Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 16 (16.4.1936)
- Date
- 1936-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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!C.*V.-Zeitung Nr. 16 WIRTSCHAFT DER WOCHE 16. April 1936 Ein Pionier der Wirtschaftsstatistik Zu S. Zuckermanns graphisch-statistischen Arbeiten Im Hansaviertel, zwischen Stadtbahnbogen und Kriminalgericht wohnt seit 45 Jahren ein stiller und bescheidener Mieter. Dieser aus Rußland stammende Herr war, wie man hört, in seiner Jugend einmal Student der Nationalökonomie. In einem bestimmten Zeitpunkt seines Studiums war er in höherem Maße als andere Studenten seines Jahrgangs von der Notwendigkeit statistischer erst später umdirigiert und von unterwegs aus nach O. verladen. Herr Zuckermann seinerseits überwacht von seiner Moabiter Wohnung aus sowohl die Berechnungen des Landes B. wie die Berechnungen des Landes O. Er zeichnet seine Ergebnisse in ein Heft und sendet den zuständigen Herren in B. wie in O. je ein Exemplar. Der Beamte in Der % Anteil dev 'wichtigsten Landei» an dei» Ein- und AvisfixHi» Palästinas S0G811O0S11S1I1S Ae&fp-Bel- BpitrDäne-DeubchTMtGtOß- IU-JapanHieaeT-Ruma-Sehve-S^nenTJeKeA^llS.A. ten ^xen Landepmark land reich tritauxi.lien laiide neu detv. Slowake; EinfuTi-p A«sfulu>- 19 19»/jh Aus S. Zuckermann: Palästinas Aussenhandel (Zuckermanns Graphischer Wirtschaftsdienst, Berlin) Erkenntnisse durchdrungen. Lange Zeit danach begann er eines Tages die Ziffern aus den Ausfuhrstatistiken von sechzig Ländern zu sammeln. So, dann' sammelte er die entsprechenden Ziffern aus - den Einsuhrstatistiken der gleichen sechzig Länder. Daraus stellte er die Ziffern jedes Ausfuhrlandes den Ziffern jedes Einfuhrlandes gegenüber, entdeckte gewichtige und bis dahin irreführende Differenzen zwischen den entsprechenden Angaben, führte dieses Verfahren für die auf 1909 folgenden fünf Jahre und Monate für eine Reihe von Waren durch, gliederte die Arbeit in Mengen- und Wertzifsern, rechnete die Werte in Goldsranken und die abfoluten Ziffern in Prozentzahlen um und fügte dem so entstehenden, imposanten Zifsernwerk ein nicht weniger imposantes Werk graphischer Darstellungen an. Als S. Zuckermann (dies ist nämlich der Name des Verfassers) feine Arbeit als Druckwerk auf feinen Schreibtifch liegen sah, war er sieben Jahre älter. Die wirtschaftliche Welt war um eine Fundgrube statistischer Erkenntnisse reicher. Herr Zuckermann war allerdings nicht die ganzen sieben Jahre nur mit diesem Werke beschäftigt; der Krieg hat seine Arbeit unterbrochen, verzögert. Als einer der Wirtschaftssachverständigen der nach Kiew entsandten Friedensdelegation konnte er die Einwirkung statistischer Arbeit aus die politische Praxis aus der Nähe beobachten. Historische Namen werden in dem Gespräch aufs neue lebendig, das ich mit Herrn Zuckermann in seiner Moabiter Wohnung führe. — Kurz nach Kriegsende hat die Oeffentlichkeit von dem Ehrgeiz eines Mannes, einer der fleißigsten Statistiker der Welt zu sein, gebührend Kenntnis genommen. Zeitungsausschnitte, die vor mir auf dem Tisch liegen, bestätigen es in vielen Sprachen. Er schien damals manchen um die Palme des zähesten Fleißakrobaten des Festlandes zu ringen. Wie ein Magnet scheint er die Arbeit größerer Institutionen und wirtschaftsstatistischer Büros an sich gezogen zu haben. „Es sind Meisterwerke", schrieb der „Manchester Guardian" einmal von Zuckermanns Büchern, „aber zu der darauf verwendeten Arbeit hätte man kaum einen lebenslänglichen Sträfling zwingen mögen." Der kleine ältere Herr lächelt bei dieser Erinnerung. Er erklärt mir an einem nicht erfundenest, aber vielleicht etwas vereinfachten