Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 20 (14.5.1936)
- Date
- 1936-05-14
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Saul Phinehas Rabbinowitz 2× ep/1011380
- Adolf Altmann 1× ep/1011468
- Budapest 1× ep/1002374
- Hans Tietze 1× ep/1024225
- Heinrich Jaques 1× ep/1023978
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- Wilhelm Busch 1× ep/1024861
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14. Mai 1936 _____ Scholem Alejchem [ I P Zu seinem 20. Todestag Nr. 20 * 2. Beiblatt Ji#L 'ä®*k|1SIP “ ‘ 2. Fortsetzung XVIII. Oesterreich 1. Josef v. Wertheimer: Die Juden in Oesterreich. 2 Bände. Leipzig 1842 . 2. Heinrich Jaques: Denkschrift über die Stellung der Juden in Oesterreich. Wien 1859. 3. G. Wolf: Vom ersten bis zum zweiten Tempel. Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Wien 1861. 4. G. Wolf: Die Juden in der Leopoldstadt im 17. Jahrhdt. in Wien. Wien 1864. 5. G. Wolf : Josef Wertheimer, ein Lebens- und Zeitbild. Beitrag zur Geschichte Oesterreichs in neuester Zeit. Wien 1868. 6. Israel Jeiteles: Die Kultusgemeinde der Israeliten in Wien. Wien 1873. ' 7. G. Wolf: Geschichte der Juden in Wien. (1156—1876). Wien 1876. 8. G. A. Schimmer: Die Juden in Oesterreich. (Nach der Zählung vom 31. 12. 1880.) Wien 1881. 9. D. Kaufmann: Die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und Niederösterreich. Wien 1889. 10. R. Saitschik: Beitrag zur Geschichte der rechtlichen Stellung der Juden, namentlich im Gebiet des heutigen Oesterreich-Ungarn vom 10. bis 16. Jahrhdt. Frankfurt a. Main, 1890. 11. I. E. Scherer: Die Rechtsverhältnisse der Juden in den deutsch-österreichischen Ländern. Leipzig 1901. 12. Ä. Tänzer: Die Geschichte der Juden in Tirol und Vorarlberg. Meran 1905. 13. M. Grunwald: Samuel Oppenheimer und sein Kreis. Wien 1913. 14. Adolf Altmann: Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg. 2 Bände. Berlin 1913-1930. 15. Ignatz Schwartz: Geschichte der Juden in Wien bis 1625. Wien 1913. 16. Max Grunwald: Geschichte der Juden in Wien. 1625—1740. Wien 1913. 17. Siegm. Mayer: Die Wiener Juden (1700 bis 1900). Kommerz, Kultur, Politik. Wien 1917. ~ 18. A. F. Pribram: Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Wien. Wien, Leipzig 1918. 19. Leo Goldhammer: Die Juden Wiens. Eine statistische Studie. Leipzig 1927.. . .... . 20. Ludwig Lato: Die Juden im alten Wien. Wien 1928. 21. Hans Tietze: Die Juden Wiens. Wien 1933. 22. Leopold Moses: Die Juden in Niederösterreich. Wien 1935. . 23. Zur Geschichte der Juden in Wien, vergl. Quellen und Forschungen zur Geschichte «ERN Eine Filmidee von Käthe Wienskowitz (3. Fortsetzung) „Am Ende der englische Teekönig persönlich," ironisierte Dr. Drechsler. „Und das fällt Ihnen erst jetzt ein?" Senta überhörte den spöttischen Ton. Ein wenig gekränkt gab sie zur Antwort: „Nein, nicht der englische Teekönig persönlich, aber immerhin Sir Ernests Sohn. Wenn e r Ihnen genehm wäre . . . Dr. Drechsler lachte: „Los, los! Lassen Sie sich sofort eine Telephonverbindung mit London Herstellen, Fräulein Hartmann. Aber das eine sage ich Ihnen," drohte er scherzhaft, „lassen Sie sich nur nicht einsallen, auf Ihrer Chinareise etwas anderes zu tun als Reportagen über Ihre Erlebnisse zu schreiben. Die Testamentssache, dürste Mr. Flowerbrink besser ohne Sie erledigen..." Senta war fassungslos. „Ja, kann ich denn, soll ichdarf ich denn...." „Sie sind sogar verpflichtet, uns die Unkosten wieder yereinzubringen, die Sie Ihrer; der Juden in Oesterreich. (Herausgeg. v. d. histor. Kommission der Israel. Kultusgem. Wien, er. 12 Hefte. 