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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-09-26 · 12 (26.9.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
12 (26.9.1946)
Date
1946-09-26
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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scharf die Stellungnahme mancher Regierungsstellen, die von einer Wiedergutmachung nichts wissen wollten und ein Wiedergutmachungsgesetz in Vorschlag bringen, was man eher als Nazischutzgesetz, denn als Wiedergutmachungsgesetz kennzeichnen könnte. Die lodernden Flammen der Kandelaber ließen die Erinnerung an die Flammen der Krematorien von Auschwitz und Buchenwald in uns aufkommen. Diese Flammen mahnen uns und diese Mahnung wird nicht vergessen. Nachdem Herr Prager eine Totengedenkfeier nach altem Ritus abhielt, löste sich unter dem Klang der Trauermusik die eindrucksvolle Versammlung auf. Bremen. Nach der Befreiung lebte in Bremen das jüdische Leben wieder auf, so daß heute die israelitische Gemeinde Bremen einer der wichtigsten Brennpunkte des jüdischen Lebens im Bereich der britischen Zone darstellt, obwohl technisch Bremen der amerikanischen Zone angehört. Im September 1945 konnte ein Gemeindehaus am Osterdeich 17, das von der Militärregierung zur Verfügung gestellt wurde, bezogen werden. In diesem Hause war es möglich, eine würdige Synagoge einzurichten «und außerdem wurden hier das Büro der jüdischen Gemeinde und der jüdischen Hilfsorganistionen wie das American Joint Distribution Committee und des H i a s eröffnet. Ende des Jahres 1945 zählte die Gemeinde ca. 200 Seelen; von denen aber inzwischen etwas mehr als die Hälfte bereits ausgewandert sind. Andererseits befinden sich in der Umgebung Bremens in verschiedenen kleineren Orten ca. 250 jüdische Seelen, die die Gemeinde Bremen als ihren Mittelpunkt betrachten. Da Bremen der Auswanderungshafen nach den Vereinigten Staaten ist, bildet es augenblicklich den Durchgangspunkt für viele Hunderte unserer Brüder. Für diesen Zweck ist in Bremen, Schwarzer Weg-Staging Area, von der Unrra ein Durchgangslager organisiert worden. Gottesdienste werden am Freitagabend und Sabbathmörgen und natürlich auch an den Feiertagen abgehalten. Diese Gottesdienste sind auch für die jüdischen Mitglieder der amerikanischen Besatzungsarmee, die vom ’Chaplain S. Stern betreut werden. Chaplain Stern hält die Gottesdienste ab und steht der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite. - Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde ist Herr Carl Katz, der gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Gemeinden Nordwestdeutschlands ist, die wiederum dem Zonenausschuß der jüdischen Gemeinden in der britischen Zone (Vorsitzender Dr. Philipp Auerbach) angeschlossen ist. « Rev. A. Carlebach (London), ist jetzt zum Area Representative der Jewish Relief Unit in Bremen ernannt worden und wird den religiösen Belangen der Gemeinden dieses Bezirkes seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Er wird außerdem Herrn Carl Kätz, -der als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde zum Treuhänder des gesamten konfiszierten jüdischen Vermögens im Bremer Bezirk ernannt wurde, in der Ausführung dieses wichtigen Amtes beratend und zur Seite stehen. Die Bremer Gemeinde ist sich ihrer großen Verantwortung für das Wiederaufleben des deutschen Judentums bewußt und geht mit Zuversicht und Tatkraft an die Lösung der sich ihr stellenden mannigfachen Aufgaben heran.. Koblenz. Am 8. 9. 