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Central-Verein-Zeitung · 1936-02-20 · 8 (20.2.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
8 (20.2.1936)
Date
1936-02-20
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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die Wirtschaftsorganisationen von vornherein dazu veranlasst, in ihrer Rechnung autzh angemessene Amortisationen zu berücksichtigen und sobald wie möglich auf eigenen Küssen zu steheg.. Die Fonds aber bekommen „ihre. Mittel sobald' wie möglich zu neuen Erschliessungsarbeiten frei. Auf der grossen amerikanischen Konferenz, die sich in den letzten Wochen mit der Beschaffung neuer Mittel ,für die Auswanderung deutscher Juden und die Entwicklung Palästinas beschäftigte, wurde mitgeteilt, dass die bekannte Siedlungsgesellschaft ICA unter Umständen bereit wäre, dem Keren Kajemet eine Anleihe von- 400 000 LP zu verschaffen und sich ausserdem än der Erschliessung des Hulegebietes zu beteiligen, . wenn eine Einigung’ über;'die AbwickV. lung dieses Komplexes erzielt werden sollte. Auf der anderen Seite hat der Keren Hajessod zur Zentralisierung seiner Kolonisationstätigkeit unter der Firma „Palestine Agricultural Settlement Association“ ein neues, mit 50 000 LP Leben — jüdischer Geist B Wir suchen Häuser für schnellentschlossene Käufer. Barauszahlung:. GndQF-IhihioMllen Bruno Bender, Linkstr. 32. B t, Kurfürst 1165/66. Kapital ausgestattetes Unternehmen gegründet, das durch Ausgabe von neuen Aktien und Obligationen auch privates Kapital zur Intensivierung der Siedlungsarbeit heranziehen will. Man sieht also überall das Streben nach Zentralisierung und nach Heranziehung neuer Mittel auf möglichst breiter Basis. Wenn in der Tat die massgebenden. Stellen zäh genug und einig genug sind, um diese Ansätze weiter zu „entwickeln, so kann man sich davon eine wesentliche Beschleunigung und Konsolidierung des Siedlungswerkes und die Schaffung neuer Arbeitsplätze versprechen. Allerdings ist es mit den organisatorischen und finanziellen Vorbereitungen allein nicht getan. Auch das zur Verfügung stehende Menschenmateriäl ist für den Erfolg wichtig. Eine wertvolle und grosse Reserve bilden die schon im Lande befindlichen Mittelstandsfamilien und Arbeiter, die schon lange auf Ansiedlung warten und nur vorläufig in anderen Berufen arbeiten. Die neue Einwanderung dagegen kommt nur teilweise für ein solches Programm in Frage. Durch den Ueberschuss der Einwanderung über die in den letzten Jahren nur minimale Auswanderung sowie durch den hohen Geburtenüberschuss hat sich der jüdische Jischuw Palästinas so stark vermehrt, dass er heute annähernd die Ziffer von 400000 Seelen erreicht iahen dürfte. Davon sind rund 150 000 Menschen durch die Einwanderung der letzten vier Jahre ins Land gekommen. Aber das Verhältnis. zwischen den wichtigsten Einwandererkategorien hat sich in dieser Zeit stark verschoben. Gesamt- Auf 180 Arbeiter u. Handwerker kamen Jahr Einwanderung Kapitalisten Angehörige 1932 11289 29 198 1933 31977 28 130 1934 44141 44 207 1935 63 904 43 260 Interessant ist besonders der stark steigende Anteil' der Rubrik „Angehörige“, die im letzten Jahr bereits mehr als zwei Drittel der Gesamteihwanderung bestkitt. Dabei handelt es. . sich nicht nur um die von den neuen kapitalistischen öder Arbeiter-Einwanderern mitgebrachten. Angehörigen, sondern in steigendem Ausmass um die von älteren Einwohnern nachgeforderten Verwandten. Soweit diese Menschen durch Mitnahme von Vermögen ihre eigene Kaufkraft mitbringen, stellen sie zusätzliche Konsumenten dar, stärken also den Inlandsmarkt der heimischen Produktion. Soweit das aber nicht