1908 ff. Wien. XIX. Tschechoslowakei 1. Die neuesten Verordnungen, welche das Verhältnis der Juden zum Staate festsetzen, mit einem Vorwort von Fr. W. Hufnagel. Frankfurt/Main 1797. . 2. J. F. v. Hermann: Geschichte der Israeliten in Böhmen. Von den ältesten Zeiten bis 1813. Wien und Prag 1819. 3. M. H. Friedländer: Materialien zur Geschichte der Juden in Böhmen. Brünn 1888. 4. Christ. Elvert: Zur Geschichte der Juden in Mähren und Oesterreich-Schlesien. Brünn 1895. 5. M. H. Friedländer: Die Juden in Böhmen. Wien 1900. . 6. M. H. Friedländer: Das Leben und Wirken der hervorragendsten rabbinischen Autoritäten Prags. (Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Böhmen.) Wien 1902. 7. Ign. Herrmann, Jos. Teige, Z. Winter: Das Prager Ghetto. Prag 1903. 8. Willib. Müller: Urkundl. Beiträge z. Gesch. d. mähr. Judensch. im 17./18. Jahrhdt. Leipzig 1903. 9. A. Stein: Die Geschichte der Juden in Böhmen. Brünn 1904. 10. Gottl. Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren, Schlesien (906 bis 1620). 2 Bd. Prag 1906. 11. Th. Haas: Die Juden in Mähren. (Darstell. d. Rechtsgesch. u. Statistik mit bes. Berücksicht. d. 19. Jahrhdts.) Brünn 1908. 12. I. Ziegler: Dokumente zur Geschichte der Juden in Karlsbad. Karlsbad 1913. 13. Oskar Donath: Böhmische Dorfjuden. Brünn 1926. 14. Die Juden in Prag. Bilder aus ihrer lOOOjährigen Geschichte. (Festgabe der Loge Praga des Ordens B’nai B’rith.) Prag 1927. 15. Hugo Gold: Die Juden und Judengemeinden Mährens. Brünn 1929. 16. Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei. Bd. I. 1929 ff. 17. Das jüd. Prag in Zahlen. (M. G. W. J. 1929.) 18. Franz Friedmann: Einige Zahlen über die tschechoslowakischen Juden. Prag 1931. 19. Berth. Bretholz: Geschichte der Juden in; -Mähren im Mittelalter. , Teil I. Brünn, Prag, Leipzig, Wien 1934. XX. Ungarn 1. J. Einhorn: Die Revolution und die Juden in Ungarn. Leipzig 1851. 2. Ignatz Reich: Ehrentafel verdienter ungarischer Israeliten. 2. Bd. Budapest 1868. Irgend etwas von Scholem Alejchem kennt Wohl jeder Jude, nicht bloß im Osten, und wer nichts von Scholem Alejchem kennt, der hat eine der feinsten Gelegenheit zu lachen, jüdisch zu lachen, noch nicht entdeckt, und dem steht noch ein Vergnügen eigner Art bevor. Der beste Schmelz von Scholem Alejchems Humor ist zwar von der jiddischen Sprache schwerlich Zu trennen, aber auch in den deutschen Uebersetzungen, deren es wenigstens ein Dutzend Buchausgaben gibt, lebt und lacht dieses Element und — man soll ihn lesen. Eigentlich hieß er Scholem Rabbinowicz. Er stammt aus einem ukrainischen Nest Perejaslaw, wurde 1859 geboren, hat vom Lehrer und Rabbiner bis zum weltbekannten Schriftsteller alle Stadien und Nöte durchgemacht, die unsere Zeit, seine zaristische Umgebung, seine Herkunft nur aufbringen konnten, um — jeden anderen, nur eben ihn nicht — um allen Humor zu bringen. Er mußte zu Anfang des Jahrhunderts Rußland verlassen, in der Schweiz Zuflucht suchen, er hatte hier den Kontakt mit dem jüdischen Leben nicht, und es hielt ihn auch nicht in Amerika, und er starb schließlich in Kopenhagen, im Krieg, vor zwanzig Jahren: am 13. Mai 1916. Es war nicht gerade ein friedliches, idyllisches Leben, das er führte, und fast paradox, aber seiner Art durchaus