Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 2 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 * 5. Beiblatt 9. Januar 1936 Palästinas Wirtschaft Von unserem Palästi Eine Programmrede des Präses der Handelskammer Tel-Aviv-Jaffa Es ist bereits Tradition in Palästina, dass gegen Ende des bürgerlichen Jahres die jüdische Handelskammer Tel-Aviv-Jaffa ihre Jahresversammlung abhält und dass bei dieser Gelegenheit der Präses der Kammer, 8. Hohen, Generaldirektor der Anglo-Palestine-Bank, eine grosse Programmrede hält. In der gegenwärtigen Zeit der Spannung und Unklarheit auk vielen Gebieten wurden diese Ausführungen natürlich besonders beachtet. Auch H o f j e n ging aus von der Feststellung, dass sich durch die stürmische Entwicklung der letzten Jahre das Fundament des jüdischen Nationalheims in Palästina gewaltig verstärkt hat und dass die jüdische Wirtschaft mit ganz anderen Kräften und Reserven als etwa 1926 der Zukunft ins Auge sehen kann. Aus den interessanten Zahlen, die er als Beweis für diese Behauptung anführte, seien nur zwei Reihen wiedergegeben. Er vergleicht die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der Einfuhr und des Stromverbrauches in England und Palästina und kommt dabei zu folgender Gegenüberstellung: Entwicklung des England Palästina Stromverbrauchs 1934 1935 1934 193o (1931 — 100) 125 134 395 573 des Imports (1928 - 100) 62 60 208 255 Die Tabelle zeigt z. B., dass Englands Einfuhr noch immer um 40 Prozent kleiner ist als vor der Weltkrise, Palästinas Import aber 2Vsmal so gross. „Wir haben allen Grund zu der Erwartung — folgert Hohen — dass unser Land aus den Schwierigkeiten der letzten Monate ohne ernsten Schaden herausfinden wird.“ Die allgemeine Linie der Entwicklung geht weiter aufwärts. Aber der Redner beschränkte sich nicht auf die Feststellung und Deutung von Tatsachen und Zahlen, und begnügte sich auch nicht mit kritischen Bemerkungen über die Zoll- und Verkehrspolitik der Regierung. Und mehr als irgend ein. allgemeiner Ueberblick dürfte es zum Verständnis der heutigen Lage beitragen, wenn man drei bestimmte Punkte aus den Ausführungen Direktor Hofjens herausgreift und näher beleuchtet Am interessantesten ist ein Abschnitt der Rede, bei dem man es dem Redner jedenfalls zum Verdienst anrechnen muss, dass er von so autoritativer Stelle überhaupt auf eine bestimmte Problematik hingewiesen hat, wenn man auch seiner Stellungnahme nicht in allen Einzelheiten zustimmen muss. Seine kritischen Bemerkungen zur Kreditpolitik verdienen vollständig wiedergegeben zu werden: „Zweifellos sind unserer Wirtschaft Kredite in zu liberaler Weise gewährt worden. Nachdem die exportierenden Länder entdeckt hatten, dass Palästina einen weiten Markt bietet und dass die palästinensischen Importeure Die älteste Bibel-Handschrift der Welt In einer dämmrigen kleinen Synagoge zu Nablus in Samaria ruht iii der mit einem Vorhang verschlossenen Tora-Nische. die älteste Bibelhandschrift der Welt, die von der samaritischen Gemeinde als. grösster Schatz bewahrt wird. „Abischäs Rolle“ wird diese berühmte Reliquie genannt, die in einer hebräischen Niederschrift des Pentateuch besteht. Sie führt ihren Namen daher, dass sie von Abischa, dem Urenkel Aarons, geschrieben sein soll, 13 Jahre nachdem die Kinder Israel von dem , Lande Kanaan Besitz genommen hatten. Merkwürdiger Weise ist bisher dieses Manuskript vpn der Forschung wenig beachtet worden. Nur ein paar abendländische Gelehrte haben es überhaupt gesehen. Die Aufmerksamkeit der Wissenschaft wird nunmehr auf dieses heilige Dokument gelenkt durch eine Entdeckung, die der Professor für semitische Sprachen und Literatur au der Universität Manchester, Dr. Edward Robert s b n , in der Sammlung samaritischer Handschriften gemacht hat, die