Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 3 (16.1.1936)
- Date
- 1936-01-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 » 1. Beiblatt 16. Januar 1936 Schabbat in Durch eine freundliche Einladung von Hugo N o f e n t h a l, dem Leiter des Landschulheims in Herrlingen bei Ulm an der Donau, hatte ich Gelegenheit, einige Tage in der Gemeinschaft seines Heimes zu verbringen. Ich glaube ihm für dieses Erleben nicht besser danken zu können als mit der Schilderung des Schabbats, den ich in dem hoch oben am Rande der Schwäbischen Alb gelegenen prachtvollen Hause verleben durfte: denn im Mittelpunkt des Geschehens steht dort der Schabbat. Noch ist Freitag; der Vormittag verläuft wie die Vormittage aller Werktage: Fünf Minuten vor sieben Uhr wird geweckt, und niemand kann sich überlegen, ob er schon aufstehen will oder nicht, denn um Punkt (wirklich: Punkt!) sieben startet der viertelstündige Waldlauf, an dem keiner mehr teilnchmen-darf, der auch nur mit einer halben Minute Verspätung einlüust. So angenehm erfrischend ist der Lauf durch den herrlichen, tief verschneiten Wald, daß diese Bestimmung in der Tat eine schmerzliche Strafe für alle Langschläfer und Faulpelze darstellt. Nach acht — wenn die Kinder gefrühstückt und ihre Zimmer aufgeräumt haben — beginnt der Unterricht. Dem Lehrplan nach ist der Unterricht der der Ober-Realschule; die neueren Sprachen und die Naturwissenschaften nehmen einen ersten Platz in dem Lernbetricb des Landschulheimes ein. In zwei Richtungen unterscheidet sich schon äußerlich der Unterricht sowohl bei den Kleinen, die den Unterricht der Grundschule besuchen, wie auch bei den Schülern der höheren Schule von dem der allgemeinen Schulen: zum ersten ist es eine jüdische Schule, die bewußt jüdische Erziehung vermittelt. Hebräischer Unterricht, der den Kindern gleichermaßen alt-jüdisches Geistesgut, wie auch das des jungen Landes zu erschließen bestrebt ist, wird vielstündig betrieben. In besonderen Stunden wird den jungen Menschen jüdische Geschichte und allgemeine Judentumskunde (Religionsgeschichte, Volkskunde und Palästinakunde) vermittelt. Als zweites Kennzeichen sei die praktische Schulung erwähnt: der Werkunterricht und die Beschäftigung im Garten, in der Waschküche und im Bügelzimmer. Zehn Morgen groß sind die Garten- und Waldgrundstücke, die zu den vier Häusern des Landschulheims Herrlingen gehören: dort ist Gelegenheit geboten, Garten-, Geflügel- und Hauswirtschaft unter geschulter Anleitung zu erlernen und in dem lichten Werkraum, der eine vollständige Tischlerei- und Buchbinderei-Einrichtung besitzt, wird ernsthaft der Weg zum Handwerk gewiesen. So verläuft der Vormittag: ernst und angespannt werden die Kinder beschäftigt, aber gesund und abwechselungsreich ist die stete Folge von geistiger, körperlicher und praktischer Schulung. Der Vornüttag geht zu Ende, und weil es Freitag ist, damit auch schon der Unterricht des Tages überhaupt. Tie Mittagsstunden und die des Nachmittags sind der Rüstung von Haus und Menschen zum Schabbat gewidmet. Während die Jungen hinausziehen, um Tannengrün zum Schmuck der sabbatlichen Tafel einzusammeln, sind die Mädchen daran, mit Putzkübel und Besen das Herrlingen Haus in allen Stockwerken gründlich zu säubern. Der Erfolg bleibt nicht aus: wenn die Nebel ins Tal der Blau sinken und sich die Hausfrau segnend über die Sabbatlichter beugt, steht das ganze