Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 4 (23.1.1936)
- Date
- 1936-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Ernst Simon 2× ep/1009494
- Ahad Ha'am 1× ep/1026162
- Aharon Ibn Hayyim 1× ep/1010944
- Alex Bein 1× ep/1003319
- Egon Caesar Corti 1× ep/1025995
- Else Dormitzer 1× ep/1023180
- Franz Rosenzweig 1× ep/1004530
- Fritz Bamberger 1× ep/1023070
- Hans Kohn 1× ep/1000025
- Harry von Kessler 1× ep/1025228
- Henriette Herz 1× ep/1025122
- Israel Isidor Elyashev 1× ep/1043294
- Julius Bab 1× ep/1011035
- Kurt Zielenziger 1× ep/1015122
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Moses Hess 1× ep/1025124
- Paul Nathan 1× ep/1023795
- Peretz Hirschbein 1× ep/1011112
- Rahel Varnhagen 1× ep/1025716
- Salomon Maimon 1× ep/1000012
- Theodor Herzl 1× ep/1007316
- Walther Rathenau 1× ep/1025499
- Werner Sombart 1× ep/1026302
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26. Hermann Gerson: Werkleute. Ein Weg jüdischer Jugend. Berlin, Kedem-Verlag, 1935. Ein Aufsatz „Probleme jüdischer Erziehung bei west jüdischer Jugend“ zeigt, in der Grundhaltung von Buber und Rosenzweig beeindruckt, aus der Praxis heraus neue Wege, die besonders für die Erziehung in Bünden wichtig sind. D. Memoiren, Biographien, Monographien und Briefe (Jüdische Künstler s. u. V, E.) 1. Sammelwerke 27. Adolph Kokut: Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Bde 1—2. Leipzig 190011. 28. E. Dormitzer: Berühmte jüdische Frauen in Vergangenheit und Gegenwart. Berlin, Philo-Verlag,1925. 2. Jüdische Schicksale im Zeitalter des Ghettos und der Emanzipation 29. Glückei von Hameln: Denkwürdigkeiten. Herausgegeben von A. Feilchenfeld. S. u. II, 32. 30. Denkwürdigkeiten des Aron Isak (1730—1817). Herausgegeben von Z. Holm. Berlin, Heine-Bund, 1930. Der Petschierstecher Aron Isak war der erste Jude in Schweden. 31. Salomon Maimon: Geschichte des eigenen Lebens (1754—1800). S. u. II, 63. 32. Fritz Bamberger: Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns. S. u. II, 58. Weitere Literatur über M. s. u. II, 53—62. 33——34. Henriette Herz: s. u. 11,70 bis 71. 35. Rahel Varnhagen: Menschen untereinander. Herausgegeben von Bertha Badt. Berlin, Weltgeistbücher, 1928. 36. dies.: Ein Lebensbild aus ihren Briefen. 1799 — 1832. Herausgegeben von Kurt Moreck. München, Huth, 1923. 37. dies.: Die Rahel, Briefe und Tagebücher. Herausgegeben von A.Weigelt. Berlin, Ullstein, 1921. 38. dies.: Rahel und ihre Zeit. Briefe und Zeugnisse. Ausgewählt von Bertha Badt. München, Rentsch, 1912. 39—40. dies.: s. u. II, 72—73. 41. Julius Bab: Goethe und die Juden. Berlin, Philo-V erlag, 1926. In diesem Zusammenhang sehr wichtig. 3. Jüdische Führergestalten der Gegenwart (S. auch u. VIII.) 42. Schmarja Lenin: Kindheit im ExiL Berlin, Rowohlt, 1931. 43. ds.: Jugend in Aufruhr. Berlin, Rowohlt, 1933. Ein wesentliches autobiographisches Werk. 44. Alex Bein: Theodor Herzl. Wien, Fiva-V erlag, 1934. Eine mustergültige Biographie. 45. Ernst Simon: Chajjim Nachman Bialik. Eine Einführung in sein Leben und Werk (Schocken-Bücherei Nr. 37j38). Berlin, Schocken, 1935. Die erste zusammenfassende Monographie über Bialik. 46. Franz Rosenzweig: Briefe. Unter Mitwirkung von Ernst Simon ausgewählt und herausgegeben von Edith Rosenzweig. Berlin, Schocken,1935. In seinen Briefen enthüllt sich der ganze Reichtum und Ernst der ungewöhnlichen Persönlichkeit Rosenzweigs. 47. Hans Kohn: Martin Buber. Berlin, Schocken, 1930. Martin Buber wird hier in seiner europäischen und jüdischen Stellung zu erfassen gesucht. 4. Juden im politischen Leben Deutschlands 49. Rudolf Kaulla: Der Liberalismus und die deutschen Juden. Das Judentum als konservatives Element. München und Leipzig, Duncker & Humblot, 1928. Eine in diesem Zusammenhang kulturpolitisch wichtige Studie. 