Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1936-05-27 · 22 (27.5.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
22 (27.5.1936)
Date
1936-05-27
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2277379-9449481-9449365--10407-9449050
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Sachgemässe und schleunige Durchführung Ihrer nach Palästina u. anderen Ländern •Geschäftsverkäufe”— Vermögensliquidationen . Tauschobjekte Amtsger.iRat a. D. Dr. Ascbner Oberreg. -Rat a. D. R. Kempner Berlin W 15, Meinekestr. 9 / Telefon: J 1 Bismarck 2856 neben d. Palästina-Amt / 9»/, bis 13 Uhr u. 16»/- bis 19 Uhr E1 9 e h e Repräsentanzen in vielen Ländern An die Juden in Deutschland! Was uns nottut — und hier nur angedeutet werden kann — sind nicht allein neue Begriffe, die dem sich neusormenden jüdischen Leben entsprechen, sondern vor allem einige oder auch nur ein großer Deuter und Künder im Jsarael unserer Tage, eine spruchbefugte' Autorität, die unser innerjüdisches geistiges Chaos zu neuem Kosmos zu formen vermöchte, eine neue „Lehret die so alle und alles umfaßte, .daß sie ein Recht Hätte, die legitime Fortsetzung der Lehre vom Sinai zu sein, die die zerrissene Judenheit wieder einordnete in ihre religiös-volkliche Bundesverpflichtung und sie einer Welt, die sie mit Notwendigkeit verkennen muß, wieder sichtbar werden ließe unter dm Völkern dieser Erde, als das „Volk der Lehre". Balf our-Deklaration, Council for German Jewry und Völkerbund In einer Versammlung der englischen Völkerbundsliga, die unter dem Vorsitz von. Lord R u t h e r s o r d am 21. Mai in der 8cboo1 ok Economics in London stattfand, hielt Sir Herbert Samuel als Vorsitzender des Council for German Jewry einen Vortrag über die jüdische Auswanderung aus Deuschland. In diesem Zusammenhang kam Sir Herbert, der bekanntlich der erste High Commissioner für Palästina war. auch auf die palästinensischen Unruhen und das Schicksal des jüdischen Nationalheims zu sprechen. Er führte hierzu aus: Augenblicklich herrschen ernste Unruhen in Palästinas niemand aber kann sich vorstellen, daß die Balfour-Deklaration, die sich zugunsten der!Übergebt Hausverwaltungen! i an die Firma Sa A CK E RNA N Ni iManchen Berlin W9i j Bitter v. Epp-Platz 9 Tirpitz-Ufer 22 i j Erste Beferenzen I Beratung bei Immobilien-Verkäufen; Errichtung eines jüdischen Nationalheims in diesem Lande ausspricht und Erleichterungen für seine Errichtung zusagt, widerrufen werden kann. Diese Deklaration wurde von/ allen großen Nationen der Welt und von der^ Völkerbund bekräftigt. .Für den von. uns besichtigten. Plan ist es ^wesentlich, daß die Einwanderung , nach Palästina nicht erngestellt werde; denn Palästina ist das einzige Land, in dem bei ausreichender Fortsetzung der wirtschaftlichen Tätigkeit gewiß jährlich für 12 000 bis 15 000 Juden, denen wir bei der Auswanderung aus Deutschland helfen wollen, eine Heimstätte geschaffen werden kann. Ein. beträchtlicher Teil von den 3 Millionen Pfund, die aufgebracht werden sollen, muß für diesen Zweck bestimmt werden. Ueber die bisherigen Sammlungen, deren Ziel die Aufbringung von 2 Millionen Pfund in Amerika und von 1 Million in den. übrigen Ländern, ist, teilte Sir Herbert-mit, daß 600000 Pfund bereits in den letzten zwei Monaten in England gesammelt wurden; der Council erwarte zuversichtlich, daß der volle Betrag vyn 1 Million rechtzeitig aufgebracht werden wird. Das Problem, eine so große Zahl von Menschen aus einem Lande hinäuszubringen, sei unter allen Umständen schwierig, jetzt aber noch durch zwei besondere Momente erschwert, und zwar einerseits durch die Schwierigkeit des Kapitaltransfers und andererseits durch die Arbeitslosigkeit, die heute in so vielen Ländern herrscht. Arbeiter und Angestellte finden fast