Haus blitzblank da. — „L'cha dödi . . ." — die alte Weise steigt auf: in Herrlingen hält der Schabbat seinen Einzug. Der Gottesdienst hält sich nicht starr an die überlieferte Liturgie. Freilich werden die Hauptgebete daraus entnommen, aber sie werden durch Belehrung und Zwiesprache unterbrochen. Vom Wesen des jüdischen Jahres, von den Anfängen der Gotteserkenntnis und von manchem schönen altjüdischen Midrasch war in jenen Stunden, die ich in Herrlingen verbringen durfte, die Rede. Im Wechsel- und im gemeinsamen Gesang erklingen die alten Festesweisen. Schwer lassen sich die Stunden der Feier schildern: denn was hier in jugendfrischen Keimen vor uns liegt, — das ist werdende jüdische Gemeinschaft, deren Kennzeichen und Wesen wir nicht durch abstrakte Definitionen einfangen wollen. Nicht über oder neben dem Leben steht hier das jüdische Geschehen: jüdisches Wissen und jüdisches Fest verwachsen hier unzertrennlich mit dem übrigen Leben des Schulheimes. Und das Geschehen des Schabbats,. von denen kein einzelner aus der Kette seiner Vorgänger und Nachfolger zu nehmen ist, findet hier noch einen besonderen Sinn. Mählich, aber ernst und sicher sind die Kinder, die meist aus einer dem Judentum sehr entfremdeten Umwelt stammen, wieder zu jüdischem Wissen und jüdischem Leben zu führen. An diesem Bau: Weg zu Jüdischem und Weg zur Gemeinschaft ist . jeder Schabbat ein neuer fester Baustein. Stetig, aber unauffällig wird bei diesen Feierstunden auch der Weg zum Hebräischen gegangen, wenn immer mehr die Gebete in deutscher Sprache durch den klassischen Urtext ersetzt werden. Und spielend: nein, feiernd wird auch in den Sprachschatz und das Geistesgut unserer Gemeinschaft eingedrungen, wenn man noch lauge Zeit bei den Semirot, den sabbatlichen Liedern nach Tisch vereint bleibt. Kernstück des wieder von Gebet, Gesang und Zwiesprache umrahmten Gottesdienstes am Schabbatmorgen ist die Vorlesung des Wochenabschnittes. Noch ist es notwendig, ihn den Kindern in der Uebersetzung zu vermitteln: aber in nicht ferner, Zukunft wird es schon den Kindern gegeben sein, das Wort des Urtextes der Schrift zu vernehmen und zu verstehen. Gegen elf Uhr schließt der morgendliche Gottesdienst. Doch Schabbatstimmung bleibt im Haus. Einige Stunden der Besinnung und der Muße herrschen nun; ganz nach Gefallen können sich die Kinder zu stiller Zwiesprache mit einem Buch oder zu einem Spaziergang über die Hügel und Felder zurückziehen. Erst, wenn die Sonne sinkt, hebt noch eine Stunde gemeinsamer Einkehr an. Gute Musik oder gemeinsame Lektüre eines schonen Bnches vereint die Aelteren beim „Oneg Schabbat". Veit verteilten Rollen las man an dem Schabbat, dem ich beiwohnte, Shakespeares „Kaufmann von Venedig", um daran die Gestalt des Shylok zu erörtern; Tolstoische Novellen hatte man am Schabbat vorher gelesen und besprochen. Und wenn so auch keineswegs rein-jüdisch-religiöse Themen im engsten Sinne des Wortes Gegenstand des Oneg Schabbat sind, so steht man doch bei all diesen Stunden gemeinsamen Erlebens mit beiden Füßen fest im Jüdischen verwurzelt, aufgeschlossen der weiten Welt, ihrer Schönheit und ihrem Leid. Das Erleben der wundersam-deutschen Landschaft in diesem gottgesegneten Fleckchen Land zwischen dem Münster von Ulm und Blaubeuren, allwo die schöne Lau austauchte, rundet den Tag. Der Schabbat geht zu Ende; im Kreise der Hausgemeinschaft spricht Hugo Rosenthal