Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1936-03-12 · 11 (12.3.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
11 (12.3.1936)
Date
1936-03-12
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2277379-9449481-9449339--10148-9448802
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Kurze Sportnotizen überlegenen Gegner. Wer nur die Hintermannschaft erreichte eine annehmbare Form. Das Spiel begann in enormem Tempo, aber mit mäßigen Leistungen. Die Bonner Mannschast wurde -im zweiten Teil langsam überlegener und ging kurz vor dem Wechsel durch Jnow ftt Führung. Nach der Pause hatte Bochum eine gute Viertelstunde, aber der Sturm zeigte wenig Schußkraft. Allmählich kam Bonn nnmer mehr zur Geltung, und als Sommer nach gehler des Bochumer Torwarts das Ergebnis auf llEk' war alles entschieden. Wenig später schoß Jnow den dritten Treffer, weitere Gelegenheiten blieben ungenutzt. - J. G. Handballspiele des RjF Im Bezirk Mittelrhein des RjF wurden am 8. März einige Handballspiele durchgesührt, die mit den erwarteten hohen Siegen der favorisierten Mannschaften endeten. Da das Treffen Bynn— M.-Gladbach ausfiel, kam in der Männerklasse der RjF Aachen wieder zu Punktgleichheit mit M.-Gladbach, da die in A a ch e n gastierende Mannschaft aus Krefeld 12 :1 geschlagen wurde. Das Damenspiel dagegen wurde von Krefeld mit 6:0 (2:0) gewonnen, obwohl nur neun Krefelder Spielerinnen antraten. Die Entscheidung über die Meisterschaft liegt nun zwischen Bonn und Krefeld. j, q. Makkabi-Fusball Am 8. März begegneten sich in einem wichtigen Kamps um die westdeutsche Makkabimeisterschaft in Duisburg Makkabi Düsseldorf und der Tabellenführer und Favorit Hakoah Esten. Das tadellos geleitete und stets fair und flott durchgeführte Spiel sah Essen zum Schluß als glatten 4:2-Sieger, die schon bei Halbzeit 2 : y geführt hatten, während die tapfer und mit etwas Pech kämpfenden Gartenstädter erst beim 4: O-Stand für Essen zu ihren zwei verdienten Gegentoren kamen. Zu mehr reichte es nicht dank der Essener tadellosen Verteidiger Oppenheimer und Maas. Durch diesen Sieg steht Hakoah Essen mit glattem Borsprung an der Spitze tu Westdeutschland, weshalb in dresem Jahr die Meisterschaft von M.-Gladbach nach Esten wandern dürfte. M. R. Rj F-Werbeschautumen in Dortmund In den überfüllten Räumen des Dortmunder Gemeindehauses wickelte die Sportgruppe Dortmund des RjF-Sportbundes am 7. und 8. März drei Turnveranstaltungen ab. Der außerordentliche Publikumsandrang wie auch die Qualität und Originialität der Vorführungen waren eine angenehme lleberraschung. Nach Gymnastik und Spielen der Jüngsten sowie Bodenübungen zweier Herrenriegen zeigten die Damen rhythmische Gymnastik, die Herren Hebungen am Barren. Die kleinsten Mädel tanzten lustige Tänze. Damen, Herren-Anfänger, Knaben und die 1. Herrenriege wetteiferten im Geräteturnen miteinander. R. B. Südwestdeutschland Schild Frankfurt a. M. südwestdeutscher Rj F-Fussballmeister Am 8. März standen sich der Main-Meister und der Hessen-Meister in Gieße n gegenüber. Das Spiel nahm einen fairen sportlichen Verlaus. Der Kampf begann dadurch mit einer lleberraschung, daß Gießen bereits in der fünften Minute durch einen Bombenschuß des Rechtsaußen in Führung gehen konnte. Schild ließ sich jedoch durch diesen Erfolg nicht entmutigen und diktierte von nun Wiener Hakoahner wird