Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 12 (19.3.1936)
- Date
- 1936-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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rung haben der Polnischen Bevölkerung Erleichterung gebracht und gleichzeitig der jüdischen Belastung. Die Entschuldungsaktion habe die Kaufmannschaft in eine ausweglose Situation gebracht. Juden erhalten von staatlichen Banken keine Kredite. Die Polnischen Kooperativgenossenschasten erhalten 30 Millionen Zloty Kredite, die jüdischen — nichts. Senator Trvckenheim betonte, daß es in Polen noch niemals eine antisemitische Propaganda von dem Ausmaß der heutigen gegeben habe. Weder auf dem Markt noch im Laden fei der Jude feines Lebens sicher. Im Dorf könne sich der Jude überhaupt nicht zeigen. Die Häuserwände in den Städten feien mit antijüdifchen Aufrufen bedeckt, aber die Behörde verhalte sich alldem gegenüber passiv. Als sich Senator Trockenheim der Besprechung des Beschlusses der Sejmkommission über das Verbot der Schechita zuwenden wollte, wurde er von dem Vorsitzenden, der bekanntlich der Gatte der Antragstellerin Frau Prhstor ist, mit dem Hinweis unterbrochen, daß es den Gepflogenheiten widerspreche, im Senat mit dem Sejm zu polemisieren. Senator Trockenheim konnte infolgedessen feine Rede nicht beenden. Die polnische Regierung modifiziert die Anti -Schacht-Anträge Wie die JüdischeTelegraphen-Agen- '•in (ITA) erfährt, hat die Negierung die Schechita-Frage mit den Vorsitzenden von Sejm und Senat besprochen. Die Regierung vertrat den Standpunkt, daß ein vollständiges Schacht- Verbot im Hinblick auf die in der Verfassung gewährleisteten religiösen Rechte jeder anerkannten Glaubensgemeinschaft verfassungswidrig wäre. In der S e j m s i tz u n g vom 17. März wurde vom Landwirtschaftsminister P o n i a t o w s k i namens der Regierung bekanntgegeben, daß der Antrag auf Einführung des Betäubungszwanges bei Schlachtungen in der Weise a b g e ä n d e r t werden soll, daß die Versorgung der jüdischen Bevölkerung mit rituell zulässigem Fleisch gesichert wird. Zu diesem Zweck wird eine Regierungsverordnung vorgesehen, die ein bestimmtes Kontingent von Schlachtvieh, das der rituellen Schlichtung zugeführt werden darf, sestsetzt. Der Umfang dieses Kontingents soll dem Fleischbedarf der jüdischen, karäischen und mohammedanischen Bevölkerung, für die das Schächten religiöse Vorschrift ist, angepaßt sein. In dieser Form wurde der Antrag der Vertvaltungskommission des Sejm zur neuerlichen Behandlung zugewiesen. Mit Rücksicht aus den Äbänderungsantrag der Regierung haben. die jüdischen Abgeordneten Rabbiner Rubinstein, Dr. Sommerstein und Minzberg vorläufig davon abgesehen, zu dem Antrag grundsätzlich Stellung zu nehmen. Es war beabsichtigt, daß alle drei Abgeordneten für den Fall der nochmaligen Lesung des Gesetzentwurfes zunächst auf die Verfassungswidrigkeit des Antrags Hinweisen, und falls die Forderung nach Zurückziehung des Antrags nicht durchgesetzt werden würde, meritorisch auf die Schechita-Frage entgehen sollten. Es ist zu erwarten, daß diese Stellungnahme bei der nächsten Lesung im Sejmplenum erfolgen wird. Die örtlichen Schachtverbote in der Posener, Wojwodschaft sollen einstweilen noch ng ch t rn Kraft treten. Ein für Lodz