die uralten Worte der Habdala, in den Wein taucht er die Kerze, „daß es knistert und erlischt": ein neuer Werk- und Arbeitstag bricht im Landschul- Winterhilfe im Reich Zick-Zack-Reise durch Deutschland: aus dem westfälischen Industriegebiet mit den flammenden Hochöfen zur Größe und Weite des Rheins und wieder hinein in die Heimlichkeit fränkischer Städte, durch Sachsen zu den verschneiten Bergen im Harz und endlich wieder zurück in die großen Ebenen der Landschaft um Berlin. — Wohin man auch heute zu jüdischen Menschen kommt: überall nimmt das große Werk der Winterhilfe in den Köpfen und Herzen großen Raum ein. In dem einen Haus auf dem Tisch steht eine blaue Büchse mit dem weißen Stern, in dem andern liegen dort Zuteilungs- und Empfangsscheine für Spenden — da hat ein Anwalt seine halbe Kanzlei zum Büro eines Bezirksobmanns umgewandelt, dort eine Hausfrau das größte Zimmer ihrer Wohnung zum Sammelplatz der Pfundspenden — in den großen Städten hat die jüdische Gemeinde oder eine Organisation die Kleiderkammer übernommen, in einem kleinen Ort hat ein jüdischer Geschäftsinhaber einen Lagerraum dazu bereitet — hier ist ein Postscheckkonto, auf das Geldbeträge überwiesen werden, an anderer Stelle schicken die wenigen Mitglieder einer Kleingemeinde ihre Spenden direkt dem Gemeindevorsteher, den sie alle gut kennen und der die kleine Mehrarbeit gern leistet, und wieder woanders, in einer kleinen Stadt, bitten die Bedürftigen um Kleidungsstücke von außerhalb, da jeder den Mantel des anderen kennt; Gebende und Nehmende — alle eint das große Band der Hilfe. Die Organisation, die sich an die amtlichen Richtlinien hält, ist natürlich im ganzen Reich die gleiche. Besonderheiten in der Durchführung liegen jedoch im Unterschied der Menschen in den einzelnen Landschaften begründet. Es ist durchaus verständlich, wenn einem der Leiter des Werkes in einer mittleren Stadt des Rheinlandes sagt: „Wir können uns nicht immer ganz genau an die Angaben der Berliner Zentrale halten, denn wir leben unter ganz anderen Bedingungen; manche --V Herz-Schuhe geniessen seit 75 Jahren Weitruf Niederlagen auf allen Plätzen heim Herrlingen an. Unser kurzer Urlaub hat sein Ende gesunden. Und während wir unter dem ausgestirnten Himmel hinunter ins Tal schreiten, festigt sich in uns die Erkenntnis: dort oben steht ein jüdisches Haus, fähig und berufen, unsere Jugend zu bilden — zu starken Menschen, zu guten Juden. Laus Lamm (München). Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse bei Petenten, die in Berlin natürlich absolut notwendig ist, kann bei uns wegfallen, da wir die Leute alle sehr gut kennen; die Kenntnis der Lage erfordert bei uns auch eine gewisse Elastizität im Verteilen; eine Buchführung, für die Kleingemeinden wäre uns recht erwünscht, da das Berliner Verfahren für hier zu kompliziert ist. Wir haben wohl eine Dachorganisation aller Wohltätigkeitsvereine, die sich wöchentlich die Namen der zu Betreuenden gegenseitig aufgeben, aber es wäre für uns unzweckmäßig, die Arbeit der einzelnen Vereine deswegen ganz fallen zu lassen: denn es ist bei den Menschen der Provinz doch so, daß durch mehrere Vereine — durch mehrere Vorstände, wenn Sie wollen! — auch mehr Geld einkommt." In einer Stadt hat man das jüdische Museum, Abteilung Vorhangssammlung, teilweise ausgeräumt und, wo sonst Totenstille herrschte zwischen den altehrwürdigen Kultgeräten und