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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-11-09 · 15 (9.11.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
15 (9.11.1946)
Date
1946-11-09
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Ans den Gemeinden Düsseldorf. Am Montag, -dem 28. Oktober fand im Plenarsaal des Oberlandesgerichts unter zahlreicher Beteiligung eine Gemeindeversammlung statt. Den Jahresbericht verlas der 1. Vorsitzende der Gemeinde Herr Julius Dreifuß. Der Kultusdezement des Landesverbandes, Herr R o s z y n e und Herr Meyer aus Langenfeld wurden in die Repräsentanz an Stehe des nach München verzogenen Herrn Ingster gewählt. Einen ausführlichen Bericht über die Gemeindeversammlung veröffentlichen wir in der nächsten Nummer des Gemeindeblattes. Düsseldorf. Freitagabend 17 Uhr, Sonnabend vorm. 8 Uhr: Gedenkgottesdienste unter Teilnahme der jüdischen Angehörigen der britischen Armee. Chef-Rabb. Major Jafe, hält die Gottesdienste ab. i Köln. Am 6. 10. 1946 wurde hier ein jüdischer Frauen verein unter dem Vorsitz der Damen Dünnwald und Drucker gegründet. Er hat die Aufgabe, sich caritativ sowie in Sterbefällen bei Frauen in ritueller Hinsicht zu betätigen. Wir hoffen, daß die jüdischen Frauen Kölns für diese Bestrebungen das notwendige Verständnis aufbringen und sich recht zahlreich als Mitglieder eintragen lassen werden. Die von der Zionistischen Vereinigung am 20. 10. 46 durchgeführte Wahl der Delegierten zum 22. Zionistischen Kongreß zeigte eine rege Beteiligung. Die Wahl verlief ohne jede Zwischenfälle und hatte folgendes Ergebnis: Liste i 163 Stimmen *, Liste 4 11 Stimmen Liste 5 4‘ Stimmen Einige Gemeindemitglieder konnten von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machen, da sie ihre > Schekel , nicht mehr vorweisen konnten. ' Gelsenkirchen. ,, Donnerstag, den 1. Oktober veranstaltete die jüdische Gemeinde Gelsenkirchen für ihre Mitglieder eine Simchas Thora-Feier. Eine festlich geschmückte Tafel nahm die Gäste im Hotel „Zur Post” auf. Die Begrüßungsansprache hielt der 1. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden Gelsenkirchen, Herr Robert Jessel, und in beredten Worten wies der Vorsitzende des Landesverbandes Westfalen, Herr Siegfried Heimberg, auf die Bedeutung des Festes hin. Bis in die tiefe Nacht hinein vergnügten sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen, umrahmt von guter* Musik und feierten auf althergebrachter Weise dieses traditionelle Fest. “ .. . Hamburg. Am Donnerstag, dem 31. Oktober veranstaltete die Gemeinschaft Freigläubiger Juden eine Versammlung der Mitglieder. Herr Hertz erstattete einen ausführlichen Bericht über die Lage der Juden in Deutschland und im Ausland. Es entwickelte sich eine rege Aussprache über die kommende Wiedergutmachungsfrage und über den Kampf gegen den immer noch in einzelnen Ländern herrschenden Antisemitismus. Es ist beabsichtigt, im Winter durch Vorträge literarischen und historischen Charakters die Tätigkeit der Gemeinschaft-zu erweitern in Durchführung ihrer Richtlinien. * Internationale jüdische Organisation notwendig München. Als Juden haben wir gelitten, ohne Unterschied unseres Herkunftlandes, infolgedessen müssen alle Juden unterschiedslos in den Genuß der Wiedergutmachung kommen”, erklärte der Staatskommissar für die Opfer des Faschismus, Dr. Philipp Auerbach in einem Gespräch mit einem Pressevertreter. — Zur Unterstützung der Forderung jener Wiedergutmachung innerhalb Deutschlands sei jedoch die .Konstituierung einer internationalen jüdischen Organisation notwendig. Hierbei dürfe es ein Unterschied nach Herkunftsländern nicht geben. Selbstredend müßte die