alle. Arbeitsmärkte der Welt Verschlossen. Bestünden Nicht, die Schwierigkeiten der Kapitalausfuhr, dann könnten Auswanderer mit eigenem Kapital mit Leichtigkeit in anderen Ländern Unterkommen. So hätten 4500 holländische Arbeiter in 85 Betrieben, die von Auswanderern gegründet wurden, Arbeit gefunden, und aus nichtamtlichen. Statistiken gehe Hervor,-daß in England 6000 bis 7000 Arbeiter in Betrieben beschäftigt sind, die von - Auswanderern ans Deutschland gegründet wurden. Der Vorsitzende Lord Rutherford erklärte, er glaube, daß das Auswändererproblem zu umfangreich und verwickelt sei, als daß man ihm nur durch private Bemühungen beikommen könnte. Es scheine ihm notwendig, daß der Völkerbund als Repräsentant des Menschheitsgewissens austrete; und dieses verlange, daß der Völkerbund nicht nur seine Sympathie zeige, sondern auch Maßnahmen treffe, um neue Heimstätten für die Ausgewanderten zu erschließen. Man . würde sich selbst täuschen, wenn man glaubte, daß es sich hier um ein nur zeitweiliges Problem handele. Es sei zu hoffen, daß vom Völkerbund eine Organisation mit weitgehenden Befugnissen und großen Mitteln geschaffen werde, die Hilfe und Rat. in dieser dringlichen Frage erteilen soll. V Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes tritt am 27, Mai zu. ihrer ordentlichen Mit tiefem Schmerz beklagt die jüdische Welt die maßlose, oft verbrecherische Bedrohung, der unsere friedliche Aufbauarbeit in Erez Jisrael seit Wochen ausgesetzt ist. Menschenleben sind zum 'Opfer gefallen, Werte, die in mühseliger Anstrengung geschaffen wurden, sind vernichtet worden. Angriffe und Gewalttaten können uns Juden nie davon abhalten, unser Recht aus die Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina zu vertreten. Sie können unsere Verbundenheit mit den Brüdern in Erez Jisrael und mit dem Werke des Ausbaus nur stärken und festigen. Das soll auch jetzt unsere Antwort sein. Wir wollen alle Kräfte zusammenfassen. Wir fordern jeden, der schon bisher mit seinem Beitrag zum Keren Hajessod der Verpflichtung gegen Erez Jisrael Ausdruck gegeben hat, auf, durch einen Sonderbeitrag von wenigstens einem Viertel seiner regelmäßigen Zeichnung mitzuhelfen, daß der friedliche, gegen niemand gerichtete Aufbau Palästinas, das Raum für Juden und Araber hat, gesichert, und fortgesetzt werde. Die welche sich bis jetzt unserem Werke ferngehalten hatten, rufen wir in dieser Stunde auf, sich mit ihrem Opfer uns anzuschließen. Wir zählen auf alle. Die Juden Deutschlands sind mit dem Palästinawerk unlöslich verbunden. Ihre Gedanken weilen in Sorge und Liebe bei Brüdern und Schwestern, Eltern und Kindern in Erez Jisrael. Ihre Hoffnungen sind aus den Fortschritt unserer Arbeit gerichtet. Wir .wissen, daß unser Ruf nicht ungehört verhallen wird. Das Präsidium des Keren Hajessod Leo Baeck, Präsident. Rudolf Callmann, Siegfried Moses, Michael Traub, Vizepräsidenten. E. F. Ascher, Friedrich.Brodnitz, Karl Goeritz, Max Grünewald, Lola Han-Warburg, Otto Hirsch, Jacob Hofsmann, Franz Meyer, Egon Rosenberg, Friedrich A. Straus. Frühjahrstagung zusammen. Die Kommission wird u. a. den Jahresbericht für 1935 der Mandatarmacht in Palästina prüfen. Dieser Bericht — ein Buch von etwa 300 Druckseiten — war schon vor den letzten Ereignissen in Palästina gedruckt und beschäftigt sich nur mit den Ereignissen im Berichtsjahr 1935. Er wird in den ersten Tagen des kommenden Monats in London veröffentlicht werden. Die, wie immer, streng geheimen Beratungen der Kommission werden vom 27. Mai bis etwa 15. Juni dauern. Die Palästina-Debatte wird wahrscheinlich Anfang Juni beginnen und zwet bis drei Tage dauern. Die Jewhh Agency for Palistine hat, wie alljährlich, der Mandatskommission durch Vermittlung der Mandatarmacht ein Memorandum