den verträumt schimmernden Decken und Vorhängen^ dort ist jetzt kraftvolles Leben der Tat eingezogen, wenn die Leute vom Land mit ihren schweren Stiefeln ankommen, um die Spenden der Hilfe in Empfang zu nehmen; erscheint z. B. ein Vater mit sechs Kindern, da gibt es schon was zu verteilen. Zu dem Vorstand der Winterhilfe einer größeren Stadt kamen zwei Jungens, 10 Jahre alt ungefähr. Sie brachten ein großes Brett mit, auf dem ein Biogen Dovid gezeichnet war, und baten um die Genehmigung, nageln lassen zu dürfen. Sie wurde erteilt und jetzt stehen die beiden mit ihrem Brett am Eingang zu jedem Saal, wo eine jüdische Veranstaltung stattfindet, auch bei Hausveranstaltungen und das Einhämmern der schwarzen und goldenen Nägel gibt den Auftakt zu allem künstlerischen und kulturellen Beginnen. Nach ganz kurzer Zeit lieferten die Jungens schon einen größeren Betrag ab, und wahrscheinlich konnten sie inzwischen schon mit dem Nageln des zweiten Brettes beginnen. Hilde Marx Die jüdische Ulinterhilfe Von Walther Victor Die erste Nacht Es ist Montag, der 11. Februar des Jahres 1856. Ter Abend ist kalt, draußen gießt es in Strömen. Das nicht endende Aufplatschen des Regens stört entsetzlich. Aus dem Balkon, der sich um das oberste Stockwerk des Hauses Avenue Matignon Nr. 3 zieht, trommelt er dumpf, aus den Blechrinnen, durch die das Wasser herabstürzt, Heller. Der Angrifs des Wetters auf seine Nerven macht den Alaun im verdunkelten Zinuner ungeduldig. Ruhe, — das ist nun seit Jahren sein erstes Begehren. Schon in der Rue d'Amsterdam hat er unter dem Dache gehaust, damit keine Schritte über ihm Wohnender ihn belästigen, niemand wohnt in der Stube neben ihm, man spricht in seinem Zimmer tonlos, und Mathilde hat ihr Gemach am anderen Ende des Korridors: sie soll mit Pauline schmatzen können, so viel und so laut sie will. Selten fährt ein Wagen vorüber, klappern Hufe die Straße entlang. Wer fährt auch heute durch die Champs Elysees, wer dem Are de Triomphe entgegen, ins Bois de Boulogne hinaus? Er hat es sich so schön gedacht, hier, unter dem Zeltdach der Veranda, inmitten von Blumen, zu lagern, herabzuschauen aus das große Leben der Welt! Der Sommer ist vergessen, er wird keinen mehr erleben, ein einziges Mal gerade war er draußen aus dem Balkon. . . . Im Lehnstuhl sitzt, die Hände gefaltet, unbewegt Catherine Bourlois, die Pflegerin, und blickt auf das Lager herab, das sich vor ihr breitet. Es ist ein niedriges Bett, fast zu ehener Erde, aber mehrere Matratzen machen es weich. Heine liegt auf erhöhtem Kopfkissen, bis an die Brust bedeckt. Weiß leuchtet sein Gesicht aus dem Dunkel: der Wandschirm schützt ihn vor jeder letzten Helle, die an den Gardinen vorbei etwa ins Zimmer dringt. Ein Strahl der von Laternen unterbrochenen Dämmerung liegt quer über dem Kupferstich „Die Schnitter", der an der Wand hängt. Gespenstisch streicht das fahle Licht über den Schreibtisch hin, der der Tür gegenübersteht, spiegelt sich in der Medizinslasche, dem Glas, dem silbernen Lössel. Die Tropfen hat Dr. Grübt) verschrieben, aber jeder Versuch, dem Kranken davon einzuslötzen, ist für Catherine eine Prüfung. Er glaubt nicht mehr an Heilung, nicht an Besserung, der da liegt. Sein Gesicht ist wie Marmor, die bleiche Hand, so edel geformt und zart, aus der Decke bewegt den Schreibstift: einziges Leben in dem Körper, dessen untere Hälfte schon gestorben ist, dessen linke