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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-09-26 · 12 (26.9.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
12 (26.9.1946)
Date
1946-09-26
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Sitzung des Zonenwohlfahrtsausschusses * am 6. September 1946 Betr.: Jüdische O s t f lü c h 11 i n g e . Auf Antrag hin beschloß Herr Major Watkins, der Vorsitzende des Zonenwohlfahrtsausschusses, in der Plenarsitzung am 6. 9. 1946: % Sämtliche jüdische Flüchtlinge haben das Recht sich beim Kreissonderhilfsausschuss, gemäß Gesetz Nr. 2900, anzumelden und erhalten demzufolge als verfolgte Personen die gleichen Bezüge . a) in . Bezug auf Schwerarbeiterkarte, b) in Bezug auf bevorrechtigte Wohnungszuweisung, c) in Bezug auf Arbeitsvermittlung, d) in Bezug auf den 50% Zuschlag aüf die Wohlfahrtsrenten. Wir bitten Sie daher bei den zuständigen Kreissonderhilfsausschüssen die Anmeldungen vorzunehmen. Sollten sich Schwierigkeiten ergeben, so sind sofort Meldungen an die Landesverbände zu machen. Punkt 1 Bericht des Flüchtlingsausschusses bezüglich Steuererhebung für Haushaltutensilien. Die Plenarsitzung war sich, darüber klar, daß auf gütlichem Wege die Versorgung der Flüchtlinge mit Haüshaltutensilien nicht erreicht werden kann. Es wurde deshalb beschlossen, ein Gesetz zu erlassen, demzufolge _ die deutschen Regierungsstellen ermächtigt sind im Wege der Beschlagnahme die notwendigen Haushaltgegenstände zu beschaffen und zwar sollen in erster Linie belastete Nationalsozialisten, dann sämtliche Mitglieder der NSDAP., Mitglieder der Organisationen und zuletzt die übrigen Deutschen herangezogen werden. Politisch und rassisch Verfolgte, sowie die Ostflüchtlinge sind von der Aktion ausgeschlossen. Punkt 2 Abgeordneter für den Besuch nach England um britische Wohlfahrtsmethoden zu studieren. Es wurde beschlossen in regelmäßigem Abstand .Delegierte nach England zu entsenden um das Studium der dortigen Wohlfahrtsmethoden * vorzunehmen. Für die jüdische Wohlfahrt können vier Delegierte entsandt werden, von denen mit jedem Transport einer mitgeschickt wird. Punkt 3 Revision der sozialen Wohlfahrtsgesetzgebung, Die Angelegenheit wurde an den Unterausschuss überwiesen. Punkt 4 Gemeinsamer Schatzkasten aller Wohlfahrtsvereine. Nach eingehender Diskussion wurde der Vorschlag gemacht, daß einmal im Jahre alle fünf Wohlfahrts verbände, d. h. Caritas, Innere Mission, Jüdische Wohlfahrt, Arbeiterwohlfahrt, Deutsche Rote Kreuz, eine gemeinsame Sammlung durchführen und die hereingekommenen Spenden nach einem zu verordneten Schlüssel zu verteilen. Im übrigen soll jede einzelne Organisation einmal im Jahr eine Sammlung für eigene Zwecke abhalten. P u n k t 5 Wohlfahrtshilfe für Arbeitsunfähige. Eingehend wurde besprochen, wie die Wohlfahrtshilfe für Arbeitsunfähige gestaltet werden soll. Alle Wohlfahrtsverbände waren sich darüber einig, daß die ' Arbeitsämter nicht die richtigen Organisationen sind, um Kriegs- und andere Versehrte zu beraten. Die Kommission wird einen Bericht hierzu machen. Punkt 6 D. R.K. Stellung. Ueber die Stellung des Deutschen Roten Kreuzes ist eingehend entschieden worden. Das Internationale Rote Kreuz erkennt das Deutsche Rote Kreuz nicht an, da es sich nicht um eine nationale Organisation handelt. Die Britische Regierung hat beschlossen, das Deutsche Rote Kreuz dann anzuerkennen, wenn die Entnazifizierung, durchgeführt worden ist. Das Zeichen des Roten Kreuzes ist ausschließlich dem Deutschen Roten Kreuz Vorbehalten. ' Punkt 7: Zu diesem Punlcte habe ich die Anträge vorgebracht, bezüglich der Verlängerung des Zonengesetzes '2900, die angenommen wurden. Ferner das Verbot der Beschlagnahme von