über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims im Jahre 1935 zukommen lassen. Diesem Memorandum liegt ein längeres Begleitschreiben des Präsidenten der Jewisli Agency bei, welches zusammen mit dem Memorandum anläßlich der Eröffnung der Tagung der Mandatskommission zur Veröffentlichung gelangen wird. kleill Malcolm bei Benesch Auf seiner Rundreise, die der Völkerbundskommissar für Auswandererfürsorge zur Vorbereitung der am 2. Juli in Genf stattfindenden zwischenstaatlichen Regierungskonferenz zurzeit unternimmt, wurde Sir Neill.Malcolm in Prag am 21. Mai vom Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Dr. Benesch und dem Außenminister Dr. Krofta empfangen. Am Tag zuvor hatte er eine Delegation des „Comito National", in dem die Auswandererorganisationen der Tschechoslowakei vereinigt sind, empfangen. Er teilte ber dieser Gelegenheit u. a. mit, daß bisher 15 Staaten ihre Teilnahme an der Juli-Konferenz zugesagt hätten. Oesterreich habe eine Absage erteilt, Amerika die Entsendung eines Beobachters angekündigt. Malcolm begibt sich von Prag nach Warschau, anschließend nach Skandinavien, Holland und Belgien. Stärkste Beunruhigung Die Nachrichten, die Montag und Dienstag aus Palästina gekommen sind, lauten sehr beunruhigend. Der Widerstand der Araber hat die Form eines allgemeinen Aufstandes angenommen, der in kriegerischen Formen ausgetragen wird. In der südpalästinensischen Hafenstadt Gaza entlud sich die englandfeindliche Stimmung mit solcher Gewalt, daß die britische Kolonie unter dem Schutz von-Polizei und Militär ihre Wohnungen räumte und in Polizeiunterkünften kaserniert wurde. Am Fuße des Berges Tabor in Untergaliläa kam es Montag abend zu einem Feuergefecht zwischen britischer Polizei und Arabern. Die Höhe der Verluste auf beiden Seiten steht noch nicht fest. In T e l - A v i v hielt der Britische Hohe Kommissar, Lord Wauchope, anläßlich des Empire Day, des englischen Nationalfeiertages, auf der Levante-Messe, deren Bauten zum Teil vor wenigen Tagen erst durch ein von Arabern angelegtes Feuer zerstört wurden, eine große politische Rede. Lord Wauchope bedauerte tief den Zwang, der den loyalen Bürgern des Landes auferlegt werde, die seit vier Wochen Politischen Provokationen ausgesetzt seien. Er schloß mit den Worten: „Kein.. Streik und keine Gewalttat werden die Regierungveranlassen, auch nur ein Jota von den ihr durch das Völkerbundsmandat auferlegten Pflichten abzuweichen." Die Spannung ist überall auf das äußerste gestiegen. Man sieht den kommenden Tagen mit starker Besorgnis entgegen. (Vgl. unsere ausführlichen Berichte in der Palästina-Umschau.) Justizrat Dr. Julius Blau Zum 75. Geburtstag Am 31. Mai vollendet Justizrat Dr. Julius Blau, der Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M., sein 75. Lebensjahr. Dieses Tages zu gedenken, hat nicht bloß die von ihm geführte Gemeinde, sondern die ganze Judenheit Deutschlands, ja der Welt, alle Veranlassung. Wie so viele unserer führenden Männer im Osten des Reiches,, in der ehemaligen' posenschen Kreisstadt Pleschen als Sohn eines Hauses geboren, das; seinen Mitgliedern deutsche und jüdische Bildung in vollem Umfang mit auf den Lebensweg gab, kam der Jubilar als junger Referendar nach Frankfurt a. M. und ließ sich hier nach beendigter juristischer Vorbildung auch als Anwalt nieder. In die Verwaltungskörperschaften der Frankfurter jüdischen Gemeinde pflegte man damals im allgemeinen nur Männer in höherem Lebensalter zu berufen. Die Begabung Blaus für die Aufgaben, denen fortan seine Lebensarbeit galt, für den noch nicht Dreiunddreißigjährigen am 1. Januar 1894 in den Ausschuß der Israelitischen Gemeinde. Ihm gehörte er an, bis er 1900 in den Vorstand der Gemeinde berufen wurde, dessen Vorsitzender er seit 1904 mit