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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-16 · 16 (16.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
16 (16.4.1936)
Date
1936-04-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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\ Beschneidungs-Stuhl und Decke entfaltet, verrät ein beachtenswert feines Gefühl für wirkungsvolle Belebung und Austeilung der Fläche. Dieses feine Gefühl resultiert nicht zuletzt aus der Gewandtheit, mit welcher der Künstler seine hebräischen Schriftsätze auf die Wand, gut ornamental gegliedert, hinzusetzen gewohnt war. Sußmanns Kunst gehört in das Gebiet der Volkskunst. Was fesselt, ist die gesunde, naive Ursprünglichkeit, mit welcher er in seinen Malereien zu uns spricht. Dsxt unck Zeichnungen von Max Untermayer. Aus den Gemeinden Das in Saarbrücken erscheinende Nachrichtenblatt für die Synagogengemeinden des Saarl a n d e s vom 3. April enthält folgende Bekanntmachung: Einsetzung eines Staatskommissars Der Herr Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes, Abt. Kultus und Schulwesen, hat mit Schreiben vom 25. März 1936 den Synagogengemeinden des Kreises «Paarbrücken folgende Mitteilung zugehen lassen, welche die Einsetzung von Herrn Dr. jur. Oskar Schloß zum Staatskommissar festlegt: „Auf den Antrag der Synagogengemeinde Saarbrücken vom 10. März d. I. bestelle ich Sie hiermit zum Staatskommissar für die Synagogengemeinde Saarbrücken in jederzeit widerruflicher Weise. In dieser Eigenschaft obliegen Ihnen bis auf weiteres die Befugnisse, die statutenmäßig den Organen der Synagogengemeinde zustanden. Alle Maßnahmen, dis von Ihnen als Staatskommissar getroffen werden, und die bisher der beschlußmäßigen Entscheidung der Organe der Synagogengemeinde Vorbehalten waren und der Genehmigung der staatlichen Aufsichtsbehörde bedurften, unterliegen auch weiterhin meiner Genehmigung. I. A. gez. Dr: Buech." * Zu Ehren ihres verstorbenen Gatten, des Konsuls Dr. Heinrich A r n h o l d , hat Frau A r n h o l d eine ansehnliche Stiftung gemacht, die zur Schaffung eines Heims für den Kinderhort und zur Erweiterung des Henriettenstifts des Dresdener jüdischen Altersheims Verwendung finden soll. sich aus und ab, ab und aus, in seltsam eintönigem Rhythmus. Als Abisag wagte, die Augen zu ihm zu heben, sah sie feinen entrückten, jenseitigen Blick; und erschrak. Furcht überkam sie und preßte ihr junges Herz zusammen, so daß sie' an Flucht dachte; doch der hündische Gehorsam, den man sie gelehrt, zwang sie zurück in die kniende Stellung, und so verharrte sie nun: unbeweglich, ein schönes, schmales, wachsarlles Tier. Und auf und ab, ab und auf von den welken Lippen stieg der dünne singende Ton und ward zum demütigen Loblied des HERRN: „Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgehet ohne Wolken, und vom Glanz nach dem Regen das Gras aus der Erde wächst. . Dann aber, allmählich verstummte das seltsame Singen, schlossen die Lider sich über zwei müden alten Augen. Der König entschlief. Theater, Musik, Film Im Akademie-Theater in Wien wird als nächste Premiere das Lustspiel „Junge Liebe" von Samson R a p h a e l s v n, für die deutsche Bühne bearbeitet von G. Herczeg, vorbereitet. * Im Jüdischen Kulturtheater in Wien fand unter dem Protektorat des Oberrabiners Dr. David Fenchtwang die 25. Ausführung des Schauspiels „Die goldene Kette" von I. L. Pe rez statt. Am Theater in der Josesstadt inWien wird demnächst ein neues Bühneniverk von Felix Joachims» n. „Die Dame ohne Herz", mit Lili Darvas in der Hauptrolle in Szene gehen. Im Jüdischen Kulturtheater in Wien fand ein Autorenabend Paul W e r t h e i m e r statt, v Eine Trauerfeier für den amerikanischen Komponisten und Lehrer Rubin Gold mark wurde Was tut das jüdische Eltemhilfswerk? Eine Unterhaltung mit der Geschäftsführerin „Vater werden, ist nicht