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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-09 · 2 (9.1.1936) · p. [Seite]

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Ul Bei str ku, Ab i! i gra jii Sei J)! ruf i’.i fall*'!.i aucij steil;:r| tJÜ I: \ Ha ZUM' Herr untej Sehtiii i lesitze!.?äsc!'.: ' IN. Gespräche der Weisen. Aas lalmudisch-midraschischen Texten mitgeteilt von Nahum Norbert Glatzer (Schocken-Bücherei, Nr. 42). Berlin, Schocken, 1935 U9. D.Hoffmann: DerSchulchanAruch. Berlin, 1894 Bl• Arthur Liebermann: Der Schulchan Aruch. 2. Auflage. Berlin, Poppelauer, 1912 D. Literaturgeschichte »»Eine dem heutigen Stande der Wissenschaft entsprechende Geschichte der jüdischen Literatur ist nicht vorhanden“* schreibt Ismar Elbogen (Enc. Jud., Bd. 10, Sp. 1031). 1. Biblische Zeit 62. Hermann Gunkel: Die israelitische Literatur (in Hinneberg: Kultur der Gegenwart). 2. Auflage, 1925 53. Karl Budde: Geschichte der althebräischen Literatur. Leipzig 1906 Darins A. Bertholet: Apokryphen und Pseudoepigraphen 64. Johannes Hempel: Althebräische Literatur und ihr hellenistischjüdisches Nachleben (Im ,JHandbuch der Literaturwissenschaft“.). Potsdam 1934 65. O.Stählin:Die hellenistisch-jüdische Literatur. München 1921 56. S. Bemfeld: Die jüdische Literatur. 1. Teil: Bibel, Apokryphen und jüdisch-hellenistisches Schrifttum. Berlin, Jüdischer Verlag, 1921 2. Nachbiblische Zeit 57. J. Winter und ,A. Wünsche: Die jüdische Literatur seit Abschluss des Kanons. Bde 1—3. Berlin, Poppelauer, 1894 ff. Bringt Auszüge aus der gesamten Literatur. 58. Moritz Steinschneider: Jüdische Literatur in: Ersch und Grubers „Allgemeiner Encyclopaedie . . Sektion 2, Band XXVII 59. G. Karpeles: Geschichte der jüdischen Literatur. Bde 1—2. Berlin, Poppelauer 60. M. Bronn: Ein kurzer Gang durch die Geschichte der jüdischen Literatur. 2. Auflage. Wien und Berlin, Löwit, 1918 3. Neuere Literatur 61. M. Pines: Geschichte der jüdischdeutschen Literatur, bearbeitet von G. Hecht. Leipzig 1913 62. Joseph Klausner: Geschichte der neuhebräischen Literatur. Herausgegeben von Hans Kohn. Berlin, Jüdischer Verlag, 1925 V. Kulturgeschichte Dieser Abschnitt enthalt unter dem Gesamttitel k,Kulturgeschichte“ Material zu den verschiedensten Fragen und Wissensgebieten wie: „Erziehungswesen", „Gottesdienst und religiöse Gebräuche“, usf. Es sind immer nur einige Bücher von vielen genannt Worden; denn es ist nicht möglich, etwa alle Biographien jüdischer Menschen hier aufzuführen. Jedoch wird der Leser leicht von den angegebenen Büchern zu anderen geführt werden. —-Für den Zusammenhang ist es stets wichtig, die unter II und III genannten Geschichtswerke heranzuziehen, sowie auch die Abschnitte VII (Deutschtum und Judentum) und IX (Religiöse Fragen; Philosophie) zu vergleichen. A. Gesamtdarstellung A. Allgemeine Kulturgeschichte 1. Abraham Berliner: Aus dem Leben der deutschen Juden im Mittelalter, zugleich als Beitrag für deutsche Kulturgeschichte. S. unter Hl, 6. Ein kurzer Abriss, der über verschiedene Fragen anschaulich unterrichtet. 2 Richard Krautheimer: Mittelalterliche Synagogen, mit 100 Abbildungen. Berlin, Frankfurter Verlagsanstalt, 1927. 