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Central-Verein-Zeitung · 1936-05-07 · 19 (7.5.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
19 (7.5.1936)
Date
1936-05-07
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sachgemässe and schleunige Durchführung Ihrer » ne ui n ki n c d ii y p nach Palästina u. H Uw W II fl UE II Uli U anderen Ländern Geschäftsverkäufe — Vermögensliquidation Tauschobjekte Amtsger.-Rat a. R. Dr. Ascbner Oberreg.-Rat a. D. R. Kempner Berlin W 15, Meinekestr. 9 / Telefon: J 1 Bismarck2856 neben d. Palästina-Amt / S'/s bis 13, Uhr n. 16*/r bis 19 Uhr Eigene Repräsentanzen in Palästina Jüdischer Weltkongress? Zu der feit einiger Zeit wieder behandelten Frage eines jüdischen Weltkongresses — der Kongreß soll neuerdings für den Monat August nach Gens einberusen werden — liegen nach Meldung der Jüdischen Telegraphen-Agentur (JTA) Stellungnahmen aus England und Nordamerika vor. Der Board of Deputies of British Jews beschloß in seiner Sitzung am 28. April mit großer Mehrheit, die an ihn ergangene Einladung zur' Teilnahme am Weltkongreß nicht anzunehmen. Die Entschließung erfolgte nach langer Debatte, in der der Präsident des Board, Neville L a s k i, den Plan eines jüdischen Weltkongresses scharf kritisierte. Der Kongreß sei überflüssig. Es existierten bereits -Organisationen, die sich mit den Problemen befassen, die auf der Tagesordnung des Kongresses stehen. Die gleiche Ansicht vertrat der Vizepräsident des Board, Sir Robert Waleh- Cohen, der Ehrenpräsident des Board, Sir Osmond d'Avigdor Gold s m i d, und andere. Dagegen trat Rev. M. L. P e r l z w e i g für eine Teilnahme am Kongreß ein. Ebenso beschloß die Exekution der Union orthodoxer Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kanadas, der Einladung nicht Folge zu leisten. Auch der Präsident der Weltorganisation Agudas J'isroel, Jacob Rosenheim, äußerte sich nach einer ÜRA-Meldung vom 17. März skeptisch, indem er zwar eine straffere Zusammenfassung der bestehenden Organisationen für wünschenswert erklärte, die Idee , des Weltkongresses aber als „zwecklos und gefährlich" ablehnte, . „insofern sie die Durchführung allgemeiner Wahlen in der ganzen Welt und die Schaffung einer jüdischen Parlamentstribüne zur Produktion oratorischer Glanzleistungen ins Auge faßt." Die Diskussion um die Veranstaltung eines jüdischen Weltkongresses ist nicht neu. Allerdings kam die Durchführung dieser Idee bisher nie über gewisse A n s a n g s st a d i e n hinaus. Eine „vorbereitende" Konferenz fand letztmalig vor zwei Jahren, im A u g u st 19 3 4, in Genf statt; bereits damals hatten die großen jüdischen Organisationen, insbesondere der Board of Deputies of British Jews die Zionistische Weltorganisation, das American Jewish Comitee und die Alliance Israelite Universelle, von einer Beteiligung Abstand genommen, weil ihnen die mehr oder weniger proklamatorische Tätigkeit eines derartigen Unternehmens nicht der geeignete Weg zur Lösung der Lebensfragen der jüdischen Gesamtheit zu sein schien. Das Ergebnis der damaligen Genfer Zusammenkunft, mit dem auch wir uns seinerzeit kritisch auseinandergesetzt - hatten, bestätigte die Richtigkeit dieser Bedenken. Oie Zahl der nichtarischen Rechtsanwälte i**' In der „Juristischen Wochenschrift" wird im Rahmen einer Mitteilung über den Bericht der Rechtsanwaltskammer in Berlin über das Jahr 1935 die Zahl der nichtarischen Rechtsanwälte in den vergangenen drei Jahren bekanntgegeben. Von 2880 Anwälten im Bezirk der Rechtsauwaltskammcr Berlin waren am 31. Dezember 1933 1152 Nichtarier oder rund 40 Prozent. Am 31. Dezember 1934 waren von 2931 Rechtsanwälten 1092 oder 37,2 ProZent nichtarisch. Am 31. Dezember 1935 waren von den 3007 Rechtsanwälten 1036 nichtarisch oder 34,4 Prozent. Polizei, Gesetz und Rechtskontrolle Wie die „Frankfurter Zeitung" vom 5. Mai 1936 berichtet, hat