entsprechend, klingt sein nom de guerre „Scholem Alejchem" — Friede mit euch. Er war aber nicht nur als Schriftsteller ein Humorist, sondern sein Humor ist gerade deshalb so ansteckend, weil man jeder Zeile Scholem Alejchems anmerkt, daß der ganze Mensch dahintersteckt, das lachende Herz. Sein Binder Wolf Rabbinowicz gibt jetzt seine Erinnerungen an Scholem Alejchem heraus, und wir lernen daraus einen häufig ausgelassenen, immer schlagfertigen, oft bis zur Tollheit lustigen Mann kennen, dem als jungem Burschen keine Gelegenheit zu einem Streich ungenutzt vorübergeht, und der als gereifter Mensch der faszinierendste und unterhaltsamste Gesellschafter ist. Dabei ist er durchaus kein gewöhnlicher Spaßvogel, er hat Ehrfurcht und Sinn für alles Gute und Schöne, eine geradezu kindliche, verehrende Begeisterung für alles Hohe und Große, und so volkstümlich er schreibt, so viel Sinn, ja Philosophie steckt dahinter. Mendele Mocher Sforim, der große Altmeister der jiddischen Literatur, ist von Scholem Alejchem wirklich wie ein Vater geehrt und gefeiert worden, und von der gleichen zärtlichen Pfleglichkeit ist Scholem Alejchems Beziehung zum jungen jiddischen Schrifttum überhaupt. Als Anreger, Kritiker, ja auch als Redakteur und Herausgeber hat er ihm unschätzbare Dienste erwiesen. Mendele. selbst stand durchaus-nicht gleich-so positiv zu seinem „Enkel", wie Scholem Aljechem sich nannte. Diese jungen Schreiber von heute, sagte einmal der sehr schwer und verantwortlich arbeitende „Seide" (Großvater) Mendele mit. einem Seitenblick aus den jungen Humoristen, schreiben so leicht, sie schütteln die gesammelten Werke nur so aus dem Aermel, fast wie ein Huhn - .. 1 ein Ei legt. Eine von Scholem Alejchems ersten Schöpfungen war ein allegorischer Roman, offenbar in der Art von Mendeles „Mähre", und der junge Autor, dessen größter Ehrgeiz es war, seinen Meister zu übertesfen, brachte es nach mancherlei Ueberlegungen und Bedenken fertig, Mendele einzuladen und ihm das Werk vorzulesen. Mendele fragte nach einigen Stunden der Vorlesung: „Wird bei Ihnen im Haus was Warmes gekocht?" „Gewiß", meinte Scholem Alejchem und wollte Mendele sogleich etwas zu essen bringen lassen, als dieser sagte: „Dann werfen Sie Ihr Manuskript ins Feuer." Es war Mendele, der Scholem Alejchem zum Realismus bekehrte, und eben in der realistischen Darstellung des jüdischen Lebens sollte es Scholem Alejchem zu einer Vollkommenheit bringen, die Mendele nicht erreichte. Darin liegt seine große Bedeutung, darin bewährte sich der Humorist. Der geniale Mendele war der erste realistische Schilderer des Ostens, aber das Schildern allein genügte ihm nicht, und darunter leidet, rein künstlerisch, seine Darstellung. Er beschrieb das Leben nicht nur, wie es ist, sondern im Hintergrund besonders feiner ersten und mittleren Prosa steht gewaltig die Tendenz: Diese jüdische Welt, so wie sie ist, ist zu eng, wir müssen sie ändern! Darum ist Mendele Satiriker und, gewissermaßen nur widerwillig und wie unwillkürlich, nebenbei ein großer Darsteller. Scholem Alejchem dagegen meint: „Wir .sind gar nicht verpflichtet, die Welt zu ändern", und sagt auch das mit der Ironie dessen, der die Winzigkeit alles Menschlichen durchschaut. Es ist der Ausdruck jener leuchtenden, feiertäglich schicksalsergebenen Passivität, die den Humoristen kennzeichnet, deren westlichster Ausdruck etwa eine Figur von Dickens ist — Mark