der Fall ist und diese Einwanderer auch zu eigener produktiver Arbeit nicht fähig sind, liegt der Fall, vom Standpunkt der Gesamtwirtschaft betrachtet, schon schwieriger. Es ist bekannt; dass die Regierung jetzt — hoffentlich nur vorübergehend — die Einwandesrung von Arbeitern und die Anforderung von Angehörigen eingeschränkt hat. Um so stärker wird das Gewicht der Kapitalistenkategorie im Rahmen der gesamten Einwanderung wachsen. Und dabei wird alles davon abhängen, ob diese Menschen genügend Kapital mitbringen und genügend Arbeitsfähigkeit, Unternehmungslust und wirtschaftliche Einsicht, verbunden mit nationalem Verantwortungsgefühl, um dieses Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne fruchtbar zu machen. . Um diese Unternehmungslust wachzuhalten und in die richtigen Bahnen zu lenken, bedarf es verstärkter Aktivität der Zentralinstanzen. Aus diesem Grunde sind die eingangs besprochenen Ansätze zu einer solchen Aktivität im heutigen Zeitpunkt besonders wichtig. * Die 3 3. Jahres ko n f e renz de r H is t a d r ut Ha o w di m ist nach Annahme einer Reihe von Resolutionen, in denen Wege zur Ueberwindung der Gefahren der Wirtschaftskrise gezeigt werden, geschlossen worden. Als solche Mittel gegen eine Krise werden bezeichnet:. die Mobilisierung aller Arbeitsmöglichkeiten in den jüdischen Kolonien, die Durchführung öffentlicher Arbeiten, die Stärkung des Arbeitslosenfonds, die Aufreehterhaltung des gegenwärtigen Lohnniveaus und die Förderung des Verbrauchs einheimischer Produkte. Von dem Delegierten der linken Poale Zion 'Abramowicz wurden schwere Vorwürfe gegen die kommunistische Internationale erhoben,; die bestrebt sei, die Wirtschaftskrise dazu auszunutzeii, um Uneinigkeit in die Reihen der Arbeiterschaft zu tragen. Palästinaeinwanderung und Touristik im Jahre 1935 Aus dem vor kurzem veröffentlichten statistischen Bericht der Palästinaregierung über Ein- und Auswanderung im Jahre 1935 geht hervor, dass 117 228 Personen im letztem Jahre als Touristen oder Einwanderer legal nach Palästina gekommen sihd. Davon waren 58 283 jüdische Einwanderer, 29 299 aus dem Ausland zurückkehrende palästinensische Einwohner und 42 570 Touristen. Unter den jüdischen , Einwanderern gab es 6309 Angehörige der. Kapitalistenkategorie Samuel Landauer zum 90. Geburtstage Alter Heißt Weisheit erwerben: S a rn u e l L a n daher wird am 22, Februar 90 Jahre alt. . Geboren in Hürben (Bayern), entstammte er. einer streng religiösen Familie. Er bezog die Jeschiwa in Eisenstadt, au der Talmud zugleich mit profanen .Wissenschaften..gelehrt.wurde. , Aer Leiter dieser - Schule war 'JsraelHildesheiMer),. der nackMaltge Gründer und Rektor des Berliner Rabbinerseminars. Rach Absolvierung des Gymnasiums in Mainz widmete sich Landauer dem Studium der orientalischen Sprachen in Leipzig, Straßburg und München. Hier Promovierte.er 1872. Seine Dissertation behandelt die Psychologie des Jbn SinZ, „des Fürsten aller Wissenschaft". — Bor mehr als 60 Jahren mußte der Jubilar zur Wiederherstellung seiner, Gesundheit nach Italien reisen, fand in Mailand und Florenz zufällig die Handschriften, deren Vergleichung die Fertigstellung der Abhandlung ermöglichte,, die im 29. Bande der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft veröffentlicht wurde. — Im Jahre 1875 habilitierte sich Landauer an der Kaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg für semitische Sprachen, ging später zum. Bibliotheksdienst über und wurde 1884 Bibliothekar an der dortigen Universitätsbibliothek. 