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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-12-10 · 17 (10.12.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
17 (10.12.1946)
Date
1946-12-10
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Aufruf - an die deutsche Bevölkerung!' Aus allen Teilen Deutschlands hören wir, daß Aufrufe an die deutsche Bevölkerung bezügl. ehemaligen jüdischen Eigentums erlassen werden. Nachstehend veröffentlichen wir einen derselben. Wie wir hören, beabsichtigt der Landesverband Rheinland-Westfalen den ihm, angeschlossenen Gemeinden nahe zu legen, ähnliche Aufrufe zu erlassen. Die Redaktion. Aufruf an die bayerische Bevölkerung __ Der Staatskommissar für rassisch, religiös und politisch Verfolgte richtet im Einvernehmen mitdem Präsidenten des Landesamtes für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung den nachstehenden Aufruf an die bayerische Bevölkerung: ' , In diesen Tagen wurde in allen Teilen des Landes der Opfer gedacht, die durch den Rassenhaß in den letzten 12. Jahren zugrunde gerichtet wurden. Viele bayerische Landsleute haben in., vorbildlicher Weise, Hab und Gut armer verfolgter jüdischer Mitbürger zur Aufbewahrung übernommen und in vornehmer und loyaler Weise dem Staatskommissar für rassisch,. religiös und politisch Verfolgte zur treuhänderischen Aufbewahrung zugeleitet. In vielen Eällen war es möglich, den wenigen Rückkehrern oder ihren direkten Erben einen Teil ihrer Habe zurückzuerstatten. Wir stehen vor einer Regelung, die auf gesetzlicher Grundlage die Anmeldung allen Eigentums des rassisch, religiös upd politisch Verfolgten festlegt. Wir halten es als ein besonderes Zeichen der Wiedergutmachung und der Abkehr von den Gewaltmethoden des Nazisystems, wenn sich heute in großer Zahl' diejenigen Mitbürger melden, die von dem Aufruf des Staatskommissars im vergangenen Jahre keine Kenntnis erlangten und sich freiwillig dazu bereitfinden, das ihnen an vertraute Gut — oder auch diejenigen Güter, die sie glaubten, als Geschenk behalten zu dürfen — zur Anmeldung bringen. Das neue Gesetz zur Rückgabe wird alle Geschäfte und Grundstücke, die arisiert worden sind oder sonstwie getarnt wurden, in der gleichen Weise erfassen, wie all das Hab und Gut, was man den unglücklich Verfolgten unter irgendwelchen Vorwänden abgenommen hat. Das Ansehen des deutschen Volkes im Auslande hängt davon ab, ob es spontan ohne Zwang das zurückgibt, was mit dem Blute von 6 Millionen ermordeter Juden behaftet ist, -und ob es von sich aus beweist, daß es mit dem Gedankengut des Nationalsozialismus nichts mehr zu tun hat. Im Einvernehmen mit der zuständigen Dienststelle der Militärregierung erfolgt dieser Aufruf mit der Bitte, sofort die angeforderten Meldungen an das Staatskommissariat ■ für rassisch, religiös ünd politisch Verfolgte — Abteilung 1, — München, Holbeinstraße 11, gelangen zu lassen, die nach Sichtung und Prüfung des vorliegenden Materials dem Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung die zu bewahrenden Werte überweist. Der Staatskommissar wird jedem' der seine vornehme Gesinnung durch die Ablieferung resp. Anmeldung unter Beweis stellt, eine entsprechende Bescheinigung bei Aushändigung der Sachen übermitteln. Dr. Philipp Auerbach, Staatskommissar. --— -—*\ Großer Ctianükaball Am 21. Dezember 194Ö (Chanukasamstag) veranstaltet def »S. C Maccabi« unter dem Protektorat der Synaeoeengemeinde Köln seinen ersten Chan&kaball irn neuen _ Festsaal der Synagogengemeinde in KOin-Ehrenieid O t t o s t r a’s s c 8 5 — I. Etage Der Festsaal wird zu die>-em Zwecke in Stand gesetzt. Großes Orchester/Tombola / Restaurant AuttretenersterKräfte In Anbetracht der wenigen zur Ver liipung stehenden Plätze werden die Gememdemitglieder gebeten, sich rechtzeitig eine Einlaßkarte zu besorgen. Vorverkauf.