Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 1 (1946-1947)
- Issue
- 21 (5.2.1947)
- Date
- 1947-02-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9498581-9366319-9386230--233-9366230- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
* *+ im <,* ♦ DES NEUEN GEMEINDEHAUSES UND BETSAALES DER JÜDISCHEN GEMEINDE IN DORTMUND Professor Iwänd Z 7 er 21. Dezember ließ die wenigen jüdischen Menschen unserer Stadt die Einweihung des neuen Gemeindehauses sowie des Betsaales, verbunden mit einer Chanukah-Feier erleben. Nach aufopfernder monatelanger Arbeit gelang es unserer kleinen Gemeinde, welche heute etwa 150 Personen umfaßt, diesen festlichen Weiheakt zu begehen. Nachdem bereits am Abend vorher indem im Gemeindehaus eingebauten Synagogenraum ein Gottesdienst für die Mit-t glieder der Dortmunder Gemeine^ stattge-J fanden hatte, wurde die Hauptfeier am Sonnabend morgen mit einem. Gottesdienst eingeleitet, an dem zahlreiche Vertreter auswärtiger Religionsgeir\einden anwesend waren. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen war durch pr. Frenkel .vertreten, ebenso die christlichen Landesverbände durch Superintendenten Heuner, Probst Aufenanger sowiedes Professor Iwand, Göttingen. Die Jewish Relief Unit war durch Dr. Löwenthal vertreten. Nach Beendigung des Gottesdienstes * begrüßte der 1. Vorsitzende der ’ jüdischen Gemeinde Dortmund, sowie des Landesverbandes der. jüdischen Gemeinden Westfalens, Siegfried Heimburg, die Anwesenden. Heimburg wies in seiner Ansprache darauf hin, daß von der ehemals so großen und stolzen „Gemeinde von über 50D0 Seelen, nur ein Rest von etwa 150 Personen aus den Lägern oder der Illegalität zurückgekehrt seien, daß trotz aller Verfolgungen die innere Kraft ungebrochen geblieben sei, daß diese Kraft das neue aus aus dem Nichts errichtet habe und damit ein Zentrum geschaffen sei, das befruchtend für das gesamte Der 1. Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Dortmund, Siegfried Heimburg ». Der Oberstadtdirektor Hansmann (Dortmund) während seiner Ansprache. jüdische Leben in Westfalen wirken möge. Bürgermeister Scherer überbrachte dann die Grüße und Glückwünsche des Oberbürgermeisters. Oberstadtdirektor Hausmann führte aus, daß die Zusammenarbeit aller Gutgesinnten nötig Wäre, um aas den Juden zugefügte Unrecht wieuergutzumachen und daß es ihm eine besondere Freude bereitet habe, seinen Teil bei der Wiederherstellung des Gemeindehauses beigetragen zu haben. .Besonders ergreifende Worte des Mitempfindens fand Professor Iwand, welcher durch viele Erlebnisse der Hitlerzeit besonders mit den Dortmunder Juden . verbunden war. Dr. Frenkel forderte in. seiner Ansprache die Beschleunigung der Wiedergutmachung, ' . . Eine kurze Ansprache des Dr. Kronheim, Oberstadtdirektor Bad Oeynhausens beschloß die Morgenfeier. Leider war es uns nicht vergönnt, unsere Rabbiner, die ihr Erscheinen fest zugesagt hatten, zu begrüßen. Am Nachmittag des gleichen Tages fand die Feier in . den Räumen der Stadtschänke ihren Fortgang. Es trafen sich mehr als 600 Personen aus fast allen Gemeinden Westfalens. Außerdem fanden sich noch der Vertreter des American Joint Distrubution Committee, Dr: Weinberg, ein. Ein vorzügliches Programm unter Teilnahme erstklassiger Künstler des Dortmunder Stadttheaters sowie des Düsseldorfer Opernhauses, angesagt durch die Doppelconference des Sally Macholl und Dr. Wenzel, bereitete den Gästen heitere Stunden in auf gelockerter* Fröhlichkeit. Die schöne Dortmunder Synagoge vor 1938 Die Dortmunder Synagoge nach ihrer Vernichtung. w V-; - * * mm