schwer — Vater sein, dagegen sehr." Dieses Wort, mit dem Wilhelm Busch eine ernste Wahrheit lächelnd ansspricht, hat heute in so manchem jüdischen Elternhaus einen verstärkten Sinn. Das Verantwortungsgefühl für die Kinder, ein am jüdischen Leben besonders stark ausgeprägtes Empfinden, legt sich heute häufig mit fast lähmender Schwere aus Eltern, die früher in der glücklichen Lage waren, den Kindern eine sorglose Jugend zu geben. Geldausgaben, die früher im Budget fast gar keine Rolle gespielt hatten, wie Schulgelder oder Lehrmittelkosten oder Fahrgelder zur Schule, werden mit einemmal zum Problem, zumal staatliche Vergünstigungen den jüdischen Schülern zum Teil nicht mehr gewährt werden. Für diese zusätzlichen Ausgaben können die öffentlichen jüdischen Einrichtungen nur sehr beschränkt auskommen, da ihre Mittel schon für das tägliche Brot hinreichend, benötigt werden. So muß denn private Jnitiative helfend eingreisen, und deshalb haben sich in Berlin einsatzbereite Menschen zu einem „Elternhilfswerk s ü r die jüdische Jugend E. V." zusammengeschlossen, dessen Geschäftsstelle wir besuchten. „Sie kommen gerade im rechten Moment", begrüßte mich die Geschäftsführerin, eine erfahrene Sozialarbeiterin. „Soeben kommt hier dieser Brief, in dem sich ein Vater dafür bedankt, daß wir ihm eine Patenschaft für seinen «Sohn verschafft haben. Ein Jahr fehlte dem Jungen, der eine besondere technische Begabung besitzt, bis znr Obersekundareife. Da verlor 'der Vater die Stelle. Wir fanden einen Paten, der die Schulgelder für das noch fehlende Jahr übernommen hat. Derartige Patenschaften haben wir sehr viel, nur leider eben, an den Anforderungen gemessen, immer noch nicht genug." „Kennt der Pate sein ,Patenkind' und dessen Familie auch persönlich?" „Das ist verschieden. Es gibt Fälle, in denen der Pate sich selbst um seinen Schützling kümmert. In anderen Fällen hilft er lediglich durch seine finanziellen Zuschüsse, sei es, weil das Kind im Elternhause eine hervorragende Erziehung erhält, sei es, weil er gar nicht die Zeit oder Eignung hat, sich auch um die Erziehung zu kümmern. Das Elternhilsswerk erhält dann das Geld zu treuen Händen und sorgt dafür, daß es an keinen Unwürdigen kommt." „Aber was tun diejenigen, die sich die Uebernahme einer Patenschaft nicht leisten können, die jedoch auch zu ihrem Teil an der guten Sache Mitwirken wollen?" „Für diese gibt es die Form des Mitgliedsbeitrages, dessen Mindesthöhe 2 RM pro Vierteljahr beträgt. Aber noch auf eine weitere Möglichkeit, uns zu helfen, möchte ich eindringlich Hinweisen: es wäre wirklich ein gutes Werk, wenn auswandernde Famrq l i e n, die es sich leisten können, vor Verlassen der Heimat auch noch etwas für die Kinder täten« die hier bleiben. Im Rahmen der vielen Aus^ gaben, die mit der Auswanderung verbunden sind, spielt ein einmaliger Beitrag an uns gewiß keine erhebliche'Rolle." „Sie sprachen vorhin von'dem Fall, in dem ein Junge mit Ihrer Hilfe die Obersekundareife erhalten wird. Das bringt mich auf die beruf s p o l i t i sch e Seite Ihrer Arbeit. Trägt nicht Ihre Tätigkeit, gewollt oder ungewollt, dazu bei, den ,Bildungssimmel', der dre Berufsschichtung der Juden in Deutschland vor dem Umschwung so verhängnisvoll gestaltete^ neu zu unterstützeu?" „Nein, dieses Bedenken ist völlig unbegründet« Auch wir gehen gleich Ihnen von der Voraussetzung aus, daß es keinen Zweck hat, „Intelligenzen" zu züchten und Kosten in eine teure Ausbildung zu stecken, die im Rahmen unserer! heutigen Berufschancen nicht zu verantworten I Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen I BLUMENFELD, Nürnberg, Adlerstrasse 36 D wäre; daraus folgt, daß wir uns in erster Linie um eine D u r ch s ch n i t t s b i l d u n g unserer Kinder, sei es auf der Volks-, sei es auf dev Mitelschule bemühen. Die Unterstützung dieser Fälle nimmt den weitaus größten Raum in unferm Etat