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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-16 · 3 (16.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
3 (16.1.1936)
Date
1936-01-16
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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insgesamt unterrichtet. Also etwa 10 Prozent der Kinder, die die drei deutschen Schulen besucht haben, waren jüdischen Glaubens. Der Wunsch der jüdischen Eltern, ihren Kindern eine gute Schulbildung zuteil werden zu lassen, drückt sich zahlenmäßig darin deutlich aus, daß im Schuljahr 1906/07 6,5 Prozent aller Schulkinder Juden waren, und zwar 12,5 Prozent aller Knaben, die damals zur Schule gingen, und 4.8 Prozent aller Mädchen. Inzwischen haben auch die anderen Volksschichten ihre Kinder in immer größerem Umfange dem regelmäßigen Schulunterricht Zugeführt, und so ist allmählich der Prozentsatz der jüdischen Schüler erheblich Zurückgegangen. 1928 sind nunmehr noch 8,7 Prozent aller Schüler Kinder jüdischer Eltern. Eigentümlich sind hier die Unterschiede für die beiden Geschlechter: bei den Jungen ist der Prozentsatz der Juden etwa 1,2, unter den Mädchen dagegen säst dreimal so hoch, nämlich 3,5 Prozent. Die jüdische junge Generation in Aegypten wird in engstem Zusammenhang mit den Grundsätzen des Judentums erzogen. Davon zeugt die statistisch sestgestellte Tatsache, daß in den bestehenden zwanzig jüdisch-ägyptischen Arabiens Aufstieg Bemerkungen zu einem Buch Unter den Problemen des Palästina-Aufbaus steht die Arabersrage bekanntlich im Vordergrund. Für den Umfang und den Ertrag der jüdischen Kolonisation ist es von erheblicher Bedeutung, daß die einheimische arabische Bevölkerung Palästinas durch die Entstehung eines großarabischen Reiches — des Königreichs H e d s ch a s unter I b n Saud — einen mächtigen Rückhalt bekommen hat. Da der Werdegang jenes außerordentlichen Mannes, der zum Erwecker des Islams wurde, im allgemeinen nur sehr wenig bekannt ist, darf man es begrüßen, daß kürzlich über den wichtigen Gegenstand ein gut unterrichtendes Buch erschienen ist: Rupert D o n k a n, „Die Auferstehung Arabiens. Jbn Sauds Weg und Ziel". (Verlag Wilhelm Goldmann, Leipzig.) Die Wiedervereinigung Arabiens zu einer ansehnlichen Großmacht ist die gewaltige Leistung Jbn Sauds. Ungefähr seit Beginn unseres Jahrhunderts hat er, Abdul A s i s i b n Saud, in dreißigjähriger zäher Arbeit dieses Ziel erreicht. Sein Erfolg ist um so erstaunlicher, als er in jeder Beziehung der Ungunst des Schicksals abgetrotzt wurde. Denn Not und Schmach sind die politischen Jugendeindrücke Jbn Sauds gewesen. Sein Vater, Abdur Nahman, war von dem feindlichen Stamme der Dschammer aus seiner Hauptstadt in Nedsch, dem Kernland Arabiens, vertrieben worden und mußte sich in der Wüste kümmerlich verbergen. Die erste glänzende Tat seines Sohnes Jbn Saud bestand darin, daß er in tollkühnem Vorstoß die Hauptstadt des angestammten Herrschaftsgebietes Schulen etwa 6800 Kinder unterrichtet werden. Nach dem sozialen Zusammenhang ist es in dieser Richtung aufschlußreich, daß 4700 dieser Kinder Gratisunterricht erhielten und nur für 2100 von ihren Eltern Schulgeld entrichtet wurde. Aus der jüdischen Jugend wendet sich eine ausreichende Anzahl junger Menschen auch den pädagogischen Berufen zu, deren zukunststragende Wichtigkeit dies auch rechtfertigt. Im Schuljahr 1927/28 waren z. B. 260 jüdische Lehrer und Lehrerinnen im Schulwesen tätig; mit dieser Zahl sind die Juden in einem Umfange an der Lehrerschaft des Landes beteiligt, die sich aus der höheren Quote der jüdischen Schulkinder an deren Gesamtzahl erklärt und rechtfertigt. Ueber die W i r t s ch a s t s st r u k t u r der einzelnen Volksschichten gibt die amtliche Statistik leider keinen Aufschluß, doch ist zu vermuten, daß die Juden des Landes, insbesondere in den großen Hafenstädtenähnlich wie in Griechenland und der Türkei in allen Volksschichten, von den einfachsten körperlichen Berufen bis zu den schwierig st en geistigen vertreten sind. Dr. B, R—-as. zurückeroberte. Allmählich machte er das gesamte Nedsch seiner Herrschaft dienstbar. Ein eiserner, durch Fehlschläge ungebeugter Wille, ein scharfer Verstand und nüchterner politischer Wirklichkeit?