3. Johann Jacob Schudt: Von der Franckfurter Juden Vergangenheit (aus: JüdischeMerckwürdigkeiten, 1714; Neudruck: München, Lamm, 1922), herausgegeben Von Efraim Frisch (Schocken-Bücherei Nr. 12). Berlin, Schocken, 1934. „Ein kräftig anschauliches Bild des jüdischen Wesens im Frankfurter Ghetto nach den Stürmen des Dreissigjährigen Krieges" wird in dieser sehr geschickten Auswahl geboten. 4. Das Buch von den polnischen Juden. Herausgegeben von S. J. Agnon und Ahron Eliasberg. Berlin, Jüdischer Verlag, 1916. Diese abgerundete Anthologie will die polnischen Juden aus ihrer Eigenkultur heraus verstehen lehren. 5. Fritz Mordechai Kaufmann: Gesammelte Schriften. H erausgegeben von Ludwig Strauss. Berlin, Laub, 1933. Sehr schöne und wichtige Schriften, besonders zur Kultur der Ostjuden. 6. Eduard Fuchs: Die Juden in der Karikatur. München, Langen, 1921. Kulturgeschichtlich von grossem Interesse. 7. Kurt Sabatzky: Der Jude in der dramatischen Gestaltung. Königsberg i. Pr., Königsberger Hartungsehe Verlagsdruckerei, 1931. Eine höchst aufschlussreiche Schrift. 8. Chajim Bloch: Das jüdische Volk in seiner Anekdote. Berlin, Verlag für Kulturpolitik, 1931. Ein sehr amüsantes Buch, das, neben wissenschaftlichen Büchern gelesen, manchen tiefen Blick in jüdisches Leben und Denken gestattet. 9. Ignaz Bernstein: Jüdische Sprichwörter und Redensarten. Frankfurt a. M., Kau ff mann, 1908. (Fortsetzung folgt) Nur im Notfall soll man sich erbosen, damit der andere meine, inan ist mächtig in Zorn, und sich bessere. Doch auch wenn man sich erbost, muß man im Herzen ganz ruhig bleiben und kein Fünkchen Zorn haben, weil der Zorn, abgesehen davon, daß er dem Menschen sehr ungesund ist, auch eine schwere Sünde ist und schwere Strafe nach sich zieht. Hochmut ist eine sehr schlechte Eigenschaft und auch sehr närrisch, denn wenn der Mensch nur bedenkt, was er im Ganzen ist, muß er doch einsehen, daß er nichts hat, womit er sich für groß halten kann. Außerdein schadet es mächtig, denn einen Hochmütigen kann niemand leiden, jeder ist ihm feind. Aber trotzdem muß man gelegentlich ein wenig Hochmut haben können, z. B. ein Weiser, wenn er für seine Demut und Bescheidenheit nur verlacht wird: dann darf er nicht schweigen, denn das ist doch eine Schande für die Lehre, die er in sich hat! Darum muß er gegen jenen mit einem bißchen Hochmut auftreten und ihm zu verstehen geben, wer er ist, das bißchen Hochmut aber nur im Munde führen, gegen jenen, bei sich im Herzen aber wissen, daß er nur Fleisch und Blut ist, heute hier, morgen schon in der Erde. Nun, womit also hätte er sich zu übernehmen und groß zu halten? Ein Geizhals hat kein Leben. Zuviel zu reden, ist nicht gut; man kann sich damit unglücklich machen; es entfährt einem ein Wort, das man dünn seiner Lebtag nicht mehr zu bezahlen vermag. Aber nicht zu reden, rst doch auch nicht möglich, darum gewöhne man sich, wenig und nur das Nötige zu sprechen; doch je mehr Thora man spricht, desto besser, denn dazu hat Gott dem Menschen die Sprache gegeben: nun, wie dürftest bu also dies große Geschenk Gottes zu schlechten Sachen benutzen? Zu lustig zu sein und zu viel zu lachen, ist auch nicht recht, denn es führt zur Sünde, und bedenkt man, was man ist und wozu man einst wird, so gelüstet es einen nicht mehr zu lachen. Ueberhaupt wenn man sich erinnert, daß wir Juden im Golus sind und, wie der Talmud sagt, daß man seit dem Untergang des Herligen Tempels aus vollem Halse nicht mehr lachen darf, so kann man nicht mehr so unbändig lachen, gleich als hätte man nichts