Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 1 (1946-1947)
- Issue
- 23 (5.3.1947)
- Date
- 1947-03-05
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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ten den Nationalsozialismus förderten. — Und als im Jähere 1939 der Krieg ausbrach, da meldeten sich alleine in Palästina von den weniger als 500 000 Juden, 136 000 Jungens lind Mädels freiwillig zur Waffe und Kriegsindustrie. In England. haben sich 60 000 Juden freiwillig gemeldet, ln der amerikanischen Armee dienten 500 000 Juden, von denen 50 000 Offiziere waren. Von der russischen Armee wurde bekannt, daß 800 000 Juden im Kampf gegen den Nationalsozialismus standen, wovon 32000 den höchsten Sowjet- Orden erhielten. ' Eineinhalb Millionen Juden haben also aktiv am Kampf gegen den Nationalsozialismus teilgenommen. Dazu kommen die vielen tausend Juden, die sich in den alliierten Ländern befanden und die für die Kriegsindustrie arbeiteten. Und dazu wieder sind zu zählen die vielen jüdischen Wissenschaftler der Welt, die sich der Sache der Alliierten widmeten. Zuletzt müssen wir auch an die vielen, tausend Juden denken, die aktiv in den Untergrundbewegungen arbeiteten und kämpften. . Wenn man die heutige Lage der Juden in Europa betrachtet und das Elend sieht, in dem diese Menschen leben müssen, dann wundert man sich darüber, daß dieser Opfermut ebensowenig anerkannt wird, wie: man heute noch der 6 Millionen toter Juden gedenkt. Man wundert sich darüber, daß die Alliierten angesichts all dieser Tatsachen sich nicht entschlossen haben, dafür zu sorgen, daß uns endlich unser Palästina gegeben wird. Ist es da nicht verständlich, wenn es ln Palästina Gruppen gibt, die aus purer Verzweiflung erzwingen wollen, daß die Versprechen, die man uns gegeben hat, endlich eingehalten werden? Aus Südrheinland und Pfalz Es war eine überaus harmonische Atmosphäre, in der. die Generalversammlung des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden yon Rheinland-Pfalz im kleinen Sitzungssaal des Koblenzer Rathauses am 25. Februar stattfand. Die Vorsitzenden fast aller zu diesem Landesverband gehörenden Gemeinden waren erschienen. Der Präsident des Landesverbandes, Addi Bernd, Koblenz, erstattete ^einen ausführlichen Rechenschaftsbericht, aus dem hervorging, daß trotz der Schwierigkeiten, die die Zeitumstände mit sich bringen, fruchtbare Arbeit im .Interesse der Wiederingangsetzung der wenn auch zahlenmäßg stärk reduzierten' Gemeinden und des Auf- und Ausbaues ihrer Dachorganisation geleistet werden konnte. Das große Vertrauen "und der Dank der südrheinischen Gemeinden für seine aufopfernde Arbeit wurde durch die einstimmige Wiederwahl Addi Bernd’s zum Präsidenten des Landesverbandes zum Ausdruck gebracht. ■ * * Die Aussprache, die sich naturgemäß im wesentlichen, auf Fragen, üer- Wiedergutmachung konzentrierte, nahmaber auch zu Problemen der religiösen Unterweisung und kulturellen Betreuung der weit über den Bezirk, nämlich den nördlichen Sektor der französischen Besatzungszone verstreuten Gemeinden Stellung. Die Gemeindevorsteher berichteten über den Stand' der Angelegenheiten in ihren Städten Henri Läufer, Konstanz, erteilte Informationen über die Arbeit des „American Joint Distribution Committee’’ in der französischen Zone,' während Dr. E. G. Löwenthal, Düsseldorf, der Senior Area Representative des englischen „Jewish Committee for Relief Abroad” für Westdeutsche land, einen Ueberblick über die Tätigkeit der Jewish Relief Unit in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Rheinprovinz gab. Unter den Gästen befanden sich weiterhin die französischen Armeerabbiner Chetrit und Kalipha, die sich im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit dankenswerterweise um die Abhaltyng und Gestaltung von Festgottesdiensten und dergleichen bemühen. Das „Jüdische Gemeindeblatt für die britische Zone”, das durch Lilli Marx, Düsseldorf', vertreten War, findet in den Kreisen des Landesverbandes reges Interesse. Wir antworten unseren Lesern: Lilly Glück, UNRRA Team 1068, Gabersee bei Wasserburg: Wir freuten uns wirklich sehr über den netten Artikel, den Sie geschrieben haben, wir freuten uns aber noch mehr über das Ziel, das Sie sich mit ihrem. Rudolf ges'etzt haben und •freuen uns besonders über die Anfangserfolge. Leider verbietet uns der Papiermangel die Veröffentlichung von Dingön, die im Augenblick nicht mit den Aufgaben, die wir haben, Zusammenhängen. Ihr Stil ist gut und wir würden uns freuen, wenn sie üns etwas über jüdische Fragen schreiben würden. Wir gratulieren Ihnen zu Ihrem Geburtstag und hoffen Ihnen bald zu Ihrer Heirat Glück wünschen zu können. , * Theodor Hohenstein, Hannover Wir danken Ihnen für. Ihre Anregung, die in dem Augenblick ankam, als wir die Nachrichten -der HI AS, die Sie in unserer heutigen Ausgabe finden, zum Satz gegeben haben. Wir sind, in der Frage der Auswanderung im Augenblick auf die Informationen des American Joint Distribution Committees und der. HI AS angewiesen. Es ist zu hoffen, daß in absehbarer Zeit sich weitere Möglichkeiten ergeben. Sie können aber sicher sein, daß diese genannten 'Komitees durch ihre. Verbindungen in der ganzen Welt nichts versäumen, um von jeder Auswanderungsmöglichkeit die interessierten Kreise zu unterrichten. v * ■ * - ' An mehrere Leser: Das Interview mit Dr. Kurt Schumacher stellte, den Beginn der Erfüllung' einer Aufgabe dar, die wir uns gestellt haben.. Viele Unserer Glaubensbrüder und Schwestern wollen öder müssen in Deutschland ,bfeiben, aus den verschiedensten Ländern erhalten wir Briefe, in denen der Wunsch zur Rückkehr nach Deutschland zum Ausdruck gebracht wird. Da wir selbst nicht in der Lage sind, die Verantwortung dafür zu übernehmen, diesen Menschen zur Rückkehr zu raten, wollen .wir durch Befragen aller heute in Deutschland maßgebenden Persönlichkeiten dazu -beitragen, daß jeder einzelne in die Lage versetzt wird, sich ein klareres Bild zu. machen. Wir sind sicher, daß verantwortliche Persönlichkeiten* so wie sie heute an der Spitze der Parteien und der Landesregierungen stehen, besonders in unserer Frage uns gewissenhafte Antworten geben werden. . ■Oer Faetassiöiiii für l^deislhaLti ist wieder da! Gustav Herzberg r. Büro-und Geschäfts-Einrichtungen Hannover, Gellerisir. r / fernrni 20041-42 . Abonnieren Sie das ” Jädidclje GemeindebLatt FÜR DIE BRITISCHE Z O N E Geschäftsstelle: Düsseldorf-Benrath, Friedhofstr. 23-25 / Ruf 711151 u. 23003 / Postscheckkonto: Essen 68080