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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-30 · 5 (30.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
5 (30.1.1936)
Date
1936-01-30
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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teuerlicheres als das erste Begreifen bildungsmäßiger Zusammenhänge und als das Hinausgehen aus der Verwurzelung ip die Fremde. Bildung bedeute die Lösung des Transserproblems durch Umwandlung von Geld in Wissen, und die Schulen, die in fester Bindung an jüdische Tradition das Wissen der allgemeinen Bildung vermitteln, geben das beste Rüstzeug auch für das Leben auf neuer Erde, sei es nun in Palästina oder in Südamerika. Beide Redner baten um Unterstützung des Schulwerks, das 159 Freistellen und 241 Schulgeldermäßigungen gewähre. Den Hauptvortrag hielt der bekannte Tropensorscher Dr. Max Moszkowski. An Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte er die Probleme jeder Kolonisation und spezialisierte sie auf Argentinien und Brasilien, die, beide auf einem Kontinent gelegen, beide klimatisch relativ günstig, doch ungeheuer verschieden nach Boden und Bodenkultur, nach Bedrohung durch Naturereignisse (die Heuschreckenplage in Argentinien) und nach Zukunstsmöglichkeiten auch in jüdisch kultureller Hinsicht sind. Er zeigte die ungeheure Schwere der Aufgabe, die die Menschen in jeder Kolonisationsarbeit erwarten, aber er verstand es, auch die ethische Größe dieser Ausgaben zu zeigen. vr. M. E. Die jüdische Ulinterhilfe KALENDER Febr. 1936 Schewat 5696 1. Sonnabend 8. Wöchenabschnitt: Bau 2. B. M. 10—13,1« Haftra: Jer. 46,13-28 8. Sonnabend 15. Wochenabschnitt: Beschalach (Schabbat Schirah) 2. B. M. 13,17-17,10 Haftara: Richter 4,4—5,31 Chamischah Assar Bischwat (Neujahrsfest der Bäume) 15. Sonnabend 22. Wochenabschnitt: Jissrau 2. B. M. 18-20 Haftara: Jes. 6,1—7,5 9,5, 6 20. Donnerstag 28. Jaum Kippur Koton 22. Sonnabend 29. Wochenabschnitt: Mischpotim 2. B. M. 21-24 Parschass Schekolim: 2. B. M. 30,n-i6 Haftara: 2 Kön. 12,1_17 Neumondsweihe 23. Sonnabend 30. 1. Tag Rausch Chaudesch Adar 5696 24. Montag 1. 2. Tag Rausch Chaudesch 23, Sonnabend 8. Wochenabschnitt: Terumoh 2. B. M. 25-27,19 Haftara: 1. Kön. 5,26—6,13 Hafsoko steckt uns noch in den Knochen. Heut aber müssen wir uns um so größerer Nüchternheit befleißigen, indem wir ruhig unserm Handwerk nachgehen und — entsagen, besonders dem Assimilisations-Traum." Das war die Erkenntnis, die den greisen Liebermann aufs tiefste drückte. Er, der Scharfsichtige, Nüchterne, Wache, er hatte ein Traumleben geführt, als er sich in Deutschland ausgegangen, von ihm willig ausgenommen gefühlt. Das Erwachen aus diesem Traum hat dem stolzen Manne die letzten Jahre verdüstert. Jetzt sehnte er, der einst so Lebensvolle, den Tod herbei, der ihn am 8. Februar 1935 nach kurzer Krankheit hinwegnahm. * Liebermann-Ausstellung. Wegen Vorbereitung zur Liebermann-Ausstellung bleibt das Jüdische Museum zu Berlin bis Sonntag, den 9. Februar, den Tag der Eröffnung der Gedächtnisausstellung, geschlossen. Eine Reihe von wertvollen Leihgaben ist inzwischen eingetrosfen. Südamerikanische Einwanderungsländer Zugunsten seines Schülerstipendienfonds veranstaltete das Patenschaftskomitee für das Adaß- Schulwerk Berlin am 25. Januar in der Singakademie einen Vortragsabend, der