der Präsident des preußischen Oberverwaltungsgerichts, Professor Dr. Drew s, anläßlich der Polizeischulungswoche einen Vortrag gehalten, in welchem er auch zu einigen aktuellen und vielerörterten Fragen, wie etwa der Stellung der gesetzanwendenden Behörden zum Gesetz und der richterlichen oder verwaltungsgerichtlichen Kontrolle über Verivaltungs-, insbesondere staatspolitische Akte, Stellung nahm. Zum ersten Punkt hob Dr. Drews hervor, wenn die Behörden bestehende Gesetze deshalb ignorieren wollten, weil diese Gesetze nicht zur nationalsozialistischen Weltanschauung paßten, so würden sie sich an die Stelle des Gesetzgebers setzen. Die noch nicht aufgehobenen Gesetze seren auch weiterhin anzuwenden. Die Grundrechte der Weimarer Verfassung seien allerdings aufgehoben, jedoch nur zu st a a t s p o l i t i s ch e n Zwecken. Für die nichtpolitischen Polizeibehörden seien die Grundrechte und die sie ausführenden Gesetze auch weiterhin verbindlich. lieber die Frage „Verwaltungsakte und Rechtskvntrolle" sagte Dr. Drews, es sei zwar von vielen Seiten zum Ausdruck gebracht nwrden, daß eine Rechtskontrolle durch gerichtliche Organe über Verwaltungs- und politische Akte mit dem Wesen des nationalsozialistischen Staats unvereinbar sei. Daß diese Auffassung jedoch unrichtig sei, ergebe sich schon aus dem "Runderlaß des Preußischen Ministers des Innern vom 3. Mürz 1933. Auch das erste Gesetz über die Geheime Staatspolizei habe noch die Verwaltungsklage ausdrücklich zugelassen. Durch das letzte Gesetz über die Geheime Staatspolizei vom Februar 1936, das den Verwältungsrechtsweg für die Verfügungen der Geheimen Staatspolipei ausdrücklich ausschließe, sei die Rechtslage erschöpfend geklärt worden. öerlmer Kundgebungen zu den Palästina-Ereignissen Veranstaltungen der Jewish Agency und der Berliner Gemeinde Ihrer Verbundenheit mit dem Schicksal Palästinas und seiner Menschen gaben Tausende von Juden in Berlin in großen Veranstaltungen Ausdruck, die im Logenhaus Kleiststraße und in der Synagoge Prinzregentenstraße stattsanden. In der Kleiststraße sprachen unter Vorsitz des Präsidenten der Reichsvertretung, Rabbiners Dr. B a e ck, der geschäftsführende Vorsitzende der ZVsD, Dr. Franz M e y e r , der Vorsitzende des C.-V., Justizrat Dr. Julius B r o d n i tz, und Dr. Michael T r a u b vom Keren Hajessod. Dr. Leo B a e ck bezeichnete den Sinn der Kundgebung, ein Dokument unseres Opfer- und Arbeitswillens zu schassen. Nichts läge uns ferner als papierne Proteste. Das Wort der Stunde heiße: Arbeiten und nicht verzweifeln. Und dieses Wort müsse nicht nur gesprochen, sondern erfüllt werden. Dr. Franz M eher wies auf die ständig wachsende Unsicherheit des jüdischen Lebens hin, die nur durch seine Neusormung behoben werden könne. Mit Krisen in Palästina sei von Beginn der Arbeit an gerechnet worden und werde auch in Zukunft gerechnet. Trotzdem bleibe der Wille zum Ausbau des jüdischen Palästina unerschütterlich. Justizrat Dr. B r o d n i tz, der nunmehr das Wort nahm, gab seinen Worten unter den frischen Eindrücken einer erst vor kurzem beendeten Palüstinareise eine persönliche Note, die starken Anklang fand. Es gelte jetzt, führte der Vorsitzende des C.-V. aus, Lehren und Initiative aus der Kenntnis der letzten Ereignisse zu entnehmen. Wer die Fülle der Erscheinungen in Palästina gesehen hat, muß zur Erkenntnis kommen, daß das ganze Palästina-Problem etwas Einheitliches ist, und daß man seine einzelnen Seiten nicht isoliert betrachten kann. Man kann darüber denken, was man will, aber man empfindet, daß die dort arbeitenden Juden die höchste Achtung verdienen. lieber Palästina sollte nur reden, wer sich im Lande selbst umgesehen hat; dann würden so manche Mißverständnisse hier nicht mehr existieren. Und noch eine weitere Erkenntnis ist sicher: das Palästina-Experiment darf nicht mißlingen, wenn nicht die