Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 1 (1946-1947)
- Issue
- 25 (5.4.1947)
- Date
- 1947-04-05
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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r J AUS DEM JÜDISCHEN LEBEN Die Juden in der * südfrqnzösischen Zone •In der südfranzösischen Zone Deutschlands befinden sich über 2000 Juden. Es gibt mehrere Kibucim vom „Dror“ und einige „Haschomer Hazair“ sowie vom „Nocham“ und „Möledöth“. In Konstanz zählt die jüd. Gemeinde zirka 200 Menschen; Ganz in der Nähe von Konstanz befindet sich der Kibüc „Dror“, der sich mit Ausbildung seiner Menschen auf dem Fischereigebiet befaß!;., In Konstanz befindet sjch das Zentral-Komitee der süd-französischen Zone, das alle, diese Orte betreut. Das Zentral-Komitee steht im engen Kontakt, mit den schweizerischen Hilfsorganisationen „Hilfe und Aufbau“ und dem „HJFS“. Die schweizerischen Juden stehen mit uns seit unserer Befreiung in Kontakt und unterstützen uns in jeder Hinsicht. Wir haben in unserer Zone auch ein Krankenhaus, das sich in Nordrach im Schwarzwald befindet und das von Herrn Dr. Kurland dem. Direktor des Joint für Gesundheitsabteilung geleitet' wird. Wir werden demnächst wieder eine größere Anzahl von Kranken aufnahmen können. Es ist das Rotschildsche Sanatorium. Vor dem. Kriege stand es den badischen Juden zur Verfügung. Es gibt bei uns in Konstanz auch eine A.umonerie Isräelite, die von dem Feldrabbiner Bader geleitet wird. Konstanz wird sehr viel von Menschen aller Zonen auf ge sucht, die Verbindungen mit ihren Verwandten in der Schweiz suchen. Die jüdische Gemeinde in Konstanz und mit ihr das Zentral-Komitee bemühen sich, den Suchenden in jeder Weise zu helfen und ihnen soweit wie möglich entgegenzukommen. Das * Zentral-Komitee . wird vertreten durch den Vorsitzenden Abraham Hochhäuser Und seinen Sekretär Misclia Gerstenfeld und dem Referent für relig. Angelegenheiten Wilhelm Hoffmann. A. H. „Der Joint in der4 französischen Zone“ Seit fast anderthalb Jahren arbeitet in der französischen Zone der» Joint. Seit .6 Monaten steht der Joint in der fransözischen Zone unter der Leitung des Direktor Läufer. Das Zentral-Komitee arbeitet mit dem Joint zum Wohle aller D. P.‘s. in der ganzen Zone, Direktor Läufer und sein Sekretär Lang, geben sich große Mühe, den D. P.‘s. in jeder Weise mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. . Regelmäßig werden die Zuteiluhgen im Einvernehmen mit dem Zentral-Komitee jeder Gemeinde verteilt. In Auswanderungsangelegenheiten ist Henri Läufer unermüdlich bemüht, alle möglichen Erleichterungen für die Emigration, egal in welches Land, herbeizuführen. 'Es ist wirklich das erste Mal, daß in der französischen Zone ein Joint Vertreter soviel Interesse, und Verständnis für jeden einzelnen Fall aufgebracht hat und aufbringt. Der Joint arbeitet auch mit der Jewish Agency.in der französischen Zone. Die Militärbehörden haben dem Joint inder Oberen Laube 44 in Konstanz ein Haus zur Verfügung gestellt. In demselben Haus ist auch die Jewish Agency für die französische Zone untergebracht. A. Hochhäuser. Fünf alte Synagogen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert in Krakow, die während der Besatzungszeit lurch die Deutschen beraubt, geschändet und in Lager und Werkstätten verwandelt wurden, und nur provisorisch vor dem Einsturz gesichert waren, wurden „wegen ihres hohen künstlerischen Wertes' in Zusammenarbeit der staatlichen Konservatorien mit Vertretern der jüdischen' Bevölkerung vor dem vollkommenen langsamen Verfall geschützt. Es, ist ferner vorgesehen, ein Museum für jüdische Kultur