eingebrachter Schächtverbotsantrag wurde vom dortigen Stadtrat abgelehnt. * Am 13. März fand im großen Saal des Warschauer jüdischen Gemeindehauses eine eindrucksvolle Kundgebung des gesamten polnischen Judentums gegen die Angriffe auf die Schechita statt, an der 300 Delegierte teilnahnien. In den Ansprachen prominenter jüdischer Persönlichkeiten Polens wurde auch gegen die Pogromvorgänge in Przytik mit Entschiedenheit Stellung genommen. Der Vorsitzende des jüdischen Parlamentsklubs, Dr. Emil Sommerstein, führte hierzu aus: t „Seit 800 Jahren leben wir hier und haben wie alle anderen das Recht, hier zu leben. Als ich. in Przytik sah, wie zehn jüdische Familien die Reste ihrer zertrümmerten Habe zu packen begannen, um die Stadt zu verlassen, habe ich sie aufgefordert, dies nicht zu tun. Hier müßt ihr bleiben! Wir werden keine Position räumen/' Ter Vorsitzende der Agudas Jisroel in Polen, I. M. Lewin, erklärte, man müsse die 30 Millionen Polen daran erinnern, daß auch sie 150 Jahre lang in der Galut waren. In einer ausführlichen Resolution protestierte die Konferenz gegen das geplante Schächtverbot, das eine „Beleidigung der jüdischen Religion und des jüdischen Volkes" darstelle. Die Juden Polens würden niemals auf ihre Rechte als Bürger des Landes verzichten. Die Entschließung wurde dem Ministerpräsidenten, dem Innenminister, dem Kultusminister und dem Vorsitzenden des Sejm telegraphisch übermittelt. Gegen das Schächtverbot protestierten ferner jüdische und polnische Arbeiter des Warschauer Schlachthauses sowie die Karäer. In Amerika überreichte der Verband der dort lebenden polnischen Juden dem Außenminister, Staatssekretär Hüll, ein Memorandum über die verfassungsrechtlichen und wirtschaftlichen Probleme des Schächtverbots. Der Warschauer amerikanische Konsul hat vom amerikanischen Außenministerium den Auftrag erhalten, einen Bericht über den Schächtverbotsantrag und seine Austvirkung aus die jüdischen religiösen und wirtschaftlichen Minderheitenrechte nach Washington zu senden. Der Verband der l i t a u i s ch e n Rabbiner hat beschlossen, an den Völkerbund eine Petition zu richten, in der gegen das geplante Schächtverbot in Polen Protest erhoben wird. Der Verband hat sich an den litauischen Außenminister mit der Bitte gewandt, diese Petition beim Völkerbund zu unterstützen. v Der schlvedische Reichstag hat in seiner letzten Sitzung den Gesetzentwurf über die Einführung der zwangsweisen'Betäubung vor der Schlachtung erörtert. In Beantwortung der Anfrage eines konservativen Abgeordneten erklärte der Justizminister, der Gesetzentwurf sei fast völlig fertiggestellt und hätte noch in: Laufe dieses Jahres dem Parlament vorgelegt werden sollen. Die Legislationskommifsion, die das Gesetz jedoch vorher zu behandeln habe, werde sich erst im nächsten Jahr mit ihm beschäftigen können. Abgeordnete der Rechten und des Bauernbundes brachten ihr Bedauern über diese Verzögerung zum Ausdruck und forderten den Minister auf, die Vorlage des Entwurfes möglichst zu beschleunigen. Die Annahme eines solchen Gesetzes würde Oberkomnii§§ar Neill Malcolms näcltsle Pläne Der Völkerbundsoberkommifsar für Auswanderersürforge, Sir Neill Malcolm, ist dieser Tage aus Genf in Paris eingetrosfen und nach kurzem Aufenthalt nach Palästina