50. Fritz Friedlaender: Das Leben Gabriel Riessers. S. u. II, 76. 51. Gerhard Masur: Friedrich Julius Stahl. Geschichte seines Lebens, Aufstieg und Entfaltung (1802 bis 1840). Berlin, Mittler &Sohn,1930. 52. Hermann Oncken: Lassalle. Eine politische Biographie. 4. Auflage. Stuttgart und Berlin, Deutsche Verlagsanstalt, 1923. 53. Harry Graf Kessler: Walther Rathenau. Sein Leben und sein Werk. Berlin, Klemm, 1928. 54. Walther Rathenau: Briefe. Bde 1 bis 3. Dresden, Reissner, 1926128. 55. Emst Feder: Paul Nathan. Politik und Humanität. Ein Lebensbild. Berlin, Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, 1929. 5. Juden im Wirtschaf tsleben 56. Werner Sombart: Die Juden und das Wirtschaftsleben. 15. Tausend. München und Leipzig, Duncker & Humblot, 1927. 57. Kurt Zielenziger: Juden in der deutschenWirtschaft. Berlin, Heine- Bund, 1930. 58—59. Egon Cäsar Conte Corti: Der Aufstieg des Hauses Rothschild; Das Haus Rothschild in der Zeit seiner Blüte. S. u. II, 74—75. (Fortsetzung folgt) gemeinen blieben auch Zionistisch entschiedene Menschen Anwälte, Kaufleute und Aerzte und der Zionismus war nur in seltenen Fällen unmittelbar aus Auswanderung gerichtet — erweist sich heute die Wirklichkeit vielfach als ideenformende Macht: aus den praktischen Möglichkeiten der Palästinawanderung in allen ihren Formen wächst der Idee des Zionismus neue Unterstützung zu. Aber sofern diese Unterstützung nur die Ideologie einer Not ist, ist sie keine echte Kraftquelle. Sie trägt nur so weit wie die Aufnahmefähigkeit Palästinas wirklich Menschen Helsen kann. Sie rechnet scharf und knapp: Existenzrettung gegen politische Anerkennung, Zertifikat gegen Zionismus. In einem solchen Stadium gesteigerter Verantwortung der zionistischen Bewegung werden Bücher wie das von Böhm als Maßstäbe gebraucht. Wer sich hineinversenkt in die Ideengehalte, die da im Laufe der Geschichte investiert sind, der muß mitten in der sich überstürzenden Entwicklung wieder Abstand zu sich selbst gewinnen. Der muß geheilt werden, wenn der Erfolgstaumel ihn erfaßt haben sollte, und er muß wieder nüchtern sehen lernen. Das ist die große Aufgabe dieses zionistischen Standardwerks in unserer Zeit, das nach den eigenen Worten des Verfassers, für eine Generation geschrieben ist, „die die früheren Stadien der Bewegung nacherleben soll". Gegenüber dieser hohen immanenten Bedeutung des Buches als Träger der Idee inmitten einer Epoche des zionistischen Realismus wird die Anmeldung der notwendigen nicht-zionistischen Vorbehalte eine Angelegenheit minderer Wichtigkeit. Böhm ist Wissenschaftler, aber er ist selbstverständlich auch Zronist. Das zeigt sich als Widerspruch dann und wann, wenn das Temperament des politischen Aktivisten sich der kritisch wissenschaftlichen Zügelung entledigt und Parteidoktrinen schafft statt objektiver Erkenntnis. So gibt Böhm zwar eine Begriffsbestimmung der Assimilation als „einer natürlich bedingten, zwangsläufigen Tatsache", „der die Juden auch sehr viel Positives verdanken". Er zeichnet das Bewußtsein der assimilierten Juden als ein „Phänomen, das, soweit es in der ehrlichen Ueberzeugung... begründet ist, nicht zu einer moralischen Minderwertung berechtigt". Und er wendet sich schließlich in voller Uebereinstimmung mit unserem nie verleugneten Standpunkt gegen die Assimilation als ein Progranun, das zum „völligen Ausgehen der Juden unter den Völkern" führt. Er stellt (S. 24) den Zionismus in direkte Abhängigkeit von jener „Aenderung des inneren Wesens der Juden", das er als „typisches Ergebnis der Assimilation" bezeichnet und spricht freimütig aus (S. 31): „...so ist umgekehrt die zionistische Rückwendung zum Judenturrrgeschehen, nachdem die Juden sich aus der Moderne gewisie Elemente angeeignet