Beispiel, woraus es ihm ankommt. Im Ernährungsministerium in der Hauptstadt des Landes B. sitzt ein Beamter, der unter anderm den Eierexport nach dem Lande O. kontrolliert. Dieser Herr erfährt durch die Statistik seines Landes, wieviel Kisten einheimischer Eier nach O. deklariert wurden. Auch im Lande O. beschäftigen sich Statistiker damit, die aus dem Lande B. eingeführten Eiermengen statistisch zu erfassen. Seltsamerweise stimmen die Ziffern der Beamten von B. nicht mit den Ziffern der Beamte von O. überein. In O. sind weitaus mehr Eier eingetroffen als aus B. dorthin gesandt U'urden. Der Beamte in B. liest die ihm von seinem statistischen Kollegen vorgelegten, ungünstigen Ziffern über die Eieraussuhr nach O. und betrübt seine Regierung mit einem Bericht über den sinkenden Eierexport. Die Zollbehörde in O. hat inzwischen eine andere Rechnung aufgemacht. Sie prüft die Herkunft jeder Kiste viel genauer als es den Transpvrtunternehinungeu in B. in bezug auf das Reiseziel und den endgültigen Verbleib jeder Kiste möglich ist. Viele Transporte sind nach Zwischenlündern bestimmt, werden B. ersieht daraus, daß die Bewohner von B. mit Vorliebe Eier seines Vaterlandes auf ihrem Frühstückstisch sehen. Diese Tatsache macht ihn geneigt, seinen Vorgesetzten ein für beide Länder günstiges Handelsabkommen über die Lieferung von Eiern aus B. nach O. vorzuschlagen. Herr Z., der erwähnte Beamte des Landes B. fährt persönlich in die Hauptstadt des Landes O. und ruft dort im Aufträge seiner Negierung eine Eierhandelsstelle ins Leben. Sein Chef versichert kurze Zeit daraus Herrn Zuckermann in einem herzlich gehaltenen Schreiben seiner Sympathie. Herr Zuckermann öffnet ein Fach seines Schreibtisches und zeigt mir gebündelt eine Anzahl derartiger herzlicher Diplomaten- und Minister- Lriefe. Seine Sammlung umfaßt exotische und europäische Namen. Wie es kommt, daß dieser Statistiker, nur auf sich selbst und seine Arbeit gestellt, wiederholt die Handelspolitik beeinflussen konnte? Der Verfasser der „Außenhandelsmappe I" und des „Wettbewerbs aus dem Weltmarkt" betrachtet sich als Publizisten, der ohne die Sprache der Buchstaben arbeitet. Er veröffentlicht kein statistisches Rohmaterial, wie zur Zeit der erwähnten Kritik des „Manchester Guardian", sondern bringt es ausgewühlt und zu bekömmlichen Dosen verarbeitet an den Interessenten; auch der Wirtschaftler leidet an Tgbellensurcht. Endlose Zahlenkvlonnen sind ihm wenig sympathisch. Unter der Hand von Herrn Zuckermann verwandeln sich diese Zahlenkvlonnen in mehr oder weniger elegante Kurven, in teils schlanke, teils gedrungene Säulen, und in verschlungene Linien und Arabesken. Aus ihnen sprechen die dynamischen Spannungen der Weltwirtschaft. Wenn man Herrn Zuckermann fragt, welche Konkurrenten sich in den französischen Kolonien gegenüberstehen, wie sich ihre Größenverhältnisse in den letzten Jahren oder vor dem Kriege gegeneinander verschoben haben; wenn man ihn fragt, wie sich die deutsche Einfuhr nach Palästina im Vergleich zur englischen in den letzten 40 Monaten entwickelt hat, so ist er nicht genötigt, einigen Zahlenschlangen den Kopf abzuschneiden, um unseren Wissenshunger zu stillen. Seite um Seite verfolge ich die leicht vergleichbare und anschauliche synoptische Antwort auf viele mögliche Fragen, die im Zusammenhang mit dem internationalen Handel gestellt wurden oder vielleicht gestellt werden können. Ich erlaube mir beim Durchblättern der Atlanten plötzlich keine handelspolitische, sondern eine privatwirtschaftliche Frage. „Kommen Sie auf Ihre Kosten?" — „Ja; aber säst nur, insoweit ich meine Tätigkeit als Ehrenamt betrachte", sagt Herr Zuckermann lächelnd. „Ich