Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1849
- Date
- 1849-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 wo die Arbeiten sich verändern und vermehren und viel darauf ankommt, daß der Schüler sich in die neue Ordnung schnell zurechtfinde. Da nun nach dem Vorhergehenden die erforderliche Aufsicht keine eigentliche Hülfsleistung bei den Schularbeiten seyn soll, so ist es nicht nothwendig, daß die Aeltern Kenntnisse Ln allen Gegenständen des Schulunterrichts besitzen. Sie kann von den Müttern eben so gut, als von den Vätern übernommen' werden. Am Zweckmäßigsten möchte es seyn, daß Beide sich in dieselbe theilen und jedes das ihm besonders Angemessene übernehme. Von der Richtigkeit unserer Behauptung überzeugt uns unsere Mädchenschule. Von den Schülerinnen derselben genießen nur sehr wenige einer Aufsicht außer dem älterlichen Hause und nichts desto weniger erfüllen sie, mit geringen Ausnahmen, die von der Schule an sie gestellten häuslichen Leistungen. Hierbei gibt sich allerdings in unserer Anstalt der wohlthätige Einfluß > derjenigen Mütter zu erkennen, die selbst eine gute Schulbildung genossen haben und mit dem Gange der Schule bekannt sind. Die Mühe dieser Beaufsichtigung wird übrigens bei den fähigen und gutgearteten Knaben sehr wenig Zeit und Mühe kosten, bei allen aber immer leichter werden, so wie der Knabe an Regelmäßigkeit und Ordnung einmal gewöhnt ist. Ein Gewinn, der den Aeltern aus dieser Beschäftigung mit den Kindern erwächst, ist die Bekanntschaft, die sie dadurch mit der Einrichtung der Schule, den Abstufungen der Klassen und was in jeder erreicht werden soll, erlangen. Sie werden sich eine richtigere Ansicht von derselben bilden und eine klarere Vorstellung von dem Ganzen der Schulbildung bekommen; sie werden sogar Veranlassung finden, den Lehrern manche nützliche Bemerkung zu machen, und von diesen andererseits Aufklärung über das ihnen Zweifelhafte oder als zweckwidrig Erscheinende erhalten. Ein noch bedeutenderer Gewinn für die Aeltern wird die Erlangung eines unbefangenen UrtheilS über die Anlagen ihrer Kinder seyn. Die meisten Aeltern sind nur zu sehr geneigt, dieselben zu überschätzen. Ein lebhaftes, vielplauderndes Kind, daS eben daher manchmal auf eine passende und scheinbar kluge Weise spricht, wird leicht für ein sehr begabtes und kluges Kind gehalten; man vergißt aber, daß ein Kind, das viel und gänzlich ungenirt schwatzt, nothwendig zuweilen einen glücklichen Wurf thun wird; daß oft seine klugen Reden und witzigen Einfälle nicht das sind, was man hineinlegt; daß sie oft nichts weiter