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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-02-21 · 22 (21.2.1947) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
22 (21.2.1947)
Date
1947-02-21
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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nen wäre, uns vorzustellen, daß hier einmal ein Saal mit unserer Fahne, sein wird und sie kommen werden, um uns zu begrüßen. Ich'kann meine Genugtuung darüber nicht verhehlen und will ihr Ausdrück geben.- - ' Als ich’ in dieses Haus-kam, sah ich unten ein Schild' mit den Namen der Organisationen, die alle zusammen für dieses Heim verantwortlich sind: Das Jüdische Zentralkomitee, die Jüdischen Gemeinden, dife englische Relief Unit und der American Joint., Das hört sich sehr einfach an, aber ich habe an den—Verhandlungen teilgenommen, die notwendig waren, um zu dieser Zusammenarbeit zu kommen. Ich begrüße dieses Zeichen der wirklichen Einigkeit von ganzem Herzen. Unsere Zwiespalte, lächerlich Und unwichtig, sind selbst in kleinen. Dingen so groß, daß wir uns über jeden Schritt zu ihrer Ueberwindung und sei es nur die Errichtung eines Heimes durch mehrere OrganisatioAen freuen sollten —• und auch das wollte ich sagen. . ' Es ist für einen Juden aus Erez Israel und noch dazu für einen öffentlichen Vertreter der Jewish Agency for Palestine heute nicht sehr Jeicht, die richtigen Worte zu finden, um englische-Offiziere zu begrüßen. Wir haben Sie, Herr Col. Thickness Sehr wohl verstanden und alle Juden mit uns, daß nur unter dem Schutz Ihrer Fahne, die hier neben mir hängt, die Juden in Deutschland so frei und so geachtet sind. Sie leben ja nicht mehr inKZ.’sund jeder Vergleich ist Unsinn. Aber Sie können auch nicht hierbleiben Wir wissen auch, daß Ihr Staat uns geholfen hat, den Anfang in Erez Israel zu machen, nur: „Jetzt können wir nicht mehr Hält zu machen. Das ist alles, es kann ja nicht sein, daß wir, die wir zufälligerweise etwas früher -kamen, nun zu Hause sein können und alle anderen sind heimatlos, das ist nicht gerecht. Das haben wir. nicht verdient. Und so müssen wir alles tun, damit alle, , die ruhelos, hoffnungslos und verfolgt sind, bei uns zur Ruhe kommen, wie wir mit ihrer Hilfe. Ich verstehe, daß die Eröffnung eines jüdischen Heimes kein genügend offizieller Anlaß ist, so viele hohe englische Offiziere noch dazu auf diesen, scheußlichen Winterwegen nach Harzburg fahren zu lassen. Ich darf wohl glauben, daß Sie, die Sie gekommen sind, aus persönlicher Anteilnahme an dem bißchen Glück für die paar Juden. Auch das erfüllt mich mit Genugtuung und dafür danke ich Ihnen”. Mit dieser Ansprache des Dr. Kurt Levin endete die würdige Feier, die für alle Teilnehmer das erste wirkliche jüdische Erlebnis in der britischen Zone war. Die Gäste wurden dann von der Küche des Erholungsheimes bewirtet und nahmen anschließend eine Besichtigung des ganzen.. Heimes vor. Am Abend fanden sich die Gäste wieder in dem großen Saal des Erholungsheimes, in welchem anläßlich der Einweihungsfeierlichkeit ein Konzert gegeben wurde, das Erwin Fuchs, der bei den ganzen Vorbereitungen aktiv stark mitgewirkt hat, zusammengestellt hatte. Das Kurorchester von Bad Harzburg, unter Leitung von Alfred Vesterlingspielte Stücke von Mozart, Tschaikowsky, Beethoven, Mendelssohn und Schubert. Frau Irene de Noiret sang Volkslieder in neun Sprachen und erntete großen Beifall. Frau Noiret, die es im Dritten Reich auch nicht sehr leicht hatte, erzählte uns, daß sie es sich zu ihrer Hauptaufgabe gemacht häbe, den Menschen, die Opfer des Dritten Reiches waren, soweit es in ihrer Kraft steht, freudige Stunden zu bereiten. Die Eröffnungsfeierlichkeit des ersten jüdischen Erholungsheimes in der britischen Zone in Bad Hamburg war ein voller Erfolg. Und wir wollen der Hoffnung Ausdruck geben, daß den Menschen, die dieses Heim auf suchen, um an Körper und Seele zu genesen, erfolgreich geholfen wird. Wir wollen aber auch hoffen, daß diesem ersten sichtbaren Beweis -des Wiederaufbaus recht bald viele andere folgen werden. ' . . .x. AUS