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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-02-21 · 22 (21.2.1947) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
22 (21.2.1947)
Date
1947-02-21
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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mammmmssm ■HHnmnnnBi ■i (i H & -;1 Barmizwah des Sohnes RabbiBemsteins ’ Im Philantropin in Frankfurt am Main fand am 25. Januar 1947 die Barmiz\vah (Konfirmation) des Sohnes von Rabbi Bernstein, Stephen Bernstein, statt. Rabbi Bernstein ist der persönliche Berater General McNarney’s für jüdische Angelegenheiten in ’ Europa und ■steht im Range eines Generalma-r jörs. — Als Gast war General Joseph T. McNamey erschienen; außerdem General Huebner, General White und andere hohe amerikanische Persönlichkeiten. Unser Bild zeigt: Rabbi Bernstein, sein Sohn Stephen und zwei Militär-Rabbiner beim Lesen der Thorarolle, dem Heiligtum der Synagoge. ' , - Mag, 25. Januar 1947. DENA-Bild. iim illif sss >\ . NACHRUF der Rhein. Friedrich-Wilhelm-Universität, Bonn für Dr. phil. D. Litt. h. c. Wilhelm Levison Aus englischen Zeitungen entnehmen wir die schmerzliche Nachricht, daß der ordentliche Professor der mittleren und neueren Geschichte und der historischen Hilfswissenschaften Dr. phil. D. Litt h. c. WILHELM LEVISON am 18. Januar 1947 in Durnam (England) gestorben ist.^ Aus einer seit Jahrhunderten in Siegburg ansässigen Familie stammend und am 27. Mai 1876 in Düsseldorf geboren war Levison Zeit seines Lebens aufs engste mit seiner rheinischen Heimat und unserer Universität verbunden.- Hier hat er studiert und 1898 den Doktorgrad erworben* hier hat er sich 1903 habilitiert, hier wurde er 1912 planmäßiger Extraordinarius, 1920 persönlicher Ordinarius. Die entscheidende Richtung seines wissenschaftlichen Schaffens erhielt er schon 1899 durch den Eintritt bei demäMonumenta Germaniae historicä; in ihrem Dienst als Herausgeber zahlreicher Quöllen der Merovingerzeit hat er rasch volle Meisterschaft' in kritischer Geschichtsforschung erworben und wuchs heran zum unbestritten besten Kenner der frühfränkischen Geschichte, die zugleich auch die Geschichte seiner engeren Heimat ist. In zahllosen Aufsätzen und Abhandlungen, die sich zum''Teil zu umfangreichen Büchern auswuchsen, hat er die Ueberlieferung dieser Epoche von Irrtümern gesäubert und ein neues, für lange Zeit grundlegendes Bild der wirklichen Vorgänge entworfen. Die Vertreibung aus Amt (1935) und Heimat (1939) durch das vergangene Regime traf ihn doppelt hart; in Durham fand er ein Asyl und bald, während des Krieges, Muße zd neuem Schaffen. Aber Levison. war nicht nur ein großer, international anerkannter Gelehrter, sondern er war mehr; ein liebenswerter Mensch. Charaktervoll am Glauben seiner Väter festhaltend hat er 'eine praktische •Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe betätigt, die schlechthin vorbildlich war und ihm einen großen Kreis von Freunden und Verehrern schuf. Noch in der Vorrede seines letzten, 1946 in England erschienenen Buches hat er der deutschen Wissenschaft und Universität Bonn in Worten der Anhänglichkeit gedacht, die uns tief berührt haben. Wenn die Universität ihm durch-die Wiederaufnahme in die Zahl der Ihrigen eine letzte Freude und Genugtuung bereitet hat, so bleibt ihr nun pur die Versicherung, daß er unter uns unvergessen bleiben wird. «Rektor und Senat der Rhein. Friedr.-Wilhelms-Universität Konen. - ■ ■ Was fordern Juden von Deutschland? New York. („Our Way”): Die „American Jewish Conference” hat beschlossen, den - Außenministern der 4 Großmächte ein aus 12 Punkte bestehendes Programm zu übergeben, Dieses Programm soll im Friedensvertrag mit Deutschland einbegriffen sein. / Die Punkte sind folgende: 1. Deutschland muß ihr öffentliches und privates Leben vom Antisemitismus säubern. 2. Die. Behandlung der Juden in Deutschland soll eine internationale Angelegenheit sein und einer intemationaleit Kontrolle unterliegen. . 3. Deutschland» muß gehörig diejenigen bestrafen, die an den Judenverfolgungen teilgenömmen oder dabei verdient haben. . »; 4. Die Juden sollen wieder das Recht erhalten, laut ihren Gepflogenheiten zu leben. 5. Juden sollen das Recht haben, Deutschland zu verlassen und ihr Vermögen mitzunehmen. - 6 Alle jüdischen Verschleppten, die sich in Deutschland befinden, sollen unter dem Schutz * der Alliierten oder anderer internationalen Mächte stehen. Es muß vermieden werden, daß sie der deutschen Gesetzgebung unterliegen.- Deutschland — als für das Schicksal dieser Menschen verantwortlich muß sie bis zu ihrer Aus- - Wanderung ernähren. 7. Die Juden, die in Deutschland zu bleiben beabsichtigen, sollen dieselben. Rechte bekommen, wie die deutschen Juden vor 1933. ~\J ' 8. Das bei einzelnen Juden geraubte Vermögen muß zurückerstattet werden. 9. Deutschland muß alle Juden entschädigen, die Unter döm Nazi-Regime gelitten haben. 10. Deutschland soll an Juden Reparationen zahlen. 11. Die Bestimmungen der Alliierten betr. Personen und Eigentum von feindlichen Staaten soll bei Juden keine Anwendung finden. ' - 12. Die Durchführung der die Juden betreffenden Bestimmungen des Friedensvertrages soll von einer internationalen Körperschaft kontrolliert werden, in der auch Juden vertreten sein sollen. ■ * (Ing.)

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