Ausnahme eines durch die damalige Gemeindeverfassung vorgeschriebenen Karenzjahres bis heute geblieben ist. Die Geschichte der Gemeinde Frankfurt und des Judentums in Deutschland ist seitdem im wesentlichen die Lebensgeschichte Julius Blaus. Groß ist die Zahl der Werke, die unter seinem Einfluß oder unter seiner hervorragenden Mitwirkung in Frankfurt selbst geschaffen wurden: War bis dahin Fahnenflucht weiter Kreise, gänzliche Gleichgültigkeit dem religiösen Erbgut und dem Religionsunterricht gegenüber an der Tagesordnung, so gelang es unter Blaus Führung und. mit Unterstützung begeisterter Mitarbeiter, von denen hier nur der damalige Direktor des Philanthropin, Geheimrat Dr. Salo Adler, genannt werden soll, bald von Gründ auf Wandel zu schaffen:, der Religionsunterricht an den höheren Schulen, der bis dahin nur von einem manchmal verschwindend kleinen Teil der jüdischen Schüler besucht wurde, wurde an den meisten Schulen von allen, an den übrigen von fast allen jüdischen Schülern besucht. Die Abfallsseuche hörte so gut wie vollständig auf. In der unter Blaus Äegide neuerrichteten Westend-Synagoge fanden zahllose Gemeindemitglieder, die bis dahin dem Gottesdienst sernzubleiben pflegten, Erbauung, so daß die Räume, namentlich an hohen Festtagen, schon seit vielen Jahren sich als kaum ausreichend erwiesen haben. Andere Marksteine in Blaus Wirken sind die Erstellung des neuen Schulgebäudes für das Philanthropin,, das Schulwerk der Gemeinde und der Neubau des Krankenhauses mit seinen modernen Einrichtungen. Der Umfang der Verwaltungsarbeit der Gemeinde ist unter Führung von Justizrat Blau gewaltig gestiegen. Konnte noch bis zum Kriegsende die alte Gemeindestube in der Hochstraße den äußeren Rahmen für sie abgeben, so reicht heute nach der Ueberftedlung in das Rothschild-Haus in der Fahrgasse selbst dieses trotz Erweiterungsumbaus längst nicht mehr hin.. Ueber jeglicher Arbeit aber schwebt der Geist des Vorsitzenden. Julius Blau ist gewiß ein Mann von ausgesprochenem Charakter. Seine religiös-liberale. Auffassung, die auf tiefer Ueberzeugung sich gründet, wird von ihm nie7 verleugnet. Und doch hat Julius Blau gerade bei Männern von ausgeprägt religiös-konservativer Ueberzeugung wie Marcus Horovitz s. A. und Nehemia Nobel s. A. vollste Unterstützung seiner Arbeit für die Gemeinde gefunden, nicht zuletzt dank seiner rein menschlichen Eigenschaften, die es-ihm ermöglichen, auch bei Schwierigkeiten sachlicher oder persönlicher Art ausgleichend zu wirken. Aber weit über die Führung der Gemeinde hinaus erstreckt sich seine Tätigkeit für die jüdische Gemeinschaft. Die Frankfurt Loge und die Gesamtheit der Bne Brith-Logen in Deutschland verdanken seiner Arbeit und Nicht zuletzt seiyer rednerischen Propaganda unendlich viel. Die Gründung des osteuropäischen Hilfskomitees anläßlich der Judenverfolgungen im alten Rußland und in Rumänien geht auf seine maßgebliche Mitwirkung zurück; der Hilfsverein der Juden in Deutschland, der Deutsch-Israelitische Gemeinde-' bund erfreuten sich seiner tatkräftigen Mitarbeit, und die Gründung des Verbandes der deutschen! Juden, der die Arbeit des Central-Vereins auf bestimmten Gebiet ergänzte, fand unter hervor¬ , . v Julius Blau . Zeichnung von Arthur Galliner ragender Beteiligung von Julius Blau statt. Im Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden,, dem er von Anbeginn antzehörte, wie in der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände in Deutschland wirkte er vermöge seiner überragenden Persönlichkeit wie seiner praktischen Erfahrung in einflußreichster Weise, und schließlich verdankt die Konserenzgemeinschaft der Großgemeinden, die gerade in unseren Tagen zu besonderer Bedeutung für die Aufrechterhaltung des Judentums und seiner Bekenner im