französischer Schwergewichtsmeister Fritz Oberländer, das frühere Mitglied der Hakoah (Wien), gewann kürzlich in Paris die Meisterschaft von Frankreich im Schwerg e w i ch t s r i n g e n im griechisch-römischen Stil vor den Franzosen Capuccrati und Dudry. Wiener Hakoah organisiert seine Anhänger In Wien hat der bekannte Berufsspieler-Fußballklub Hakoah eine Vereinigung seiner Anhänger ins Leben geryfen. Mit dieser zu finanzieller und moralischer Beitragsleistung verpflichteten Organisation der Anhänger, Freunde und Förderer versucht die Leitung des Klubs zu erreichen, den Spielern einen größeren und verläßlicheren Rückhalt in ihren Kämpfen zu verschaffen. Kojac wieder aktiv Der amerikanische Olympiasieger im 100- Meter- Rückenschwimmen 1928 und langjähriger Inhaber dreier Weltrekorde, Dr. George Kojac, der sich seit fünf Jahren vom aktiven Sport zurückgezogen hatte, machte kürzlich durch ein erfolgreiches Come back von sich reden. Er gewann im Downtown Athletik Club gegen beste an das Spiel: durch zwei Tore war bis Halbzeit die Führung sichergestellt. Nach der Pause demonstrierte Schild technisches Fußballkönnen, gepaart mit Kampseseiser. So vermochten sie durch weitere drei Tore den Sieg sicherzustellen und das Kampfseld als Meister zu verlassen. Durch diesen Kampf ist der vorjährige Reichsmeister Schild Frankfurt a. M. Südwestmeister, und trifft nunmehr am 22. März mit dem württemvergischen RjF-Meister, RjF Stuttgart, im Vorspiel um die Reichsmeisterschaft zusammen. L. RjF Darmstadt süd westdeutscher R j F-Handballmeister Vor den Kämpfen um die Reichsmeisterschaft des RjF traten anr 8. März die Darmstädter zu ihrem letzten Verbandsspiel in der Gruppe Südwest in D a r m st a d t an. Der Gegner war Schild Frankfurt a. M. Diesem Kampf, der für die Entscheidung um die Meisterschaft der „Arbeitsgemeinschaft" zwischen RjF Darmstadt und Bar Kochba Frankfurt a. M. so wichtig war, sah man mit großem Interesse entgegen. Einerseits wollte Schild seine in Frankfurt a. M. erlittene Vorspiel-Niederlage von 14 :3 ausgleichen, anderseits mußte Darmstadt dieses Spiel unbedingt gewinnen, um weiterhin Anwärter auf den Meistertitel der „Arbeitsgemeinschaft" zu sein. Darmstadts Elf erfüllte ihre Aufgabe vorzüglich. In stärkster Aufstellung erschienen beide Mannschaften. die durch ihr schnelles und faires Spiel die zahlreich erschienenen Zuschauer in Begeisterung versetzten. Darmstadt vermochte durch seine bessere Kondition mit 9:5 (3:2) das Spiel für sich zu entscheiden. Alle Tore der Schild-Mannschaft wurden durch Strafwürfe erzielt. Am 22. März trifft nun der Südwestdeutsche RjF-Meister Darmstadt mit RjF Stuttgart, dem amerikanische Schwimmklasse ein Rückenschwimmen über 150 Harbs um den Dorsal-Titel. Ein Berliner Boxer beim Makkabi Wien Der vom Berliner „Maccabi" her bekannte Itabinowitsch, brandenburgischer .Jugendmeister der Jahre 1931 und 1932, ist dem Makkabi-Wien beigetreten, für dessen Kampfmannschast er eine nicht unwesentliche Verstärkung bedeuten dürfte. Ernst Weiss Europameister? Der Dringlichkeitsausschuß der Internationalen Box-Union befaßte sich in Paris mit den Bewerbungen um die neuausgeschriebene Europameisterschaft im F l i e g e n g e w i ch t. . Der österreichisch-jüdische Boxer Ernst Weiß und der Spanier Ortega wurden für würdig befunden und als Gegner für den Titelkampf, der bis zum 5. Mai ausgetragen sein muß, bestimmt. Tischtennis-Turnier in Holland Am 8. März hatte die Tischtennisvereeniging V e n l o zu einem Internationalen Turnier eingeladen. Verschiedene westdeutsche Makkabivereine waren dieser Einladung gefolgt. Als erfolgreichster Verein der Veranstaltung zeigte sich Makmbi-M.