Seite fast ganz gelähmt, der aber einen Geist birgt, wach und selbst in dieser Stunde der einbrechenden Nacht lebendig. Und doch haben die Tropfen geholfen, die Atemnot hat nachgelassen, der Brustkramps sich heute nicht wiederholt. Jetzt scheint es, als bewege sich Heine. Will er etwas? Vom Stuhle ein Papier? Unmcrklich fast zucken die blassen Lippen, Catherine kennt das: der Dichter arbeitet, da der Schlaf ihn meidet. Aber es ist nur der Regen, der ihn stört. Eine Carosse lärmt vorüber. Hält in der Nähe des Palais Bourbon. Meuschenstimmen hallen herauf. „So ein durchwegs gesunder Mensch ist auch ein halbes Tier. . . .!", denkt Heine. Und von da zu den Memoiren, die er noch beenden wird, ist es nicht weit. . „Ich halte sie, weder tot noch lebendig können sie mir jetzt entschlüpfen, Wer es gewagt hat, sich an mir zu vergreifen, kann sich freuen, wenn er diese Zeilen liest. Heine stirbt nicht wie der erste Beste, und die Krallen des Tigers werden auch noch nach dem Tode des Tigers zerfleischen." Seine Gedanken sind bei den Blättern, die die Schatulle neben seinem Bette birgt. Es sind die letzten Waffen für Mathilde, wenn er nicht mehr ist, und man ihr nehmen wollte, was ihr zusteht. Der Wortbruch des Onkels, der die in die Hand versprochene Lebensrente im Testament zu entziehen versuchte, hat ihn mit dem Schlagansall in die Matratzengruft gestürzt. Jetzt ist nur noch wenig zu tun, dann hat er ausgesorgt für Mathilde. Solange noch einer von den Hamburgern zahlen kann, wird er den Druck verhindern. Und Mathilde wird es gut haben, Mathilde, das unschuldige Kind! Gewiß, um diese Stunde schläft sie schon und träumt selig. Frieden huscht über das matt zurückgelehnte Gesicht. Sie weiß nichts von mir, aber ich bin glücklich dabei. Sie spielt sich durchs Leben, aber ich liebe sie so wie sie ist. Sie ahnt nicht, daß es zu Ende geht, aber ich bin ihr Alles! Einundzwanzig Jahre glücklich mit einer Frau zusammen,-— welcher Dichter kann das außer mir behaupten? Vielleicht war es nur so, weil sie mich nahm, wie ich war, und ich sie so ließ, wie sie mußte. Sie schläft und es ist gut so. Hätte ich sonst Ruhe? Sie soll nichts wissen von dieser letzten Qual! Hätte ich nur neulich geschwiegen! Ich lese es schon bei irgendeinem derer, die nicht schweigen können, das mit der Katze. „Ach, was war das gestern wieder für eine Nacht! " rief er eines Morgens. „Ich habe kein Auge zumachen können. Wir haben ein Unglück im Hause gehabt: die Katze ist vom Kamin herabgesallen und hat sich das rechte Ohr aufgeschunden. Sie hat sogar ein bißchen geblutet. Da war der Jammer groß! Meine gute Mathilde ist ausgeblieben und hat der Katze die ganze Nacht hindurch kalte Umschläge aufgelegt. Meinethalben hat sie noch nie gewacht. . ." Meinethalben sollte sie nicht wachen, ich habe es doch nur für sie all die Jahre ertragen! Mathilde Crescent Heine, geb. Mirat Archiv Sonnenfeld MW Wie oft bin ich durch diese feste, Helle Stimme ins Leben zurückgerusen worden! Welche Freude ihr Plaudern! Und selbst Cocotte! „Hätte ich nicht Frau und Papagei gehabt, ich würde — Gott verzeih mir die Sünde, Wenns eine ist — ich würde wie ein Römer diesen schlechten brustglucksenden Nächten und dieser ganzen Misere jählings ein Ende gemacht haben. . . . Sie hat mir geholfen, diese schmerzliche Bürde' zu ertragen. die ich gewiß abgeworfen hätte, wenn ich alleiy .gewesen wäre. . < „ Meine Ma-