Judenheit der ganzen Welt unwiderbringlich Schaden erleiden soll. Wer nach Palästina geht, muß sich als Pionier der Juden fühlen. Wenn die Menschen diese Gesinnung haben, dann wird auch die Arabersrage, die eine der Gefahren und Sorgen auf dem Wege ist, von uns überwunden werden. Diese Erkenntnis mindert natürlich nicht unser tiefes Mitgefühl mit denen, die von den Nebersällcn betroffen worden sind. Da das Palästinawerk nicht mißlingen darf, wird es alle Angriffe überstehen! Oer Hilfsverein Das Hauptreserat des Abends hielt Dr. Michael T r a u b , der mit vielen Zahlen und Beispielen die segensreichen Wirkungen der jüdischen Aufbauarbeit auch für die arabischen Massen nachwies, und seiner Ueberzeugung Ausdruck gab, daß eine friedliche Lebensmöglichkeit für Juden und Araber in Palästina möglich sei. Die Versammlungen — es war wegen der Zahl der Erschienenen eine Parallelversammlung notwendig — nahmen folgende Resolution an: „Die am 29. April in Berlin tagende, von den in Deutschland wohnenden Mitgliedern der Jewish Agency für Palästina und von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland einberufene Versammlung entsendet der palästinensischen Judenheit in diesen schweren Tagen ihren brüderlichen Gruß und versichert sie ihrer Treue und unerschütterlichen Solidarität. Mit tiefem Schmerz beklagen wir die Opfer qn Menschenleben und die Zerstörung von Werten, die von Juden in friedlicher Arbeit geschaffen wurden. Angriffe und Gewalttaten werden uns nicht verhindern, unser Recht auf die Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Erez Israel zu vertreten und die friedliche jüdische Siedlungsarbeit fortzusetzen und zu verstärken. Die Exekutive der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation kann auf unseren festen und unerschütterlichen Willen rechnen, alle Kräfte der Judenheit in Deutschland zusannnenzufassen, um durch vervielfachte Anstrengungen die jüdischen Positionen im Lande zn erweitern und die Arbeit für das Aufbauwerk mit allen Kräften zu fördern." Bei der Kundgebung der Jüdischen G e m e i n d e z u B e r l r n in der Synagoge Prinzregentenstraße sprachen der Vorsitzende der Gemeinde, Direktor Heinrich Stahl, Rabbiner Dr. Max W i e n e r und Rechtsawvalt Dr. Alfred Klee. In allen drei Ansprachen wurde in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck gebracht, daß die jüdische Bevölkerung Berlins innigen Anteil an dem schweren Geschick nehme, das die Juden in Palästina betroffen habe. Die Arbeit der jüdischen Pioniere sei auch in Zukunft weitgehendst zu unterstützen. Vor allem müsse alles getan werden, um im Interesse des Aufbauwerks ein friedliches Zusammenleben mit den Arabern zu ermöglichen. — Die Veranstaltung wurde von religiösen Vorträgen Edith H e r r n st a d t - O c t t i n - g e n s und des W i n a w e r s ch e n Chors würdig umrahmt. im Jahre 1935 Am 30. April hielt der Hilfsverein der Inden in Deutschland in Berlin seine Generalversammlung ab. Aus den Ansprachen des Vorsitzenden, Max M. W a r b u r g, und des Generalsekretärs, Dr.' Mark W i s ch n i tz e r, fei das folgende hervorgehoben: Max M. Marburg betonte, daß man die Auswanderung der Inden aus Deutschland nur als einen Teil des gesamt-jüdischen Auswanderungsproblems in Ost- und Mitteleuropa betrachten dürfe. In einer Zeit, in der die jüdische Existenz in dem gesamten Raum zwischen der Ostsee und der Adria, der russischen Westgrenze und den Rhein überall mehr oder minder bedroht sei, werde die Haltung der Juden hier auch für die Judenheit der übrigen Länder vielleicht beispielgebend wirken. Um so mehr müßten die Parteien und Gruppen des deutschen Judentums die Wanderungsfrage in ihrer vollen Größe erkennen und sich zu einer einheitlichen Haltung zusammensinden. Es müsse von allen Seiten anerkannt werden, daß die Wanderung und Wanderungspolitik eines der entscheidenden