- Büro der Synagogengemeinde Köln und bei den Mitgliedern des i>. C.’Maccabi Der Vorstand: Karl Lichtenstein Bitte beachten! Verlag, Redaktion und Expedition des „Jüdischen Gemeindeblattes für die britische Zone'’ teilt mit: Die Chanukkah-Ausgabe des „Jüdischen Gemeindeblattes für die britische Zone'’ erscheint am 19. Dezember. Wir bitten alle jüdischen Gemeinden der britschen Zone um Uebersendung von Berichten über ihre Gemeinde- und Kulturarbeit. Bitte achten Sie auf die Adresse unserer Redaktion’: .Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone;. (22a) Düsseldorf-Benrath, Friedhofstraße 23/25. Verkauf unserer. Zeitungen in Kiosken und Geschäften: Wir bitten um Aufgabe von Adressen von Zeitungsverkaufsständen und Buchhandlungen in der ganzen britischen Zone, damit wir wegen Belieferung mit denselben in Verbindung treten können./ Soweit es möglich, ist, bitten wir festzustellen, ob — und — wo Verkaufsinteresse besteht. x Expedition des Jüdischen Gemeindeblattes für die britische Zone (22 a) Düsseldorf-Benrath, Friedhofstraße 23/25. IIIIHIIIIIIHIIIIIU^ Ausländische Pressestimmen: Die Juden Amerikas gaben 80 Mill. Dollar Isidor Coons, der Vizepräsident der United Jewish Appeal for Refugees Overseas Needs and Palestine, kündigte auf einer Versammlung des nationalen Exekutivkomitees der Organisation im Waldorf-Astoria-Hotel an, daß die amerikanischen Juden von den hundert Millionen Dollar, die die Organisation benötigt, bereits 80 Millionen Dollar aufgebracht haben. <x Der Versammlung, die mehrere Tage-dauerte, wohnten zweihundertfünfzig Komiteemitglieder aus 47 Staaten bei. Das Exekutivkomitee der nationalen Frauenabteilung der Organisation hielt anschließend daran eine Tagung im Waldorf- Astoria-Hotel ab. ‘ Moses A. Leavitt, der Sekretär des Joint Distribution Committee, berichtete, daß der Joint in den ersten 10 Monaten 1946 50 483 200 Dollar als Hilfe an 200 000 verschleppten Juden in deutschen, österreichischen und italienischen Lägern zur Unterstützung der Juden m Polen, .Ungarn, Rumänien und der. Tschechoslowakei und als Unterstützung an Juden in Westeuropa sowie als Reisebeihilfe an Auswanderer nach Palästina und den Vereinigten Staaten überwiesen habe. Durch die Agenturen des „United Palestine Appereal” wurde in den ersten sieben Monaten 1946 die Summe von 26 622 000 Dollar für Fürsorge, Unterkunft und Ausbildung neuer Einwanderer, für. den Kauf ünd die Bearbeitung von Ackerland und für die Errichtung landwirtschaftlicher Siedlungen ausgegeben. Dieses berichtete Mister Martin Rosenbluth, einer seiner Direktoren. Er schätzt, daß im Jahre 1946 zwischen 48 bis 50 Millionen Dollar ausgegeben werden würden. Der „United Service for .New Americans” wird während des laufenden Jahres 2700 000 Dollar für sein Programm der Ausrüstung und laufenden Unterstützung von Flüchtlingen, die in den Vereinigten Staaten Zuflucht gefunden haben, benötigen. Dies berichtete Joseph E. Beck, der leitende Direktor des United Service. Mister Leavitt erklärte, daß eine besondere Winterhilfe für die überlebenden Juden in Europa in Gestalt voh 25 Millionen Pfund Lebensmitteln nun den jüdischen Gemeinden auf dem Kontinent überwiesen wird. Doktor Rosenbluth sagte, daß in den ersten 8 Monaten des Jahres 1946 mehr als 20 000 Flüchtlinge nach Palästina eingewandert sind, und daß, seihst wenn die Einwanderungsquote nur 1500 Personen im Monat betragen würde, bis Ende des-Jahres 26 000 Menschen dort Zuflucht gefunden haben würden. Sie kämen dort, wie er erklärte, in sehr abgerissenem "Zustande an und die 'Unterhaltung der Neuankömmlinge im Athlit-Untersuchungslager kostete allein 10 000 Dollar täglich. Von 9 Millionen Dollar, die dieses Jahr für derartige Einwanderungszwecke ausgegeben werden müßten, .würden allein 2 Millionen benötigt für die Einkleidung der Einwanderer. In den ersten sieben Monaten des Jahres gab der United National Fond 11 648 424 Dollar aus für den Kauf von Siedlungsland und rechnet damit, noch mehr als 2 Millionen monatlich bis Ende des Jahres auszugeben. New York Herald Tribüne,

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