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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-23 · 4 (23.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
4 (23.1.1936)
Date
1936-01-23
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Hillsprogramm werde fortsetzen können. Besonderen Wert legte er auf den Ausbau des Schulwesens und auf die Pflege der genossenschaftlichen Zusammenarbeit. Es gibt bisher erst 60 arabische Genossenschaften in Palästina gegenüber annähernd 600 jüdischen, Die Transkription semitischer Wörter Von M. Y. Ben-gavriel Der „Völkische Beobachter“ zum Juden-Araber-Problem in Palästina In seiner Dienstag-Ausgabe dieser Woche beschäftigt sich das führende Blatt des Nationalsozialismus in eigenen Berichten aus London und Kairo mit dem Konflikt, der sich um die Legislative Council-Problematik zwischen Juden und Arabern neu zu entzünden scheint. Der Londoner Bericht nimmt auf eine Londoner Versammlung der Neuzionisten (Revisionisten) Bezug, die „unter dem Vorsitz des Englandfeindes Wladimir Jabotinskis“ tagte, „der, sehr rum Leidwesen Englands, in Palästina den Gedanken einer liÜbertragung des Mandats an Italien vertritt“. Zur gleichen Ablehnung des Legislative-Vorschlages seien freilich auch der englische Ausschuss der Jewish. Agency unter dem Vorsitz Lord Melchetts gelangt. Der Londoner Bericht des „V. B.“ schliesst: . . . Diese Besorgnis um das Schicksal der englischen Herrschaft in Palästina ist nicht nur nicht echt, sondern völlig unbegründet. Die englische Regierung weiss zweifelsohne sehr genau, was sie tut. Angesichts der Entwicklung in Aegypten ist England bestrebt, seine Stellung in Palästina weiter auszubauen. Und dazu braucht es viel mehr den guten Willen der Araber als den der Juden. Die Durchführung des Gedankens eines jüdischen Nationalstaates aber würde eine Zurücksetzung der Araber bedeuten, und zwar nicht nur der Araber in Palästina selbst, sondern der Araber im . ganzen Nahen Osten. Die Durchführung der jüdischen Pläne ist . daher heute weiter entfernt denn je. Andererseits dürften sich damit die an sich schon immer kühler werdenden Beziehungen zwischen der zionistischen Bewegung und der englischen Regierung mit den gestrigen Entschliessungen kaum gebessert haben/* Aehnliche Gedankengänge entwickelt der Korrespondent des „V. B.“ in Kairo. Er erinnert daran, dass das Legislative Council bereits 1932 geplant gewesen sei. Damals hätten die Araber opponiert. Es sei dann in den nächsten Jahren eine Verschärfung zwischen Juden und Arabern eingetreten, die sich teilweise bis zu blutigen Auseinandersetzungen »wischen Juden und Arabern verstärkt hätte. Seit einigen Jahren seien diese Gegensätze im Abklingen, und dieser Augenblick werde von der englischen Mandatsverwaltung benutzt, um das Legislative-Council-Problem wieder auf die .Tagesordnung zu setzen. Es heisst sodann im *V. B“: •. . „Im Gegensatz zu früheren Jahren wird gegenwärtig die schärfste Kritik an den neuen Vorschlägen der Mandatsverwaltung von jüdischer Seite geübt. Man spürt deutlich, dass sich die englische Politik immer weiter von der Ballour-Erklärung entfernt, und dass der Begriff des ,Jewish National Home“, der unter Balfour noch die Definition einer Grundlage für einen künftigen autonomen jüdischen Staat fand, heute schon für die zionistischen Ansprüche weit ungünstiger definiert wird.“ Das in den letzten Jahren ausserordentlich erhöhte Interesse der europäischen und insbesondere der jüdischen» Presse an palästinensischen, wie überhaupt au orientalischen Angelegenheiten, hat es mit sich gebracht, dass fast täglich orient-geographische Bezeichnungen und Personennamen, die aus den vorderorientalisch-semitischen Sprachkreisen stammen, in den Zeitungen auftauchen. Alle diese Worte aber werden fast immer — ausgenommen nur, wenn sie aus der englischen Presse übernommen wurden — falsch transkribiert, mitunter derart falsch, dass sie dem Kenner völlig unverständlich sind. Wenn nun auch eine Transkription arabischer und hebräischer Worte, etwa wie es mit französischen oder englischen geschieht, nach den orthographischen Gesetzen jener Sprache, der sie entstammen, zumeist unmöglich ist, sollte doch das Wortbild derart fixiert werden, dass die Aussprache desselben zumindest annähernd der heimatlichen Aussprache nahekommt. Merkwürdigerweise ist aber iu fast der gesamten deuts^hgeschriebenen Presse und sogar in der Mehrzahl der mit Palästina oder mit dem Vorder-Orient