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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-03-05 · 23 (5.3.1947) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
23 (5.3.1947)
Date
1947-03-05
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Köln: Der S.C. Maccabi Köln, von dem Gedanken ausgehend, daß, wer vieles bietet, jedem etwas bietet, teilt den Kölner Gemeindemitgliedern mit, daß ab sofort im Clubheim der Synagogengemeinde Köln zwei Tischtenaisolatten den Gemeiridemitsliedern. zur Verfügung stehen, gleich cb sie bereits Mitglieder des SG. MACCABI sind, oder nicht. Als Trainingszeiten sind folgende Stunden festgelegt: Für Jugendliche Dienstags und "Donnerstags von 15—17 Uhr für Erwachsene Dienstags und Donnerstags von 17—20 Uhr* Sonntags für Allg yon 10—13 Uhr. * Wir bitten um rege Inanspruchnahme. Ab Mittwoch, dem 26. d. M. steht allen weiblichen Mitgliedern eine staatlich geprüfte Diplomsportlehrerin zur Verfügung. Dieser Sportkursus soll allen weiblichen Gemeindemitglie-; dern die Gelegenheit geben, unt?r sachgemäßer Aufsicht Körperkultür zu treiben, um somit zur Gesundung in unseren Reihen beizutragen. Die Kursusstunden sind wie folgt festgesetzt: Jugendliche beiderlei Geschlechts Mittwoch nachmittags 15—17 Uhr. Erwachsene (.weibl.) Mittwoch nachmittags 17—19 Uhr. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. * * * t Die Vorbereitungen zu unserer Purimfeier gehön lustig weiter und man kann heute schon sagen, daß diese Feier am 8. März d. J. ein voller Erfolg werden wird. Die Nachfrage nach Karten ist groß und die gegebenen Spenden zeigen die Anteilnahme der Gemeindenmitglieder. * * * * Um den Kindern bis-zu 14 Jahren und"' den Erwachsenen über 70 Jahren 'auch einmal eine Freude zu bereiten-, hat der MACCABI Köln sich entschlossen, diese zu , einem gemütlichen Nachmittag einzuladen, Außer der Mitwirkung von Künstlern werden alle Kinder der Synagogengemeinde bis zu 14 Jahren --und alle Erwachsenen ab 70 Jahre mit. einem Nachmittagskaffee bewirtet werden. Auch zu diesem Zweck sind bereits zahlreiche Spenden an uns gelangt, so daß vielleicht noch, jedem der Geladenen ein Geschenk überreicht werden kann. An die. Kölner Gemeindemitglieder ergeht hiermit die Bitte, die Arbeit des S.C. MAQCABI Köln dadurch zu unterstützen, daß sie Mitglieder werden. * Alle Zuschriften, Anmeldungen, Kartenvorbestellungen und Anfragen können sowohl an ' den S, C. MACCABI Köln, Köln-Ehrenfeld, Ottostraße 85 als auch an den 1. Vorsitzenden, Herrm Karl Lichtenstein, KÖln-Riehl,- Amsterdamerstraße 193, Telefon 78416 gerichtet werden. . , - S. C. MACCABI Köln. Essen: ■ Die Jüdische Gemeinde Essen hatte ihre Mitglieder zum 1. Februar 1947 zu einer Gemeindeversammlung mit nachfolgender Repräsentantenwahl eihgeladen. Voiher fand ein Gottesdienst statt, in dem Herr Siegfried . Löwenstein, wie immer in ausgezeichneter Weise vor betete. Alsdann eröffnete der erste Vorsitzende der Gemeinde, Herr Siegfried Levy die Gemeindeversammlung - und erstattete einen ausgiebigen Jahresbericht Er trug'die wichtigsten Angelegenheiten, die sich im Läufe des letzten Geschäftsjahres ereigneten, vor und gab einen Ueberblick über die Arbeit, die von ihm und den andern Vorstands-, mitgliedern geleistet' würde. An Hand der Ausführungen konnten sich jöie Gemeindemitglieder ein Bild machen, welche ungeheuere, Arbeit der Vorstand zu leisten hatte. Nun erstattete Herr Thalmahij, als Kassenprüfer seinen Bericht und beantragte die Entlastung des Vorstandes,' da er die Kasse in Ordnung fand. Nach diesem Bericht ergriff Ha*r Herbert Berg das Wort, um über das Dezernat Synagoge und Friedhöfe, welches er bis dahin inne hatte, zu sprechen. Aus" seinen Ausführungen war zu entnehmen,, daß die Baugenehmigung für die Synagoge im Jahre 1945 mit der Begründung abgelehnt worden war, da vorerst nur Wohnungsherrichtungen