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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-10-10 · 13 (10.10.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
13 (10.10.1946)
Date
1946-10-10
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Jüdische Nobelpreisträger. Albert A. Michelson Albert A. IVLichelson (19. 12. 1852 in Strelno/Posen — 9. 5. 31 Pasadena/Kaliförnien), trat 1869 in die Marine der Vereinigten Staaten «von Amerika ein, wurde Lehrer der Physik und Chemie an der Marine-Akademie in Annapolis, in Newyork und Washington, später Professor an der Universität in Worcester (Mäs.) und Chikago. Seine Arbeiten lagen vor allem auf 'dem Gebiet der Optik. Er schuf neue Methoden zur Bestimmung der Wellenlänge des Lichts lind konstruierte optische Meßapparate, die auf der Interferenz des Lichts beruhen. Durch die von ihm gebauten Interferometer ist es möglich, die Größe von Fixsternen mit außerordentlich kleiner Parallaxe zu bestimmen« In Gemeinschaft. mit Morley wies er nach, daß die Geschwindigkeit des Lichts in der Richtung der Erdbewegung die gleiche ist Wie senkrecht cfazu — ein Resultat, das sich mit den bis dahin geltenden Anschauungen nicht vertrug und Albert Einstein den Anstoß zur Aufstellung der speziellen Relativitätstheorie gab, 190'7 erhielt M. den Nobel.-Preis für Physik. Paul Ehrlich . Paul Ehrlich (14. -3.. 1854 Strehlen — 20. 8. 1915 Frankfurt am Main) habilitierte sich 1887 in Berlin, ging 1890, a. o. Professor geworden,, in das neugegründete Institut für Infektionskrankheiten zu Robert Koch und wurde 1896 Direktor des Staatlichen Heilserum-Instituts in 'Steglitz. 1899 kam er als Direktor des Instituts für experimentelle Therapie nach Frankfurt. 1902 wurde ihm — als erstem nach Virchow — die große goldene Medaille^ für Wissenschaft zuerkannt. 1904 wurde er o. Honorarprofessor der Universität Göttingen und, erhielt 1908' den Nobelpreis für Medizin. ' . E. war ein Forscher von unvergleichlichem experimentellem Geschick. Schon als. Student begann er mit Farbstoff Studien. £ie führten Ihn später zur Differenzierung der früher als einheitlich betrachteten weißen Blutzellen, zur ^Auffindung ihrer Ursprungsstätten -i'm Knochenmark und zur Aufhellung des Problems der Leukämie. E. ist der Begründer der experimentellen Chemotherapie, die die Bekämpf üng der Infektionskrankheiten auf eine völlig neue Grundlage stellte. . Es gelang ihm, im Salvärsan ein Mittel zu entdecken, das seinem Ziel der Therapie magna sterilisäns gegenüber allen durch Spirillen erzeugten Krankheiten .(Syphilis, Rückfall-Fieber usw.) nahekam. Dieses einzigartige Mittel hat. Millionen von Menschen zum Segen gereicht, Und die Ergebnisse seiner . chemotherapeutischen ' Studien zur Heilung der Infektionskrankheiten verheißen noch ungezählte Früchte. E. war Mitglied des Ehrenkomitees für das 1905 vom *7. Zionistischen Kongreß beschlossene Nordau-Insfitut (Vorläufer der Universität) -und bekundete sein lebhaftes Interesse durch- Ratschläge und Zuwendungen. Otto H. Warburg Otto. fl. Warburg, geb. 8. 10 1883 zu Freiburg i. Br., hat als Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Zellforschung den Stoffwechsel der bösartigen , Geschwülste nach eigenen Methoden der Gasanalyse entdeckt und dafür 1931 den Nobel-Preis für Chemie erhalten. . ' - Alfred H. Fried - Alfred. H. FÄed <11. 14. 1864 Wien — 5. 5; 21 Wien) wurde Buchhändler und gründete in Berlin einen Verlag. Seit 1891 widmete er sich ' der Friedenspropaganda, gründete ein Jahr später-die deutsche Friedensgesellschaft und gab die „Friedenswarte” heraus. 1911 erhielt er für seine Frie- densarbeit den Nobel-Preis. Während des ersten Weltkrieges weilte er in der Schweiz, wo er sich der Türsorge für die Kriegsgefangenen widmete. Hier schrieb ei? sein viel besprochenes letztes Werk „Kriegstagebuch’”., Robert Barany Robert Barany, 22. 4. 1876 in Wien geboren, wurde 1909 Privatdozent an der Universität Wien. Er Schuf völlig neue Methoden für'die Erforschung der physiologischen Funktionen des Ohrlabyrinths und seiner Krankheitserschei-/ nungen und erhielt 1915 den -Nobel-Preis für Medizih. Da er trotzdem keine ordentliche ’ Professur in Wien bekam, leistete er dem Rufe an die schwedische Universität Upsala Folge. . Richard Willstätter Richard Willstätter, geb. 13. 