sicherlich stärker besucht gewesen wäre, wenn man die Veranstaltung in die Schulaula gelegt hätte. Nach klangreinen Gesangsvorträgen des Schulchors sprach Dr. Marcus Birnbaum über die Bestimmung der Adaß-Schulen, die fortlaufend von mehr als 1000 Schulkindern besucht werden und das Recht haben, an der eigenen Anstalt Abschlußprüfungen vorzunehmen. Dr. Alfred Hirschb e r g deutete die Parallelen von Bildung und Auswanderung als von zwei Begriffen, die beide Weite in sich tragen und denen etwas Abenteuerliches zugrunde liegt. Denn was gäbe es Aben¬ Wer ist Onkel Henoch? Onkel Henoch ist der Verwalter des Zentrallagers der Jüdischen Winterhilfe in der Dirksenstraße, und er ist wegen seiner väterlichen Autorität und freundschaftlichen Weisheit bei vierzig Kindern beliebt. Vierzig Kinder, Insassen des Auerbachschen Waisenhauses, Angehörige der „Ahawa" und Kinder von Müttern des Jüdischen Frauenbundes, Berlin, finden sich in Abteilungen zu zwölf pro Tag für vier Stunden in der Dircksenstraße ein, im fünften Stockwerk eines riesigen Lebensmittelfpeichers, den die Jüdische Winterhilfe für die Lagerung ihrer Lebensmittelspenden gemietet hat. Mit ungeheurem Ernst betätigen sich hier 8—14jährige jüdische Jungen und Mädchen im Dienst der Armen und Notleidenden. Ihr Wille zu helfen, ihr nimmermüder Eifer wird von Onkel Henoch unterstützt . . . Das ist gar nicht so einfach. Zunächst die Pädagogische Ausgabe: bevor die Kinder an die Lebensmittel herangelassen werden, müssen sie zum Händeappell antreten — erst Hände waschen, dann an die Arbeit — für die Kleinen wie für die Großen ist es Ehrensache, mit blitzblanken Fingern vor dem „Chef" zu erscheinen. Dann bindet sich ein jeder ein Schürzchen und Kittel um, das ihm zur Verfügung gestellt wird, saßt Posten vor einem Sack Erbsen, Linsen, Mehl, Graupen, einer Kiste Zucker oder Kakao und dergleichen, neben sich einen Haufen Düten und eine Waage. An einem Sonnabend — nach Sabbatausgang — gab es eine kleine festliche Ueberraschung — einen Ansporn zur Weiterarbeit. Im fünften Stock in der Dircksenstraße veranstaltete der Bezirk Mitte einen „Kasseenachmittag", auf dem er seine „Mitarbeiter" feierlich als Gäste begrüßte; das heißt: es gab gar keinen Kaffee, sondern Schokolade und Kuchen und — einem on dit zufolge — auch etwas Schlagsahne. Ein ehrenamtlicher Zauberkünstler trat auf, gaukelte den Kindern alle möglichen unglaublichen Kunststücke vor, und staunend saßen sie aus leergeräumten Lebensmittelkisten wie in SCHACH« ECKE Schachaufgabe Nr. 53 von Gerhard Lewisohn (Quedlinburg) Matt in drei Zügen. Weiss: Ka7, Tgl, Ld2, S'c3, Ba3 (5) Schwarz: Ka5, Tfl, Tg4, Bc4, fo, g7 (6) Der Autor dieser Aufgabe ist erst 16 Jahre alt. Lösung der Ausgabe Nr. 51: 1. Kd‘2—c3' (drohend Dg2—a2 matt) .... De6—c6f, 2. Lb5—c4 matt .... De6Xe5f, 2. Te4—d4 matt k . . . Lg4—dl (e2), 2. Te4—e2 matt » . . . Sa8—b6, 2. Lb5—a4 matt .... d3—d2, 2. Dg2Xd2 matt Lösung der Aufgabe Nr. 52: 1. f5—f6, Kf7—g6 2. h6—h7, Kg6Xh7 3. f6—f7, Kh7—g7 4. Keo—e6, und gewinnt am schnellsten. Richtige Lösungen der Aufgaben 51 und 52 gingen ein von: Sanitätsrat Dr. S. Domke, Rechtsanwalt Ludwig Mayer, Willy Michaelis (Berlin), Michael Levy (Krefeld), Gottfried Gumbel (Stuttgart), Gerda Loewkowitz (Konstadt), Tierarzt Max Koschrninski (Landsberg), Siegmund Austerlitz (Gießen). Von Nr. 51 von: Jacob