weitergereist. Nach Verlautbarungen aus der Umgebung des Oberkommissars, der in Paris u. a. auch von dem französischen Völkerbundsminister Paul-Boncour empfangen wurde, wird angenommen, daß die Staatenkonferenz, die durch den Völkerbund zur Beratung der Auswanderungsfragen einberufen werden soll, etwa Anfang Juli stattfinden wird. Zunächst war ein etwas früherer Termin angesetzt. Man nimmt an, daß die Hinausschiebung deswegen erfolgt ist, um außer den Mitgliedern des Völkerbunds auch gewissen Ueberseestaaten die Teilnahme zu ermöglichen. Insbesondere denkt man an die Vereinigten Staaten von Nordamerika, denen man innerhalb der zukünftigen Verteilung des Auswandererstromes die größte Bedeutung beimißt. Jüdische Auswanderungskonferenz geplant Im Laufe der ordentlichen Sitzung der Exekutive der Hias-Jca Emigration Association am 4. März hat der Direktor der HJCEM, Edouard O u n g r e, einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der HJCEM zugunsten der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland und über den Anteil, den die HJCEM an der Organisation der direkten Auswanderung von Deutschland in die Ueberseeländer genommen hat, vorgelegt. Im Jahre 1935 sind mehr als 3000 Flüchtlinge mit Hilfe der HJCEM in andere Länder gebracht worden. Seit dem Beginn ihrer Tätigkeit zugunsten der Auswanderer aus Deutschland — d. h. von Mai 1933 bis Ende Februar 1936 — hat die HJCEM 13 667 Personen expediert. Edouard Ouugrc sprach über die Schwierigkeiten, die sich mit jedem Tage vergrößern, insbesondere infolge der politischen Ereignisse, die sich in letzter Zeit in verschiedenen Ländern Süd- Amerikas abspielten. Diese Schwierigkeiten gestalten die Tätigkeit der HJCEM zugunsten der Spanien Der spanische Ministerpräsident Professor Manuel A z a n a hat in einem Interview, das er dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur gewährte, erklärt, die neue spanische Regierung habe dem juristischen Beirat den Artikel 23 der spanischen Verfassung vom 9. Dezember 1931 mit dem Auftrag zugewiesen, entsprechende Maßnahmen für die Durchführung dieser Verfassungsanweisung zu tresfen. Der Artikel betrifft die Naturalisierung im Ausland lebender Personen spanischer Herkunft und hat folgenden Wortlaut: „Es ist ein Gesetz zur Erleichterung der Erwerbung der spanischen Staatsangehörigkeit durch im Ausland lebende Personen spanischer Herkunft zu erlassen." Der Erlaß eines solchen Gesetzes wäre von besonderer Bedeutung für die große Zahl staatenloser Juden spanischer Herkunft (Sephardim), die in Frankreich, der Türkei, Griechenland und in anderen Ländern leben. Im Laufe des Gesprächs mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur erklärte Ministerpräsident Azana weiter, er verurteile antisemitische Strömungen in Der Berliner Gemeindevorstand Der Vorstand der Berliner Gemeinde gibt folgendes bekannt: Jnfolge einer Anordnung des Herrn Staatskvmmissars für die Hauptstadt Berlin hat der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eine Umbildung erfahren. Es mußte die Zahl der Vorstandsmitglieder der Fassung des 8 31 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 angepaßt und demgemäß auf sieben bemessen werden. Der Vorstand setzt sich nunmehr aus folgenden sieben Herren zusammen: Direktor Heinrich Stahl, Adolf