Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
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E^tb; t^£vT? CiSrnf C^Sf Cs^I? Psgl? Ci£if C^R C^Sii S^ri? CzZii C^ni IM FELDE. VON CH. N. BIALIK (ODESSA). Nicht so wie ein fliehend Vöglein jubelnd ausspannt seine Schwingen, Auch nicht wie ein Löwe ausbricht, zerrend, bis die Ketten springen — Wie ein Hund vor seinem Peiniger floh ich heut' aus meinen Wänden Vor der Arbeit — ist es Arbeit, die man thut mit schlaffen Händen? Hin aufs Feld! Dort stehen Hütten in des Friedens ewger Weihe, In den Hütten leben Menschen, gottgeliebte, sorgenfreie, gsSR Sehen ihrer Arbeit Segen, wie er wächst von Tag zu Tage — c^tR Ach, und dort klagt meine Sehnsucht manche wilde Sehnsuchtsklage. Hin aufs Feld! Die heiigen Stimmen im Getreide will ich hören Und den Wind, wenn er vorüber huscht, das hohe Rohr zu stören, Und im Feld das leise Brodeln und im Berg das tiefe Gähren Und warum die Köpfchen rühren, volle, flaumige, die Aehren. ctsst Ins Getreide will ich schleichen, niederkauern, mich verstecken, v^a In die gelbe Flut mich tauchen, dass mich ihre Wellen decken. Drüben schweigt der Wald; mich schauerts, Waldesschweigen zu belauschen Und die Bäume, wie sie Träume tiefgeheimer Nächte tauschen, c^i? Hin zur Erde will ich fallen, mein Gesicht darin verschmiegen k^ü Und mit einer bittern Frage weinend ihr im Sdhosse liegen, r^cä? ,,Sag' mir, liebe Mutter Erde, warum tränkt nicht voller Gnaden Deine Brust auch meine arme Seele, krank und mühbeladen?" Keine Antwort — zu des Berges Saum ist Sonnenblut ergossen. Ich von Wand und Wand der hohen Aehren wonnevoll umschlossen, Ganz umwallt, umballt von Schatten, die auf mich herniedersinken, Schreit' ich, Himmel mir zu Häupten, Korn zur Rechten, Korn zur Linken. Und am Firmamente oben fliessen Wölkchen, lose, freie, c^i? c^s? Ihre feinen Schatten schweben sacht entlang die Aehrenreihe. Cs==i* Dunkler wird das Gold der Halme. Leiser Wind mit schmeichelglatten Flügeln wiegt sie, die verträumt sind und umsäumt von Licht und Schatten* 42