- sinn sind seine Waffen. Den nächsten Stoß richtet er gegen den Scherisen Hussein von Mekka: er stößt diesen unfähigen Fürsten vom Throne, die heiligen Städte Mekka und Medina werden ihm untertan; er wird König von Hedschas. Nun dehnt er seine Herrschaft ostwärts bis zum Persischen Golfe hin aus. Noch in frischer Erinnerung ist der siegreiche Krieg, den er im Vorjahre gegen den Imam von Jemen führte. Seither ist er der unumstrittene Herrscher über die gesamte arabische Halbinsel. Ebenso bahnbrechend wie die Schaffung einer arabischen Zentralgewalt sind jedoch die Taten gewesen, die Jbn Saud auf innenpolitischem Gebiete — insbesondere auf dem Gebiet der Wirtschaft und der religiösen Reform—vollbracht hat. Sein Wirtschaftsprogramm schien ein beinah Unmögliches begehren zu wollen; durch eine konsequente und großzügige Siedlungspolitik wollte er seine nomadisierenden Beduinen, Menschen einer primitiven Stufe, zur Scholle zurücksühren, zu seßhaften Ackerbauern machen. Aus einfachen Hirten, ja schweifenden Wüstenräübern sollten ehrbare und arbeitsame Landleute werden. Zur Durchführung dieses gigantischen Planes war die Erschließung der ohnehin spärlichen Wasservorkommen des arabischen Landes unerläßlich. Zu diesem Zweck ries Jbn.Saud die sogenannte „Jchwan-Bewegung" ins Leben: mit Hilfe artesischer Bewässerungsregulierung werden zunächst Musterfarmen angelegt, die die Keimzellen für eine weitergreisende Besiedelung und Vodenkultivierung bilden sollen. Hiermit ist ein Merk in Angriff genommen, das die bisher zersplitterten und einander verfeindeten arabischen Stämme vor eine gemeinsame Aufgabe stellt, ein Werk, das, wenn es gelingt, in der Geschichte der arabischen Nation epochemachend sein wird. Daß es ungeheure Schwierigkeiten zu überwinden gilt, ist nur ein Beweis für die Größe des Unternehmens. Jbn Saud hat es ferner verstanden, die Triebkräfte der mohammedanischen Weltreligion in den Dienst feiner politischen Projekte zu stellen. Keineswegs darf ihm jedoch unterstellt werden, daß er, der kühle politische Rechner, die religiöse Begeistermrg seines Volkes zum Motor seiner irdischen ZMe herabgewürdigt habe. Denn die saudische Dynastie, die er zu neuem Glanze emporgehoben hat, ist von jeher in den strengen Bahnen der wahabitischen Tradition gewandelt. Die Wahabiten stellen innerhalb des Islams eine strenggläubige Reformbewegung dar, die auf Rückkehr zum Ritual — unbedingte Befolgung der Vorschriften des Koran — und auf Wiederherstellung der Reinheit der Lehre des Propheten dringt. Daher ist Jbn Saud nicht nur im hohen Stile Diplomat und Staatsmann, sondern nicht zuletzt religiöser Reformator: unter seiner Schirmherrschaft haben die Pilgerzüge nach Mekka und Medina, den heiligen Städten, eine ungeheuere Ausdehnung erfahren. Die gesamte mohammedanische Welt blickt heute voll Stolz auf den König von Hedschas, der — nachdem durch den Sturz des türkischen Sultanats das Kalifat vakant geworden ist — den Rang und die Wertgeltung eines arabischen Kalifen genießt. Aus einem mißachteten Wüstenhäuptling ist Jbn Saud zu einem allgemein anerkannten Faktor der Weltpolitik geworden. Aus dem Wege von Aegypten nach Indien — den wesentlichen Gliedern des britischen Reichskörpers — ist eine neue Großmacht entstanden. Es nimmt daher nicht wunder, daß England sich gegenwärtig bemüht, den bestehenden Freundschaftsvertrag mit Jbn Saud zu erneuern. Nicht minder wichtig ist die außenpolitische Annäherung zwischen Hedschas und dem stammesverwandten arabischen Königreich Irak. Erst kürzlich hat die freilich noch nicht bestätigte Nachricht vom Abschluß eines Freundschaftsvertrages zwischen Jbn Saud und dem Negus von Abessinnen einen ungeheueren