sich befassenden Buchliteratur dies nicht der Fall. Die Folge davon ist zumeist ein heillose Verwirrung, die mitunter so weit geht, dass der Name ein und derselben Person in der gleichen Publikation immer wieder anders transkribiert erscheint, so dass schliesslich selbst der die Materie kennende Leser, nicht mehr die Identität der verschiedenen Namen feststellen kann und genötigt ist, an die Existenz mehrerer Persönlichkeiten mit irgendwie ähnlichem Namen zu glauben. Der Kenner wird zwar, um ein Beispiel herauszugreifen, Mahmud ihn gabri, Mahmoud ibn djabri, Machmud ibn jabri, für die Namen der gleichen Persönlichkeit halten, der Laie aber, der von der Aussprache des Arabischen nichts weiss, wird gezwungen sein, an die Existenz dreier Persönlichkeiten mit ähnlichem Namen zu glauben. Das gleiche gilt auch für hebräische Worte. Zum Beispiel — um ein sehr häufig vorkommendes zu wählen: kwutzah bedeutet durchaus nicht, wie man stets anzunehmen bereit ist, Arbeits- oder Siedlungskollektiv, sondern — Haarlocke. Das, was immer wieder gelegentlich der Beschreibung palästinensischer Siedlungsformen aufgezählt wird, hat man richtig qvutzah — oder noch richtiger —: qvutsah zu transkribieren. Die englische Presse nun bemüht sich, Infolge vieljähriger intensiver Beschäftigung, mit orientalischen Angelegenheiten einer systematischeren Transkription, die, in grossen Zügen, sich an das in der Orientalistik seit langem festgelegte System anlehnt. Dieses System zielt dahin, Vokale nach deutschen und Konsonanten nach englischen Ausspracheregeln zu schreiben, wobei aber festgestellt werden muss, dass die englische Presse mitunter auch Vokale nach englischer Orthographie schreibt; immerhin aber bemüht sie sich, der richtigen Aussprache nahezukommen. Dass der englische Leser dann diese Worte trotzdem nach seiner Sprachgewohnheit ausspricht — wie zum Beispiel Eirak für das richtig transkribierte Iraq —, ist eine andere Sache, die nicht hierher gehört. Um nun Verwechslungen, die bei der sehr häufigen grossen Aehnlichkeit hebräischer oder auch arabischer Worte leicht Vorkommen, weitmöglichst auszuschalten, hat die palästinensische Regierung für den Amtsgebrauch ein Buch herausgegeben, das eine Unzahl hebräischer und arabischer Namen in ihrer richtigen Transkription enthält, wie auch die offiziellen Landkarten der letzten Jahre in steigendem Masse die Ortsnamen richtig wiedergeben, z. B. Rehovoth statt Rechobot. Das von der Mandatsregierung gebrauchte System ist nicht ganz lückenlos — so wurde erst vor ganz kurzer Zeit festgestellt, dass das 2 mit v und 1 mit w transkribiert werden muss, so dass es nicht va'ad, sondern wafad, und nicht david, sondern dawid heissen muss —, bildet aber immerhin eine Handhabe, nach der man sich richten kann. Man kann daraus erfahren, um einige Beispiele wahllos herauszugreifen, dass FiDP yossöf transkribiert wird und nicht josef, weil dies wie dschösef ausgesprochen werden müsste, dass der Buchstabe nicht einfach ausgelassen werden darf, sondern durch das Vorgesetzte Zeichen r dargestellt wird, z. B. eUazar, dass der Buchstabe J5 als q (ohne u!) erscheint (ya'aqöv, respL arab. ya'aqüb für Jakob), im Gegensatz zu g, das als k erscheint usw. All dies ist natürlich sehr leicht zu erfassen, und wer ein wenig Achtung vor der Sprache hat, und wer wünscht, dass seine Transkription verstanden werde, wird richtig transkribieren. Dann wird es nicht Vorkommen, dass ein Hotel in Tel-aviv allgemein „Hügel der Marmelade“ genannt wird, wiewohl est im Hebräischen „Hügel des Meeres“ g i^ fi heisst, sich aber als Tel-jam (statt tel-yam) transkribiert, was bei dem englischsprechenden Publikum stets Heiterkeit und Verwunderung anslöst, oder dass ein Restaurant, das auf Hebräisch richtig H 3 Üf ' der Strauss, sich nennt, in der Transkription plötzlich als Jana (sprich Dschana) statt ya’anah erscheint, was keineswegs Hebräisch ist und zu Verwechslungen mit einem zufällig in der Nähe wohnenden sefardischen Schneider namens Jana Anlass geben kann. (Der Judenstaat“ ist bekanntlich das Ziel der Revisionisten, nicht jedoch der Jewish Agency. Schriftleitung der C.-V.-Zeitung.) Der Aufsatz fährt dann fort: . . . „Der jüdische Teil befürchtet eine Majorisierung durch den arabischen Bevölkerungsteil und eine gesetzlich verankerte Bedrohung jüdischer Interessen in Palästina. Schliesslich befürchtet man in jüdischen Kreisen, dass der schon sehr stark fühlbare Antisemitismus im Orieut durch die Haltung der arabischen Vertreter im Legislative Council neuen Auftrieb erhalten könnte. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Juden sind noch in zu lebhafter Erinnerung, als dass man eine Wiederholung riskieren möchte.“ Der Kairoer Bericht schliesst: ... „Man sieht also, auch nach Veröffentlichung der englischen Vorschläge für ein palästinisches Parlament ist der Mandatsstaat noch weit entfernt von einer innenpolitischen Befriedigung, die, wie die Vergangenheit gezeigt hat, im Kompromiss kaum gefunden werden kann.“ Schlimmer aber als diese privaten Fehlleistungen, ist die oben angedeutete Verwilderung in der Schreibweise der semitischen Worte gerade in der jüdischen Presse, die doch tagtäglich damit zu tun hat Was ist zum Beispiel ein Matatedsch? Nach einigem Nachdenken kommt man vielleicht zum Ergebnis, vorausgesetzt, dass man etwas Hebräisch versteht, dass die Zeitung das satyrische Theater HtDKtSÖ (mat’ate: der Besen) meinte. Woher freilich das Schluss-J kommt, das wie dsch ausgesprochen werden müsste, ist unbegreiflich, da es im hebräischen Wortbild ja gar nicht vorkommt. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass das Zeichen i nicht mit dem das fayin bezeichnende Zeichen e verwechselt werden darf. i. stellt die durch ein Schewa * hervorgerufene Pausa vor dem Alif dar, die in der Aussprache sehr deutlich zu hören ist. Man könnte diese, zwar nicht in das Zentrum des jüdischen Lebens, aber doch immerhin in ein wichtiges Gebiet desselben eingreifenden Bemerkungen auf breiterer Basis fortsetzeu. Es ist aber nicht der Zweck dieser Notiz, ein System der. Transkription zu geben, sondern nur der, aufmerksam zu machen, dass Leichtfertigkeit in der Darstellung der Dinge ebensowenig am Platze ist wie in der Darstellung ihrer Namen, denn Transkription heisst Ueber-, aber nicht Andersschreibung. Die Literaturpreise der Bialik- Stiftung In feierliche Sitzung fand am 63. Geburtstage des verstorbenen Dichters Bialik die erste Prejsverteilung der von der Jewish Agency und vom Keren Hajessod errichteten Bialik-Stiftung statt. Die Stiftung dient der Förderung des hebräischen Schrifttums. In der Abteilung „Schöne Literatur“ erhielt den ersten Preis von 200 LP Salman S c h n e u r für seine „Waldgedichte“. Der zweite Preis von 100 LP wurde geteilt zwischen Avigdor Hameri, der für einen Band Gedichte, und zwischen Jakob Burla, der für einen Band Novellen ausgezeichnet wurde. In jeder Sektion wird ausser den Preisen für Originalwerke noch ein Preis für hebräische Uebersetzungen aus anderen Sprachen gewährt. In der Sektion der schönen Literatur erhielt diesen Preis der Dichter Saul Tschernichowski, der dieser Tage seinen 60. Geburtstag feierte und aus diesem Anlass Ehrenbürger von Tel-Aviv wurde, für die Uebertragung der Ilias des Homer. Den ersten Preis für wissenschaftliche Literatur in Höhe von 200 LP erhielt Professor Israel Davidson, New-York, für seinen Thesaurus der mittelalterlichen hebräischen Dichtung. In den zweiten Preis von 10Ö LP teilten sich der Dawar-Redakteur Michael Assaf für seine „Geschichte der Araber in Palästina“ und ChaimBar-Droma für seine geographischtopographische Studie über den „Negew“, den Süden Palästinas. Der Uebersetzungspreis dieser Gruppe wurde geteilt zwischen Alexander Scharr, der Herodot und Tacitus übersetzt hat, und Josef U r, der die philosophischen Essays von Locke und Hume ins Hebräische übertrug. In der Abteilung „Kinderliteratur“ erhielten Anda Pinke rli eld für ihre Kindergedichte und E lies er Smolle für eine Novelle aus der Pionierzeit je die Hälfte des Preises von 50 LP. Die Bi’alik-Stiftung hat jetzt eine Sammlung und Uebersetzung aller Quellen zur Geschichte der Juden in Palästina veranlasst. Mir empfehlen uns Ihnen BERLINER HANDWERK UND GEWERBE Horch 8 - Essex u.a. offen n. geschlossen, Std. o. Klmtjr. E. ROTHSCHILD, CI, 494». Bandagen Jahresabschlüsse. Ordnen rückständ. Bücher, Buchftthr. i. Abonnem., Lohnabrechnung usw. übernimmt Plessner W 30, Heübronner Str.5.8 6 Cornelius 1516 D HESS b''uvbhSnd.u.t.sihbmd.,pIaNluÜ- Diogerien > einig, nach Mafi u. Gipsabdruck, Gummistrflmpfe Orthopädie,eig.Werkstatt Lieferant sämtl. Kxankenkass. u.Behörd. Berlin N 24, Friedrichen*. 113 (am Oranienburger Tor). Dl Nord. 1442 Mitgl. der Jüdischen Gemeinde, Diana-Drogerie i'Ä L/ieterat ü C 0 Tiergarten 0554 Levetzowstr. 11a / Filiale: Jagowstr.5 Foto-Laboratorium / Spez. 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