-Gladbach, als bester Spieler der Kölner Hakoahner Mond. württembergischen Meister, im Vorspiel um die RjF-Reichsmeisterschaft, zusammen. L. Verbandsspielergebnisse vom 8. März Fußball: Ausscheidungsspiel um die RjF-Meisterschaft Südwest: RjF Gießen I—Schild Frankfurt a. M. I 1: 5 (1:2); RjF Gießen II—Schild Frankfurt a. M. komb. 2:8; Bar Kochba Friedberg I— JSV Langenselbold 12:2. Handball: RjF Darinstadt I—Schild Frankfurt a. M. I 9:5 (3:2); RjF Darmstadt II—Schild Frankfurt a. M. II 1 :4 (1 :1); RjF Darmstadt Frauen—Schild Frankfurt a. M. Frauen 0:3; RjF Darmstadt Jugend—Schild Frankfurt a. M. Jugend 11:4; Bar Kochba Osfenbach Frauen—Bar Kochba Frankfurt a. M. Frauen B 4:1. L. Wiesbaden im Fechten überlegen Die Wiesbadener RjF-FechtgruPpe hatte die Stuttgarter RjF-Fechter zu sich geladen. Nicht ganz so überragend, wie das Ergebnis (13:3) besagt, waren die Wiesbadener, wenn man bedenkt, daß die Stuttgarter ihren ersten Kampf ausführten. Der weitaus erfolgreichste Fechter beider Mannschaften war Dr. Mayer, Wiesbaden. Sein stilvolles und schnelles Fechten fiel besonders auf. Von den Stuttgartern, die an dem Wiesbadener Tempo scheiterten, gefiel Theisemann. R—1. Gäste in Karlsruhe Am 8. März 1936 weilten zwei Fußballmannschaften in Karlsruhe zu Gast. Hakoah, Karlsruhe, hatte R. j. F. Bruchsal zum Gegner. 4 :3 blieben die Hakoahner nach schwerem Kampf siegreich, nachdem sie anfänglich klar mit 3 :0 Toren über die ersatzgeschwächten Bruchsaler geführt hatten. R. j. F. Pforzheim mußte im Spiel gegen Turnclub Karlsruhe 1903 eine deutliche 6 :1- Niederlage hinuehmen. Bis Halbzeit (1:1) leistete Pforzheim energische Gegenwehr. Durch taktisches, kluges Spiel erreichte der Turnclub weitere fünf Treffer. K. W. Berlin Gute Leistung der ISG 33 In den Handball -Verbandsspielen des 8. März spielten ISG 33 I gegen Bar Kochba II und zeigte seit langer Zeit wieder einmal eine Leistung, die gefiel. Es scheint, daß der Reichsmeister zur rechten Zeit (vor Beginn der RjF- Reichsmeisterschaften) in die Form kommt, die man von der Mannschaft aufgrund der Vorjahrsleistungen verlangen kann. Diesmal klappte es jedenfalls nach der Pause auch im Sturm, den Dorfmann als Mittelstürmer nicht unwesentlich verstärken dürfte, recht annehmbar, und die ehrgeizigen Bar Kochbaner, die gewiß nicht schlecht spielten, mußten sich nach knapper erster Halbzeit (0 :2) klar mit 0:6 geschlagen geben. In den Frauen spielen gab ISG 33 I wieder einmal eine Probe seines klassenüberlegenen Könnens. Die dritte Frauenmannschaft des Bar Kochba, die kaum einmal vor das Tor des Gegners kommen konnte, zog mit 0 :15 (0 :8) Toren den kürzeren. Gleichwertig waren sich dagegen die beiden Parteien im Spiel JSK I gegen Hagibor I, das die JSK-Frauen nach hartem . Kampf mit 3 :2 (1:1) für sich entschieden. Weitere Ergebnisse: Helvetia I—JSK II 2:2 (1:1); ISG 33 V—Kanuclub I 1:0 (0:0); JBC Berlin—Helvetia II 1:4; Taubstummen Jugend—Bar Kochba 3. Jugend 2:6 (0:4); Bar Kochba V—ISG 33 2. Jugend 3:0 (0:0); Bar Kochba 1. Jugend—Bar Kochba III 7:3 (3:2); Damen RC 