Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 1 (1946-1947)
- Issue
- 19 (6.1.1947)
- Date
- 1947-01-06
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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AUS DEM JÜDISCHEN LEBEN Chanukah-Veranstaltung in Düsseldorf Afn Sonnabend, dem ■ 21. Dezember hatte die Synagogengemeinde Düsseldorf zu einer Chanukah-Veranstaltung eingeladen. In den festlich geschmückten Sälen der Henkelwerke, die von diesen freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden waren, versammelten sich die Gemeindemitglieder. Der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Herr Dreifuss, begrüßte die Anwesenden und sprach den Henkelwerken und den Künstlern der Städtischen Bühnen den herzlichsten Dank aus dafür, daß sie sich uneigennützig unserer Sache zur Verfügung gestellt habe». , Während die Anwesenden sich deja Kaffee und Kuchen gut schmecken ließen, wurde ihnen ein tatsächlich künstlerischer Genuß bereitet. Nachdem Herr Dreifuss die Chanukahlichter entzündet hatte und die Gemeinde im Anschluß daran in das Chanukahlied einstimmte, erschienen plötzlich auf dem Parkett die Kinder des Kinderbaletts der . städtischen Bühnen und führten einen entzückenden Reigentanz auf. Unter Ansage des Herrn Hans Knittel, des Chefdramaturgen der städtischen Bühnen, traten nacheinander die Damen Ilse Zeven, Sopran Steffi Feige, 1. Solotänzerin der städt. Bühnen und die Herren Helmut Fehn, Baß Winfried Zillig, am Flügel und Herr L a 11 e, am Flügel, auf. ' Die Anwesenden dankten den Vortragenden durch einen herzlichen Applaus. / Die Veranstaltung zog sich so lange hin, bis die von deryeranstalterin bestellten Autobusse kamen, um die Teilnehmer nach Hause zu bringen. Vollbepackt mit den Gewinnen der Tombola verließen die Teilnehmer, nachdem sie einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen hatten, die gastliche Stätte. Am 'Sonntag, dem 22. Dezember' fand in der Synagoge ' ein Kindergottesdienst statt. Die Synagoge war überfüllt von den Kindern des Landesverbandes der Nordrhein-Provinz, die alle in freudiger Erwartung nach Düsseldorf. geeilt wären. Nach der Entzündung der Chanukahlichter sangen die Kinder und Gäste der Synagogengemeinde das Chanukahlied und begaben sich anschließend in den großen Plenarsaal des Oberlandesgerichtes. Die Ueberraschung, die sich dort bot, löste bei jung und alt Bewunderung aus: Auf weißgedeckten Tischen waren die Geschenke für die Kinder ausgebreit'et. Es war an alles gedacht: Bekleidungsstücke, die besonders für die Kinder angefertigt worden waren, Schuhe, viele schöne Spielsachen und vor allen’ Dingen natürlich Süßigkeiten. Die Freude der Kinder war ihnen an den Augen abzülesen, als ihnen die Geschenke überreicht wurden, und die Freude - der Eltern war nicht minder groß, als sie sahen, was der Landesverband für seine Kinder getan hat. . Der kleine Manfred Frankenberg sprach ein Chanükahgedicht mit einer Innigkeit, wie man sie bei Kindern selten findet. Der Anblick, den der durch Kerzen erleuchtete Plenarsaal bot, wird den Anwesenden unvergeßlich bleiben. Die beiden Veranstaltungen waren ein Meisterwerk einer einzigen Frau. Frau Meta Dreifuss, die Wohlfahrtsdezernentin des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen hat für die beiden Veranstaltungen verantwortlich gezeichnet. Ihrer Initiative und ihrer bewundernswerten Energie ist es zu verdanken, daß diese beiden Veranstaltungen im wahrsten Sinne des Wortes würdig verlaufen Sind. Sie war es, die die wertvollen Geschenke für die Kinder beschafft hat und die .für den herrlichen Verlauf der beiden Veranstaltungen bestens sorgte. Diese Würdigung der Frau Dreifuss würde bei der Chanükahfeier der Erwachsenen ebenfalls zum Ausdruck gebracht. .