Baumann (Köln), Rab-i biner Dr. Tänzer (Göppingen). Bon Nr. 52 von: Jacob Bamberger (Köln-Sülz). Schachaufgabe Rr. 54 von Dr. F. Seidemann (Teplitz-Schönau) „II Problema" 1932 Matt in zwei Zügen. Weiss: Kd*2, Tbc, Te8, Lbl, Se3, Sg6, Bb3, c5, f2 (9) Schwarz: Kd4, Lc8, Lg5, Se6, Sh3, Bc7, dö, f6, h4 (9) S ch a ch b r i e f k a st e n. RA. L. M. (Berlin). Der 8h5 in Problem 51 verhindert die Nebenlösung 1.Ld2Xd3. Besten Dank für Einsendung. Aber zu viel Material bei zu naheliegender Lösung. (1. Td8.) — tiefen Klubsesseln eines feudalen Theaters — vor? Tischen aus dem gleichen primitiven Zeug und ließen sich bereitwillig bezaubern. Zum Schluß verehrte der Zauberkünstler einem jeden ein scherengeschnittenes Porträt — zur Erinnerung an die Tage der Arbeit für die jüdische Winterhilfe. Text und Photo von Arno Kikoler. (Fortsetzung der „Winterhilfe" 1. Beibl. 3. Seite)' Die Kinder bringen Onkel Henoch die von ihnen abgewogenen Pakete Konzerte und Vorträge in Berlin Der Geiger Willy Frey und der Pianist Joseph R o s e n st o ck gaben ein Konzert. Sollte man die Art ihrer Interpretation mit einem einzigen Wort kennzeichnen, so wäre das: Intensität. Werke aus drei Epochen (das Barock Tartinis, die Klassik Beethovens, der Impressionismus von Blochs „Baal schein") wurden aus ihrem Geist und Stil ersaßt und durch ein ganz persönlich eingestelltes, erfühltes und erfülltes Spiel den Hörern erlebnismäßig nahegebrecht. Neben der weichen Bogenführnng, dem pointierten Vortrag (Kreisler und Wieniawsky), dem milden Glanz seines Tons fesselte Frey diesmal durch den dramatischen Zug, mit dem er die stürmisch abrvllende Figurierung Beethovens gab. Bis zu welcher Vehemenz des Ausdrucks Frey zu steigern vermag, zeigte das letzte große Solo, die echt barocken „Teufelstriller" der Tartini-Sonate, die der Geiger förmlich in die Saiten schlug. Rosenstock war ein ausgezeichneter Partner in der Schärfe und Sicherheit der Darstellung. die er durch reiche Farbigkeit im Anschlag (Bloch) versinnlichte. Je nach der Bedeutung seines Parts übernahm Rosenstvck die Führung, untermauerte Steigerungen durch den breiten, mächtigen Fundamentklang des Klaviers oder beschied sich mit der Rolle eines reinen ..Begleiters". Das Konzert fand vor einer kleinen, aber erfreulich jugendlichen und begeisterten Hörerschaft statt. Etwas ganz Apartes gab es bei Weil: Müserkammermusik, teilweise von lebenden Meistern. Einer impressionistisch hingehauchten, bukolischen Rhapsodie von Honneger (für zwei Flöten, Klarinette und Klavier), einer härter konturierten, modernen Sonatine von Milhaud (für Flöte und Klavier) war namentlich der Flötist Alfred Licht enstein ein guter Mittler. Musikalität und Technik paaren sich in seinem Spiel, das einen gedeckten Klang hat und durch die Fähigkeit, dynamisch abschwellen zu lassen, reich zu schattieren vermag. Umfangreiche und teilweise schwierige Aufgaben hatte Rudolf Schwarz (Klavier), die er mit gewohnter Genauigkeit und Belebtheit erfüllte. Die Bläser, einst der schwache Punkt des Orchesters, zeigen heute große Fertigkeit, das Zusammenspiel der Herren Schleyer (Flöte), Bremer (Oboe), Spittel (Klarinette), Bramson (Fagott), Salomen (Horn) mit den schon Genannten ergibt (in einem Werk des Brahms-Zeitgenossen Herzogenberg) einen runden, fülligen Klang. Edith Bock, noch in der gesanglichen Entwicklung, hatte vor