von dem EarlofCr awf.o rd seinerzeit zusammengebracht wurden und jetzt sich im Besitz der bekannten* John Rylands-Bibliothek zu Manchester befinden. Es bandelt sich dabei um drei arabische Aufzeichnungen, die Besch reibungen der Rolle durch verschiedene samäritiscbe 'Gelehrte zü verschiedenen Zeitpunkten aus den letzten 200 Jahren enthalten. In einer Abhandlung, die Professor Robertson in dem neuesten Bulletin der John Rylands-Bibliothek veröffentlicht, stellt er zunächst fest, es sei allgemein anerkannt, dass die Samariter eine einzigartige Bibelhandschrift besitzen, die aller Wahrscheinlichkeit nach aus der. .. Zeit vor Christusstammt. Wenn man bedenkt, dass die an der Jahreswende na-Korrespondenten prompte Zahler sind, gewährten sie großzügige Kredite und die kommerzielle Verschuldung unseres Einfuhrhandels dürfte beträchtlich sein, wenn es auch schwer ist, eine zuverlässige Schätzung abzugeben. . Infolge der Schwierigkeiten der letzten Monate sind manche Importeure in ihren Zahlungen unpünktlich geworden und zu ihrer Entschuldigung haben sie und ihre Kommissionäre gegenüber ihren ausländischen Geschäftsfreunden wohl auch gelegentlich die hiesigen Schwierigkeiten übertrieben. Kredit und Ansehen unseres Landes haben durch solche Berichte gelitten, und wir werden einige Zeit brauchen, um unsere Position wieder zu festigen. Kein einzelner dieser Rückschläge war an sich stark genug, um unsere wirtschaftliche Struktur wirklich zu erschüttern. Aber das Zusammentreffen verschiedener Umstände machte sich doch fühlbar. (Hofjen erblickt auch in der Bodenspekulation sowie namentlich in dem Umstand, dass manche Spekulationsfirmen den Namen „Bank" führen dürfen, ein kreditschädigendes Moment.) Als der afrikanische Krieg im September allgemeine Nervosität auslöste, konnte die Tatsache, dass die betroffenen Banken imstande waren oder in Stand gesetzt wurden, alle Anforderungen zu befriedigen, nicht darüber hin wegtäuschen, dass eben diese Nervosität gewisse Schwächen unserer Position aufgedeckt hatte. So entstand ein Mangel an Vertrauen, der noch immer nicht völlig überwunden ist.“ Hofjen verweist darauf, dass die Wiederherstellung des Vertrauens um so wichtiger ist, als Palästina gegenwärtig von der Kapitalinvestition lebe. Man wird beinahe alles an diesen Ausführungen bejahen können, aber doch einige Ergänzungen vornehmen müssen. Vielleicht wäre der Einfuhrbedarf und damit auch die Aufnahme ausländischer Warenkredite in gesundere Bahnen gelenkt worden, wenn es den zentralen Finanzinstituten gelungen wäre, das im Lande befindliche Kapital planvoller zu verteilen. , Eine Kernfrage ist jedenfalls jetzt die Frage der Reserven. Palästina verfügt in reichem Masse über solche Reserven, und einer der bedeutendsten Reserveposten ist der in den letzten Jahren angesammelte und in England angelegte Ueberscbuss des Schatzamtes. Hoofjen bemerkt dazu: „Ich bin oft kritisiert worden, weil ich wiederholt die Politik der Regierung, ihren Ueberschuss von nunmehr 6,05 Milt. LP flüssig zu halten und nicht in öffentlichen Arbeiten zu investieren, gebilligt habe. Oeffentliehe Arbeiten in Zeiten der Prosperity müssen aus dem ordentlichen Budget der laufenden Einnahmen oder im ausserordentlichen Etat durch Aufnahme von Anleihen finanziert werden. Eine Regierung soll borgen, wenn ihr Kredit gut ist. Aber ein Ueberschuss, der für öffentliche Arbeiten investiert wird, ist kein Ueberschuss. Ueberschüsse sind nützlich, wenn sie in bar oder in liquiden Werten bereitliegen; aber wenn, sie selbst in den schönsten und produktivsten öffentlichen Anlagen stecken, nützen sie nichts in Zeiten der Depression. älteste datierte hebräische Handschrift, die in Leningrad bewahrt wird, aus dem Jahre 916 n. dir. stammt, so wird man begreifen, welche