mehr zu sorgen. Doch ständige Traurigkeit verschlägt einem den Kops und bringt ihn von der Welt ab. Im Gegenteil, bei allen guten Dingen wie beim Lernen und den frommen Pflichten, soll man fröhlich sein und der Kops frei und heiter werden. In jeder Lustigkeit nur sei ein Zittern vor Gott. Wenn etwa der größte Mann aus einem Ball ist, dem auch der Kaiser beiwohnt, so ist er wirklich lustig und fröhlich, dock) alles mit Anstand und Respekt, denn der Kaiser steht ihm doch bor Äugen; wie muß man also erst Respekt, Würde, Anstand wahren, da doch Gott überall dabei ist und allem zusieht! Man muß sich hüten, wen auch immer zu beschämen. Wer jemand vor anderen Leuten beschämt, verliert endgültig seinen Anteil an der künftigen Welt. Man darf niemand mit Spitz- oder Beinamen rufen, deren er sich schämt. Selbst so reden darf man nicht, daß jener meinen könnte, man HKUSER Bender Immobilien Sfü»“ meine ihn, und das tonnte ihn beschämen« Der Jude soll zu jedermann barmherzig sein und selbst eines Vogels sich erbarmen. Man hüte sich, verdächtigt zu werden: wenn etwa einer für einen anderen um Almosen bitten geht, so soll er nicht allein gehen, damit man ihn nicht grundlos verdächtige, er bitte etwas für sich. Man darf von niemand Schlechtes reden, auch wenn es wahr wäre, und wenn dir jemand Schlechtes von einem Dritten erzählt, so schrei ihn an und hör ihn nicht zu Ende an, denn wer's mitanhört, ist noch ärger als wer's erzählt. Auch soll man vor Leuten, die jemand feind sind, von diesem nichts Gutes reden, denn das wird sie nur verdrießen und treiben.^desto Schlechteres von ihm zu sagen. Sprich nichts Uebriges, sei es schlecht oder gut, wahr oder erlogen, erzähl nicht alles, was du weißt, antworte nicht, was du nicht gefragt wirst, und überdenke vorher, was du sprichst. Bei allem, was der Jude tut, beispielshalber schon beim Essen, Trinken und -Schlafen, behalte er im Sinn, daß er es nicht um des Vergnügens willen tut, sondern um gesund zu sein und Gott zu dienen; macht er Geschäfte, so auch um Gottes willen, damit er Geld habe, Weib und Kind zu ernähren und wohlzutun und sorgenlos Thora zu lernen; und hat er Vergnügen daran, so sei es ein Vergnügen um des Himmels willen und nicht grob wie beim Vieh. Line Lord-Reading-Anekdote Folgende wahre Geschichte über Lord Reading berichtet „Daily Mail": Bei einer Versammlung der Liberalen Partei hielt Lloyd George in Waliser Sprache eine Rede, die an Lord Reading gerichtet war. Keiner der Anwesenden verstand sie, aber jeder war neugierig, zu wissen, wie Lord Reading sich aus der Affäre ziehen würde. Lord Reading stand ruhig auf und sprach... Jeder hörte aufmerksam zu, aber wiederum verstand keiner nur ein Wort. Nach Schluß 8er Rede großer Beifall und Bewunderung für Lord Reading, dem man Kenntnisse der Waliser Sprache nicht zugetraut hatte. Erst später gab Lord Reading zu, daß er keine Ahnung von dieser Sprache habe, sondern zwei Psalme in Neu-Hebräisch vorgetragen hatte . . . Uebertragung einer Chanukka-Feier durch den Kaschauer Rundfunk Der Sender Kosice (Kaschau, Slowakei) hat am vergangenen Sonnabend die 2100. Jahrfeier des Chänukkafestes aus der Nzhoroder jüdischen Gewerbeschule übertragen. Es wurden jüdische Volkslieder gesungen. Die Sendung wurde in jiddischer Sprache angesagt. Vor einigen Wochen wurde vom polnischen Rundfunk ein Wettbewerb zur Besetzung der