in Frage käme. Es wäre aber jetzt die berechtigte Hoffnung vorhanden, in den Besitz der Baugenehmigung zu kommen, da inzwischen auch andere Gotteshäuser hergerichtet würden. Der im Gebrauch befindliche jüdische Friedhof in Essen-Huttrop, der nach der Befreiung wie eine Wüsteaussah, ist seitens der Stadt in vorbildlicher Weise in Ordnung gebracht worden. Der von Bombenangriffen verwüSete Segeroth-Friedhof wird in einigen Monaten soweit fertig sein. Ebenso werden die Friedhöfe in Essen-Werden und Essen-Steele hergerichtet. ‘ Der Vorstand habe alles getan, um Ordnung zu schaffen und zu ""halten. Der neue Vorstand könile getrost den Weg weiter beschreiten, den der alte Vorstand geebnet hat. Die sich hieran anschließende freie Aussprache ergab manche Anregung, die der neue Vorstand in Berücksichtigung ziehen kann. Frau Spiero sprach dann dem bisherigen. Leiter der Gemeinde Herrn S. Levy den Dank im Namen der Gemeindemitglieder aus. : Es' wurde nunmehr vörgeschlagen, 5 Repräsentanten zu wählen, wogegen sich kein Widerspruch erhob. Herr Fritz Rosenberg als' Wahlleiter hat seine' Sache prompt und korrekt durchgeführt. Aus der Wahl gingen als Repräsentanten die Herren Siegfried Levy, Herbert Berg, Josef Anschel, Robert Waller und Frau Arthur Levy hervor. Alsdann konnte der wiedergewählte Leiter der Gemeinde -die Versammlung schließen. * , * * ' 4f # i ( In der am 9. Februar stattgefundenen Repräsentaritensitzung wurden die Herren Siegfried Levy, Herbert Berg und Robert Waller in den Vorstand gewählt. Am 6. März d. J. findet in den Räumen des Volkshauses Essen-Kray um 16 Uhr eine Purimfeier statt. . Herbert Berg. iimiiiMMiiiiiiitiinmiimiiiuiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimuimiiiiiiiiiiiimiimiimiiiHiiiiiiimiaimiiiiii'imiiiimiiiiiimiiiimiiiit Addi Bernd sprach im Koblenzer Rundfunk Am 22. Februar sprach Addi Bernd, Präsident des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, im Süd-Westfunk, Studio Koblenz, über die Frage der Wiedergutmachung. ' . Er ging dabei von der Rückentwicklüng jüdischen Lebens unter dem Antisemitismus der Nazis seit dem Beginn des Jahres 1933 aus und beleuchtete an den antijüdischen Gesetzen und Maßnahmen in den darauf folgenden Jahren das Unrecht, das den Juden in Deutschland angetan worden ist. Selbstverständlich hob er die erschreckenden Auswirkungen auch im Rheinland hervor. All das.bildete,den Hintergrund für Bemd’s Forderungen für eine gerechte und baldige Wiedergutmachung, die nicht von der Militärregierung angeordnet, Sondern aus freien Stücken vom rheinischen Volke rasch in die Wege geleitet werden müsse, . * / ■ iiiiiimMiiiHHiiiimitiiMiiuiiriimmiMiiimiiimimiimummHiiiiimiiiiiitiimiiiiuMiimmiiiiiiiiiiiiiiiniiiHiiiimtiimiiuiKii Sitzung der „Rates der jüdischen Gemeinden’' in der Britischen Zone -Am 25. und. 26. Februar fand in Bremen eine Sitzung des „Rates der Jüdischen Gemeinden” in der Britischen "Zone statt. " U. a. gab Norbert Wollheim einen ausführlichen Bericht über seine Verhandlungen in Belgien, England, Frankreich und Amerika ab. Wir werden in unserer nächsten Ausgabe über diese wichtige Tagung ausführlich berichten. Die Ueberlfbenden. In Berlin leben zur Zeit noch 7000 Glaubensjuden, darunter 540 Kinder im Altör bis zu 18 ' Jahren; fast alle befinden sich in bedrängten Verhältnissen und empfinden die bisherigen Wiedergutmachungsmaßnahmen als unzulänglich und unbefriedigend. Von den 7003 Juden sind 1400 aus Konzentrationslagern zurückgekehrt, 1600 haben als Illegale die Nazijahre überstanden, während der Rest infolge seiner Beziehungen zu, nichtjüdischen Deutschen den Naziterror überleben konnte. Siilllelftorfrr 'schade«*«'»®6 CHEMIE PARFÜMERIE (Wenzel & Olmesdahl) Inhaber: Jose^ Pfeiffer Gfegr. 1878 Düsseldorf, Nordstraße 57 (Ecke Parkstraße) SteflgVo' i

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