ein. Nur in besonderen Fällen können auch Hilfeleistungen für eine darüber hinausgehende Ausbildung gewährt werden. Alles in allem kommt es uns daraus an. mit dafür Sorge zu tragen, daß unsere Jugend später, sei es hier« sei es anderswo, das Judentum in Deutschland so repräsentiert, wie es seiner V e r * gangenheit würdig ist." „Noch eine organisatorische Frage muß ich zum Abschluß stellen: wie arbeiten Sie mit den anderen jüdischen Organisationen zusammen?" „Ausgezeichnet. Es versteht sich von selbst, daß heute jede Doppelarbeit vermieden werden muß. Sehen Sie, in dieser Abmachung mit dem neugebildeten Dachverband der Berliner Wohlfahrtsorganisation sind ausdrücklich unsere Aufgaben in dem Sinne, wie ich sie Ihnen geschildert habe, legitimiert. — So, und nun werden Sie in der Zeitung über uns berichten, und statt des ersehnten Ansturms der Hilfsbereiten werden wir einen Ansturm der Unterstützungspetenten erleben." „Sie sind da, glaube ich, zu Pessimistisch. Ich werde unfern Lesern sagen, daß es ihre Pflicht ist, Ihre Arbeit zu unterstützen, und daß der C. V. ihnen hierbei mit gutem Beispiel vorangegangen ist, indem er seinen korporativen Beitritt z u m E l t e r n h i l f s - werk mit einem namhaften Jahresbeitrags vollzogen hat. Ich werde weiter sagen, daß Sie fast genau doppelt so viel Unterstützungsanträge haben, als Sie bewilligen können, und daß deshalb gerade jetzt zu Beginn des neuen Schuljahres alle Ihnen bei Ihrer Arbeit, helfen müssen. Und damit die zahlreichen Zustimmungserklärungen nicht erst den Umweg über unsere Redaktion machen müssen, will ich ihnen auch Ihre Adresse mitteilen. Sie lautet: Eltern Hilfswerk für die jüdische Jugend e. V., Berlin-Charlottenburg, Kant st raße 158." k—ck. BiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiHimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiriiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiinii c ET In einer Gedenkfeier wurde die im Synagogenbau angebrachte Gefallenen-Ehrentafcl, deren Entwurf oonf Kunstmaler Bruno Gimpel stammt, in die Obhut der Dresdener jüdischen Gemeinde übergeben von „Juilliard School of Mußic“ veranstaltet; hier hatte Goldmark als Lehrer gewirkt. Viele Schüler waren zu dieser Stunde erschienen. Der Direktor der Philharmonie Symphonie Society, Rice, nannte Goldmark „eine überragende Persönlichkeit für seine Generation in einer Stadt, die er zum musikalischen Zentrum der Nachkriegszeit machte". — Dieselbe Schule brachte die biblische Geschichte von Joseph und Potiphar in der Form einer neuen Pantomime. Die Musik, die die Vorgänge teils untermalt, teils sinfonisch selbständig hervortritt, wurde von Werner Josten komponiert. * Das erste Konzert von Artur Schnabel in C o l u m b u s (U. S. A.) war -.Stadtgespräch". In der Ortspresse heißt es: „Auch das große Publikum, das Bedenken über die Aussicht äußerte, einen ganzen Abend nur Beethoven-Sonaten 31t hören, verließ den Saal mit neuem Verständnis und größerer Liebe zu dem Meister in Bonn." Auch m K a n s a s City wurde der „musikalische Gigant aus Europa" mit Ovationen überschüttet und sofort für die nächste Saison wieder engagiert. . * In New - Pork gaben Huberman und Schnabel einen Sonatenabend, Triopartner bei einem anderen Konzert war Emanuel Feuerm a n n. Auch das bekannte Kolisch-Quartett konzertierte in New-Iork. Das K 0 l i s ch - Quartett hatte in Indianapolis großen Erfolg. * Otto Klemp ere'r dirigierte in Los Angeles die „lange nicht gehörte" Rheinische Sinfonie von Schumann. Huberman spielte unter ihm das Beethoven-Konzert. Klemperer führte im 3. Brandenburgischen Konzert von Bach den CoNtinuo-Part am Klavier aus. Klemperer wird im Mai zu Konzerten nach B u d a p e st fahren und dann im Sommer in Hollywood wirken. » Der bekannte Dirigent Pierre Monteux engagierte für eines seiner Sinfoniekonzerte in San Francisco den Geiger Jascha Hei