeographischen Exkursion“ (I. P. E.) nach Marokko, Algier und der westlichen Sahara eingeladen. Diese Einladung stellt eine der höchsten internationalen Auszeichnungen für Pflanzengeographen dar, da nur die prominentesten diesem kleinen Kreis zugezogen werden, wobei die Wahl eines neuen Mitgliedes auf Lebenszeit erfolgt. Es ist besonders bemerkenswert,, dass, obwohl viele grosse Staaten gar keinen Vertreter bei der I. P. E. haben, aus dem kleinen Palästina zwei (Dr. Eig und Dr. H. Bojko) ernannt wurden. Die diesjährige Exkursion .wird sich mit Problemen beschäftigen, deren Lösung eine direkte Anwendung für Erez Israel zulässt, mit der Befestigung von Sanddünen und deren Aufforstung u. a. m. auch. Ausrüstungsgegenständefür neue Produktionsanlagen sowie Halbfabrikate zuri Weitervon Tel-Aviv sofort eingestellt werde,: anderenfalls könnten sie für die Fölsen keine Ve’rant-

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