1946 empfing der französische Minister für Deutschland, Herr Pierre. Schneiter, in einer Audienz den Präsidenten der jüdischen t Kultusgemeinden von Rheinland-Öessen-Nassaü, Herrn Bernd. Nach vorhergegangener herzlicher Begrüßung durch den Gouverneur von Rheinland-Hessen-Nassau, Hettier de Boislambert, und in Anwesenheit des General' König, Oberstkommandierender der französischen Besatzungstruppen in Deutschland und seines Stellvertreters, General Laffon, anerkannte Minister Schneiter die schwere Lage des Judentums in Deutschland und gab dem Willen der französischen Nation Ausdrück, die jüdische Sache innerhalb ihrer Besatzungszone nach bestem Vermögen zu unterstützen. Er bat den Vertreter der jüdischen Religionsgemeinschaft, den Eindruck mit sich zu nehmen, daß er jederzeit die Unterstützung durch die franz. Militärregierung gegenwärtig, sein könne und daß nicht die Zahl der Mitglieder entscheide, sondern der Geist, det. innerhalb der Gemeinschaft herrscht. Am 5. September 1946 verschied sanft, nach kurzem, schwerem Leiden, im 65. Lebensjahr, das Mitglied unserer Gemeinde Frau Natalie Kraul Gillenberg/Eifel. Ihr Mann war ihr im Tode vorausgeeilt. Weitere Angehörige besaß die Verstorbene nicht mehr. ' Sie war ein, treues und wertvolles Mitglied unserer Gemeinde. Freundlich, gläubig und dem Judentum ergeben. Wir bedauern ihren Verlust sehr. Ihr Andenken wird in der Gemeinde Aachen weiterleben. Der Vorsitzende der jüd. Gemeinde Aachen Alfred Loewendahl r Anschließend erteilte er Herrn'Bernd das Wort, der in einer kurzen Ansprache für die hervorragende Rolle' der franz. Nation dankte, die sie innerhalb der Befreiung unserer Glaubensgenossen aus den Konzentrationslägern geleistet hat und bat den Minister, sowie die anwesenden Offiziere, die französische Politik, die sich stets für die Menschenrechte eingesetzt hat, auch bei der Wiedergutmachung beizubehalten. . M.-Gladbach, Am Samstag, dem 7. 9. 1946 fand im Landgericht eine Gemeindemitgliederversammlung statt, die vom Vorsitzenden der Gemeinde, Herrn Rechtsanwalt Fürst, eröffnet wurde. In seiner Eröffnungsansprache protestierte der Vorsitzende gegen die gegen seinen Willen einberufene Versammlung,, auf' deren Tagesordnung die Neuwahl des Vorstandes stand. Er Beantragte daher, die Versammlung möge beschließen, die Wahl zu vertagen. Der Vertreter des Landesverbandes unterstützte diesen Antrag und beantragte, eine geheime Wahl darüber stattfinden zu lassen. Der An^ trag wurde angenommen, und mit allen gegen drei Stimmen beschloß die Versammlung, eine Neuwahl des Vorstandes vorzunehmen, worauf der bisherige Vorsitzende Rechtsanwalt Fürst die Versammlung-verließ. Die-Neuwahl hatte folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender: Herr Hec ht, Zweiter Vorsitzender: Herr Rub stein, Dritter Vorsitzender: Fräulein Lewen. München. Am 8. September fand in München eine Gemeindeversammlung statt, die sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Auf der Tagesordnung stand als wichtigster Punkt die Neuwahl des Vorstandes. Mit , überwältigender Majorität wurde der bisherige Vorstand wieder gewählt, so daß also Herr Dr. Julius Spanier weiterhin Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in München bleibt. Auf Vorschlag von Herrn Rabbiner Dr. Ohrenstein wurde von D.. P.’s ein Beirat gewählt, der in den* Vorstand kooptiert wurde. Herr Dr. Neuland erstattete alsdann Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr; der Bericht wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Aus diesem.Bericht geht hervor, daß die Münchener Kultusgemeinde z. Zt. 1 600 Mitglieder hat. Die ehemalige Synagoge in der Rßiehenbaehstraße wird wieder neu aufgebaut und in ca. 8 Wochen eirigeweiht werden. Auf dem Friedhof Ungererstr.. ist z. Zt. ein Denkmal für die Opfer des Faschismus im Entstehen begriffen. F. Köln. Zu einem schönen Erfolg kam der jüdische Sportklub Maccabi, Köln, anläßlich eines Fußballtreffens gegen ' den Sportklub Bayenthal am 15. 9. 1*946 in Köln. - Nach einem spannenden Spiel endete dasselbe mit 7:5 (4:2) zugunsten des Maccabi. Möge dieser* erste große Erfolg ein Ansporn für die Maccabi-Sportler zur Erringung weiterer Siege s^in. .

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