allem mit ihrer Schlußnummer, virtuosen Koloraturvariationen, reichen Beifall. k,. A. Den Kompositionen James Roth st eins war wie in den Vorjahren ein Abend gewidmet, der erneut die Grundeigenschast seiner zahlreichen Werke aufzeigen konnte, nämlich eine handwerklich sicher fundierte liebenswürdige Gefälligkeit, die hier und da in einem Lied stärkere persönliche Prägung erhält oder den Willen nach tieferer musikalischer Auswertung eines Textes deutlich macht. In Susann« Landsberg-Hollaend e r und Kurt R a h m e r hatte der Komponist, der am Klavier begleitete, Interpreten, die viel aus den Manuskripten und älteren Vertonungen herausznholen vermochten, in der Wiedergabe des machtvollen Basses blieb eine Hymne nach Süßkind von Trimberg im Gedächtnis. Von Rothstein gesetzte ostjüdische Volkslieder wurden von Mvrde'chai Roth sachverständig und hübsch vorgetragen. Insgesamt aber stellte man such die Frage, warum wohl andere jüdische Komponisten wie Kerthold Goldschmidt, Dr. Lissauer, Edvard Moritz u. a. noch niemals in einem derartigen größeren „Solo-Abend" zu hören waren, zumal ihre Produktion mindestens gleiches Anrecht geltend machen kann. Auch Walter H i r s ch b e r g gehört zu diesen letzteren, seine Lieder vermittelte die Altistin Else W a ch s m a n n in einem Hauskonzert. Die sehr selbständigen Vertonungen ausgesucht vornehmer Dichtungen sind gedanklich scharf durchgearbeitet, wobei die musikalische Empfindung allerdings manchmal zurückbleibt. Weitaus am besten -gelingt das Nachzeichnen düsterer Farben, so in C. F. Mehers „Chor der Toten" oder Zuckmahers „Moriture", denen auch die Sängerin am besten entgegenkam, während das etwas spröde Stiinmmaterial für Mussorgskys Liedszenen nicht biegsam und weich genug ist. Die Pianistin Nina S ch r ö d e r - G r tt n e b a u m spielte betont männlich, klanglich wenig differenziert, doch mit Humor und bester technischer Durchbildung die „Bilder einer Ausstellung". Kai. Das Tamenkomitee der K ü n st l o r h i l s e der Jüdischen Gemeinde lud zu einem Abend zum Besten ihres Künstlermittagstisches. Dr. Anneliese Landau gab in ihrer bekannten durchgeistigten und charmanten Art einen lleberblick über die Entwicklung des Tanzes, vor allem der verschiedenen Formen des Walzers. Sie wurde dabe. von Lilli Heinemann und Max Kuttner unterstützt, die einige der beliebtesten Tüalzermelodien von Strauß, Lehar, Fall und Kälmän unter großem Beifall zum Vortrag brachten. Die „getanzten Tänze" von Eugenie Pariser hätten in Bewegungen und Ausdruck vielleicht ruhiger und ausgeglichener sein können. Und immer freute man sich besonders, wenn Dr. Anneliese Landau wieder das Wort ergriff. K—i. Lotte Schwarz-Rosenbaum trat nach längerer Zeit — im Kulturbund — wieder vor das Berliner Publikum. Man konnte an ihrer Kunst des Vortrages ein überraschendes Ergebnis feststellen: sie gibt sich jetzt gereifter, menschlich beseelter, dynamisch gestufter und sie erhebt sich, vor allem im Aufschwung des gesprochenen Wortes, zu einer Kraft und Eindringlichkeit des Gefühlsausdruckes, der von der lauernden Gefahr leerer, hervinenhafter Pathetik kaum noch bedroht wird. Vielleicht, daß ihr edel durchgebildetes, auf einen warmen Moll-Ton gestimmtes Organ zuweilen im Forte sich noch übersteigt — doch wird es and) in den weicheren und zarteren Schattierungen zum Instrument einer Beseeltheit, in