Schoher, Carl Fuchs, Dir. Georg Kareski, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Moritz R o s e n t h a l, Amtsgerichtrat i. R. Kurt T u ch l e r. Aus Anlaß dieser Maßnahme wurde auch das Präsidium der Gemeinde neu konstituiert. Gemeindevorsitzender blieb Direktor Heinrich Stahl (liberal), 1. Vizepräsident wurNe Rechtsanwalt Dr. Klee (Zionist) und 2. Vizepräsident Adolf Schoher. selbstverständlich ein Verbot des rituellen Schächten» bedeuten. * Im Hinblick darauf, daß die Abgeordnete Prhstor in der Verwaltungskommission des polnischen Sejm erklärt hat, Finnland habe ein Schächtverbot eingeführt, ist darauf hinzuweisen, daß dies den Tatsachen nicht entspricht. Ein vor einigen Jahren im sinnlündischen Parlament eingebrachter Antrag, die Schechita zu verbieten, wurde vielmehr dank den Aufklärungen durch Oberrabbiner Dr. Federbusch und den Zentralrat der jüdischen Gemeinden Finnlands mit Dreiviertelmehrheit abgelehnt. Flüchtlinge wie auch der Personen, die direkt von Deutschland aus abwandern, noch komplizierter. Ein dafür besonders geeigneter Vertreter der HJCEM in Süd-Amerika ist beauftragt worden, die südamerikanischen Länder wie Peru, Kolumbien und Equador, in denen die Niederlassungsmöglichkeiten noch nicht genügend geprüft worden sind, zu besuchen. Die Ergebnisse dieser Studienreise werden den verschiedenen Komitees in den Auswanderungsländern bekanntgegeben werden. Vor Abschluß seines Berichtes verlas Oungre einen Dankbrief, den der Hohe Kommissar MacDonald vor seiner Demission an die HJCEM gerichtet hat. Dr. Bernstein, der kürzlich von einer Inspektionsreise in die osteuropäischen Länder zurückgekehrt ist, gab dann einen Bericht über die Tätigkeit der HJCEM auf dem Gebiete der sogenannten „gewöhnlichen" Emigration. Im Jahre 1935 haben 7980 jüdische Emigranten dank dem Beistände des HJCEM-Komitees in Osteuropa auswandern können, davon 3923 Personen aus Polen. Sie sind fast ausschließlich zu ihren Verwandten gefahren. Jedoch ist die Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen, Litauen und Lettland derart tragisch, daß man sich fragen muß, wie lange es nur bei dieser Art von Familienauswanderung bleiben wird. Nach einem langen Meinungsaustausch wurden die Tätigkeits- und Finanzberichte für das vergangene Jahr und das Budget für 1936 akzeptiert. Bei der Diskussion über die Berichte wurde im besonderen die Notwendigkeit betont, das Kreditwerk mit Hilfe von speziellen Kassen in den Einwanderungsländern, vor allem in Süd-Amerika, zu verstärken. Dieses Werk gilt den Neu-Einwanderern aus Deutschland, die keine Kapitalien ausführen können. Die Exekutive erklärte sich damit einverstanden, daß zum Juli 1936 eine große jüdische Auswangerungskonferenz einberufen wird, an der alle der HJCEM angegliederten Komitees in den Auswanderungs-, Transit- und Einwanderungsländern teilnehmen sollen, ebenso die Hilfsorganisationen für Flüchtlinge aus Deutschland in den verschiedenen Ländern und gewisse Organisationen, die sich mit der jüdischen Auswanderung beschäftigen und die immer mit der HJCEM Zusammengearbeitet haben. Die Delegierten, die an dieser Konferenz teilnehmen, werden ausführliche Berichte über die Lage in ihren Ländern vorlegen und gemeinsam die Mittel in Erwägung ziehen, die eine Erweiterung