Mittel zur Besserung der jüdischen Lage in der außerpalästinensischen Welt darstelle, und indirekt auch für den Ausbau Palästinas von größter Bedeutung sei. Im einzelnen müsse die jüdische Auswanderungspolitik folgende Grundsätze beachten: In den überseeischen Ländern müsse die Zusammenballung der Einwanderer in den Hauptstädten vermieden und eine gleichmäßigere Verteilung über das Land 'angestrebt werden. Ferner lege der Hilfsverein größten Wert darauf, daß sich die Einwanderer von jeder politischen Betätigung fernhielten und sich auf die Schaffung einer neuen Existenz konzentrierten. Die Auswanderung nach Palästina, die das Palästina-Amt betreue, und die Auswanderung nach Uebersee, die der Hilfsverein leite, müßten einander harmonisch ergänzen. Da Palästina nicht alle auswandernden Juden. aufnehmen könne, müßten auch die Zionisten die große Bedeutung der überseeischen Wanderung anerkennen und für diese Arbeit einer auf lange Sicht arbeitenden jüdischen Wanderungspolitik Menschen und Mittel bereitstellen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sei eine mindestens ebenso große Zahl von Auswanderern aus Deutschland nach Uebersee ausgewandert wie nach Palästina; genaue Statistiken seien allerdings infolge der Verteilung der Auswanderer auf eine große Anzahl von Ländern noch nicht verfügbar. Der große Auswanderungsdrang der Juden im vergangenen Jahr habe Veranlassung gegeben zu einer organisatorischen Umgestaltung des Hilfsvereins. Von den künftigen Aufgaben des Hilfsvereins sei besonders die notwendige Entsendung von Experten in die verschiedenen Länder hervorzuheben, die dort Einwanderungsmöglichkeiten untersuchen sollten. Bei dieser wie bei den übrigen Ausgaben des Hilfsvereins rechne man auf die tätige Mithilfe der ausländischen Organisationen und Hilfskomitees, wie insbesondere der JCA, der HJCEM und des JOINT, die schon bisher die Arbeit des Hilfsvereins weitgehend unterstützt hätten. In Deutschland sei vor allem der Reichsvertretung zu danken, mit der der Hilfsverein in allen Wanderungssrngen Hand in Hand arbeite. Dank gebühre auch in vieler Hinsicht der Presse, weil sie sich den Bitten des Hilfsvereins, die Auswanderungsfrage in möglichst zurückhaltender Weise zu behandeln, weitgehend angepaßt habe. Auch in Zukunft sei zu berücksichtigen, daß die kleinste irreführende Notiz über angebliche Einwanderungsmöglichkeiten unberechenbaren Schaden stiften könne. In allen Arbeiten und Ausgaben des Hilfs- Vereins, so verschieden sie seien, müsse vor allem der Geist walten, den er in seinem Namen zum Ausdruck bringt, nämlich der Geist der werktätigen Nächstenliebe. Mark Wischnitzer unterschied in der Arbeitsintensität des Vereins im Jahre 1935 zwei Perioden. Die eine reiche bis August und zeche ein merkliches Absinken der Beratungstätrgkeit und der Auswanderungsförderung. Die zweite reiche von September bis Dezember und bringe eine unvorhergesehene Arbeitssteigerung und Arbeitsbelastung Während dieser Zeit hätten bis zu 400 Menschen täglich um Rat und Hilfe im Büro vorgesprochen. Diese Periode brachte ein Ansteigen der Aufwendungen für Auswanderer und die Notwendigkeit einer Dezentralisation der Arbeit durch die Errichtung neuer Beratungsstellen im Reiche. Der Verein stehe mit vierzig überseeischen und zwanzig europäischen Ländern in ständiger Verbindung. Der Redner unterstrich die Tatsache, daß der geeignete Zeitpunkt der Auswanderung von der Vorbereitung hierzu abhünge. Berufsumschichtung und Sprachschulung seien wichtig. In den letzten drei Jahren seien nach seiner Schätzung 35- bis 40 000 Menschen nach Uebersee ausgewandert. Für 1936 sei eine Verstärkung der Auswanderung schon durch die immer mehr einsetzende Familicnwanderung vorauszusehen. Für die Förderung der Gruppenwanderung sei es notwendig, ihre Grundlagen ganz genau zu überprüfen und insbesondere die _ Frage der