ganz einzigartige Bedeutung dem samaritischen Schafe zukommt. Nach den Ausführungen Robertsons stützen sich die samaritischen Gelehrten hei ihrer Datierung 'der Handschrift auf das Chronogramrn, ein Taschqil, das mit der Rolle untrennbar verbunden ist. Es war dies eine Datierüngsmethode, die den samaritischen Manuskripten eigentümlich ist. Die Buchstaben, die den Namen und das Datum bilden, sind ein Teil des Textes selbst. Auf diese Weise sind Datum und Inschrift für immer .mit dem Manuskript verbunden, können nicht verändert und verfälscht werden. Das Taschqil der Abischa-Rolle wurde zuerst im Jahre 1852 protokolliert, als die Rolle augenscheinlich wieder aufgefunden wurde, nachdem sie durch Generationen verschollen war. Es lautet: „Ich, Abischa, Sohn des Phineas, Sohn des Eleazar, Sohn des Aaron, des Priesters, bei dem die Gnade des Herrn und seine Glorie sei, schrieb das Heilige Buch an der Tür des Versammlungszeltes auf dem Berge Gerissim im 18. Jahr der Herrschaft der Kinder Israel über das Land Kanaan bis zu seinen Grenzen rund umher. Der Herr sei gelobt.“ Von den drei Mitteilungen über die Rolle, die jetzt in den Crawford-Handschrifteu entdeckt wurden, rührt die erste von Mesehaliiiah, einem berühmten samaritischen Gelehrten, und stammt aus dem Jahr 1714. Er berichtet, wie er die Aufrollung der berühmten , Handschrift unternahm, von der seit hundert Jahren und mehr ausser in den Büchern der Geschichte nicht mehr die Rede gewesen war, und wie diese Aufrollung nach der Vornahme umständlicher Reinigungszeremonien in feierlicher Weise in der Anwesenheit von nam- Das Geld ist einmal ausgegeben und kann nicht n och einmal ausgegeben werden. Es ist nicht der Zweck einer Gewinnrücklage, dem Besitzer t eine Augenweide zu bereiten. Ihre Zweckbestimmung ist es, in Zeiten der Not ausgegeben zu werden. Eine solche Zeit haben wir in Palästina nicht. Aber sollte — entgegen unseren Erwartungen — eine solche Zeit kommen, so ist zu hoffen und zu fordern, dass die Regierung nicht zögern wird, einen angemessenen Teil ihrer aufgehäuften Ueberschüsse ihrem eigentlichen Bestimmungszweck gemäss einzusetzen.“ Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit der an sich sehr begrüssenswerten Erinnerung an den eigentlichen Sinn jeder Reserve wird nichts darüber ausgesagt, ob nicht vielleicht die Regierung schon früher etwas weniger auf Reservenbildung hätte bedacht sein sollen, um dafür, eben aus dem laufenden Budget, etwas mehr für den Ausbau des Strassennetzes, der Eisenbahn und der Post, also für Förderung der wirtschaftlichen Arbeit, zu tun. Hofjen gab einer gewissen Befriedigung über die Verbesserung der Anlagen in den Häfen von H a i f .a und Jaffa Ausdruck, unterstrich aber gleichfalls mit- Nachdruck, wieviel auf diesem Gebiete noch zu tun bleibe. Interessant war es, aus diesem Teil seines Referates zu ersehen, Wie sich in Palästina schon eine gewisse gesunde Konkurrenz zwischen den einzelnen Wirtschaftszentren des Landes entwickelt. Der Seeverkehr wächst in Haifa mit seinem modernen Hafen schneller als in Jaffa—Tel- Aviv. Will Tel-Aviv seinen Platz behaupten, so braucht es, nach Hoofjens Meinung, in absehbarer Zeit einen richtigen Hafen — das heisst wohl einen Ausbau des Jaffaer Hafens — und — den Einsatz aller Kräfte für die L e v a n fern esse, die am 80. April dieses Jahres eröffnet werden soll. Hofjen schloss seine Rede mit einer scharfen Ablehnung des Gesetzgebenden Rates und mit einem Appell zur Einheitsfront und Zusammenarbeit aller Kreise der jüdischen Bevölkerung. Ein neuer Typ der Siedlungsbank Die Ueberführung jüdischen Vermögens aus Deutschland nach . Palästina und die Schaffung neuer Arbeitsplätze auch für mittellose Einwanderer aus Deutschland sind die Hauptaufgaben, die, gegenwärtig