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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-02-21 · 22 (21.2.1947) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
22 (21.2.1947)
Date
1947-02-21
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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£3!SS51^Hi^5EB3sHEB ii i! ■■\- ■■ mm '•/- wiederherzustellen, Erfolg haben werden und daß damit der erste Schritt zur Hilfe getan ist. Dann überreichte Osbome den Herren TLosensaft und Katz einen kunstgewerblich angefertigten Schlüssel des Heimes zum Zeichen, daß sie als Führer der Jüdischen Organisationen in Deutschland von nun an über das Haus verfügen können. Col. Thickness, stellvertretender Chef der D.P.'s vom Kontrollrat in Berlin, ergriff sodann das Wort Und führte aus: „Auch ich spreche als ein D.P., weil ich im Augenblick nicht in meinem eigenen Land weilen kann. Meine Vor-, fahren kamen aus Palästina, ich selbst verbrachte auch sechs sehr glückliche Jahre in diesem Land. Viele von den Menschen haben heute keine Nationalität — ich habe eine solche.” Col. Thickness gab dann der Hoffnung Ausdruck, daß die Menschen, die dieses Heim auf suchen werden, sich heimisch fühlen, frei und ungebunden und das Gefühl haben, daß sie hierher gehören. Er wies dann darauf hin, daß er seine Staatsangehörigkeit habe, daß er sein Land und seinen König vertritt. „Man 'sollte”, so sagte er weiter, „auch dann* wenn dieses Land oft mißverstanden wird, stets daran denken, daß es auf vierhundert Jahre des Kampfes für die Freiheit der Menschheit zurückblicken kann und diesen Kampf sollte man nie vergessen.” Und zum Schluß forderte er, die Anwesenden mit einem Hinweis auf die neben ihm hängende englische Fahne auf, auch ihrer freundschaftlich zu gedenken, wenn sie einmal in ihrem eigenen Land sein werden. Col. Dawson der UNRRA schilderte kurz die Tätigkeit der’ UNRRA und wies darauf hin, daß ihre Arbeit nun bald beendet sei. Er erzählte, wie diö UNRRA stets versucht habe, jedem .und, überall zu helfen, wie sie jeden Ruf nach Hilfe stets beantwortet habe. Er gedachte besonders der Jewish Voluntairy Societies, deren Aktivität in der gebrachten Hilfe immer Viel größer gewesen sei, als es die UNRRA je hätte tun können. „Ein praktischer Beweis dieser wunderbaren Hilfe”, so sagte Col. Dawson, „ist dieses Heim. Leider hat die UNRRA mit dem Aufbau dieses Heimes sehr wenig zu tun gehabt”. > Der Leiter des Jüdischen Zentralkomitees Bergen-Belsen,' Josef Rosensaft, begann nun in der bei ihm bekannten feu-r rigen Art seine Ansprache und führte u. a. aus: „Wir sind hier in diesem Land gegen unseren Willen, dieses Heim haben wir für unsere Leute, die krank -an Körper und Seele sind und für unsere Jugend auf gebaut und hoffen, daß es ihnen Genesung und Erholung bringen wird. Es ist aber nicht unser Endgültiges Heim, es bietet nur eine Etappe auf unserem Weg zu unserer Heimat Palästina.” Rabbi Brödie führte aus: „Es ist mir eine besondere Freude, an dieser Zeremonie teilnehmen zu dürfen. Dieser erste sichtbare Beweis, der aktiven Hilfe ist hoffentlich ein Meilenstein für die Arbeit, die die Jüdischen Gemeinden außerhalb Zentral-Europas geleistet haben. Es ist eine wahre Hilfsaktion. Durch unermüdliche Arbeit und durch größte Opfer War es möglich, dieses Heim so auszustatten, wie wir es heute vorfinden. Es ist mir .eine besondere Freuie, heute hier Menschen begrüßen zu können, die ich in den Befreiungstagen 1945 äls einer der ersten in den Konzentrationslagern am Rand der Verzweiflung