haben, die im Judentum nicht oder nicht in derselben Gestalt enthalten waren". Er tut eindrucksvoll dar, daß der frühe zionistische Theoretiker Moses Heß von Hegel herkommt, daß Herzl ein europäischer Humanist, Buber ein „külturasstmilierter Westjude", und daß Gordon ohne Tolstoi und Dostojewski nicht zu denken ist. Aber diese positive Bewertung der Assimilation hindert ihn trotzdem nicht a. a. O. (S. 78) mit dem religiösen Liberalismus scharf ins Gericht zu gehen, indem er ihm vorwirft, „nichts als eine Assimilationserscheinung" naht sie wie zu jener Zeit, das nasie Gewand eng am Körper, die Brust so weiß wie Schnee, und Schritt um Schritt der Glieder lockendes Spiel. Aber so rot die Haarflammen glühen, so kalt blieb ihr Herz, klanglos tönte von dem Munde das alte eisige Lied: Mir blüht kein Rot auf Mund und Wang, Mein Herz durchströmt kein Blut... Es ist das „Präludium zu den großen Tragödien", die Henkerstochter und ihre Lippen — sie wecken das Spiel, die Engel, die nennen es Himmelsfreud, die Teufel, die nennen es Höllenleid, die Menschen, die nennen es — Liebe! Und was . . . was trägt sie im Arm? JfPs nicht das geheimnisvolle Hundertmordeschwert, vom Vater und Ahnen getragen? Fluch und Schimpf und Tod und Peru und niemand will ihr Geliebter sein, ich habe den Mund ihr geküßt. Schauer schlagen in Heines Brust, seine Hände krampfen sich um den Hals, aufspringt Catherine, ihm zu helfen, aber nein, es ist nichts, was weißt denn du . . . Kirchhossgrauen, düstere Todesnacht, Fluch und Verderben haften an ihr. Jetzt erst weiß ich's, was mich bisher hierher begleitet hat, armer Ritter Olaf, tausend Henker geistern durch meine Verse, von tausend Martern verströmt das Blut ... ich habe das Sefchen nicht erlösen können, da . . . sie verschwindet in der Hölle mit rotem Haar ... am liebsten wollt ich liegen mit Liebchen im Totenschrein, an's kalte Lieb mich schmiegen — der Tod macht alle rein. Und Heine hebt das Kinn und drückt sich hinter in die Kiffen: nicht weiter, genug! Und kann's doch nicht aus dem Kopse bringen das furchtbare, das entsetzenmachende Bild. Josepha, Scharsrichterstochter, erste, wache Liebe in Düffeldorf: „Ihr Haar war rot, ganz blutrot und hing in langen Locken bis über ihre Schultern herab, so daß sie dasselbe unter dem Kinn zusammenbinden konnte. Das gab ihr das Aussetzer^ Ä2 HM man ihr den Hals abgeschnitten und in roten Strömen quölle daraus hervor das Blut"... Ueber das Wasser, das die Flammen ertränkt, dahin gleiten die Boote, der Alsterpavillon taucht auf, in einer Kutsche mit galoniertem Diener fährt sie dahin: Amalie, Tochter des reichen Salomon, mit ihrem Mann. Aber auf dem Kutschbock sitzt noch einer, der hat ein Gesicht aus Knochen und die Sense hält er stolz in die Lust. Freund Christian Sethe stehe aus, zeige vor, was ich dir schrieb mit dem Blut meiner Seele — ich habe sie nicht geliebt, ha — ich wollte nur ihr Geld. Krämerherzen der Schacherstadt: Ihr wißPs nicht besser! Euch war ich der mittellose Poet, die verpfuschte Existenz, — wie durfte ich lieben!? Da — immer noch hat sie dies Gesicht, das mich verflucht hat und geschlagen: Lockung und Versprechen, dann Hohn und Spott, Herzkranken ist ihr Beruf, Demütigen ihre Leidenschaft, und die Blätter, die sie aus dem Wagen wirft, es sind die Lieder, die ich für sie gedichtet. Amalie Friedländer, geborene Heine aus Hamburg in der Diamanrenpracht, fort, fort, nur schnell! Die Hufe der Pferde klappern zum Totentanz, ich habe zuvrel gelitten um dich und doch gewonnen. „Der Faustschlag, der mich just ins Herz getroffen", wo goldne Wünsche waren, süßes Hoffen — er hat Leben erweckt und rauschende Melodie. Aber auch Haß, Haß, Haß — jetzt fährst du dahin, sei die Hölle dir gnädig, ich habe dich geliebt! Tausend Märchen