Stelle eines Ansagers ausgeschrieben. Zu der Prüfung haben sich mehrere hundert Kandidaten gestellt. Der Wettbewerb wurde von einem jüdischen jungen Mann namens Schenker gewonnen. Schenker wurde als Ansager für den polnischen Rundfunk engagiert. einfachen Gehalt des Gebotenen. ( Dazu brauche ich Stille, und ich bemühe mich leidenschaftlich, im Vortragssaal die Stille wieder» erzustellen, aus welcher der Dichter seine Dichtung heraufholte. Meine Zwischenbemerkungen entspringen wirklich nicht der Eitelkeit oder Angriffslust, sondern ich möchte nur ein wenig erzieherisch wirken, wenn ich zu einem beharrlichen Huster etwa sage: „Wären Sie wirklich io erkältet, wie es den Anschein hat, so könnten Sie gar nicht hier sein. . .* Ich weiß wohl, es sind allerlei Legenden über mich nn Schwange von Ueberheolichkeiten, aber ich müßte 500 Jahre leben, um meinem schlechten Ruf in dieser Hinsicht Ludwig Hardt Fel. Herbert Sonrtenfeld x * «aM* i nachzukommen. Zu meinem 50. Geburtstag wünsche ich mir, man möge künftig so von mir denken, wie Hebel 'e§ für Moses Mendelssohn forderte: „Denn man muß um des Bartes willen den Kops nicht verachten, an dem er wächst/ Wir sind an einem kleinen, grünen Schuppen angelangt. Ein Pferd steckt seinen langen, braunen Kopf mit einer ganz winzigen Blesse zwischen den Nüstern in die Winterlust hinaus. „Blickt es nicht wie ein Kind?" fragt Hardt und kehrt zu unserem Thema zurück: „Ich weiß, man hat es mir übelgenommen, daß ich manchmal anfrage, wo ich am Morgen nach meinem Dortrag ein Reitpferd bekommen kann. Aber dieser Vormittagsritt ist eine alte Leidenschaft. Meine Zuhörer können allerdings nicht wissen, daß alle meine Vorfahren seit Generationen Pserdezüchter waren, auch mein Vater. Ich bin in einem Dörfchen in Friesland am 16. Januar 1886 geboren und wuchs mit Pferden auf, bis ich als Siebzehnjähriger nach Berlin kam. Aber die Liebe zu diesen wunderbaren Tieren ist mir geblieben. Und noch manchmal in späteren Jahren habe ich tferde zugeritten, auch für die Potsdamer arnison/ Ich mutz an die tiefsinnige Pferdegeschichte „Stinktonne" von Gustav Wied denken. Es ist Hardts leisestes, zartestes, innerlichstes Dorträgsstück, wenn der alte Pferdeknecht versunken und spintisierend vom Tode der armseligen Schindmähre erzählt, als wäre sie ein geheimnisvolles, höheres Wesen gewesen. Im Arbeitszimmer Ludwig tardts hängen viele Pferdebilder, Stiche und hotos. Das Schönste sieht aus wie ein antiker, bronzegegossener Pferdekops. Aber es ist die Photographie eines weißen, jungen Rostes, das Hardt einst aus Tunis mitbrachte. Aber da hängen auch einige bunte Bilder, gemalt von der Dichterin Paula Ludwig. den Rezitator darstellend, wie er in paradiesischer Landschaft Menschen und Tieren erzählt. Und ich frage weiter: „Wie kamen Sie von den Pferden zur Kunst?" Von Kind an wollte ich Sprecher werden, Schauspieler, Rezitator. In Berlin sprach ich Otto Brahm vor, aber der meinte, für einen Schauspieler sei ich zu klein von Gestalt. Dann war ich anderthalb Jahre Metallgießer. Und schließlich wurde ich Schüler, später Lehrer an der Reicherschen Hochschule, noch später an Reinhardts Schauspielschule. Während dieser Tätigkeit kristallisierten sich langsam meine Programme heraus. Zuerst trug rch vorwiegend norddeutsche Dichter vor, aus der Landschaft, in der ich geboren bin: Hebbel, Storm, Groth, Liliencron; dann