glaube, ich bin Privatleuten oft etwas zu teuer, meine Preise passen mehr für die Diplomatie und die Großindustrie, denn mein kleiner Verlagsapparat erlaubt zurzeit nur eine kleine Auflage." Herr Zuckermann gestattet sich, einen Augenblick von einer Institution oder einem Verleger zu träumen, der sich um die Auflage zu kümmern hätte, während er selbst sorgenlos arbeiten könnte. Inzwischen führt der Handelsstatistiker Zuckermann, nach wie vor besessen von zwei, drei theoretischen Grundsätzen der Außenhandelsstatistik, einen von seiner Seite ans nicht unritterlichen Kampf mit den Resultaten seiner privaten Ilmsatzstatistik. Als erfahrener Kenner der weltwirtschaftlichen Zusammenhänge konzipiert er ständig neue Atlanten des Welthandels, in denen ständig neue Kurven und Kurvennetze die Pointen der wirtschaftlichen Entwicklung gleichsam einfangen, und deren Säulengruppen periodischen Momentaufnahmen der Außenwirtschaft gleichen. Palästina, Bulgarien, Sowjetrußland, Frankreich und die französischen Kolonien sind die Themen der im Entstehen begriffenen Bände, die, zum Teil gerade vollendet, ein adäquates Bild der Außenhandelsbeziehungen jener Länder zu geben versprechen. Zuckermann, noch immer ein Fleißakrobat, hat wiederum die Vorbereitungen für eine seiner statistischen Gesellschaftsreisen durch die Weltwirtschaft getroffen. Wird sie Zustandekommen? Zum ersten Male im Lause des ganzen Abends ist er es, der eine Frage stellt. Ich versichere, daß ich es für sehr erwünscht halten würde, denn seine Bücher sind voller Antworten. Sie harren der Frager. K. H. Vom Einzelhandel Die Forschungsstelle für den Handel beim R. K. W. hat jetzt ihre Erhebungen über die Februar-Umsätze des Einzelhandels.veröffentlicht. Sie Zeigen, wie den Berichten der Tngespresse^zu entnehmen ist, gegenüber bent Vorjahr eine «Lteigernng, wie sie im gleichen Ausmaß seit der Hamsterwelle im Herbst 1934 nicht mehr festzustellen gewesen sei, nämlich um 13 Prozent. Da inzwischen — so heißt es in den erwähnten Berichten — die Indexziffer für die Lebenshaltungskosten ohne Wohnung nur um 1,7 Prozent gestiegen sei, müßten, selbst wenn man diese Indexziffer für die Preisbewegung der Einzelhandelswaren als nicht ganz repräsentativ ansehe, die umgesetzten Warenmengen rocht beträchtlich angestiegen sein. Dabei sei allerdings zn beachten, daß ans den Februar in diesem Jahr infolge des Schalttages und der Lage der Sonntage etwas mehr Verbrauchstage entfielen als im Vorjahr, daß auch die Gehaltszahlungen sich diesmal stärker auf den Februar konzentrierten und daß schließlich die Auflockerung der Beschränkungen für den Winterschlußverkauf das Vergleichsbild beeinträchtigt hätten. Das sei besonders zn berücksichtigen, bei einem Vergleich mit dem Februar 1933, demgegenüber sich ein Umsatzanstieg unr 43 Prozent errechne. Fasse man im Interesse einer besseren Vergleichbarkeit das Janukkr- und Febrnarergebnis zusammen, so stelle sich der Anstieg "der Einzel- Handelsumsätze zwischen 1933 und 1936 auf knapp 30 Prozent (bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Indexziffer der Lebenshaltungskosten um 7,7'Prozent). Bei den Warenhäusern ergebe sich im Vergleich mit dem letzten Jahr ein kleiner Umsatzzuwachs um 3,1 Prozent, bei den Kaufhäusern nur 6,9 Prozent. Das erfaßte Einheitspreisgeschäft weise dagegen einen erneuten Ausfall um 2,4 Prozent aus. Bon den Spezialzweigen des Einzelhandels sei im Nahmen der insgesamt um 14,6 Prozent gestiegenen T e x t i l w a r e n u m s ä tz e besonders bemerkenswert die Umsatzzunahme bei den verschiedenen Fachgeschäften für Herreuartikel um 16 bis 20 Prozent und bei den Fachgeschäften für Bettwaren, Teppiche und Möbelstoffe