werden von dieset Liebe erzählen, tausend Liebende haben sie vor sich hergesagt die versgewordenen Thränen, in Hamburg geweint ... ich mag nicht mehr, ich kann nicht mehr . . . fort, nur fort! Und da. . . noch eine, schön wie sie, zu spät entdeckt", die Kleine gleicht der Geliebten, besonders wenn sie lacht, sie hat dieselben Augen, die mich so elend gemacht" . . . Therese Heine, Schwester derner Schwester, es weiß es 'keiner, daß es für dich gedichtet ist. Einhundertsechzigmal ist es vertont worden, dein Lied; Du bist wie eine Blume« so hold« so schön und rein — du weißt es nicht, es geht dich nichts an> ich habe „die neue Torheit auf die alte gepropft", vorbei, dahin, vergeblich. Mer wenn dich drüben einer fragt im Schattenreich, sag's ihm: daß Heine dich geliebt . . . Und lachende Klänge verscheuchen den Tod. Bunt wirbelt lockender Tanz vorüber, Grisetten und Blondköpfe und winken ihm zu. Da . . . Lottchen von der Landwehr! . . . Da . . . die schöne Ferifette! Mit euch! Wartet! Vergeht mich nicht! Ach, sie ziehen weiter, holde Genien, übermütige Tänzer, Larven und Masken und klingendes Spiel! Die kleine Caroline Jaubert trippelt vorüber, herzliche Freundin bis zuletzt, die Belgiojoso, Princrpessa, ganz große Dame, verehrt, geliebt, umschwärmt, Friederike Robert, die Kalergi. „Pornare" . . . ach, sie alle begleiten den Totentanz, mit langen Bändern führen sie heran, was Traum ist und Leiden. Sie säumt, sie kommt nicht, sie weiß es ja kaum . . . Uebrig bleibt sie, Mathilde ist herausgegangen, die gute. Ich hatte ihre Hand, meine Todesblume, die kühle Hand meiner Mouche. Ueber die Kissen streicht er hin, die gute Hand, die letzte Wärme, das selige Vergessen ... Gleich, als du kamst damals, ach es war ein Winter nur, ein grausamer, ging es mir aus. „Wir sprachen nicht, jedoch mein Herz vernahm, was du verschwiegen dachtest im Gemüte." Zu spät, meine Geliebte, zu spät! Schreib es einmal und drücke dein Siegel heraus mit der kleinen Fliege darin, du warst meine lebte Freude, Elise Krienitz, Camilla Senden, Mouche ... (Fortsetzung folgt) Jüdischer Kulturbund Berlin. In „Grüne Felder" von Perez Hirschbein hat die Regie Fritz Jeßner. In den Hauptrollen sind beschäftigt: Jenny Schaffer, Lilly Kann, Ellen Moses, Gina Petruschka, Siegmund Nunberg, Herbert Grünbaum, Nicolai Eljaschoff, Berthold Segall, Fritz Lion. Erstaufführung: 1. Februar. zu sein. Der Wisienschaftler Böhm weiß, daß er historische Vorgänge zu erkennen, aber nicht zu bewerten hat; der Zionist Böhm jedoch steht unbeirrt und parteitreu gegen „Konsessionalisierung" und Reform. Derartige Einwendungen ließen sich noch mehr erheben, etwa in der Frage der Galutbejahung oder -Verneinung, der erstaunlich forsch und immer wieder behaupteten „Lösung der Judenfrage" durch den Zionismus, sowie der Leugnung einer direkten Abhängigkeit des Zionismus vom Erwachen der Nationen im 19. Jahrhundert. (Als ob die auf S. 32 angeführten Tatsachen, daß Haß, Pinsker und Herzl „die spezifische Eigenart der Judenfrage niemals mit dem Elementen der nationalen Bewegungen anderer unterdrückter Völker analogisiert" haben und daß Achad Haam es „ausdrücklich" ablehnte, „dre nationale Bewegung der Juden mit jener der damals geschichtslosen Nationen wie z. B. Slowenen, Litauer usw. in Parallele zu setzen" irgend etwas gegen die unbewußte Beeinflussung der zionistischen Anfänge durch zeitgemäße und zeitgebundene Ideen beweisen könnten!) Aber wir wollen absichtlich bei dieser Kritik nicht länger verharren. Sie erscheint uns unwichtig im Vergleich zu dem großen Verdienst, daß sich Verfasser und Verlag (Jüdischer Verlag, Berlin) mit der Neuschöpfung dieses großen Werkes erworben haben. Wir erwarten mit Spannung den zweiten Band, der bis in die Jetztzeit hineinführen wird. In ihm, der unmittelbar der Tagespolitik dienen wird, wird sich erst ganz erweisen, ob der aus der Vergangenheit gewonnene Maßstab der Idee auch dem Sturme gegenwärtigster Realitäten standhält. 