kamen die Klassiker und die Dichter der Gegenwart. Niemals ging ich vom Nezitatorischen aus, sondern immer vom Sinn und vom Sprachlichen. Else Lasker- Schüler hat ein Gedicht aus mich gemacht, das schließt: „Nie deklamiert er! Das ist es eben!" „Das ist es eben. Und deshalb gehen Sie als Rezitator so leidenschaftlich aus sich heraus, wie Sie in sich gehen. Man könnte Ihre Vvrtragskunst insofern jüdisch nennen: Sie lernen (im Zwiegespräch mit dem Dichter), wenn Sie sich eine Dichtung einverleiben; und Sie lehren (im Zwiegespräch mit dem Hörer), wenn Sie eine Dichtung von sich geben. Sie sind beim Vortrag ein Deutlichmacher, ein Erklärer, ein Verlebendiget:; daher charakterisieren Sie stimmlich stärker als ein Schauspieler und heuen nach mit Gesten und Mimik. Sie verwanoeln sich in die Gestalt, die spricht oder von der gesprochen wird. Sie verwandeln sich sogar in Trere, in die uralte, apathisch-weise Schildkröte Morgensterns oder in den dumm-dumpf brüllenden Steinochs Scheerbarths. Sie lehren auch in den Glossen, die Sie zu'den Dichtungen in dem von Ihnen herausgegebenen Dortragsbuch selber geben." „Sehr liebenswürdig, Herr Doktor", sprach Hardt mit jener scharfen, "spitzen Sprechweise, die an Wedekinds Sprechart erinnert, ,chaß Sie das aussprechen, was auszusprechen mir die Bescheidenheit, die man mir so oft abspricht, verbietet. Das ist wahrlich ein angenehmer Interviewer, der selber sagt, was eigentlich der Interviewte sagen sollte oder nicht sagen kann. So weiß ich oft zunächst nicht, wie ich dem Hörer sagen soll, was ich ihm sagen möchte, denn ich darf ja nur mit den Worten des Dichters sprechen. Lesen Sie bitte" — und damit nahm er den Band Johann Peter Hebel von einem der bücherstrotzenden Regale —, „lesen Sie bitte aus dem Prosastück „Der große Sanhedrin zu Paris" den ersten Satz, vor 125 Jahren geschrieben, der beginnt und schließt: ,Daß die Juden seit der Zerstörung Jerusalems, das heißt seit mehr als 1700 Jahren, ohne Vaterland und ohne Bürgerrecht aus der ganzen Erde in der Zerstreuung leben .... ist Gott bekannt und leid.' Ist Gott bekannt und leid . . . was liegt in diesen Worten, was liegt hinter ihnen! Welche Welt, welche Weisheitl Und mit diesen fünf Worten ,ist Gott bekannt und leid', mit nicht viel mehr als einem Heben und Senken der Stimme soll ich ausdrücken, was ich bei diesen abgründigen, klugen, gütigen Worten fühle, was der große Dichter dabei gefühlt hat. . Und er begann die Stelle zu lesen und abermals zu lesen. Und er las dann anderes und noch anderes. So nahm das Interview in dem Haus am Wannsee ein für uns beide unerwartetes Ende. Ich erhielt eine herrliche Vorlesung für mich ganz allein. Und ich möchte Ludwig Hardt zu seinem 50. .Geburtstag wünschen, daß jeder Jude in Deutschland einmal im Jahre einen Vortragsabend von ihm hören möge, wobei ich versichere, daß wir Hörer davon mehr Gewinn haben werden als der Rezitator. * Mit einem volltönenden Finale verabschiedete Ludwig Hardt das abgelaufene Jahr. Das Programm, aus öfters Gehörtem und manchem neuen Stück wirkungsvoll gemischt. hieß diesmal „Welthumor": Humor in allen Schattierungen, von der leicht Wer den Dingen schwebenden, melancholischen Betrachtung aller lebenden Kreatur bis zu den grotesken Sprüngen einer laut auslachenden DichterphaNta»

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