Schaffung eines Kolonisationsinstitutes zu erörtern. Am 2. Mai, so schloß Dr. Wischnitzer seine Ausführungen, bestehe der Hilfsverein 35 Jahre. Seine Arbeit müsse heute von der ganzen Masse der Juden in Deutschland getragen werden. Der Schatzmeister, Bankier Dreyfus, gab einen Bericht über Kaffenverhültnisse und Etat des Hilfsvereins. Es erfolgte die Wiederwahl der statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Wahl der Revisoren und die Kooptation von drei neuen Mitgliedern des Kuratoriums; Oberstlandesgerichtsrat a. D. Dr. N e u m e y e r - München, Dr. S P i e r o - Berlin und Dr. M e r z b a ch - Berlin. * Der Generalversammlung war eine Sitzung des Kuratoriums vorausgegangen, in der der Vorsitzende des Hilssvereins, Max Marburg, davon Mitteilung machte, daß die Herren Dr. Michel und Dr. Werner Nvsenberg neu in den Vorstand des Hilssvereins eingetreten seien. 0er Lebensrauin der Erde In einem Aufsatz „Grundlose Angst vor Uebervölkerung" („Neues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, 4. Jahrg., Nr. 5) weist Dr. Friedrich B u r g d ö r f e r, der bekannte deutsche Ethnopolitiker, darauf hin, daß noch weite Räume ans der Erde überhaupt nicht, andere noch kaum besiedelt sind. Man importiert — so führt er ans — neuerdings das Schreckgespenst von der drohenden Erdübervölkerung ausgerechnet aus Amerika, dem Kontinent der unbegrenzten Möglichkeiten, der nur wenig dichter besiedelt ist als Australien und in dem — ebenso wie in Afrika — knapp fünf Menschen auf den Quadratkilometer entfallen (gegen rund 50 in Europa). Der Amerikaner Roß glaubt prophezeien zn können, daß in wenigen Jahrhunderten die Erde den allzuvielen Menschen nur noch Stehplätze — Standing roora only — ZU bieten vermöge! Alle die düsteren Vorausberechnungen über eine kommende Erdüberfüllung leiden aber, wie der Frankfurter Soziologe Franz Oppenheimer mit Recht sagt, an einem „falschen Ansatz". Sie gehen von dem heutigen Stand der Ackerbautechnik aus. Hätten die Nomadenvölker zu ihrer Zeit sich Gedanken gemacht über die Tragfähigkeit der Erde, so würden sie — sagt Oppenheimer — gefunden haben, daß die Erde höchstens 300 Millionen Menschen ernähren könne, und hätten ihre Vorfahren schon auf der Wirtschaftsstufe der Jäger solche Berechnungen angestellt, so würden sie Noch nicht einmal 3 Millionen als höchstmögliche Erdbevölkerung angenommen haben. Heute trägt und ernährt die Erde rund 2 Milliarden Menschen. Legt man aber mit Oppenheimer die heute bekannte höchste technische Stufe der Bodenkultur, nämlich Gartenbau in geheizten Treibhäusern, zugrunde, so würde sich eine höchstmögliche Erdbevölkerung von 200 Milliarden Menschen ergeben; und stellt man weiter in Rechnung, daß das, was heute als Maximum an Bodenertrag gilt, in einigen hundert Jahren überholt sein dürfte, so kann man — je nach mehr oder weniger optimistischer Einstellung — auch noch zu höheren Ergebnissen kommen. Ob allerdings das Leben auf dieser Erde bei einer so starken Bevölkerung sehr angenehm sein würde, ist eine andere Frage. Aber es dürfte müßig sein, sich über diese Frage heute schon den Kopf zu zerbrechen. Von einer Ueberbevölkerung der Erde zu sprechen, besteht sonach heute und in absehbarer Zeit keinerlei Berechtigung. F. F. fut 66 UQ&mUq 6is 1. Juli liefern wir die C.-V.-Zeitung, wenn uns der Bestellschein sofort eingeschickt wird. Helfen Sie uns werben. Geben Sie diesen Abschnitt Ihren Freunden• . Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung 6 6 Pfennig für Mai, Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die letzte Aprilnummer geht mir kostenlos zu. Name:-' __ Ort:-_____ Strasse: -—__ Datum:-- Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert senden an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin Wl5, EmserStrasse42. J 2, Oliva 8141.

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