* Chanukah-Feier in Köln Am Sonnabend, dem 21. Dezember veranstaltete der Sport-, club Maccabi in den Räumen des Restaurants Ringhof eine Chanukah-Feier, verbunden mit einem Ball. Das Fest, welches umrahmt war von Vorträgen und Tanzdarbietungen von Künstlern der Städtischen Bühnen und des „Tazzelwurm’’, Köln, nahm einen würdigen und harmonischen Verlauf. Der Vorsitzende des Maccabi, Herr Karl Lichtenstein, hatte alles getan, um die zahlreichen Zuschauer schnell in die richtige Stimmung zu. bringen und sie did’ Sorgen des Alltags vergessen zu machen. ' Der Abend war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg für den /Maccabi, was dadurch zum Ausdruck kam, daß sich sehr viele als Mitglieder eintragen ließen. Am Tage darauf, am Sonntag, dem 22. 12. rief der Jüdische Fraüenverein zu einer Chanükahfeier" mit Kinderbescherung in das Altersheim Köln-Sülz, Blankenheimerstraße. — Der Saal war viel zu klein, um alle Einlaßbegehrenden zu fassen. Frau Dünnwald, die Vorsitzende des Frauen Vereins konnte zahlreiche Ehrengäste,. u. a. Herrn Bürgermstr. Kattonek, begrüßen. In einer Festrede wies Frau Paula Drucker auf die Bedeutung des Tages hin. Die Vorstandsmitglieder üer Jüdischen Gemeinde, Herr Moritz Goldschmidt und Herr Dr. Herbert Lewin brächten den Damen des'Vereins den Dank der Gemeinde für die würdevolle Gestaltung der Feier zum Ausdruck. Nach 8 Jahren war es das erste Mal, daß sich wieder jüdische Jugend in Köln zur Feier des Chanukah-Festes zusammen gefunden hat. Von den damals versammelten hunderten Kindern und Jugendlichen ist nur noch ein kleines Häuflein übrig geblieben. Die Jugend ist unser wertvollstes Kapital und muß sorgsam gehütet werden. Andererseits wird von dieser verlangt, daß sie sich mehr auf jüdische Belange einstellt, sind sie doch die Garanten unserer Zukunft. Die Darbietungen der Kleinen erweckten großen Beifall und zeigte die unermüdliche Kleinarbeit, die notwendig war, unter diesen primitiven Verhältnissen ein solches Programm zusammenzustellen. Man muß die strahlenden Augen der kleinen Kinder bei der nachfolgenden Bescherung und Bewirtung gesehen haben. Diese Freude in den Gesichtem und Herzen der Kleinen trug den Dank für die schönen Stunden in sich. Zu erwähnen ist noch die Mitarbeit der beiden Damen Elfriede Rein und Grete Wilzig, die in anerkennenswerter Weise zum Gelingen des Festes beitrugen und nicht zuletzt dem Leiter des Heimes, Herrn Jakob Marx, der den äußeren Rahmen für das so schön verlaufene Fest geschaffen hatte. Moritz Goldschmidt. Akten von 75 000 Juden gefunden. Berlin. (NZ). — Im ehemaligen deutschen Finanzministerium in Berlin ist eine Kartei gefunden worden, die über das Schicksal von 7$ 000 Berliner Juden Auskunft gibt/ Die Alliierte Kommandantur hat die Kartei, die die vollständigen Personalien und Angaben über die Verschickung in die verschiedenen Konzentrationslager enthält, dem amerikanischen jüdischen Hilfswerk zur Verfügung gestellt. An Hand dieses Materials ist es außerdem möglich, beschlagnahmten jüdischen Besitz den Eigentümern zurückzugeben. „Joint”-Hilfe für Warschau. Das „American Joint Distribution Committee” hat als einmalige Unterstützung für die Gründung von jüdischen Stellen den Betrag v6n einer Million Zloty der jüdischen Gemeinde in Warschau zugewiesen. III Damen- und Herren-Moden m Wu ppertal - Elberfeld . .im Rathaus — Fernsprecher 3508-4 | TAUSCH-ZENTRALE | LUehrhahn VERMITTELT DEN GUTEN TAUSCH! OBsSeidon, Am uietirhahn 9-11 -Fernroi 2348a