Widerhall in der Weltöffentlichkeit gefunden. Im Rahmen der großarabischen Bewegung stellt Jbn Saud den stärksten Aktivposten dar, ein Umstand, der bei der Erörterung der jüdisch-arabischen Problematik gebührend berücksichtigt werden muß. vr. F. F. Die Bibel im Film Vor kurzem hat eine amerikanische Filmgesellschaft den kühnen Versuch unternommen, den biblischen Bericht über die sechs Schöpfungstage sowie das Leben der ersten Menschen im Paradiese zu verfilmen. Die Vorführung dieses Pargdies- Filmes wurde jedoch von den amerikanischen Behörden ohne Vorbehalt verboten, weil er in seiner krassen Darstellung der biblischen Wunder geeignet sei, die religiösen Gefühle der Zuschauer zu verletzen. Es ist nicht das erste Mal, daß der Schöp-i fungsbericht der Bibel verfilmt wurde. Vor Khren schon hat eine Filmgesellschaft in Los Angeles einen Monumentalfilm hergestellt, der getreu nach der biblischen Urkunde alle Phasen der Welterschaffung in wundervollen Bildern abrollen ließ. Da konnte man in knappen sechs Viertelstunden alles das sehen, was in sechs vollen Schöpsungstagen zustande gebracht worden ist. Man sah, wie Himmel und Erde aus dem Chaos hervorgingen und wie sich das Licht von der Finsternis und das Trockene von den Gewässern schied, man sah aus der Erde das Gras aufgehen und Kraut und fruchtbare Bäume wachsen und im Wasser die großen Walfische sich regen, und unter dem Himmel allerlei gefiedertes Gevögel, und dann, wie aus Erdenstaub der Mensch geschaffen wurde und das aus der Rippe des Atannes, und schließlich wie das erste Menschenpaar im Garten Eden lustwandelte — kurz, man sah alles, wie es in der Schrift beschrieben ist. Aus alledem, was ein solcher Monumentalfilm zu zeigen vermochte, war klar zu ersehen, welche großartigen Perspektiven der biblische Stofs für den Film erösfnete. Auch der letzthin in Amerika verbotene „Päradies"-Film beweist, daß sich der Film auch in jene Regionen wagen 'darf, wo selbst die in fernste Ferne schweifende Phantasie des Dichters Halt macht. Es ist bezeichnend, daß seit Klopstocks Trauerspiel „Der Tod Adams" bis auf Borngräbers Drama „Die ersten Menschen" die Dichter die Geschichte des ersten Menschenpaares immer erst nach der Vertreibung aus dem Paradiese behandelt haben. Die bildhaften Wunder — das ist es, was bei der Verfilmung der biblischen Stoffe hauptsächlich in Betracht kommt. Der Film, vielfach auf das Spannende und Wunderbare eingestellt, greift bei Behandlung eines biblischen Stoffes zumeist nur das Wunder heraus, ihm ist es ein leichtes, auch das biblische Wunder in den flimmernden Lichtkreis zu stellen. Darin leistet der Film ganz Außerordentliches: er wirst die biblischen Wunderdinge malerisch aus die Leinwand und hebt mit Prachtbildern die Gesetze der Natur auf. Der Anfang des biblischen Filmes ist seit langem gemacht. Wenn ich mich recht erinnere, war die Geschichte Simsons mit den Philistern der erste Bibelfilm, der über die Leinwand rollte. In der Folgezeit wurden auch andere wunder- und bilderreiche biblische Filme in den Lichtspielhäusern vorgeführt. Die zwei prächtigsten Bibelfilme waren „Die zehn Gebote" und „Die Sklavenkönigin". Namentlich das letztgenannte Filmstück überbot alles bisher auf diesem Gebiete Gelei-! stete. 8. Meiseis. : A. Möbelt ra nsporte, U m x ü ge. Lag er hä user, $ pezia lität: Ausland Palästina - Amt empfohlen. . Ubersee Berlin-Wilmersdorf Wilhelm saue 3 6 Tel.: H 6 7236. Gegr. 1851 ll ii’ empfehlen uns Ihnen BERLINER HANDWERK UND GEWERBE Aufzüge Ernst Fischer ifahrstuhlfabrik W M, Kuliuimcher Strasse 6 4 Bäv, 7881/52, Naohtwf: G 3 Uchterf.77! Bepmaturen jeder Art, Pflege, Fahrstuhl seile Lieferant u,Mlt0l.d.Jlld.Gern. Auto-Zubehör Autoreifen Autozubehör Tullcaniaier-Anstalt, 81mtl. renommis Fabrikate sowie grosse Auswahl in brauchten und neugumm. Reif Gleltslcherverfahren schnellst and billigst R. Herzlinger, Berlin H S4, Elsässer Strasse D S Weidendamm SSSS. 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