Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1849
- Date
- 1849-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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13 Aufgabe nicht zu Stande kommt, indem er nicht weiß, was er eigentlich zu thun oder wie er es anzufangen hat. Das kann von Mangel an Aufmerksamkeit oder von schwacher Fassungskraft herrühren. Hier können die Aeltern nichts Besseres thun, als sich unverzüglich an den betreffenden Lehrer oder den Oberlehrer zu wenden, wo sich's dann ergeben wird, welcher Weg einzuschlagen sey. Dasselbe gilt bei den Uebungen in einer fremden Sprache, wenn es sich bei Ansicht der ersten Sätze zeigt, daß der Knabe die Regeln, auf die sich die Aufgabe bezieht, nicht inne hat oder nicht anzuwenden weiß; im letzten Falle' ist oft eine Andeutung hinreichend und jedenfalls wird es von Nutzen seyn, ihn auf das Lehrbuch hinzuweisen und anzuleiten, wie er sich in demselben Rathes erholen könne. Bei der Präperation und Uebersetzung bestehe die Hülfleistung anfangs etwa in der Anweisung, wie das Wörterbuch zu gebrauchen, unter den angegebenen verschiedenen Bedeutungen eines Wortes die passende zu wählen sey; aber man vermeide es, ihm die Bedeutung der ihm unbekannten Wörter anzugeben. Lehrt doch die Erfahrung, daß an Letzteres gewöhnte Kinder dahin kommen, lieber ein Wort falsch zu übersetzen oder ganz und gar zu übergehen, als sich der Mühe des Nachschlagens zu unterziehen. Eben so mag bei den rein formellen, die Stärkung nnd Uebung der Denkkraft bezweckenden Aufgaben ein leiser Fingerzeig, eine Andeutung der Richtung gegeben werden; ein Weiteres ist unnöthig und meistens nachtheilig. Dies gilt in's Besondere von den Uebungen im Darstellen, oder den Stylübungen. Der Laie weiß hier selten die rechte Grenze einzuhalten, der Hauptzweck: die Fertigkeit in der Kunst zu denken und die mannigfachen Beziehungen eines Gegenstandes aufzusinden zu befördern — geht durch unmethodisches Helfen verloren und der Lehrer wird überdies in der Beurtheilung des Schülers irre geleitet. Alle schriftlichen Arbeiten sollten sich die Aeltern vorzeigen lassen, um sich zu überzeugen, daß Ordnung und Reinlichkeit nicht außer Acht gelassen werden. Dasselbe sollte von Zeit zu Zeit mit den Lehr- und Lesebüchern geschehen, und jene Aeltern, welche beschmutzte, oder gar zerrissene, defecte, aus dem Bande losgegangene Bücher in den Händen ihrer Kinder lassen oder gar der Ersparnis wegen selbst denselben geben, psianzen ihnen gleichsam Unordnung und Nachlässigkeit ein und stumpfen das Gefühl für Schönheit und Schicklichkeit ab. — Besondere Aufmerksamkeit muß den Kindern in den ersten Wochen nach dem Eintritt in eine höhere Klasse gewidmet werden,