1. Frauen—ISG 33 4. Frauen 1:1 (1 :1); ISG 33 3. Jugend—Bar Kochba 3. Knaben 7 : 0 (3 : 0). U. F. Bar Kochbas Unentschieden im Hockey Eine große Ueberraschunq und zugleich eine große Leistung bot Bar Kochba I, am 8. März, im Verbandsspiel gegen Tennisclub Bar Kochba I. Der Bar Kochba trat nur mit acht Spielern an und vermochte trotzdem ein unter diesen Verhältnissen höchst achtbares 1 :1-Ergebnis herauszuholen. Zur Halbzeit führte er sogar mit 1:0 und erst in der Mitte der zweiten Spielhälste gelang es den Tennisleuten dieses Tor wettzumachen und dem dezimierten Gegner wenigstens eilten Punkt abzuknöpfen. — ISG 33 I gewann nach schönen Leistungen mit 5:1 (4:1) überlegen gegen Bar Kochba II. Das gleiche Ergebnis zeitigte dann auch das Spiel der gleichen Fraueneinheiten beider Vereine. Die 1. Frauenmannschaft des Tennisclub Bar Kochba hatte dagegen Mühe, gegen ISG 33 2. Frauen mit 3 :2 (1:1) knapp siegreich bleiben. 8. F. Ergebnisse der Fussball-Verbandsspiele vom 8. März: ISG 33 II—Hagibor III 5 : 0 (4 : 0); Hagibor II— ISG 33 III 4 : 2 (2 : 0); Hakoah IV—ISG 33 IV 5 : 0 (4 : 0); Hagibor IV—ISG 33 V 7 : 2; ISG 33 A. H.— JSK III 5:2 (3:2); Hakoah 1. Jugend—ISG 33 2. Jugend 7 : 0; ISG 33 1. Schüler—JSK 1. Schüler 6:0 (3:0); Hakoah 2. Jugend—ISG 33 1. Jugend 3:8 (Gesellschaftsspiel); ISG 33 2. Schüler—Hakoah 4. Schüler 1:1 (0:1). ^isebtennismeistersebakten in Görlitz Am 1. März brachte RjF Görlitz seine Tischtennismeisterschaften zum Austrag, an denen sich die Sportgruppen Breslau, Dresden, Kottbns und Görlitz beteiligten. Die Sportgruppe Breslau war hierbei besonders erfolgreich und siegte in allen Konkurrenzen. J)ul. Max Blumenfeld Am 8. März starb nach schwerem Leiden im 66. Lebensjahr in Meran, wo er bei feinen Kindern Erholung suchte, Direktor Max Blumenselb, der Leiter des II. Waisenhauses der Bers liner Jüdischen Gemeinde. Blumenfeld, der aus dem Lehrerberufe hervorgegangen ist, unterrichtete zunächst an der Landwirtschaftlichen Schule in Ahlem, dann am Graudenzer Waisenhause und .wurde 1925, nach dem Tode seines Schwiegervaters Grunwald, als dessen Nachfolger an das Pankower Waisenhaus berufen. Von Liebe zum Berufe erfüllt und von hoher Verantwortung getragen, setzte er die Tradition seines Vorgängers fort und wurde hierbei wirksam von seiner treuen Lebensgefährtin unterstützt. Blumenfeld hatte das Vertrauen seiner Zöglinge, deren Freund und Berater er stets war. Viele jetzige und frühere Schüler gedenken in Dankbarkeit ihres Lehrers und Freundes, aber auch darüber hinaus werden weite, jüdische Kreise Max Blumenselds Andenken in Ehren halten. Dr. M. Pfälzer, Weinheim, gestorben. Aus Frankfurt erreicht uns die Trauerbotschaft, daß Dr. Moritz Pfälzer aus Weinheim gestorben ist. In Dr. Pfälzer, der dem Oberrat der Badischen Israeliten neben seiner Verfassung noch viel Wertvolles gegeben hat, verliert nicht nur seine Familie, sondern die ganze jüdische Gemeinschaft in Baden einen tief religiös fühlenden Menschen von Hilfsbereitschaft und Wohltätigkeit. Sein Name bedeutete jedem, der ihn kannte, das Symbol der Pflichterfüllung, Menschenliebe, gläubiger Religiosität und Reinheit der Gesinnung. Wg. Aus den Familien Frau Ottilie Cohn-Höxter (Berlin W 15) beging am 7. März ihren 80. Geburtstag. — Julius K o ch m a n n (Berlin-Charlottenburg) wurde am 7. März 75 Jahre alt. — M. F r e tz (Leobschütz), der