in „Martin Chuzzlewit", dessen ständige „Klage" ungefähr lautet: „Wenn es mir noch so gut geht, ist es doch gar keine Kunst, fidel zu bleiben." Scholem Alejchems Hunwr ist wie jeder Humor von Cervantes bis Wilhelm Busch „ein Kind des Pessimismus, aber ein lächelndes Kind, das die Sorgenfalten auf seines Vaters Stirn glättet." Du ’ nimmst die Welt zu ernst, sagt dies Kind dem Vater, und verlangst mehr von ihr, als sie hat. Guck dir die Kleinigkeiten von weitem an. von weitem ist alles klein, und du wirst lachen. Gewiß hast du recht, wenn du klagst, aber mehr als alles Recht und Rechthäben ist das Erbarmen. Du bist Pessimist, weil du zu optimistisch bist und meinst, sie, diese Welt, verdiente bestraft oder verändert zu werden, als ob das möglich wäre. Sie verdient nur — Vergebung... und Scholem Alejchem lacht, weil er wie die fremde sich auch die wohlerkannte eigene Närrischkeit vergibt. Er ist in seiner Charakterdarstellung, Situations- und Milieuschilderung von ganz unerhörter Schärfe, aber doch nicht bissig oder boshaft. Er erzählt etwa von der Berditschewer Pferdebahn, einer jüdischen Pferdebahn; der Schaffner bittet um das Fahrgeld, eine Frau sie ganz in Anspruch. Während ihrer Reifevorbereitungen traf ein Geschenk aus Unterzoßnitz ein, das sie mit Stolz erfüllte, und von dem sie sich keinen Augenblick mehr trennte. Es war ein goldener Magen David, den trug sie nun an einem feinen Kettchen um den Hals. Sie empfand diese Spende in ihrer geraden Art wie eine viel zu früh empfangene Auszeichnung, die erst noch verdient werden mußte. „Begeisterter kann die Königin von Saba auch nicht von ihren Juwelen gewesen sein, als du von dem achteckigen Sternchen," neckte die spottlustige Nellh Senta eines Tages und bekam die aufrichtige Antwort: „Kann schon stimmen,' Nell, wenn ich dir auch albern Vorkommen mag. Aber da dieser Davidstern wirklich von den Pfennigen Allerärmster gekauft worden ist, wie mir mein Onkel schrieb, verdient er auch, höher geehrt zu werden, als irgendein kostbarer Schmuck, den sich jeder kaufen kann, der Geld hat." Senta Hartmann hätte die Besorgung des Fahrscheinheftes getrost einem der Botenjungen des Verlages überlassen können. Aber sie wollte die Erregungen, die mit den Vorbereitungen ihrer abenteuerlichen Fahrt verbunden waren, selbst auskosten. Hinter dem blinkenden Glas der mächtigen Schaufenster lag die ganze Welt offen, wenn auch nur m Reliefbildern aus weiten, braunen Landstrecken, blaugefärbten Meeren mit rotdurchzogenen Linien und Ännfoldaten-Schifschen. Die Drehtür preßte sie hinein in den Raum, suchend strebte sie einem der Schalter zu, an dem ein Schild die lockend-vergoldete Aufschrift „Auslandsreisen" trug. Ihr Herz schlug höher beim Anblick der bunten Plakate, die an den Wänden hingen, all der Reifeverbindungen, die sich ins Unendliche zu verlieren schienen, der Gestelle, zwischen denen die Eintrittskarten in die weite Welt lagen. Es dauerte lange, bis der Beamte das Heft zusammengestellt hatte. Als er dabei war, die Fahrscheine durch eine Heftmaschine zu einem kleinen Büchelchen zu verbinden. Kollegen und mir machen!" erwiderte Drechsler. „Haben Sie im Ernst angenommen, ich. ließe diese immerhin nicht alltägliche Geschichte ohne Reporter steigen?" Er sah auf feine Armbanduhr und erhob sich. Die ereignisreichste Redaktionssitzung, die je in den Räumen des „Freitag Abend" stattgesunden, war beendet. 