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Jüdischer Almanach · 1904-01-01 · 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe · p. Seite 34

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
Date
1904-01-01
Page
Seite 34 (sequence 50)
Language
German
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d£*t t^a zzsa z^a vzsn Ksss? t^a t^a c^s? v^a tisi? c^js? x^sa c^tr essi? csi* ISRAEL UNTER DEN VOELKERN. A^ON LEON KELLNER (WIEN). ..Womit ist das Ding zu vergleichen?" Die Strahlen der Junisonne glühen senkrecht auf die enge Gasse, die jetzt, um die Mittagsstunde, in noch stärkerem Maasse als sonst die Geruchsnerven belästigt und das Atmen erschwert. Die Luft ist heute unerträglich in der Gasse. Ein rascher Gang, und ich habe den Saum des kleinen Städtchens erreicht. Die Nasenflügel öffnen sich weit, gierig dehnt sich die Brust. In den schlanken Halmen zur Linken spielt ein zarter Hauch, und die Millionen feiner Blütengehänge zittern an den Aehren und erfüllen die Luft mit einem unbestimmbaren, überaus wohlthuenden Duft: es liegt wie eine Ahnung vom lebenspendenden Brote in den ätherischen AVellen. Einige Schritte weiter, und die eben noch so liebliche Luft wird schwer, zudringlich: ein Meer von Gelb erstreckt sich zu beiden Seiten des Weges, und die dichten Rapsblüten betäuben das Gehirn. Rasch durcheile ich das üppige Feld, um den schreienden Farben und dem satten Gerüche zu entrinnen. Aber was mich jetzt empfängt, ist kein glücklicher Tausch. Die Luft ist mit einem Male feucht, beissend, voll Moder und Ekel: sogar das Auge schliesst sich vor den lebensfeindlichen Dünsten, die dem Sumpfe entsteigen. Gott sei Dank, da lacht wieder roter Klee — wie gut atmet sich's in diesem Felde! Hier, im Schatten der "Weide, halte ich Rast. Und ich blicke im Geiste auf die eben verlebte Viertelstunde zurück: welch seltsame Mannigfaltigkeit in demselben Element! Luft war es in der Gasse, Luft im Kornfelde, Luft über dem Rapse, dem Sumpfe, dem Klee: und wie verschieden war sie in den verschiedenen Umgebungen geartet, wie verschieden in der Wirkung, bald Leben und Labung, bald Verwesung und Tod. Welch ein wunderbares Element, diese Luft, wie sie allgegenwärtig, unentrinnbar, unabwehrbar, unentbehrlich, unfassbar, lebenspendend, todbringend die Erde umgibt! In dem grellen Mittagslichte sehe ich, wie sie in flimmernden Wellen aufsteigt von dem bunten Antlitz der Erde, höher, immer höher — wie weit? Dort, am fernen Horizonte, steht es wie eine Strahlensäule, wie eine Pyramide mit breitem, breitem Grunde imd spitzzulaufendem Gipfel. Grausame, unersättliche Luft! Tag für Tag, Woche um 34

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