Reich gelangt sind, seiner Anregung ihre Gründung. Aber darüber hinaus erstreckt sich seit vielen Jahren wie verdienstvolle Tätigkeit des Jubilars für . die leidenden Juden in aller Welt. So wirkt er seit 1903 als Mitglied des Verwaltungsrates der Jewish Colonization Association, wie in den verwandten .Hilfsorganisationen, so der Pica, zum. Heil der bedrängten Juden, getragen von dem Vertrauen, das ihm überall entgegengebracht wird und ihn ' weit hinaushebt über den Kreis seiner engeren Gesinnungsgenossen. Seit Gründung der Jewish Agency gehört er ihr an, von jeher überzeugt, daß der Ausbau Palästinas die Unterstützung aller, auch dev nichtzionistischen Juden verdiene. Noch in den letzten Monaten hat, den Hochbetagten ein Auftrag der.ICA zu einer mehrmonatlichen Erkundungsreise in das Heilige Land geführt, von der er gerade jetzt zurückgekehrt ist. Gewiß hat dem nunmehr 75jährigen nicht immer die Sonne des Lehens geschienen. Der Tod eines hochbegabten Sohnes, der im Weltkrieg vyr dem Feinde siel, .hat ihn schwer, getroffen, aber in seiner aufrechten Haltung ebensowenig erschüttert wie das schwere Schicksal, das/über die Gesamtheit der Juden in Deutschland in den letzten Jahren hereingebrochen ist. So geht Julius Blau, der dem Central-Verein seit seinem Bestehen als eifriges Mitglied angehört und uns oft mit seinem Rat zur Seite stand, verehrt und hoch< geschätzt von allen Mitgliedern seiner dankbarer« Frankfurter Gemeinde und von allen Richtungen unter den Juden Deutschlands und. der ganzen Welt, ins vierte .Vierteljahrhundert seines Lebens, begleitet von den Wünschen aller, denen das Wohl der Judenheit und der ewige Bestand des Judentums am Herzen liegt, ein Stolz derer, die ihn Noch in diesen Tagen aufrecht und mannhaft seine abgeklärte und auf gründliche Sachkenntnis aufgebaute - Ueberzeugung in den Streitfragen des Tages vorzutragen Gelegenheit hatten. Möge ihm und uns allen seine Rüstigkeit und seine Tatkraft noch lange erhalten bleiben. — er. Das Bröltal-Haus Am 24. Mai wurde das jüdische Jugendheim Bröltal-Haus, bei Köln eröffnet, das vom Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände' übernommen und eingerichtet worden ist. Das Jugendheim ist von den zuständigen Behörden als Uebernachtungsheim für die jüdischen Jugendverbände genehmigt und wird den jüdischen Jugendlichen Westdeutschlands als Stätte der Erholung und der Schulung dienen. Die Uebernahme des Jugendheims wurde dem Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände durch eine großzügige Zuwendung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ermöglicht. . Daneben haben einige Gemeinden des Rheinlandes, vor allem, die Gemeinde Köln, zur Durchführung des Projektes geholfen. Die Eröffnung des Jugendheims fand durch eine schlichte Feierstunde statt, an der Vertreter der westdeutschen Gemeinden und der beteiligten Jugendverbände teilnahmen. Der Vorsitzende des Reichsausschusses, Dr. Friedrich Brodnitz, Berlin, dankte all den Körperschaften und Persönlichkeiten, die durch ihre tätige Hilfe und Mitwirkung dazu beigetragen haben, der jüdischen Jugend eine Heimstätte zu schaffen und übergab das Heim dem Landesausschuß der jüdischen Jugendverbände Rheinland-Westfalen zur Betreuung. Der stellvertretende Vorsitzende der Kölner Jüdischen Gemeinde, Dr. Jonas, brachte die besondere Verbundenheit der Kölner Gemeinde mit dem neuen Jugendheim zum Ausdrucks Im Anschluß an die Eröffnung fand eine Besichtigung des in landschaftlich reizvollster Umgebung gelegenen Hauses statt. TÄBRIS JASTIK MOSSUL HERIS SCHIRAS SCHIRWAN HAMEDAN Verkauf nur Berlin C? 116“ 75 l%0 120 179 180 TX;? mTFQ m fJfc 181 äoQft 19 0 uUr JWLSpdndauer Straße32 i «MM 465,1« ***#»; r 3^0 i 5968^371

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.