DEM JÜDISCHEN LEBEN Häbräische Prüfung in Düsseldorf Am Donnerstag, dem 7. Februar 1947 hat im Kulturdezernat des Landesverbandes der' Jüdischen Gemeinde, Düsseldorf, Stoffeierstraße 11, eine Prüfung der Teilnehmer des hebräischen Unterrichtes statt gefunden. Zur ersten Prüfung haben sich gestellt und auch durchgehalten: Ester Dombrowski, Sonja Dombrowski, Max Voss, Zolty Anni Fischmann. In der nächsten Woche werden die Schüler Hella Lendzin. Regina ‘ Rosenzweig und der jüngste Schüler Harold Voß . geprüft werden. Die Prüfung wird vorgenommen durch Herrn Abelson und Herrn Rozyne: Alle oben Erwähnten sind zum Kursus für Fortgeschrittene zugelassen. Englischer Unterricht im Kulturdezernat Düsseldorf Wie schon mitgeteilt, findet laufend englischer 'und hebräischer Unterricht im Kulturdezernat statt. Der hebräische .Unterricht findet jeden Montag und Donnerstag um 17,30 Uhr statt, und wird “durch unseren Herrn Rozyne erteilt. Der englische Unterricht findet jeden Mittwoch um 17,30 Uhr statt, und wird durch Herrn Krämer erteilt. Wir weisen darauf hin, daß die Zahl der Teilnehmer am engligphen Unterricht ziemlich klein ist, und bitten wir alle sich noch dafür Interessierenden, sich in unserem Büro zu melden, da wir andernfalls gezwungen sind, den englischen Unterricht zu unterbrechen. Vorsteher des Palästina-Amtes der Nordrheinprovinz und Westfalen besuchen alle Gemeinden^ Im Zusammenhang mit der Mitteilung, daß die englische Regierung 1050 Zertifikate für Palästina für die britische Zone zur Verteilung gegeben hat, an welcher auch Nord- Rheinprovinz und1'Westfalen teilnehmen sollen, werden die Vorsteher des Palästina-Amtes, die Herren Ruwin Abelson und A. Ch. > Rozyne, alle Ortschaften besuchen, um entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Im Zusammenhang damit werden alle Gemeindemitglieder gebeten, die Interessenten für den Termin, welchen das Pal-Amt noch mitteilen wird, vorzuladen. Zu Informationszwecken wird mitgeteilt, daß wegen der geringen Zahl der Zertifikate in erster Reihe nur Gemeindemitglieder in Betracht genommen werden. Zwei Hachscharah-Punkte in unserer Umgebung. Wie schon bekannt ist, existieren heute zwei HaChscharah- Punkte in unserer Umgebung, in welchen unsere Jugend die Möglichkeit hat, die entsprechende fachmännische und kulturelle Ausbildung für ihr zukünftiges Leben zu bekommen. . ' Diese Hachscharah-Punkte werden durch die Vorsteher Liftschütz, Abelson, und andere geleitet. Mit dem nächsten Transport, welcher nach Palästina gehen soll, wird der größte Teil der Hachscharach-Punkte die Möglichkeit haben, nach Palästina zu fahren, um dort ein neues Leben zu finden, Im Zusammenhang damit werden wieder einige Plätze frei, um wieder neue Chawerim aufnehmen zu können. . Alle Gemeindevorsteher werden hiermit gebeten, dem Kulturdezernat des Landesverbandes mitteilen zu wollen, ob sich in ihren Gemeinden Kandidaten befinden, Wenn ja, so wollen dieselben sich bei uns mit den genauen Personalien und einem kurzen I/ebenslauf melden.. . Roz. Veranstaltung* des S.C.Maccabi Köln Eine gemütliche Zusammenkunft der jüdischen Gemeindemitglieder im schöngeschmückten Gemeindesaal versammelte die Gemeindemitglieder, um einen selten schönen Abend zu verbringen. Nachdem der Vorstand die erschienenen Gäste begrüßt hatte, rollte ein Festprogramm ab, dessen sich keine Großstadtbühne zu schämen gebraucht hätte. . Herr Müller-Westernhagen von den Städtischen Bühnen Köln und Herr Krause von der Kölner Oper gaben ihr Bestes und ernteten reichen Beifall. Als nun mehrere Kölner Originale ihre Reden respektive Lieder zum Besten gaben, darunter unser bekannter Liederdichter Karl Berbuer, stieg die Stimmung auf den Höhepunkt. Da eine sehr gute Kapelle spielte, konnte die Jugend ausgiebig das Tanzbein schwingen. Spät in der Nacht verließ man ungern die gastliche Stätte, in der wir einige Stunden die Vergangenheit und die Sorgen des Alltags vergessen hatten. Und nun freuen wir uns alle schon auf. den angekündigten Purimball. . _ '

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