1894 wurde er Honorarprofessor und 1905 Oberbibliothekar. Eine späte Ehrung erfuhr Landauer durch, dasJewish Theological Seminary in New-Pork, das ihn jungst zum Doctor honoris causa ernannte. Mit seiner amtlichen Wirksamkeit verband Landauer eine fruchtbare wissenschaftliche Betätigung, und seine Forschungsergebnisse liegen in einer Reihe von. Werken im Fachgebiet der Orientalistik vor. Hier in eine Würdigung dieser Arbeiten einzutreten, ist unmöglich;, ich möchte lediglich auf die Arbeiten Hinweisen, die eine Bereicherung und Vertiefung jüdischer Wissenschaft bilden: Eine Veröffentlichung des arabischen Urtextes „Enmnot we Doot“ Saadjas; ein hochbedeutsames Quellenwerk zur Erkenntnis der jüdischen Philosophie. — Die MasoraWzum Onkelos. Das Targum öei\ Pröphetae Posteriores (im Aufträge der Berliner Akademie für die Wissenschaft des Judentums); beides wichtig für die Bibelexegese. — Studien zu Merse Chrestomathia Targumika. Thernistil in Aristotelis Metaphysicorum, Hebraice et Latine (im .Aufträge der Preußischen Akademie der Wissenschaften). — Der ruhige Fluß , üußexer Lebensver.hältnisse wurde durch den Aus- . llaug'' des Weltkriegesgervaltsam unterbrochen.' Der hochverdiente Gelehrte, der bereits das biblische Alter überschritten hatte, mußte 1918 die Stadt, in der. er heimisch geworden, mit dem gesamten Lehrkörper der Universität verlassen und fand in Augsburg eine zweite Heimat. — Dem Jubilar ist mit außergewöhnlicher 'Geistesfrische seltene körperliche Rüstigkeit erhalten' geblieben. Der Reichtum an innerem Leben und die Abgeklärtheit seines'Wesens spiegelt sich in steinen an mich gerichteten Briefen, und wenn er jüngst schrieb: „Mir ist heute noch das Vertiefen, in den Talmud und unsere ausgedehnte jüdische Literatur mein tägliches Brot und mein Hochgenuß",, klingt daraus der ernste Mahnruf: Festhalten am .Judentum. Michael Fraenkel (Breslau). Martin Buber: Das prophetische Wort Als,Abschluß .eines in Karlsruhe von der Mittelsteste für. jüdische Erwachsenenbildung unter Leitung von Martrn Buber veranstalteten Wochenendkurses, der eine gut besuchte und intensive Arbettsgemeinschaft über 'das Buch Jona zum Gegenstand hatte, hielt Buber eine Vorlesung über „Das prophetische Wort", aus der wir sollende Gedankengänge wiedergeben: Zu wein und in welcher Absicht spricht der Prophet? Zu dieser Frage ist zunächst sestzustellen, daß der Prophet kein Wahrsager ist; es ist niemand, der eine feststehende Zukunft vorhersagt, wie etwa ein Astrolog. Der Prophet geht vielmehr davon aus, daß von der Lebenseinstellung der Menschen an dem Augenblick, in dem er zu ihnen redet, die Gestaltung ihres Schicksals in der nächsten. Zeit a b h ü n g t. Denn der Mensch kann seinerseits mitentscheiden, ob er auf seinem Weg bleiben oder umkehrend Gott wählen wird. „Kehret uni, abgekehrte Söhne, ich will euere Abkehrungen heilen." Der Mensch braucht nur drese Wendung seines ganzen Wesens zu beginnen, und dann steht man ihm von oben bei und hilft ihm die Bewegung vollenden. Das ist es auch, was das Buch Jona mit. der Umkehr Ninives meint. Der Sinn dieser Umkehr ist nicht, auf eine frühere Strecke des eigenen Weges zurückzukehren, sondern sie ist die Hinwendung zum Weg Gottes, zu dem Weg, den Gott durch die Geschichte seiner Welt voranschreitet, und auf dem der Mensch Gott folgen und ihm nacheifern kann. Die Wendung des ganzen Menschen aber wirkt in die Wendung, in die Erneuerung der Welt zu Gott hinein. Dies ist das Geheimnis des Verhältnisses von Gott und Mensch, demgegenüber alle Begrifstmd 2341 Touristen, die die Erlaubnis, zu dauernder Niederlassung erhielten. Die Zahl der eingereisten Juden überstieg die der aüsgereisten um 65 063, während die Zahl der aüsgereisten Araber um 3290 grösser war als die der eingereisten. Das der