der das Ursprüngliche eines gesunden und unkomplizierten Empfindens voll und rein ausschwingt. Das Programm des Abends brachte nur jüdische Dichtungen, mit einer starken Betonung des Lyrisch-Hymnischen. Man hörte u. a.. von Franz Oppenheimer ein wuchtiges Prophetengedicht; einen von innigem Gottesbewußtsein erfüllten, formenschönen „Psalm" von Arthur Silbergleit, die Uebersetzung des 22. Psalms von Manfred Sturmann, die mächtig aufklingende Sabbatprophezeiung von Böries von Münchhausen (aus den Gesängen „Juda"); daneben Episches aus dem „Moses" von Edmond Fleg und das menschlich-visionäre, bildkräftige Schlußkapitel aus Gerson Sterns Roman „Weg ohne Ende". Der Abend fand reichen, einmütigen Beifall. Der Referent hat die Pflicht, die Verwaltung des Logenhauses in der Kleiststraße aus einen „akustischen" Uebelstand hinzuweisen, der dringend der Abhilfe bedarf. Wie bei früheren Veranstaltungen, ist es auch an diesem Abend wieder vorgekommen, daß in den unmittelbar über dem Vortragssaale gelegenen Räumen fortdauernd Tische gerückt, Stühle hin und her geschoben und sonstige Geräusche verursacht wurden, die im Publikum eine begreifliche Unruhe hervorriefen und eine gesammelte Aufmerksamkeit unmöglich machten. Im Interesse der Vortragenden Künstler wie auch der Zuhörer darf erwartet werden, daß solche unliebsamen Störungen in Zukunft unterbleiben. 8. L. Ein Jehuda-ben-Halevi-Abend der Rezitator rinnen Else und Jngeborg Roman huldigte durch seine Verbindung weltanschaulicher und literaturgeschichtlicher Belehrung mit künstlerischer Andacht dem Klassiker des hebräischen Mittelalters in durchaus würdiger Art. Nach machtvollem Harmoniumspiel des Organisten Richard Altmann zeichnete Rabbiner Dr. Manfred S Warfe n s k y auf dem Hintergründe eines großen Zeit- und Kulturgemäldes das geistige Bild des ganz in seinem Glauben wurzelnden Dichters und Religionsphilosophen mit haftenden Strichen. Dann sprach Jngeborg Roman in der Verzückung einer Visionärin hinreißend eindrucksvoll das Zionslied des Sehnsuchtssängers nach den kuppelgekrönten Tempeln Jerusalems. Else Roman las eine mit liebevoller Sorgfalt eigenhändig geschriebene Studie über die Entwicklung des Menschen und Dichters. Ihre Wiedergabe seiner Verse sowie u. a. der hymnischen Worte Heinrich Heines über den „Traumweltsherrscher mit der Geisterkönigskrone" erfreute durch beseelte Schlichtheit und sinndeutende, rhythmische Gliederungen. Die Hörerschaft wußte den Sprechkünstlerinnen für die erstmalige Darbietung einer geschlossenen Folge von Dichtungen Jehuda ben Halevis sowie für die Vergleichsmvglichkeiten zahlreicher Uebersetzungen Dank. — t. Premiere in der Kleinkunstbühne des Kulturbundes. Am 4. und 5. Februar findet im Cafe Leon die Erstaufführung der neuen R e v u e in 17 Bildern: „Herr Direktor — bitte Vorschuß!!" statt. Text von Willy Rosen und Max Eh r -c l i ch, Musik von Willy Rosen. Soeben erschien : Dr. S. UCHTENSTAEDTER Ikonksnms nrrd amdevs SttVttNttsmSskckkekte« Herausforderung zu einer Diskussion, öl S., Preis 1 RM. Vor einigen Monaten erschien von demselben Verfasser (unter dem Decknamen Ne’man 152JO) MM Fragen (orraj t-hö) (Judentum und Judenheit, Lehre u. Leben). 220 S., Preis brosch. M. 3,60, geb. M. 4,50 Zu beziehen durch jede Buchhandlung GUSTAV ENGEL VERLAG / LEIPZIG

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