der Einwanderungsmöglichkeiten erlauben könnten. Spanien, da sie dem spanischen Empfinden und dem spanischen Gefühl für Ritterlichkeit widersprächen. Ungarn Die neugewählte Repräsentanz der Budapester Israelitischen Religionsgemeinde hielt im Gemeindehaus ihre konstituierende Sitzung ab. Hofrat Samuel Stern, der zum Präsidenten der Gemeinde wiedergewählt wurde, gedachte in seiner Antrittsrede zuerst des Abgeordneten Paul S a nd o r, des verstorbenen Kämpfers für jüdische Gleichberechtigung, und führte sodann aus, daß es eine der wichtigsten Aufgaben der Budapester Gemeinde sein müsse, die erworbenen Rechte der jüdischen Religionsgemeinschaft zu verteidigen und die Lebensmöglichkeiten ihrer Mitglieder zu sichern. Indem das Judentum an den ihnen gesetzlich zugesicherten Rechten festhalte, biete es Ungarn alle seine Kräfte und seine Opfersähigkeit auch in Zukunft in dem Bewußtsein dar, daß es in der Verteidigung seiner gesetzlichen Rechte auch das Vaterland verteidigt. Der Vorstand besteht also aaus drei Religiös- Liberalen (Stahl, Rosenthal, Fuchs), drei Zionisten (Klee, Kareski, Tuchler) und einem Gemeindekonservativen (Schoher). C.-V.-Arbeit in Rheinland- Westfalen Die Ortsgruppe Duisburg-Hamborn des C.-V. hatte die Gemeiudemitglleder am 10. März in das Theodor-Lauter-Haus gebeten. Die Versammlung war außerordentlich gut besucht. Zunächst gedachte der Ortsgruppenvorsitzende. Hauptlehrer Fritz Kaiser in warmen Worten des Heimgegangenen Dr. Ludwig Holländer. Dann sprach Dr. Ernst Plaut, Essen, über „Geqenwartsaufgaben des Central-Vereins". Der Referent zeichnete die Grundbedingungen des jüdischen Lebens in der Diaspora, hob die Probleme heraus, die die geforderte Dissimilation Juden und ihren Organiiationen stellen, und berichtete eingehend über praktische Aufgaben und Arbeiten des C.-V. in den vergangenen Monaten. Die Versa uunlung folgte mit regem Interesse den Ausführungen des Redners. lieber das gleiche Thema sprach Dr. Plaut in Bochum unter Vorsitz von Dr. Schönwald auch. Wann und wo finden Sie Rat? lordwestdeutsch] and Hannover Georgstrasse 14, 11—13. 14—18 Uhr am 20. März. Mitteldeutschland Magdeburg; Mendelssohnloge, Gr. Schul- Strasse 2b, Seiteneingang, I. Stock, Tel.: 25185. Jeden 3. Mittwoch im Monat. Planen i. V. Gemeindehaus Engelstrasse 10, 13 Uhr. Jeden 1. Mittwoch im Monat. Erfurt Im Büro von Dr. L. Freudenthal, Futterstrassc 17 (Tel.: 21706) am 1. April, 16—19 Uhr. Unksrhein Köln Agrippinahaus, Breite Str. 92 bis 96, UI, Zimmer 76—78. Montag—Freitag 10—13 Uhr. Aachen Gemeindehaus, 16—18Ya Uhr, am 28. April. Bonn Gemeindehaus, Tempefetrasse,- 17V2—19i/t Uhr, am 20. April1. Koblenz Hotel Continental, löio—18i^j Uhr, 21. April, Kreuznach Gemeindehaus, Adolf-Hitlcr- Platz 11, 10—121/2 Uhr, am 22. April. Trier Im Büro von Rechtsanwalt Dr. Voremberg, Adolf-Hitler-Platz 9, 1114—13i4 .Uhr, am 15. April. lless.-JVassau und Hessen Frankfurt a. M. Steiinveg 9, Zimmer 22 (Tel.: 25403). Montag, Mittwoch, Freitag 11—13 Uhr. Mainz AlbinistrasEe 12, II (Tel.: 31857). Montag—Freitag 16 bis 18 Uhr. Fulda Hotel Kaufherr, Bahnhofstrasse, am 26. März, 11—13 Uhr. Kassel Gemeindehaus, am 2. April, 17—19 Uhr. Saargebiet g Saarbrücken Neugrabenweg 38 (Tel.: 23643), am 22. März 11—13, 16—18 Uhr. Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung in Berlin. Beratungsstelle: Berlin C. 2, Rvsenstraße 2—4, S p r e ch st u n d e n : Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, 9V? bis 12V» Uhr, außerdem für Schüler: Dienstag, 15 bis 17 Uhr. Weitere Sprechstunden für M ä d ch e n : Donnerstag, 16 bis 19 Uhr, Berlin-Charlottenburg 2, Bleibtreustraße 2, für Knaben in derselben Zeit Berlin-Wilmersdorf, Holsteinische Straße 57. iimiiimiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiigiiiiMMiimimiiiiiiiiiiiiiiimiii Central-Verein-Landesverband Gross-Berlin Mittwoch, den 1. April 1936, 20 Uhr 15 Min., Berolina-Festsäle, N 58, Schönhauser Allee 28, „Jüdisches Schicksal — jüdische Aufgaben." Es sprechen: Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky, Dr. Alfred Hirschberg. Gesang: Heinrich Korn. Eintritt nur für Mitglieder und deren Angehörige gegen Vorzeigung der Einladungen, die in den nächsten Tagen versandt werden. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiM!iiiimiiiiiiiiiiii!miiiiiiiui!iimiimiiiifi!iimmiiiiiimiiiimiiiiiimmm!iiiiiii Aus den Gemeinden Die Israelitische Kultusgemeinde Regensbürg, die 1925 etwa 500 Seelen umfaßte, hatte 1933 noch 427, und jetzt nur noch 322 Mitglieder. In den Jahren 1933, 1934 und 1935 waren insgesamt acht Geburten und zwölf Sterbefälle zu verzeichnen. Von der Jüdischen Winterhilfe 1935/36 wurden 15 Familien bezw. 18 Gemeindemitglieder (das sind 5 Prozent) betreut. # Die Israelitische Kultus gemeinde Augsburg, deren Seelenzahl 1925 noch 1203, 1933 noch 1030 betrug, umfaßt jetzt etwa 910 Mitglieder, Geburten wurden in den drei Jahren 1933, 1934, 1935 in Augsburg 15, im gleichen Zeitraum jedoch 40 Sterbesälle verzeichnet. — Die Jüdische Winterhilfe 1935/36 betreut im Augenblick 57 Parteien mir 145 Seelen, was etwa 16 Prozent der Gemeindeangehörigen entspricht. * Die Synagogengemeinde Köln hat eine Neuerung eingeführt, um den Arbeitnehmern die Zahlung der Synagogensteuern zu erleichtern. Statt daß wie bisher die Steuern für ein Vierteljahr auf einmal entrichtet werden, soll in Zukunft die Zahlung im Wege des Abzuges vom Gehalt durch den Arbeitgeber erfolgen, der die Steuern dann direkt der Gemeindekasse überweist. Im Jahre 1935 wurden innerhalb der israelitischen Religionsgemeinde Dresden 23 Geburten, 62 Sterbefälle und 20 Eheschließungen gezählt. 14 Personen erklärten ihren Austritt aus der Gemeinde, 8 traten wieder ein. Die Zahl der Geburten ist in den letzten drei Jaren gleich geblieben. Dasselbe gilt im wesentlichen auch von der Anzahl der Sterbefülle. Die Eheschließungen betrugen 1933 16, 1934 12, gegenüber 20 im Jahre 1935. Die Zahl der Austritte aus der Gemeinde hat sehr erheblich abgenommen. Sie belief sich 1933 noch auf 51 und auch 1934 wurden noch 22 Austritte gezählt. Demgegenüber betrafen die Wiedereintritte im Jahre 1933 nur einen einzigen Fall; 1934 dagegen 13 Fälle. Anläßlich des Heldengedenktages fanden in München, Breslau und Dresden Gefallenen-Gedenkfeiern statt, bei denen von Vertretern der Gemeinden und des Reichsbuudes jüdischer Frontsoldaten in tiefempfundenen Worten der Toten gedacht wurde und die Neberlebenden an die Verpflichtung zu eigenem sittlichen Leben ermahnt wurden, die ihnen aus der Treue der Gefallenen erwachse. Auslands - Nachrichten