6. Das Telephongespräch mit London hatte Dr. Drechsler von einem zweiten Apparat mit angehört. „Rex steckt augenblicklich mal wieder im Kaukasus," hatte sein Vater im Laufe der telephonischen Unterhaltung geantwortet, nachdem Senta ihm kurz die Situation geschildert hatte. „Dann hat er in Moskau zu tun und fliegt von dort mit unserer Maschine nach Peiping. Am besten ist es, dear, du überrumpelst ihn. Ich glaube zu wissen, daß er dir noch immer zürnt. Er hat nun mal den Flowerbrinkschen Dickschädel, aber auch das jüdische, stets hilfsbereite Herz. Ich werde sofort Anweisung geben, daß die „Expreß of Jndia" dich mitnimmt und dir ein „wireless" zugehen lassen, wann du Berlin verlassen mußt, um rechtzeitig in Moskau einzutreffen. Go on girlie, und wenn euer Geld nicht langt, könnt ihr auf mich rechnen. Außerdem werde ich etwas für Unterzoßnitz auf das Konto deines Onkels überweisen lassen. Good by, dear, laß bald von dir hören!" Dieses Gespräch bewirkte, daß Dr. Drechsler seine Redakteurin noch einmal einem Verhör unterzog. „Sie haben, wie ich hörte, Differenzen mit dem jungen Flowerbrink gehabt," erkundigte er sich nachdenklich. „Ich kenne Sie als einen anständigen Menschen, Fräulein Hartmann, und erhoffe eine unumwundene Antwort von Ihnen. Sind die Gegensätze zwischen Ihnen unüberbrückbar, dann. . Ueber Sentas schmales, bräunliches Gesicht flog die Pupurröte eines verlegenen Lächelns. Bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte, winkte der Verleger verständnisvoll ab. „Die stumme Erwiderung, die Sie mir gegebeg haben, sagt mir mehr als genug. Auf alle Fälle erwarte ich von Ihnen, daß Sie sofort wieder von Moskau zurückkommen, wenn Mister Flowerbrink es ablehnen sollte. Sie mit nach China zu nehmen. Versprechen Sie mir das? Ich betone nochmals, daß ich wirklich kein Freund von unnützen Experimenten bin." „Herr Doktor, ich werde Sie bestimmt nicht enttäuschen. Genügt Ihnen das?" Sie streckte ihm impulsiv die Hand entgegen, in die er kräftig einschlug. „Dann stürzen Sie sich in die Vorbereitungen, Fräulein Hartmann, und sparen Sie dabei nicht am verkehrten Ende. Ich möchte mich von Sir Ernest nicht gerne beschämen lassen! . . . Sieh mal an, was für eine vornehme Berichterstatterin wir haben — steht aus du und du mit dem Teegewaltigsten, den es gibt! Also anständig auftreten, Kindchen, und dem jungen Flowerbrink zeigen, daß unser »Freitag Abend' kein xbeliebiges Blatt ist", ergänzte er mit seinem jungenhaften Lachen. „Sagen Sie übrigens, wie lange haben Siewohl hier noch zu tun, bis Sie abreisen können? Wie wäre es, wenn Sie, statt nach Moskau zu fliegen, den Transsibirischen Expreß benützten? Diese Fahrt dürfte journalistisch doch recht ergiebig sein; glauben Sie das nicht auch?" Senta errötete vor Freude von neuem. „Bis meine Papiere in Ordnung sind, werde ich auch mit den übrigen Reisevorbereitungen selbst fertig sein," erwiderte sie begeistert, noch ahnungslos, welche Verwicklungen Dr. Drechslers Entschluß heraufbefchwören sollte. Auf ihre erfreute Mitteilung von der in Aussicht stehenden Reise waren die beglaubigten Vollmachten, zwei an der Zahl, eine auf Rex Flowerbrink, die andere aus Senta Hartmann ausgestellt, innerhalb zweier Tage von Onkel Henoch aus Unterzoßnitz eingegangen. Vom Redaktionsdienst war Senta Hartmann befreit worden. Die Beschaffung des Auslandspasses, der Vifen und Kreditbriefe, sowie die Ergänzung ihrer Gepäckstücke nahmeg