Möbeln bei politisch und rassisch Verfolgten. - Punkt 8: Ueber die Verschickung von notleidenden Personen nach England ist gebeten worden nicht . öffentlich zu verhandeln. Jeder einzelne, der davon betroffen wird, wird durch das Britische Rote Kreuz verständigt. Die Reise soll über Cuxhaven (Transsitcamp) vor sich gehen. Ferner wurde über die Care-Pakete gesprochen. In diesen Tagen beginnt die Verteilung der ersten 45 000 Pakete mit vorgeschriebenen Adressen. Punkt 9: Registrierung von Wohlfahrtspflegerinnen. Es wird ein Militärgesetz ergehen über die Registrierung von Wohlfahrtsfürsorgerinnen. Punkt 10: Vorbereitungen für den Winterplan. Die Cralog wird monatlich 4—5000 Tonnen über Bremen hereinschicken. 50 Prozent hiervon sind für die britische Zone vorgesehen. Die Cralogverteilung ist im laufen ünd es werden die einzelnen Organisationen ihre Meldungen an den Zonenrat über die verteilten Pakete aufzugeben haben. Eine erfreuliche Mitteilung ist die Tatsache, daß Canada sich bereit erklärt hat, für mehrere Monate für 20 000 Kinder Nahrung von 400 Kalorien täglich zur Verfügung zu stellen. Betr. Postpakete. ■ - Die englische Militär-Regierung hat erlaubt, daß zivile Postpakete aus Amerika bis zu 5 kg. von Privat an Privat geschickt werden dürfen. Diese Vereinbarung erstreckt sich auf alle Länder mit Ausnahme von Japan, Portugal und Spanien. Die Zollerhebung bezieht sich lediglich auf Tabakwaren und soll nach Möglichkeit mit großer Kulanz durchgeführt werden. Es ist ferner angestrebt, die Legalisierung der Postsendungen durchzuführen. Betr. Kohlenversorgung für den Winter Brigadier Melton bearbeitet die .Angelegenheit, sowohl für Krankenhäuser ^ls auch für zivile Betreuung. Zum letzten Punkt der Tagesordnung berichtet Herr Major Watkins über die Rücksprache an höchster Stelle für die Gewährung der 80 klm. und Sonntagserlaubnis für die Wohlfahrtsorganisatipnen und hofft auf baldigen Erfolg. Herr Major Watkins hat erreicht, daß für die Wohlfahrtsvertreter in beschränktem Maße, aber in erster Linie für die, die dauernd unterwegs sind, Extraverpflegung bewilligt wurde. Die Organisationen haben eine namentliche Liste der Vertreter einzureichen. Die Gemeinden werden gebeten, diejenigen Hauptwohlfahrtsvertreter, die dauernd unterwegs sind, aufzugeben und eine namentliche Liste aufzustellen, damit diese Liste dem Hauptquartier zugestellt werden kann. Die Angelegenheit eilt. Vom Zonenausschuß der jüdischen Gemeinden der britischen Zone Am 10. 9. 1946 fand in Bremen die Zonenausschußsitzung der jüdischen Gemeinden der britischen Zone statt. Die Tagung stand* unter dem Eindruck des Fortgangs des bisherigen Vorsitzenden des Zonenausschusses Herrn Dr. Philipp Auerbach, der als Staatskommissar für politisch und rassisch Verfolgte nach München' berufen wurde und diese ehrenvolle Berufung im Interesse der jüdischen Belange angenommen hat. . Herr Dr. Auerbach führte in seinem Bericht aus, daß die große Anzahl der jüdischen- Familien, die sich der amerikanischen Zone zuwenden, die Leiden und Sorgen unserer Glaubensgenossen für ihn die' Hauptveranlassung waren, sich diesem ehrenvollen Ruf nicht zu entziehen. .Alsdann berichtete der Vorsitzende über die Tagung im Zonenwohlfahrtsausschuß und konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß seitens der Kontrollkommission Major Wodkins seine Anregung und Bitte, den jüdischen Ostflüchtlingen, soweit sie unter die Bestimmung der Zonenrolle -Nr. 2900 fallen, die Betreuung durch die Bestimmung der Zönenroule zuteil Werden: Er berichtete ferner, daß etwa 45 000 Garepakete an die verschiedenen Adressaten durch die Wohlfahrtsorganisationen in den nächsten Wochen zur

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