fetz, der Mozarts O-ckur-Konzert und das Glasunofs- Konzert spielte. * In Chicago dirigierte Frederick Stock Mahlers L-woU-Linsorüe, Ein Sinfoniekonzert in Toronto (Kanada) wurde mit der „Sommernachtstraum"-Musik von Mendelssohn beschlossen. * Myra Heß spielte mit dem B 0 st 0 n e r Sinfortieorchester unter Koussewitzky das Klavierkonzert von Schumann. „Schumann—Myra Heß, eine ideale Verbindung", schrieb ein Kritiker. * In Los Angeles brachte das Pro Artequartett ein neues Kammermusikwerk von Joseph A ch r 0 n, eine Sinsonietta in drei Sätzen. * In Baltimore widmete die Pianistin Lydia Hoffmann-Behrendt ein ganzes Konzert den Werken Schönbergs. * Polka und Fuge aus Weinbergers Oper „Schwanda" wurden in St. Louis im Konzertsaal gebracht. * In Rochest er im Staate New-Bork wurde neben der „Sommernachtstraum"-Ouvertüre von Mendelssohn eine Rhapsodie des bedeutenden modernen Italieners Alfredo Casella gespielt. Das Werk betitelt sich „Jtalia" und wird als „orchestrales Feuerwerk" bezeichnet. Dasselbe Stück wurde unter der Leitung des Komponisten auch in Chicago aufgeführt, außerdem von demselben Meister ein Tripelkonzert mit Orchester, bei dem der Komponist den Klavierpart wiedergab. Bei diesem Opus wurde besonders die Kontrapunktik gelobt. Casella und seiner italienischen Heimat zu Ehren dirigierte hier im ersten Teil des Programms Frederick Stock die Italienische Sinfonie von Mendelssohn. Das Tripelkonzert von Alfredo Casella wurde unter Mitwirkung des Komponisten vom Sinfonieorchester B 0 st 0 n unter Leitung von Kousfewitzki gespielt. * In Amerika besteht eine Wieniawski-Vereinigüng. Diese hat einen Preis für ein Werk für Violine und Klavier ausgeschrieben. * Dehudi Menuh im, von seiner Schwester am Klavier begleitet, konzertierte in Carnegie-Hall in New - H 0 rk. * Zum Abschluß der Saison wird Richard Tauber an der Wiener Staatsoper den Hans in Smetanas „Verkaufter Braut" fingen. * „Columbia" hat einige interessante neue Schallplatten heransgebracht: Das Lener- Quartett spielte das „Eroberer-Quartett" von Haydn. Aufsehenerregend ist die Nachricht einer französischen Musikzeitschrift, wonach der Verkauf sämtlicher von diesem Quartett gespielten Schallplatten, die Höhe von einer Million erreicht und die Firma dem Quartett zum Dank eine goldene Schallplatte zum Geschenk gemacht habe. Selmar M e y r 0 w i tz dirigiert die „Faust"-Sinfonie von Liszt mit dem „Grand Orchestre Philharmonique“ (Paris). Der Geiger S z i g e t i spielte das Violinkonzert op. 19 von Prokofiew mit den Londoner Philharmonikern unter Beschäm. , Im Nahmen einer Galavorstellung findet in Paris die Premiere des neuen Nichard-E i ch - b e r g - Films „Michael Strogvff" statt. * Dre Gaumont-British Picture Corporation hat mit der Aufführung des Films „Kodes ok Africa“ einen großen Erfolg erzielt. Hier wird in der gefilmten Geschichte Cecil Nhodes', des großen Pioniers der englischen Eroberung Südafrikas, ein Stück Kolonialgeschichte in den verschiedenen Etappen der Entwicklung geschildert und ist meisterlich zu einer historischen Schau zusammengefaßt. Die erfolgreiche Regie des Films lag in den Händen von Berthold Viertel; unter den Hauptdarstellern befindet sich Oskar H 0 m 0 l k «„■ * Carl Laemmle hat den von ihm gegründeten amerikanischen Filmkonzern Universal Pictures Corporation an ein amerikanisch-englisches Unternehmen verkauft. Lucie Mannheim spielt die Hauptrolle in dem Gaumont-British Film „Bands Okk" als Partnerin von George Arliß. * Für Alexander Korda schrieb H. G. Wells sein erstes Filmmanuskript „Die Welt in hundert Jahren". Der Film wird in London gedreht werden. »•gen uneuma RaH pictuaii Pension, Arzt, Bäder, Kurtaxe ■ ■»■Jfllli In Wochenpauschaie für RM 56,-, Reisescheck durch sofortige Anmeldung beim Pistyan-BOro. B r I I it W 15. Fasanenstraso 61. j 2 — 490«

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