13 Jahre Keren Hajeffod. Am 21. Januar veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinigung im Bach-Saal eine Jubiläumskundgebung anläßlich des 15jährigen Bestehens des Keren Hajeffod. Die Feier wurde von musikalischen Darbietungen des Chores von Chemja Winawer und des Kulturbundorchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Rosen st ock umrahmt, die stürmischen Beifall fanden. Präsident Roosevelt an aus gewanderte Gelehrte aus Deutschland Anläßlich des zweiten Jahresbanketts der „Universität im Exil", an der aus Deutschland ausgewanderte hervorragende Gelehrte wissenschastliche Fortbildungskurse für absolvierte Akademiker halten, richtete der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, an die Universität eine Grußbotschaft, in der er der Arbeit der Universität Erfolg wünscht und erklärt: „Freiheit für jedermann, Gott so zu verehren, wie sein Gewissen es ihm vorschreibt, bedingt politische, soziale und geistige Freiheit, die die Grundlage unseres nationalen Lebens ist." Henry Chassel, Hamburg, 60 Jahre alt Am 24. Januar vollendet Henry Chassel (Hamburg) fein 60. Lebensjahr. Seit fast einem Menschenalter ist der Jubilar in der gesamten jüdischen Welt als „Vater der Auswanderer" bekannt. Denn solange bekleidet er den wichtigen Posten eines Sekretärs des Hilssvereins der Juden in Deutschland in Hamburg, der letzten Fürsorge-, station für die Auswanderer. In der Betreuung der Auswanderer und Durchwanderer hat Henry Chassel hevorragendes geleistet und sich die stete Dankbarkeit seiner Pflegebefohlenen erworben. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Ein wertvolles Programm wurde von ausgezeichneten Künstlern vor einer besonders klugen, sachverständigen Hörerschar geboten: das war der Gesellschaftsabend der Berlrner Aerzte. zugunsten notleidender Kollegen veranstaltet. Opsersinn und traditionelle Vorliebe der Mediziner für Musik brachten übervolle Säle und damit ein erfreuliches finanzielles Ergebnis. Es wirkten vielgerühmte Musiker: Joseph und Boris Schwarz, Hermann Sch eh (von dem sehr musikalischen Dr. Hans Cohn begleitet). Paula Lindberg-Salomon (am Klavier: Rudolf Schwarz). Aparte Bearbeitungen jüdischer Volkslieder eines ganz Jungen fielen auf: Alfred G u t t m a n n konnte sich für den ersten öffentlichen Beifall seines Lebens persönlich bedanken. Besonders vermerkt sei das brillante Spiel der Pianistin Rosa Etkin, die ihrem Chopin bei allem Differenzieren und Temperament eine ruhige Breite, neben dem rhapsodischen einen epischen Zug gab. Ansprachen hielten Direktor Heinrich S ta h l und Dr. Kurt Singer. Zum heiteren Teil leitete Sanitätsrat Dr. Alfred P e h s e r mit einer Plauderei über verklungene Zeiten über, und am Schluß konnte Camilla Spira die sich schon zersplitternde Aufmerksamkeit noch einmal auf ihre Lieder konzentrieren. Nachher wurde getanzt, und manch würdiger Herr wurde für Stunden wieder zum „Aktiven". In einem der kulturellen Abende bei Weil trat Oberkantor Richard Cohn (Gleiwitz), der sein Konzert tags zuvor wegen Krankheit und schwerer Indisposition absagen mußte, wenigstens mit kantoralen Gesängen vor das Publikum. Trotz der deutlichen stimmlichen Behinderung fesselte eine schöne Stimme durch ihren schweren, breiten Klang, einen überzeugenden Vortrag und die kantoral freie Gestaltung, die sich trotz der sinfonisch verdichteten Begleitung durchsetzeg konnte. Hildegards L i n d t bestritt den musikalischen Hauptteil. Ein edles, reiches Sopranmaterial wird einem belebten, wenn auch nicht leidenschaftlichen Ausdruck dienstbar gemacht. So