viele Jahre im Gemeindekollegium tätig war und seit 1933 das Amt eines Dorbeters versieht, wird am 16. März 80 Jahre alt. — Eduard Eisenberg (Breslau), der jahrzehntelang Vorsitzender der Repräsentantenversammlung der Shnagogengemeinde Schweidnitz war, und seine Frau Henriette, geb. Prager, feiern am 14. März ihre diamantene Hochzeit. — Max Arensberg (Warstein, Bez. Dortmund) ist am 5. März im Alter von 66 Jahren Der älteste Einwohner von Bad Nauheim, Ludwig Trier, ein langjähriges Mitglied des C.-D., starb am 6. März nach vollendetem 95. Lebensjahr. Kommerzienrat M. A. Mayer, der Vorsitzende der Mainzer israelitischen Gemeinde und Vorsitzende und Mitbegründer des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens, feiert am 16. März seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar konnte im vorigen Jahre auf sein 25jähriges Amtsjubiläum zurückblicken und hiermit auf eine Zeit tätiger Arbeit für Wohltätigkeit und Gemeindeleben. Die Mainzer Gemeinde verdankt ihm den Bau ihrer Synagoge. Der Central-Verein, dessen Ortsgruppenvorstand Kommerzienrat Mayer angehört und dessen s Arbeit ihm wohl vertraut ist, reiht sich gern ein in die Schar der Gratulanten, die ihm "für sein Wirken in der vergangenen Zeit den verdienten Dank abstatten. Feier der Chewra Kadischa Gross-Berlin Die am 1. März — 7. Adar — von der Chewra Kadischa Groß-Berlin begangene Gedenkfeier gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das religiöse Gedankengut des Judentums, das die Chewra durch ihre stille und opferbereite Art vielseitigen Wohltuens verkörpert. In frühen Morgenstunden fanden sich bereits die Mitglieder der Vereinigung mit ihren Leitern Hermann Schwarz und Max Ra bau zu dem traditionellen Umgang auf dem Friedhof in Weißensee zusammen. Rabbiner Dr. Link legte seiner Rede die Betrachtung des Lebens unseres größten Propheten Mose zugrunde. Innige Gebete für die auf dem Friedhof Ruhenden und die verstorbenen Mitglieder der Chewra schlossen sich an. Um die Mittagsstunde fand in der stark besuchten Alten Synagoge, Heidereutergasse, ein Gottesdienst statt, bei dem Dr. Link derjenigen gedachte, deren Gräber von ihren Kindern und Angehörigen nicht mehr besucht werden können. Zu Ehren der fastenden aktiven Mitglieder, die das ganze Jahr hindurch den schweren Dienst bei Sterbenden und Dahingeschiedenen in vorbildlich selbstloser Weise ausüben, wurde am Abend, in der durch die Tradition geheiligten Sitte ein bescheidenes Brudermahl gegeben. Bescheiden in seiner Aufmachung, reich aber an Gaben des Geistes und der Kunst. Erneut hörte man Dr. Link, der, wie stets, auch an diesem Tage den Mittelpunkt der Chewra bildete, hörte belehrende Ausführungen der Rabbiner Emil Cohn,Sinermann, N e u w i r t h und S w a r s e n s k y. romme, schöne Lieder zu altehrwürdigen Gebettexten wurden von den Kantoren Ahlbeck, Gollanin, Hoffmann und Neumann gesungen. Mit innerer Begeisterung sprach Magnus D a v i d s o h n über die Geschichte der Chewra, und ließ dann das ergreifende alte Lied von den Pflichten der frommen Männer und Frauen erklingen. 