8. 1872 in Karlsruhe, habilitierte sich 1896 als Privatdozent in München, wurde dort 1902 a> o. Professor und 1905 als o. Professor für Chemie an die Technische Hochschule in Zürich berufen. 1912 folgte er einöm Rufe als o. Honorar-Professor an die Universität Berlin und als Direktor des Chemischen Instituts der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem. 1915 ging er als Nachfolger seines Lehrers-" Bayer nach München. Wegen der antisemitischen Haltung der philosophischen Fakultät legte W. 1925 die Professur nieder,. Obgleich sich die Universität und alle Behörden die größte Mühe gaben, ihn zum Bleiben zu überreden. 1914 wurde W. zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, ernannt und erhielt 1915 den Nobel-Preis für Chemie. > W.’s wissenschaftliche Leistungen auf chemischem Gebiet waren außerordentlich groß. Fast alle Gebiete der organischen Chemie würden durch seine Untersuchungen befruchtet Weltberühmt wurden seihe Untersuchungen .über den Blutfarbstoff und das Chlorophyll, den Farbstoff der Blätter, Blüten und der Früchte. Weitere Forschungen beschäftigten sich mit Pflanzenphysiologie und dem Chemismus der Fermente. . Fritz Habpr ' Fritz Haj^er (9. 12. .1868 Breslau — 1. 12. 1934 Basel) wurde 1898 a. o. Professor, 1906 o. Professor und 1911 Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für . physikalische Chemie in Dahlem! Seine Arbeiten bezogen sich auf alle Gebiete der modernen Chemie,” besonders auf die Elektrochemie. Seine wichtigste Arbeit, für die er 1919 den Nobel-Preis erhielt, war die Gewinnung von Ammoniak aus Stickstoff und Wasserstoff mit Hilfe von Katalysatoren bei hohem Druck und hoher Temperatur. Während des ersten Weltkrieges war H. Organisator der chemischen Kriegsindustrie.. Albert Einstein Albert Einstein wurde am 14. 3. 1879 in Ulm geboren. Er studierte in Zürich' Mathematik’ und Physik lind -machte während seiner Tätigkeit als Beamter am Patentamt in Zürich (1902—1909) eine Reihe folgenschwerster Entdeckungen auf dem Gebiete der Molekular- und der Lichtquantentheorre, die die Grundlage' der Fotochemie wurde. 1905 erschien unter dem Titel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper” seine bedeutendste Arbeit: -die Aufstellung der speziellen Relativitätstheorie. Durch die Relativitätstheorie ist die Physik auf ein völlig neues Fundament gestellt worden, und die wichtigsten neueren Errungenschaften, insbesondere auf dem Gebiet der Atomphysik, wären ohne sie unmöglich gewesen. Infolge Berufung an die Preußische Akademie der Wissenschaften verlegte er 1914 seinen Wohnsitz nach Berlin, wo er zugleich , Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik und o. Professor an der. Universität wurde. . 1921 erhielt er den Nobel-Preis für Physik. Nach der Machtergreifung durch die- Nazis ging er nach Amerika und wurde dort' Professor an der Universität Princetown. An der Entwicklung der Atombombe ist er hervorragend beteiligt-. t5 James Franck James Fraück, geb. 26. 8. 1882 in Hamburg, habilitierte sich 1911 als Physiker in Berlin und war von 1920—1933 o. Professor an der Universität Göttingen. Zusammen mit Gustav Hertz entdeckte er, daß bei Zusammenstößen von freien Elektronen mit Atömen der Betrag der auf letztere übertragenen Energie, gleich den Energiedifferenzen der sta-. tionären Zustände ist. Er erhielt 1926 den Nobel-Preis für Physik. . Heute verstarb nach langem, schwerem Leiden,! an den Folgen der im K.Z. Auschwitz erlittenen Misshandlungen, " mein innigstgeliebter Mann, mein guter Schwager Leo Leiter . im blühenden Alter vcpi nur 29 Jahren, ■' Die Beisetzung fand am Montag, dem 30. September 1946, auf dem jüd. Friedhof in Bielefeld statt. - In unsagbarem Schmerz: Margot Leiter geb. Weehselmatin Kurt Wechselmann ' Bielefeld^ Haifa (Palästina), den 26. September 1946 z. Zt. Christi. Hospiz v

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