das Verhältnis zwischen , den in Deutschland lebenden Juden und der jüdischen Wirtschaft Palästinas charakterisieren. ' Eine Verbindung zwischen diesen beiden Aufgaben ist schon deshalb besonders reizvoll, weil sie unmittelbar in ein weiteres Kernproblem des palästinensischen Aufbaues hineinführt. Selbstverständlich ist es immer das Ziel, gewesen, das aus Deutschland nach Palästina strömende Vermögen in möglichst weitem Umfang — mittelbar oder unmittelbar — zur Ausweitung des Lebensraumes auch für die nichtkapitalistische Ali ja nutzbar zu machen. Vorbedingung dafür ist aber, dass auch das private Kapital unmittelbar den Weg zur wirklich produktiven Anlage findet. Wie bekannt, gibt es in Palästina — vom Standpunkt der gesamten Volkswirtschaft ‘ gesehen, — kaum ein Problem der Kapitalbeschaffung,' wie schon die gewaltigen Ziffern der Bankdepositen, haftgemachten Zeugen sich vollzog. Er schildert seine unendliche Freude bei der Auffindung des Anfangs des Taschqil: „Mein Verstand entfloh beinahe aus meinem Kopf durch das Uebermass der Freude, und die schreckliche Furcht, die mich gepackt hielt.“ Nichts von dem Manuskript fehlte, „nur dass es an einigen Stellen durch die Länge der Zeit abgestossen und zerrissen war und die späteren Generationen — möge ’der Allerhöchste Gnade haben für die, die es ausgebessert haben — seine Beschädigungen beseitigten und es wieclerherstelltem“ „Es war allerdings ein grosser Augenblick“, schreibt Meschalinah weiter, „denn es ist allgemein bekannt, dass der, der es schrieb, wahrhaftig die berühmte Thora von den Lippen des Moses hörte.“ Die beiden anderen Aufzeichnungen, von denen die eine aus dem folgenden Jahre 1715 her rührt, sind in ähnlichen, wenn auch kürzeren Wendungen gehalten und zeigen deutlich, mit welch ausserordentlicher Verehrung die Samariter ihre Rolle betrachteten. „Der Ursprung .der berühmten alten Rolle bleibt ein Geheimnis“, schliesst Professor Robertson. „Wie sie alle die Stürme der Verfolgung überstand, die über die kleine samaritische Gemeinde her ein gebrochen sind, bleibt ein weiteres Geheimnis. Aber in der kleinen Synagoge von Nablus liegt in der Thora-Nische die älteste Handschrift des Pentateuch, die es gibt. Sie ist wahrscheinlich 500 bis 600 Jahre älter als der Codex Sinaiticus. Wenn man sich erinnert, dass das älteste datierte hebräische Manuskript erst aus dem 10. Jahrhundert stammt, dann wird das Wunder noch grösser.“ Robertson spricht dann noch die Hoffnung aus, dass dieses Heiligtum der Samariter, „Unser Herr, die Rolle“, in einer grossen Bibliothek seine Ruhestätte finde, weil es dort, sachgemäßer aufbewahrt und besser gegen alle Schädigungen geschützt werden könne. also des unbeschäftigten Kapitals, zeigen. Wohl aber gibt es ein sehr dringendes Problem der Kapital Verteilung. Schon lange empfindet man die Notwendigkeit, auch das private Kapital noch stärker als bisher für unmittelbare produktive Aufbauzwecke und namentlich auch für die Befruchtung der landwirtschaftlichen Siedlung,, dieser wichtigsten Grundlage für die Aufnahme neuer Einwanderer und für die, gesunde Fundierung der Wirtschaft überhaupt, heranzuziehen Jede neue Kombination, die der Erreichung dieses Zieles dient, ist daher ein Fortschritt und es lohnt sich, einen neuen, besonders erfolgreichen Versuch in dieser Richtung näher zu untersuchen. Die „NIR“ Limited, eine relativ junge Aktiengesellschaft zur Finanzierung landwirtschaftlicher Siedlungen, steht gerade jetzt in einer besonders lebhaften Entwicklung und Ausdehnung ihrer Geschäftstätigkeit. Schon heute hat sie den Beweis erbracht, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen g e m e i n wirtschaftlicher Aufbausiedlung, und privatem Kapital möglich, fruchtbar und ausbaufähig ist. Die heutige NIR Ltd. ist aus einer gleichnamigen Genossenschaft hervorgegangen, die von der Organisation der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina geschaffen worden ist. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass die Arbeiterorganisation in Palästina eine völlig andere Rolle spielt als in der übrigen Welt. Die Aufgaben, die ihr durch die geschichtliche Entwicklung zufielen, waren zu einem guten Teil unabhängig von den gewerkschaftlichen oder politischen Zielsetzungen, die den Arbeiterbünden anderer Länder das Gepräge geben. Beim Aufbau des jüdischen Palästinas, dem eine eigene Staatsgewalt und jeder andere feste Rahmen fehlte, mussten auf freiwilliger Basis starke Keimzellen organisierter planvoller Gemeinschaftsarbeit entstehen, um die vielen Aufgaben, die sich durch zersplitterte Arbeit einzelner nicht lösen Hessen, zu bewältigen. Die zionistische Arbeiterschaft hat diese Lücke durch eine Reihe vorbildlicher Schöpfungen ausgefüllt und auf dem Gebiete der Siedlung und des Wohnungsbaues, der landwirtschaftlichen Produktion und ihres Vertriebes, der Boden- und Finanzpolitik eine Reihe bedeutender und dauerhafter Erfolge erzielt. Man braucht nur an die heute blühenden „Moschawej Owdim“ und Kwuzot (Genossenschaftliche Bauern- und Kollektivsiedlungen), an die grossen Wohnsiedlungen in der Nähe der Städte' und an die „Tenuva“, die grosse Vertriebsgenossenschaft für die Erzeugnisse der landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen mit ihren bekannten Standardprodukten zu denken. Diese Schilderung soll nur zeigen, dass die NIR, obwohl sie ihre Tätigkeit als Aktiengesellschaft erst am 1. Januar 1935 aufgenommen hat, auf einer breiten, schon gefestigten Grundlage ruht und dass ihr umfassende Erfahrungen zur Verfügung stehen. Als reine Siedlungs b a n k konzentriert sie ihre Tätigkeit vornehmlich auf die Gewährung zusätzlicher Aufbaudarlehen an solche Siedlungen, die in, gewissem Sinne schon als wirtschaftlich gesichert gelten können. Diese Begrenzung erhöht, natürlich die Sicherheit der Vom sachlichen Standpunkt aus mag das seine Berechtigung haben, aber es ist ein erhebendes Gefühl, das älteste Zeugnis der mosaischen Gesetzgebung auf dem Boden der Väter an heiliger Stätte zu wissen. Dr. Paul Landau. Zum Direktor des in Haifa dieser Tage eröffneten Theaters der Arbeiterschaft „Ora“ ist Richard Rosenheim ernannt worden, der lange Jahre Theaterdirektor in Königsberg war. Erbaut wurde das Theater, das 1110 Sitzplätze hat, von dem berühmten Theaterarchitekten Oskar Kaufmann. Es kann auch für Kinovorstellungen benutzt werden. In Anwesenheit von mehr als 8000 Menschen feierte im Palästina-Pavillon der Tel Aviver Levantemesse die. „Histadruth Klallth schel ha’owdim ha’iwrim be Erez Israel (Allgemeiner Verband der jüdischen Arbeiter in Palästina) den fünfzehnten Jahrestag ihrer Gründung. Den Höhepunkt der Feier bildete das Konzert von Bronislav Hub er mann, der besonderen Beifall erntete, als er die zum Vortrag gebrachten Stücke auf Hebräisch ansagte. Er verkündete bei dieser Gelegenheit auch seinen Plan, ein jüdisches Sinfonie - O r c b este r i u Palästina zu gründen. Das Vorstandsmitglied der Histadruth, Sprinzak, wies in seiner Festrede darauf hin, dass sich der Mitgliederbestand der Organisation in den letzten zwei .Jahren verdoppelt habe und jetzt bald 100 000 betragen werde. Der neugewählte Oberrabbiner von Tel Aviv, A. M. Ami ei, trat am 5. Januar die Ueberfabrt nach Palästina an. Die jüdische Gemeinde Antwerpen veranstaltete zu Ehren Rabbi Amiels ein Abschiedsbankett, bei dem beschlossen wurde, seinen Namen in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einzutragen. 5. ACKERMANN München, Ritter-vnn'Epp-Platz 9 Berlin W 9, Tirpitz > Ufer 22 Immobilien / Hausverwaltungen