vörfand.” Sodann überbrachte er die Glückwünsche des Londoner Oberrabbinats. Der Landrat Ossenkopf der Kreisverwaltung Wolfenbüttel , ergriff sodann das Wort. Er wies darauf hin, daß es viele Menschen, viele Deutsche gäbe, die unter eigener Lebensgefahr den Juden geholfen haben. Dann sprach Landrat Qssenkopf seine Glückwünsche aus und bestätigte nochmals, daß er sich jederzeit zur Hilfeleistung zur Verfügung stellen würde. Auch Bürgermeister Nordmann, Bad Harzburg, gab seinem “Willen zur Zusammenarbeit Ausdruck und überbrachte die Glückwünsche der Stadt Harzburg. Als Letztei'- sprach Dr. Kurt Levin, Leiter der Jüdischen Palästina-Agentur in der britschen Zone, dessen Ansprache wir wörtlich bringen: - „Als ich hierherkam,r glaubte ich, ich hätte ungefähr dasselbe zu sagen, was Gol. Dawson im Namen der UNRRA gesagt hat: Meine Organisation hat für die Errichtung dieses - Heimes nichts getan, ich bin aber froh, daß es mm dasteht, -v. Inzwischen glaube ich aber, etwas anderes sagen zu müssen. Die Jewish Agency hat für die Errichtung des Heimes nicht beigetragen, daß aber Jossel Rosensaft die Worte sägen konnte die er gesagt hat, daß die Bilder, die Inschriften, die Fahne in diesem Saal ihre Bedeutung haben, das, denke ich ist dem Jischuw zu verdanken, allen Juden in Erez Israel, in deren Auftrag ich hierherkam. Und mehr als das: Gewiß leben die Juden, wie sie jetzt vor mir sitzen, nicht mehr im Konzentrationslager, aber, nicht nur was den Toten geschah, auch das, was den Lebenden ge-. schah, ist nicht wiedergutzumachen. ' Und wie gut die Gäste es in diesem Heim in diesen Tagen, die sie hier sein dürfen, auch immer habftn mögen, sie sind doch alle elende Menschen. Wenn sie eine Hoffnung haben, wenn sie nicht gerade vor ei lern Nichts stehen, dann ist das,' so_denke ich, der Beitrag, den Jischuw zu diesem Heim geleistet hat., - Wenn man nur wenige Minuten zum Sprechen hat, kann man nicht mehr wie einem Gefühl Ausdruck geben. Als' ich darüber nachdachte, was mein deutlichstes Gefühl sei, da fand ich, daß es das Gefühl der Genugtuung sei; einer vielfachen Genugtuung: Wir Juden aus Erez Israel sind ja nichtheimatlos, wir sind keine D. P.’s., sihd nicht „restless”. Ueberall wo wir sind, tragen’ wir die Sicherheit unserer selbsterbauten Heimat mit uns, aber dennoch wissen wir uns zu Hause, wenn,wir wieder an einem Ort. stehen, wo Juden beisammen leben, in einer neuen Zelle unserer großen Gemeinschaft, in unserem Reichen, unserem Geist. Und es ist mir eine große Genugtuung, einen solchen Ort wieder neu vor mir zu sehen. , ' , Ich bin aber nicht nur ein Jude aus Erez Israel, ich* bin auch einmal ein deutscher Jude gewesen und ' zufälligerweise war ich vor diesem-Krieg einmal einige Tage in diesem Hotel. * Es ist nicht meine Angelegenheit, mich mit den Deutschen auseinanderzusetzen, sie gehen mich nichts an, aber als ich den Landrat und den Bürgermeister sprechen hörte, mußte ich doch daran denken, wie absurd es uns damals erschievr ■ JAKOB BIRNBAUM DAM EN-KLEI DER-FABRIK KOLN-BRAUNSFELD RUF 5 21 es FORST.PÜCKLERSTR. 82 (ECKE AACHENER STR.) S.C. „MACCABi“ KÖLN Am 8. März ds. J:, abends sieben Uhr, findet i.„Ringhof“, Köln, Hohenzollernring unser diesjähriger Purim-Ball statt. * Echt jüdisches Purimtreiben Auftreten erster Künstler. Stimmung Humor — Tanz — Große Tombola Kartenvorverkauf zehnT age vor Beginn der Veranstaltung. Sch riftl. Bestellungen werden bereits entgegen genommen. DER VORSTAND Karl Lichtenatein l

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