Touristik gewidmete Kapitel des Rer gierungsberichtes stellt eine dauernde Abschwächung der Touristenbewegung vom September 1935 an fest. Im September kamen 8805 Touristen ins Land, im Oktober war die Touristenüahl auf ein Viertel davon, nämlich auf 2151 Personen, gefallen. Im November gab es bloss 1449 und im Dezember 1250 Palästinatonristen. Kurze Nachrichten Durch die Ergänzung zum Bankengesetz, das unter anderem die Einsetzung eines mit weitgehenden Kontrollbefugnissen ausgestatteten Bankenkommissars und einen jederzeitigen Widerruf der Bankenkonzession im Falle unsolider Geschäftsführung vorsieht, werden die Banken auch zur Einreichung von Monätshilanzen verpflichtet. * Die genossenschaftliche Darlehnskasse für deutsche Einwanderer, die der Hitachduth Olej Germania' nahesteht, hat bisher für. 18 800 LP Kleinkredite gewährt, von denen am Ende des Geschäftsjahres 1935 noch etwas über 11 000 LP ausstanden. » Die Investment Corp. of Palestine, die mit einem Aktienkapital von 20 000 LP ausgestattet ist, hat deutschen Haavara - Transferenten 100 000 LP vierprozentige Obligationen durch Vermittlung des Bankhauses Japhet zum Bezüge angeboten. Die 15 200 Stammaktien, welche die Palestine Land Development Co. den deutschen Transferenten angeboten hatte, um dafür gemeinsam mit der „NIR“ deutsche Waren zu kaufen, sind bereits überzeichnet. * 'Bis zum 2. Februar sind 2,67 Millionen Kisten Citrusfrüchte verschifft worden; das sind annähernd 350 000 Kisten mehr als im gleichen Zeitraüm des Vorjahres. Das Plus gegenüber der vorigen Saison, war in den vergangenen Wochen bereits grösser gewesen, doch mussten in letzter Zeit die Verschiffungen wiederholt wegen , heftiger Stürme unterbrochen werden. Die Erlöse auf den ausländischen Märkten zeigen seit geraumer Zeit eine anhaltende. Besserung. Rumänien hat seine Drosseiungsmassnahmen gegen die Einfuhr palästinensischer Citrusfrüchte rückgängig gemacht. Man sieht daher dem Endergebnis der gegenwärtigen Saison mit grosser Zuversicht entgegen. Diese Stärkung der Citruswirtschaft muss sich auch auf,den allgemeinen Arbeitsmarkt sowie auf die gesamte Wirtschaftslage günstig auswirken, v Aus den neuen Eintragungen im palästinensischen Amtsblatt glaubt man, auf eine Wiederbelebung der Gründungstätigkeit schli essen zu können,.die Seit der Herbstkrise erheblich nachgelassen hatte. Sollte sich diese. Hoffnung endgültig bewahrheiten, so wäre damit eine wichtige Voraussetzung für die Schaffung neuer Arbeitsplätze für die kommende Alija erfüllt. * Eine Gruppe von Bewohnern des Karmel hat sich zu einer Genossenschaft zusammengeschloseen, um, nicht zuletzt zur Hebung des Fremdenverkehrs, städtebauliche Verbesserungen vorzunehmen, insbesondere auf' dem Gebiete der Straseenpflasterung und der Strassen beleuchtung. » Das neue Gebäude des Tel Aviver Museums, ein Geschenk des Bürgermeisters Dizengoff, ist nunmehr fertiggestellt. Die neuen Räume werden eine bessere Darbietung der vorhandenen Kunstwerke sowie die Veranstaltung von Sonderausstellungen und Vorträgen zur Anregung des künstlerischen Interesses ermöglichen. *. Nach dem Muster der Finanzinstitute der zionistischen Arbeiterbewegung hat die revisionistische Organisation jetzt mit einem Kapital von 100 000 LP eine „National Labour Bank“ (Bank Ileainel) gegründet. » In den ersten drei Quartalen des Jahres 1935 betrug die'Gesamteinfuhr Palästinas 13,41 Millionen LP,* das sind rund 2,6 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Abzug der Goldeinfuhr, des mitgebrachten Ein-t wanderergutes und des Regie rungsbö.darfs verbleibt ein echter Importbedarf der palästinensischen Wirtschaft in Höhe von 11,76 (i. V. 9,27) Millionen LP. Demgegenüber..betrug die echte Warenausfuhr 3,62 (2,82) Millionen LP. Deutschlands Anteil am palästinensischen Import stieg im gleichen Zeitraum von 1,27 auf 1,62 Mill. LP, während sich der palästinensische Export nach Deutschland von 0,59 auf 0,24 Mill. vermindert hat. Der Saldo) der Handelsbilanz hat sich allso zugunsten Deutschlands auf. 1,37 Mill. verdoppelt, Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat ihren Budget-Voranschlag, entsprechend der Kürzung der Regierungsbeihilfe von 42 000 auf 25 000 LP, auf 92 000 LP herabgesetzt. Salo B. Lewertoff, der bis 1933 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Neue Musik, Köln, war und später in gleicher Eigenschaft dem Jüdischen Kulturbund Rhein- Ruhr angehörte, wurde von Professor Bronislaw Huberman zum Organisations-Direktor der neu gegründeten Palestine Orchestra Ass o c i a t ion ernannt. Lewertoff war bereits 1934 mit einet Bröschure „Jüdischer Kultur-Aufbau“ hervorgetreten, die Grundlegendes zur Entwicklung eines palestinensischen Musiklebens sagte und bei den massgebenden Instanzen Palästinas starke Beachtung'fand. lichkeit und dogmatische Formulierung unwirksank und zu arm ist. Welches nun ist das Verhältnis von Wort und Leben des Propheten? Sie-sind beide "eines. Die symbolischen Handlungen der Propheten — welche die Psychologen mißverstehen — umschließen das Wort. 'Diese Handlungen sind Lebenswirklichkeiten und sind Zeichen. Denn der Prophet ist so von seinem Auftrag angesprochen, daß er keinen privaten persönlichen Lebensbezirk sur fidtj aufsparen kann. Mit seinem Sein und.Leben stellt er vielmehr die Botschaft dar. So spricht der prophetische Mensch auch zu den Mächten der Welt, weil er es muß,' weil-es für ihn keine Grenzen gibt. Und so ist von;Anfang -an, da es Könige in Israel, gab, immer ein Prophet gegen den König gestünden: Samuel gegen Saul, Jeremia gegen Zrdkia. Das Wort kommt von oben. Schicksal dieses Raumes ist es, ob er antwortet oder sich der Antwort versagt. Stg. Arnold Berney: Die Königsidee der neueren Zeit. Im Nahmen der Montags-Vorlesungen der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin, sprach der ehemalige Dozent an der Universität Freiburg i. Br., Dr. Arnold Berney, über den Zusammenhang der jüdischen und der abendländischen Königsidee. Insbesondere zeigte er diejenige Komponente des abendländischen Königtums auf, die ihre Wurzel in der biblischen Lehre vom Königtum hat. Das Königtum des Reiches Juda — das Reich Israel zog der Vortragende mit Recht nicht tij den Kreis seiner Betrachtungen — war ein Wahlkönigtum; nur ein Gewohnheitsrecht ließ es bei dem Hause Davids verbleiben. Auf seine Ausgestaltung waren das Heer, die Priesterschaft, die Propheten und hin und wieder die Volksversammlung von Einfluß. Entstanden ist das jüdische Königtum im Gegensatz und als Gegenstück zu dem asiatischen Königtum ägyptischer Prägung; daher ist es auch nicht für Asien, sondern für das an die Bibel anknüpfende Abendland, insbesondere für das Mittelalter beispielgebend geworden. Im Gegensatz zu den asiatischen Dynastien ist das jüdische Königtum nicht aus sich selbst heraus göttlicher Natur, sondern kraft göttlicher Gnade. Es ist ein politisches Amt innerhalb der Religion, sein eigentlicher Kern ist die Pflicht zu absoluter richterlicher und sozialer Gerechtigkeit. Eine reine, unmittelbare Fortwirkung ist der jüdischen Königsidee weder im Islam noch im Christentum beschieden gewesen. Erst vom Beginn des eigentlichen Katholizismus an, in den Zeiten des Streites zwischen Kaisertum und Papsttum und schließlich in den Perioden der Kämpfe zwischen Herrschertum und Ständen