Organisation in erster Linie vom europäischen Judentum getragen sein, da dieses die meisten Opfer gebracht habe. In Deutschland befände sich ein bedeutendes jüdisches Besitztum, Grundstücke, bewegliches und unbewegliches Vermögen, geraubte Kunstgegenstände, Juwelen und Gold, für das es schwer sei, den richtigen Eigentümer zu ermitteln. Es sei daher herrenloses Gut. Die Zentralorganisation hätte einen Fonds zu schaffen, dessen Zentrale in Westeuropa alle jüdischen Körperschaften vereinigen müsse. Durch die Organisation der jüdischen Gemeinden in Deutschland könnte dieser Fonds die Treuhänderschaft über das herrenlose Gut in Deutschland ausüben. Die Wiedergutmachung gegenüber den nach Deutschland zurückgekehrten Ueberlebenden mü$te eine vollkommene sein. Eine Erbberechtigung sei jedoch höchstens bis zum vierten Grad zu gestatten, da sonst die Gefahr einer Verlagerung des Besitzes an Nichtjuden besteht. Die durch die Erbbeschränkung freiwerdenden Guthaben würden, ebenso wie das herrenlose jüdische Eigentum, dem jüdischen Fonds zugute kommen und treuhänderisch zu verwalten sein. Berlin. Jüdische Gemeinde protestiert. Der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde protestierte gegen den Enteignungsdptwurf der SED., weil diese Fassung den berechtigten Wünschen der durch das Hitlerregime geschädigten Personen in wesentlichen Punkten nicht entspreche. Die jüdische Gemeinde in Berlin begann nach Beendigung der jüdischen Feiertage mit ihrer Kinderspeisung in . allen vier Sektoren von Berlin. Die Speisung soll zwei- bis dreimal in der Woche durchgeführt werden. Ferner beabsichtigt die jüdische Gemeinde ein Jugendheim zu gründen. Rat der jüdischen Gemeinden der britischen Zonfe Tagung am 30. 10. 1946 in Bremen Anwesend waren: Herr Norbert Wollheim, 1. Vorsitzender, Herr Carl Katz, Bremen, Herr Walster, Bremen, Herr Heinz Salomon, Kiel, Herr Herbert Goldstein, Hamburg, Frau Goldschmidt, Hamburg, Herr Prager, Hannover, Herr Nußbaum, Hannover, Herr Jonas, Hannover, Herr Siegfried Heimberg, Dortmund, * Herr Julius Dreifuß, Düsseldorf, Herr Henryk Ingster/ Düsseldorf, Her/* Dr. Herbert Lewin, Köln, * Herr Neuwald, Gelsenkirchen. - Als Vertreter der Hilfsorganisationen: Herr Dr. Weiß, Jewish Relief Unit, Herr Jack de Gorter, AJDC, Herr Sam. Ginzburg, AJDC, Herr Dr. Meisel, HIAS. Sitzungsbericht Mit einer reichhaltigen Tagesordnung wurde die Sitzung $om Vorsitzenden des üates, Herrn Norbert Wollheim, eröffnet. Als erster Punkt wurde eine statistische Erhebung beschlossen, die in allen Landesverbänden und Gemeinden durchzuführen ist. Neben den Personalien sind die verlorenen, geraubten und enteigneten Vermögenswerte anzugeben und zwar in einer Weise, damit sie den zukünftigen Wiedergutmachungsbüros als Unterlagen für die Restitution zugeführt werden können. . , Als zweiter Punkt wurde die Namensänderung des bisher bestehenden Zonenausschusses der jüdischen Gemeinden in der britischen Zone Deutschlands beschlossen. Der Beschluß, diesen Zonenausschuß in „Rat der jüdischen Gemeinden der britischen Zone” umzuändern, erfolgte nach lebhafter Debatte einstimmg. Als dritter Punkt wurde die Gemeindezeitung für Nordrhein-Wesfalen besprochen. Diese Gemeindezeitung soll in eine Zonenzeitung umgewandelt werden. Ein Beschluß hierüber ist nicht erfolgt. Es wird mit den zuständigen Herren darüber verhandelt. 4. Es 'werden Schritte unternommen werden, um die darbende jüdische Bevölkerung mit Frischfischen aus Schweden zu beliefern. Ferner stehen unsere führenden Männer mit der Regierung der Tschechoslowakei zwecks Lieferung von frischem Obst und jGemüse in Verbindung.

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