um 18 Prozent. Hier wirke sich die stärkere Wiedereinstellung männlicher Arbeitskräfte und die Steigerling der Zahl der Eheschließungen aus. Es zeige sich immer deutlicher, wie stark die Vorschriften über die Begrenzung des Warenkreises bei den Saisonschlnßverkäusen den Umsatzstand der in Frage kommenden Atonale beeinflußt hätten. Ter festgestellte 20prozentige Mehruinsatz beim diesjährigen Winterschlußverkauf dürfte wohl entscheidend aus die inzwischen erfolgte Erweiterung des Spielräunles für die Schlußverkäufe zurückzuführen sein. Auch der S ch u h e i n z e l h a n d e l lveise im Februar — zum erstenmal seit längerer Zeit — eine beachtliche Umsatzbesserung (um 9 Prozent) auf, lvas alißer oitf ein günstigeres Ergebnis des Winterschlnßverkaufs auf die Anregungen durch die winterliche Februarwitterung zurückgeführt wird. Die Verordnung über Handelsbeschränkungen In einer Ausführungsanweisung zu der Verordnung über Handelsbeschränkungen vom 17. März 1933 bestimmt der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister, daß für die Untersagung des Handels mit Gegenständen des täglichen Bedarfs und für die Schließung von Geschäftsrälimen der Landrat, in kreisfreien Städten der Oberbürgermeister zuständig ist, in dessen Bezirk der Handeltreibende . seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt hat oder eine gewerbliche Niederlassung errichtet hat oder errichten will. Gegen die Untersagung des Handels und die Schließung von Geschäftsräumen ist binnen zwei Wochen nach Zustellung der Verfügung die Beschlverde an den Regierungspräsidenten, in Berlin den Polizeipräsidenten, zulässig. Die Entscheidung ist endgültig. Vor der Entscheidung erster oder zweiter Instanz kann die zuständige Jndustrie- und Handelskammer und, sofern es sich um Schließung von Lebensmittelgeschäften handelt, die der Marktordnung dienende zuständige Stelle des Reichsnährstandes (Zusammenschluß, Marktverband) gehört werden. Die Untersagung ist erst nach Ablauf der Rechtsmittelsrist oder, falls - ein Rechtsmittel eingelegt ist, nach Zustellung der Rechtsmittelentscheidung gemäß 8 20 Abs. 3 der Verordnung über Handelsbeschränkungen öffentlich bekanntzumachen. In der Untersagungsverfügung ist sestzusetzen, daß der Betroffene nach endgültiger Untersagung die durch das Verfahren verursachten baren Auslagen, besonders die Gebühren für die öffentliche Bekanntmachung zu erstatten hat. Diese Anweisung trat am 1. März in Kraft. Die Ausschaltung der luden aus dem Eierhandel In der „Deutschen V o l k s w i r t s ch a f t" Heft Nr. 11 wird die Tatsache erwähnt, daß die Ostereier aus dem Wege zum Verbraucher in diesem Jahre nur durch arische Hände gegangen seien. Noch vor Jahresfrist habe der jüdische Zwischenhandel eine gewisse Rolle gespielt. Kurz vor der Machtübernahme habe der gesamte Eierhandel zu ungefähr 96 Prozent in jüdischen Händen gelegen. Nach und nach, besonders in den P\ BANKHAUS ADOLF KASSEL Frankfurt a. M. . Arn d tstra sse 50 Tel. Sa.-No. 71244^ Jahren 1934 und 1935, sei dann die Bereinigung vorstatten gegangen, denn es habe sich gezeigt, daß ein großer Teil der jüdischen Eierhändler wegen verschiedener Verstöße gegen die Marktordnung, gegen die Devisengesetze und Nahrungsmittelvorschriften vorbestraft gewesen sei. Hieraus habe sich die wirtschaftliche Unzuverlässigkeit ergeben und damit die berechtigte Ausschaltung von der weiteren Betätigung un Eierhandel. Im November 1935 waren im Import- und Großhandel in ganz Deutschland keine Nichtarier. Die nunmehr völlig arische erste Hand beschloß von sich aus, an Nichtarier in der zweiten und dritten Hand keine Ware mehr abzugeben. Die Stellungnahme der hiervon betroffenen