und Tradition . zu» schaff en. Acts den .Gemeinden Köln Am 8. März 1947 feierte der S.C. Maccabi den diesjährigen Purim. Im überfüllten „Ringhof“ der zeitentsprechend geschmückt war, konnte der Vorsitzende bei der Begrüßung der Gäste auch verschiedene prominente Persönlichkeiten begrüßen. Es war der Herr Oberfinanzpräsident Aprath, Köln, der Herr Oberpostrat Nossbach, Köln, die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz, an der Spitze der Herr Landespräsident Addi Bernd, und als. Ehrengäste eine Abordnung der Schweizer Spende. Den Reigen der Vorführung eröffneten die Geschwister Brünell in neuen Stepptänzen. Fräulein Thomas von der Oper Köln und Fräulein Busse vom amerikanischen Theater Nürnberg, die Erste als Sängerin, die Letztere mit ihrem Akkordion spielten und sangen zur Zufriedenheit der Zuhörer. Besonderen Beifall konnte der Tenor der Kölner Oper Off ermann, für sich buchen, als er die Arie aus der Oper Boheme sang. Herr Paul Bürks von den Städtischen Bühnen Köln erfreute uns mit neuen Chansons, ebenso die ihm nachfolgenden Schwestern Bochinsky mit ihren Tänzen. In der nun folgenden Pause fand eine große Tombola statt, die infolge der Gebefreudigkeit der Kölner Gemeindemitglieder mehr als 300 teils wertvolle Preise aufwies. Nach der Pause fing dann der-eigentliche Purimzauber an. Mehr als 15 Kölner Originale, die .geschickt eingesetzt wurden, versetzten die Erschienenen in eine Stimmung, die nicht übertroffen werden kann. Nach einem ausgiebigen Tanz war es mehr morgens früh als abends spät, als wir die gastliche Stätte verließen. Jeder hatte das Bewußtsein, einen sehr schönen Abend verlebt zu haben. Wahrlich ein großer Erfolg für den S.C. Maccabi und seinen rührigen Vorsitzenden. Bonn - Die Gemeinde veranstaltete am 6. März 1947 eine Purimfeier,' die für alle'Beteiligten einen recht befriedigenden Verlauf nahm. Dqr "Vorsitzende, Herr Siegfried Leopold, machte in seiner Begrüßungsansprache u. a. auf den grundlegenden Unterschied der Befreiung von damals und heute aufmerksam, insbesondere hatte er hervorgehoben, daß wir heute jveder einen Mordechai noch eine Esther hatten, die uns vor dem Schrecken bewahrt hätte. Das reichhaltige Programm stellte alle Teile vollauf zufrieden, erwähnt seien außer einer Kaffeetafel, gesangliche und humoristische Darbietungen von Mitgliedern des Staatstheaters und einiger Gemeindemitglieder. Auch eine Verlosung, die vor allen Dingen den. Gewinnern reichliche und schöne Preise brachte,-hat stattgefunden. Koblenz Unter dem Motto „Juden aller Länder vereinigt Euch“ veranstaltete die jüdische Kultusgemeinde Koblenz am 1. März 1947 einen- Ball, an dem leider infolge'* der sehr schlechten Witterung viele. Gäste von auswärts nicht teilnehmen konnten. Trotz allem brachte der Abend den GemeinderMitgliedem, sowie den Gästen einige Stunden gemütlichen Beisammenseins. Besonderen Beifall fand die Darbietung unserer Jüngsten, die einen Bauemtanz aufführten. Den Höhepunkt des Abends bildete / eine Tombola sowie eine amerikanische Versteigerung zu Gunsten der jüdischen Wohlfahrt. Alles in1 allem bildete der Abend einen vollen Erfolg für die Veranstalter; was besonders in den anerkennenden Worten aller Gemeindemitglieder und der geladenen Gäste zum Ausdruck kam. * * * - - In der vergangenen Woche fand eine Aussprache zwischen Ministerialdirektor Dr. B i e r o t h, dem Leiter der Finanz- * ' DER UHRMACHER n RADIO 09886111011 9 m Grat.Adölf Str. *»/86 1 ^1/ . _ f\ - Ruf ***25 und 14860 SülTelfarf«? Q Mdk 5chadow*traß* 47 Uerwovt Nordstr. 36 / Telefon 12260 und Söhne- 0 ebv. (Termort Luegallee 19 1 Telefon SS675