hat man in eklektischer Weise auf das jüdische Königtum zurückgegriffen, um es je nach den eigenen Bedürfnissen polemisch auszuwerten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen dabei stets die Figuren Sauls und Samuels, insbesondere dessen Verkündigung in Samuel I, 8, 11. Gregor der Große und Gregor VII., Thomas von Aquino tmb Luther, John Milton und James Harriügjvn, Vossuet. und Fönelon haben bei. ihren Lehren auf das biblische Königtum Bezug genommen, ja selbst bei Friedrich dem Großen lassen sich biblische Einflüsse Nachweisen. . Der> interessante Vortrag fand einen Interessanten Abschluß: Dr.’ Berney verlas ein Zitat etwa des Inhalts, daß die menschliche Gesellschaft ohne einen über; ihr stehenden und alle Differenzen kraft höherer Autorität ausgleichenden Leiter: nistst pollkommen, sein könne. Nach Inhalt und Formulierung /hätte man' auf das Werk' eines Autors Uns dem 18. oder' 19. Jahrhundert geschlossen bis sich zum Schluß herausstellte, daß'Vas’'Mat eine Stelle aus dem More nebuchirn des Maimonides war. Gü. Lo. In den engeren Mitarbeiterkreis der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung ist Dr. Ludwig Feuchtwanger (München) eingetreten. Rabbinische Lehranstalt Frankfurt a. M. Das Sommersemester an der unter Leitung von Gemeinderabbiner Dr. Jakob H o f f m a n n stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am 23. April. Anmeldungen für alle vier Abteilungen werden schon jetzt entgegengenommen, müssen jedoch bis spätestens 1. April eingereicht werden. Der Unterricht erstreckt sich aus: Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, Mischna, Talmud mit Kommentaren, Deeisoren, hebräische Grammatik, Neuhebräisch (Lektüre und Konversation), Jüdische Geschichte und Palästinakunde. — Für den Lehrgang in der Vvrbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben ausgenommen, die nur geringe Vorkenntnisse in jüdischen Fächern besitzen. Anmeldungen an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jem Nva , Frankfurt a. M., Theobald-Christ-Straße 6. Tee der Kinder-„Alija". Es mag für Dr. Georg Landauer eine erfreuliche Bestätigung seiner eigenen jüdisch-politischen und menschlichen Haltung sein und für sehr viele andere ein sehr nachdenksames' Exempel, daß er überall, wo er in den kurzen Wochen seines Deutschland-Aufenthalts in die Erscheinung trat, mit Herzlichkeit und Freundschaft ausgenommen wurde. Diese Wärme galt nicht etwa nur dem Leiter des Zentralbürvs für die Anstedlung deutscher Juden, in Palästina, dessen sachliche Tüchtigkeit und menschliche Zuverlässigkeit Wichtiges zu vollbringen geholfen hatte. Sie galt vor allem dem Manne, der in den ersten und erregtesten Monaten 1933 klar und kameradschaftlich die Zusammenarbeit zwischen den großen organisierten Bewegungen innerhalb der Juden Deutschlands herbeizuführen und zu konsolidieren geholfen hatte. Niemals hat Landauer seine zionistische Grundhaltung auch nur ein Zentimeter breit preisgegebeu, aber keinen Augenblick hat er eine sachliche Notwendigkeit hinter die Gesinnung rangiert, aus der heraus sie geboren war. In dem kleinen Kreise der Freunde der Kinder-Alija, der Georg Landauer zu Ehren am 11. Februar zusammengekommen war, wurden diese Beobachtungen und Empfindungen, denen Dr. Otto Hirsch, Dr. Georg L u b i n s k i und Dr. FranzM eher Ausdruck verliehen, sichtbarer als in großen Versammlungen. Mit Beruhigung können die Eltern bon. Kindern, die mit der Jugend-Alija nach Palästina gehen, ihrer Kinder Zukunft sich entwickeln sehen, wenn sie sich innerhalb der Einflußsphäre von Georg Landauer abspiell. ' A. H. i

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