jüdischen Kreise hiergegen habe negativ bleiben müssen, da man von keiner Seite her einen Importeur oder Großhändler zwingen könne, an jüdische Firmen zu verkaufen. Der deutsche Eterhandel habe somit Mustergültiges geleistet, wobei besonders zu berücksichtigen sei, daß sich alles aus durchaus gesetzlichen Wegen abgespielt habe. Im Geflügelhandel, soweit er den Import betrifft, lägen. die Verhältnisse übrigens ähnlich. Notizbuch des Kaufmanns , Das Bankhaus Simon H i r s ch l a n d in Essen teilt das vor einiger Zeit erfolgte Ableben der Seniorteilhaberin Frau Henriette Hirschland mit. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß im Zusammenhang damit die Enkel der Verstorbenen, die bisherigen Einzelprokuristen Erich Otto G r ü n e 0 o li m und Kurt Hermann G r ü n e b a u in als Teilhaber in die Firma eiugetreten sind. Der Präsident der Reichspressekammer hat das 1935 ergangene Verbot der Neugründung von L e s e z i r k e l u n t e r n e h m u n g e n und der Uebernahme von Lesezirkeln durch Unternehmen, die Filialbetriebe oder Zweigniederlassungen unterhalten, laut Tagespresse bis zum Ende dieses Jahres verlängert. Auch die Neugründung von Unternehmen des werbenden Zeitschriftenhandels ist bis Ende 1936 erneut verboten worden. ¥ Die Berliner Industrie- und Handelskammer hat laut Bericht in ihrem Wirtschaftsblatt Feststellungen über die Gewährung von Mengenrabatten im Berliner S Po rt artikelhandel getroffen. * v Wer ankündigt, daß er B e tr ieb s gegenständ e vorübergehend in einem Hotelzimmer aus stellt, wird dadurch wanderlagersteuerpflichtig. Das Thüringische Oberverwaltungsgericht (6 66/35 vom 6. November 1935) hält aber, wie der „Kurzberichterstatter" meldet, diese Voraussetzung für nicht gegeben, wenn jemand nur Muster oder Modelle der zu vertreibenden Gegenstände mitführt und zur Schau stellt oder vorweist. Insbesondere kommt diese Steuer nicht in Frage, wenn nur Werbeblätter vorgelegt werden, „mögen sie den in Frage kommenden Gegenstand auch in aller Deutlichkeit, insbesondere durch Abbildungen veranschaulichen". * Ein Lebensmittelgeschäft wollte die Bezeichnung „Hamburger K ä f f e e l a g e r" in das Handelsregister eintragen lassen. Dagegen erhob die Handelskammer Einspruch, weil es sich mit dem Erfordernis der Firmenwahrheit nicht mehr vertrage, wenn ein Lebensmittelgeschäft, das nicht überwiegend mit Kaffee handelt, sich als Kaffeelager bezeichnet. Das Landgericht Karlsruhe hat laut Tagespresse sich dieser Auffassung angeschlossen und der Firma die gewünschte Bezeichnung verboten. Das Oberlandesgericht hat sich aus den gleichen Standpunkt gestellt, weil der Zusatz „Hamburger Kaffeelager" geeignet ist, eine Täuschung über Art und Umfang des Geschäfts herbeizusühren. In einem Erlaß des Reichsverkehrsministers ist nach dem gleichen Blatt hervorgehoben worden, daß die Beförderung von Gästen zwischen Hotel und Bahnhof mit eigenenFahrzeugendesGaststüttenbesitzers (Hotelwagen) in der Regel als gewerbsmäßige Personenbeförderung genehmigungspflichtig ist, da sie der Förderung des Hotelbetriebs dient. Bei Anträgen auf Genehmigung derartiger Verkehrseinrichtungen soll die Bedürfnisfrage auf Anweisung des Ministers mit ' besonderer Sorgfalt geprüft werden, damit die Bereithaltung von Hotelwagen nicht einen Umfang annimmt, der das Kraftfahrgewerbe ernsthaft schädigt. Andererseits sollen die Genehmigungsbehörden aber auch berücksichtigen, daß die Bereithaltung von Hotelwagen in vielen Orten, namentlich in Orten mit lebhaftem Reiseverkehr, für die Reisenden zur Gewohnheit geworden ist, und daß dieser Umstand im Interesse der Hebung des Fremdenverkehrs nicht außer Betracht bleiben kann.