75 Jahre Chewra Kadischa in Nordhausen am Harz. Am 1. März versammelte sich die Gemeinde Novdhausen zur Feier des 75jährigen Bestehens ihrer Chewra Kadischa. Die eindrucksvolle Feierstunde fand ihre besondere Weihe durch die in Verbindung mit ihr begangene Ehrung der Kriegsgesallenen. Nach vorangegangenem Chorgesang und Gottesdienst brachte Opernsänger A r o n s o n (Nordhausen) den Klagegesang Davids um Saul und Jonatan in selbstgefertigter Vertonung wirkungsvoll zu Gehör. Darauf hielt Lehrer Kurt Singer die Ansprache, in der die doppelte Bedeutung der Gedenkstunde durch die Kennzeichnung jüdischer Treue und Opferbereitschaft im Leben und im Sterben zum Ausdruck kam. Gemeinsames Kadischgebet und Chorgesang beschlossen die würdige Feier, deren musikalische Umrahmung in Händen der bekannten Novdhäuser Pianistin Elsbeth Marburg lag. In der Synagoge Levetzowstratze fand am vergangenen Sonnabend erstmalig ein O n e g Schab bat statt, zu dem aus dem Bezirk Nord- West etwa 120 Kinder gekommen waren. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Gruppe Levetzowstraße im Synagogenverband. Berlin, Direktor Sch m e i d l e r, übernahm der junge Rabbiner Dr. Hermann M. Saenger die Leitung der Veranstaltung. Er erklärte den Kindern auf anschauliche Weise den Sinn dieser sabbatlichen Feierstunde und gab einige Anregungen für die Ausgestaltung des Oneg Schabbat in den kommenden Wochen, an der vor allem die Kinder selbst durch tätige Mitarbeit Anteil haben sollen. H. B—n. Die Betreuung der jüdischen Kleinrentner, Die jüdischen Mitglieder des Reichsbundes der Deutschen Kapital- und Kleinrentner e. V. sind mit dem 31. Dezember 1935 aus dem Neichsbund ausgeschieden. Ihre Betreuung ist von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle, übernommen worden. Neben Palästina auch andere Auswanderungsländer Am 7. März veranstaltete der Berliner Hechaluz eine Zusammenkunft feiner Mitglieder, aus der Dr. Georg Joseph sthal über die Situation in der Gola und in Palästina sprach. Er betonte einleitend, daß neben Palästina auch andere Auswanderungsländer vollste Beachtung verdienten. Die Besonderheit der Palästina-Auswanderung liege aber darin, daß jede Kapitalistenauswanderung auch gleichzeitig die wirtschaftliche Basis für die Auswanderung von mittellosen Arbeitern schaffe. Nach einer Schilderung der Situation in der Diaspora, besonders in Polen, setzte er sich mit den augenblicklichen wirtschaftlichen und politischen Problemen des Aufbauwerks auseinander. ' Die Schwierigkeiten der Arbeitsbeschaffung in Palästina, sowie die Notwendigkeit einer fachlich und jüdisch ausreichenden Ausbildung könne unter Umständen zu einer Erhöhung der Hachscharazeit aus drei Jahre führen. Die Ludo-Maher-Straße in Offenbach am Main ist in Wilhelmshavener Straße umbenannt worden. Ludo Mayer war ein großer Philantrop, der vielen geholfen hat, besonders Künstler weitgehendst unterstützte. Seiner Vaterstadt, die ihn zum Ehrenbürger ernannte, stiftete er verschiedene Häuserblocks und Grundstücke. Die Heeres-Wirtschafts-Bereinigung in Riga, eine staatliche Körperschaft, - wird das größte Warenhaus der baltischen Staaten erbauen. Das Warenhaus soll einen ganzen Häuserblock ausfüllen. Für die Errichtung dieses Warenhauses wurde ein Preisausschreiben veranstaltet, zu dem vierundvierzig der besten Architekten Lettlands herangezogen wurden. Sieger blieb der junge jüdische Architekt Mosche T s ch e n s l a, der erst im vergangenen Jahr die Hochschule absolviert hat. Ihm wurde der erste Preis im Betrage von ,2000 Lat zuerkannt. . ■ füäUet BetffoäH Metali Miete

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.